Motorrad CarPlay Nachrüsten: Eine Anleitung

Viele Motorradfahrer wünschen sich eine nahtlose Integration ihres Smartphones in ihr Fahrerlebnis. Lösungen von Motorradherstellern haben sich oft als unzureichend erwiesen, da Änderungen an der Motorradsoftware, dem Smartphone-Modell oder dem Betriebssystem des Smartphones zu Problemen führen können. Apple CarPlay und Android Auto bieten hier eine attraktive Alternative, da sie eine gewohnte Umgebung und Unterstützung für Drittanbieter-Apps bieten.

Was ist CarPlay?

Apple stellte CarPlay im Jahr 2014 vor. Es ermöglicht Nutzern von iPhones ab dem iPhone 5 mit iOS 7, ihr iPhone direkt mit dem Infotainmentsystem ihres Fahrzeugs zu verbinden. Nach der Verbindung können Sie navigieren, Nachrichten senden und empfangen sowie Musik abspielen. Je nach iOS-System können bestimmte Apps über die Bedienelemente am Bildschirm des Autos bedient werden, entweder per Fingertipp oder mit der Sprachsteuerung Siri.

Da die Software der einzelnen Apps auf dem iPhone liegt, lässt sie sich einfach aktualisieren. Die Software bleibt auf dem neuesten Stand, und Sie können zum Teil neue Apps übers Auto bedienen, ohne in die Werkstatt fahren zu müssen.

Bei den meisten neueren Autos wird Apple CarPlay ab Werk im Auto angeboten. Bei älteren Fahrzeugen lässt sich die Schnittstelle nachrüsten.

Ist CarPlay in jedem Auto nachrüstbar?

Grundsätzlich lässt sich jedes Auto mit Apple CarPlay und der Sprachsteuerung Siri nachrüsten. Die Frage ist nur, wie viel Platz im Radio-Schacht vorhanden ist. Zum Nachrüsten benötigst du in der Regel ein neues Gerät. Über ein Software-Update von einem alten Radio lässt sich die Technik nicht aufspielen.

Bei einem schmalen Einfach-DIN-Schacht ist in der Regel zu wenig Platz für einen Monitor. Es gibt aber auch Systeme, bei denen der Bildschirm außen und oben aufgesteckt wird. Doppel-DIN-Schächte, die sich an die originale Hardware der jeweiligen Hersteller anlehnen, sind eleganter und bieten mehr Platz. Hier passen Nachrüstgeräte namhafter Hersteller wie von Alpine, Clarion, JVC, Pioneer, Sony, Kenwood oder Zenec hinein.

Einige Fahrzeughersteller bieten Nachrüstlösungen in ihrer Werkstatt an. So bleibt die originale Optik erhalten, unter Umständen gilt das auch für Garantie und Gewährleistung. Wenn du dich für solche Geräte interessierst, lass dich am besten im Auto-Hifi-Fachhandel beraten, auch die Montage hier ist ratsam.

Es gibt einen chinesischen Anbieter von separaten Geräten inklusive Bildschirmen, die per Saugnapf direkt an die Frontscheibe montiert werden, ähnlich einem externen Navigationsgerät. Der Vorteil: Du kannst das portable und kompatible Gerät bei einem Fahrzeugwechsel einfach mitnehmen. Eine spezielle App für dein iPhone benötigst du nicht. Wenn die Verbindung zwischen Fahrzeug und Handy steht, schaltet sich das iPhone automatisch in den CarPlay-Modus.

Wie funktioniert die Nachrüstung?

  1. Suche dir ein passendes Nachrüstgerät mit integriertem Apple CarPlay, das in dein Fahrzeug passt - technisch und optisch. Mit speziellen Blenden lassen sich viele Geräte sauber integrieren.
  2. Suche dir passende Adapter zum Fahrzeug und Gerät aus.
  3. Gerät und Adapter mit der Elektronik-Architektur verbinden. Dazu zählt unter anderem Antenne, Lenkradbedienung und Rückfahrkamera.
  4. Achte darauf, dass du mindestens ein iPhone 5 mit möglichst aktueller iOS-Software aufgespielt hast.
  5. iPhone über Bluetooth oder Ladekabel mit Gerät koppeln.
  6. Alle möglichen Funktionen wie Apps und Siri ausprobieren.

