Motorrad fahren in Italien: Tipps und die schönsten Touren

Italien ist ein Paradies für Motorradfahrer. Von den atemberaubenden Dolomiten über die malerischen Küstenstraßen Liguriens bis hin zu den sanften Hügeln der Toskana bietet das Land eine Vielzahl von Routen für unvergessliche Motorradtouren. Hier finden Sie reichlich Inspiration und Tipps für Ihren nächsten Motorradurlaub in Italien.

Wichtige Tipps für das Motorradfahren in Italien

Wer mit dem Motorrad in Italien unterwegs ist, sollte einige wichtige Punkte beachten, um sicher und stressfrei die Reise genießen zu können.

  1. Verkehrsregeln: Einer der wichtigsten Tipps für Motorradtouren in Italien ist, dass sich die Kraftfahrer grundsätzlich an dem Verkehrsgeschehen orientieren, das VOR ihnen läuft. Alles was sich hinter ihnen abspielt, ist vollkommen egal. Im Verkehrsfluß schaut auch der Vordermann nach vorne, der Hintermann ebenfalls.
  2. Fahrweise: Im italienischen Verkehrsgewühl haben viele sicher schon bemerkt, mit welchen Tricksereien sich die Einheimischen durchzuschlagen wissen. Ich kann nur dringend davon abraten, ihnen dies gleichtun zu wollen. Vor allem nicht mit ausländischem Kennzeichen.
  3. Einstellung: Einen der wichtigsten Tipps für Motorradtouren in Italien sollte man deshalb mit in den Süden nehmen: Die beschriebene Fahrweise setzt voraus, daß man die nötige innere Einstellung und die zugehörige Erfahrung besitzt, um sich im Verkehrstrubel so durchzuschlagen wie die Italiener dies tun. Diese bringen jedoch nur die wenigsten Ausländer mit.
  4. Ordnungshüter: Viele Ausländer vergessen, daß sie mit ihrem Kennzeichen perfekt in das Beuteschema der Ordnungshüter und der Ortsansässigen passen, die (zurecht) an einem solchen Verhalten Anstoß nehmen.
  5. ZTL (Zona a Traffico Limitato): In den meisten Städten sind bei Beginn der ZTL Überwachungskameras angebracht. Die Kennzeichen aller Fahrzeuge werden fotografiert und es wird automatisch überprüft, ob eine Einfahrtsgenehmigung für das Kennzeichen vorhanden ist - oder nicht. Mein Rat daher: Vorher orientieren, wo man das Motorrad sicher parken kann (parcheggio custodito) und dann zu Fuß weitergehen.
  6. Mittagszeit nutzen: Um auf einer Etappe flott voranzukommen, eignet sich die Mittagszeit. Dann sitzt die Nation über ihrem wohlverdienten pranzo und auf den Straßen herrscht deshalb weniger Verkehr als vor- oder nachher.

Besondere Verkehrsregeln für Motorradfahrer in Italien

  • Auf Autobahnen und Schnellstraßen dürfen nur Motorräder mit einem Hubraum von mindestens 120 cm³ fahren.
  • Der Fahrer muss zudem mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Motorräder mit Beiwagen dürfen erst ab einem Hubraum von mindestens 250 cm³ und einer Leistung von 15 kW auf diese Straßen.
  • Alle Fahrer und Beifahrer von Motorrädern und Kleinkrafträdern (auch Motorrollern) müssen einen Schutzhelm tragen.
  • Auf Motorrädern und Kleinkrafträdern dürfen Kinder als Sozius mitfahren, wenn sie mindestens fünf Jahre alt sind und selbstständig und sicher auf dem Beifahrersitz sitzen können.

Tempolimits für Motorräder in Italien

  • Innerorts: 50 km/h
  • Außerorts: 90 km/h
  • Schnellstraßen: 110 km/h
  • Autobahnen: 130 km/h (150 km/h auf dreispurigen Autobahnen, wenn die Beschilderung dies erlaubt)
  • Bei Regen oder Schneefall auf Autobahnen: 110 km/h
  • Bei Regen oder Schneefall auf Schnellstraßen: 90 km/h
  • Bei Nebel: 50 km/h

Bußgelder bei Geschwindigkeitsüberschreitungen

Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht einhält und geblitzt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Geschwindigkeitsüberschreitung Bußgeld
Bis 10 km/h zu schnell Ab 42 €
11 - 40 km/h zu schnell Ab 173 €
Über 40 km/h zu schnell Ab 543 €
Über 60 km/h zu schnell Ab 845 €

Die schönsten Motorradtouren in Italien

Zweitages-Motorradtour Trentino-Südtirol

Diese zweitägige Rundtour führt auf einer Gesamtlänge von 550 Kilometern mit insgesamt knapp 23.000 Höhenmetern in die schönsten und kurvenreichsten Ecken der Region Trentino-Südtirol. Mendel- und Manghenpass, Monte Grappa, Passo Brocòn und Pordoijoch liefern ein vielfältiges Gebirgsszenario, das für Tourenfahrer keine Wünsche offenlässt und von Mai bis Oktober herrliche Entdeckungsmöglichkeiten bietet.

Highlights der Tour

Die Route ist nicht nur fürs Auge ein Fest. Fahrerisch liefert sie alles, was ambitionierte Tourenfahrer in der Region Trentino-Südtirol und den Dolomiten suchen: Kurven über Kurven - mal schnell und "flowig", mal herausfordernd verwinkelt.

  • Mendelpass: Über 15 gut ausgebaute Kehren und abwechslungsreiche Kurvenkombinationen mit hohem Fahrspaß-Faktor fräst sich die Passstraße bergauf in den Felsen und erreicht auf 1363 Metern ihren Höhepunkt.
  • Manghenpass: Der Pass zwischen dem Fleimstal und der Valsugana führt zunächst auf einer enger werdenden Straße durch dichten Wald das Val Cadino hinauf, wo die Dichte der Kehren allmählich zunimmt. Nach Steigungsraten von bis zu 18 Prozent und spitzen, wenig einsehbaren Kurven ist die Passhöhe auf 2042 Metern schließlich erklommen. Die Aussicht zu beiden Seiten des Passes ist fantastisch und lädt zu einem ausgedehnten Boxenstopp ein.
  • Monte Grappa: Oben angekommen ist ein Stopp beim Militärfriedhof von Monte Grappa mit nahegelegener Einkehrmöglichkeit empfehlenswert. Vom beeindruckenden Kriegerdenkmal aus hat man einen grandiosen Rundumblick auf die im Norden liegende Gebirgslandschaft und die Po-Ebene in südlicher Richtung.
  • Pordoijoch: Zwischen Arabba und Canazei über das Pordoijoch zaubert der fahrerisch und landschaftlich reizvolle südliche Abschnitt der Sellarunde Tourenfahrern nochmal ein Grinsen ins Gesicht.

Die Zweitagestour klingt mit einer Fahrt durch Bozen nach Kaltern an der Weinstraße aus - was bleibt: Eine Gepäckrolle voller Erinnerungen und jede Menge Passerfahrung.

Sellarunde mit dem Motorrad

Im Lebens-Roadbook eines jeden Motorradfahrers darf die Sella Ronda nicht fehlen. Bei der Umrundung des Sella-Bergstocks auf den vier berühmten Dolomitenpässen Grödner Joch, Campolongo-Pass, Pordoijoch und Sellajoch wird alles geboten, was eine gelungene Motorradtour ausmacht.

Highlights der Tour

Die wilde Schönheit der Sellarunde macht die Strecke zu einer wahren Genusstour und lädt immer wieder zum Verweilen und Innehalten ein. Von den Passhöhen hat man einen sensationellen Blick auf die umliegenden Berge, wie die Langkofelgruppe, Stevia und auf die Cirspitzen.

Südtirol: Burgen und Bergpanorama

Attraktionen dieser Tagestour sind Burgen und Gebirgspanoramen, romantische Seitentäler und kurvenreiche Bergstraßen mit traumhafter Aussicht. Durch das Sarntal, über dem die Burg Runkelstein thront, geht es nach rechts in die Höhe auf den Bozener Hausberg Ritten.

Highlights der Tour

Ein fahrerisches Highlight bietet der Nigerpass zum Karersee. Zu den landschaftlichen Highlights zählen die Seiser Alm und das fotogene Felsmassiv Rosengarten.

Trentino: Dolomiten und Kurvenspaß

Sehenswerte Berglandschaften prägen das Trentino, dazu variantenreiche Kurven, Kehren und Schräglagen für Motorradfahrer.

Highlights der Tour

Fahrerische Highlights bietet diese Rundtour viele. Zu den Höhepunkten zählen der Passo Rolle / Rollepass sowie das muntere Links-Rechts-Schwingen im Val die Fiemme.

Ligurien: Küstenstraße und Cinque Terre

Highlights auf der Rundtour sind die herrliche Küstenstraße entlang der Riviera di Levante ab Portofino und die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Cinque Terre.

Highlights der Tour

Die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Dörfer des Cinque Terre versprühen italienischen Bilderbuch-Charme und sollten für Boxenstopps unbedingt eingeplant werden. Fahrerisch bietet die Route endlose Kurvenstrecken, wobei die herrliche Küstenstraße entlang der Riviera di Levante ab Portofino einen besonderen Höhepunkt darstellt.

Toskana: Zypressen und Chianti-Gebiet

Highlights auf dieser Rundtour sind der Besuch von Siena, Volterra und San Gimignano sowie Fahrten auf schmalen Zypressenalleen und über Kurvenstraßen durch die Colline Metallifere und das Grün des Chianti-Gebiets.

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