Vorteile von CarPlay

Der große Vorteil des Apple-Systems ist die einfache Bedienung des iPhones über das Entertainmentsystem des Autos. Einmal verbunden, musst du das Smartphone nicht mehr in die Hand nehmen (was während der Fahrt sowieso verboten ist), kannst aber weiterhin auf deine Kontakte, Musik, Navidaten und weiteren Apps zurückgreifen.

Allerdings spiegelt Apple Carplay das iPhone nicht 1:1 wider - nicht alle Apps werden von Carplay unterstützt und von Apple freigegeben. Solche Apps lassen sich nicht übers Autosystem bedienen.

Worauf sollte man achten?

Neben dem passenden Radio und Platz im Radioschacht solltest du auch auf dein iPhone achten. Denn Apple unterstützt das System erst ab dem iPhone 5. Zum neuen Radio benötigst du je nach Marke und Hersteller auch noch passende Adapter. Das sind unter anderem CAN-Interface, GPS-Adapter für die Antenne und ein Adapter, um eine eventuell installierte Rückfahrkamera mit dem neuen Gerät zu verbinden.

Je nachdem, welche Dienste du von dem iPhone aus nutzen willst, benötigst du eine Internetverbindung, also auch ausreichend Datenvolumen.

CarPlay und Android Auto für Motorräder

Auch für Motorräder gibt es Nachrüstbildschirme, die CarPlay und Android Auto unterstützen. Diese Bildschirme sind in verschiedenen Größen (zwischen 5 und 7 Zoll) erhältlich und werden mit einer Halterung für das Motorrad und einem Stromkabel geliefert, das an der Batterie angeschlossen wird.

EVKEY MTC-10 - 5″ Bildschirm

Dieses Modell ähnelt Navigationsgeräten wie dem TomTom Rider und verfügt über eine IP67-Zertifizierung für Staub- und Wasserschutz. Es unterstützt kabellose Android Auto- und CarPlay-Integration sowie Bluetooth für die Verbindung mit Kopfhörern oder einem Helmheadset. Zusätzlich können Videoinhalte über AirPlay oder eine Android-Alternative gestreamt werden. Es bietet auch einen microSD-Kartensteckplatz für bis zu 64 GB.

EVKEY L200 - 6,3″ Bildschirm

Dieses Modell bietet ein Display mit einer Auflösung von 1560 x 720 Pixeln und einer maximalen Helligkeit von 1000 Nits. Es verfügt über eine automatische Helligkeitsanpassung und einen Tag- und Nachtmodus. Mit IPX7 ist es gegen Wasser geschützt. Es unterstützt Bluetooth und bietet die Möglichkeit, Updates direkt am Gerät über Wi-Fi zu installieren. Optional sind eine Fernbedienung mit Kabel und Luftdrucksensoren erhältlich.

Alternativen zur Handyhalterung

Die Verwendung eines CarPlay-Bildschirms anstelle einer Handyhalterung hat mehrere Vorteile. Es ist jedoch wichtig, ein Modell mit Dämpfung zu wählen, um Schäden an der optischen Bildstabilisierung (OIS) von Smartphones zu vermeiden.

Rechtliche Aspekte

Es ist wichtig, dass die Anbringung des Bildschirms die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt. Alle Hebel müssen zugänglich sein, die Sicht darf nicht beeinträchtigt werden und der Bildschirm muss fest und sicher montiert sein. Gleichzeitig darf der Bildschirm nicht ablenken.

Stromversorgung für Zubehör am Motorrad

Viele Motorradfahrer möchten zusätzliches Zubehör wie Navigationsgeräte oder USB-Buchsen an ihrem Motorrad anschließen. Hier ist eine detaillierte Anleitung, wie man einen 12V-Anschluss am Motorrad nachrüsten kann.

Benötigtes Werkzeug

  • Standard Torx Winkelschlüsselsatz
  • Torx Nusssatz oder Torx Bitsatz (für Akkuschrauber)
  • Torx Bit T20 mit mindestens 15 cm Länge
  • Elektronik-Seitenschneider

Vorbereitung

Die Arbeiten idealerweise mit möglichst leerem Tank machen, das erleichtert das Abnehmen und Wiederaufsetzen des Tanks deutlich!

Tank abbauen

Im vorderen Rahmendreieck unter dem Tank befindet sich eine größere Ansammlung diverser Steckverbindungen, z.B. Dort ist auch der berüchtigte "SZ-Stecker" zu finden, an den SonderZubehör wie Navi oder eine USB-Buchse angeschlossen werden.

Um an das Rahmendreieck zu kommen, muss der Tank runter - und das ist auch schon 98% der Arbeit...

Die folgende Beschreibung ist für Cruiser und Classic, sollte für Bagger und TC aber auch genutzt werden können. Den Tank hinten etwas anheben und etwas unterlegen (z.B.

Der Tank ist nun noch mit der Benzinleitung, dem Entlüftungsschlauch und der Leitung für den Benzinstandssensor verbunden.

Durch das Anheben der hinteren Seite des Tanks kommt man an diese Teile besser dran.

Um an die Benzinleitungskupplung des Tanks zu kommen, muss die Abdeckung an der rechten Seite des Motors abgeschraubt werden. Dazu müssen 3x2 Schrauben gelöst werden.

Zuerst die beiden Schrauben an der Motorplakette lösen und die Plakette abnehmen:

Nun diese beiden Schrauben lösen. Das ist etwas tricky, da die Aussparungen nicht sehr breit sind, und der Tank da drüber etwas im Weg ist. Den Tank vorne noch leicht anheben (1-2 cm). Der Tank sitzt recht fest, und sollte von selbst in der etwas hochgezogenen Position verbleiben. Nun kommt man an die beiden Schrauben, die noch die Abdeckung auf der linken Seite halten, gerade eben ran. Die Schrauben sind tief unter dem Tank und nicht einfach zu erreichen. Hier kommt deshalb das lange T20 Torxbit zum Einsatz.

Nach Lösen der beiden Schrauben kann die Abdeckung auf der rechten Seite abgenommen werden.

Wo wir gerade links unter dem Tank arbeiten, lösen wir gleich noch die Steckverbindung für den Benzinstandssensor:

Das ist allerdings ziemlich fummelig, da nur wenig Platz und die Leitung recht kurz ist. Dazu werden an der Kupplung die hellen Flächen an beiden Seiten eingedrückt und so der Rastmechanismus gelöst. Das beidseitige Reindrücken der Flächen ist nicht ganz einfach, da nur wenig Platz da und doch etwas Kraft erforderlich ist.

SZ-Stecker finden und nutzen

Der SZ-Stecker ist leicht zu identifizieren, da er der einzige mit einer Blindkappe ist. Wenn keine Zusatzscheinwerfer verbaut sind, hat deren unbenutzter Steckkontakt ebenfalls eine Blindkappe.

Damit das Zusatzgerät (z.B. die USB-Steckdose) in der Garage nicht die Batterie leernuckelt, müssen die 12 V über den CAN-Bus abgeschaltet werden. Dies geschieht über eine kleine Elektronik, die unter dem Schrumpfschlauch als kleines rechteckiges Modul erkennbar ist.

Anmerkung: Der in einem USB-Adapter enthaltene Wandler von 12V auf 5V läuft auch im Leerlauf (ohne angeschlossenes Gerät), zieht daher ständig etwas Strom und entlädt so die Batterie.

Der Adapter hat auf einer Seite ein passendes Gegenstück für den SZ-Stecker, auf der anderen Seite kommt eine Leitung mit zwei offenen Enden (+12V (rot) und Masse (schwarz)) heraus.

An diese Leitung kann nun z.B. über Schnelllötverbinder das gewünschte Gerät angeschlossen werden.

Dann den Adapter an den SZ-Stecker aufstecken, und die Konstruktion an der linken Seite nach vorne verlegen. Noch mit ein paar Kabelbindern fixieren - fertig!

Nun den Tank wieder montieren.

Alternative Stromversorgung

Alternativ kann man sich den Strom auch an der Steckdose unter dem Sitz abgreifen und mit einem Reparaturstecker die Leitung nach vorne verlegen. Den Tank hatte ich nur hinten gelöst und leicht angehoben um das Kabel am Holm einfacher befestigen zu können. Der Reparaturstecker hat offene Leitungsenden, an denen ich ein vorkonfektioniertes 2-poliges Kabel mit Schraubverschluss angelötet habe.

Zusammenfassung

Das Nachrüsten von CarPlay am Motorrad ist eine praktikable Lösung, um moderne Konnektivitätsfunktionen zu nutzen. Mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Komponenten können Sie Ihr Fahrerlebnis deutlich verbessern.

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