Manchmal fühlt sich eine Ausfahrt mit dem Motorrad wie ein gutes Workout an. Doch wie viele Kalorien verbraucht man tatsächlich bei einer solchen Tour? Viele Motorradfahrer stellen sich diese Frage, besonders wenn sie nach einer langen Fahrt einen Muskelkater verspüren oder sich einfach nur erschöpft fühlen.
Wie hoch ist der Kalorienverbrauch beim Motorradfahren?
Bei einer Stunde Fahrt werden rund 250 Kalorien verbrannt. Das macht 125 Kalorien in einer halben Stunde - und das bei einem Hobby, das Spaß macht! Natürlich kommt es bei dem Kalorienverbrauch zusätzlich auf die eigene Verfassung an. Denn wer mehr Muskeln hat, verbrennt natürlich auch mehr Kalorien.
Für das Motorradfahren wird hier ein Verbrauch zwischen 136 bis 250 kcal/h angegeben. Zuhause esse ich drei etwas größere Mahlzeiten - Frühstück, eine kleine Mittagsmahlzeit und die Hauptmahlzeit am Spätnachmittag/Abend - sowie ein bis zwei Zwischenmahlzeiten in Form von kleinen Snacks (z.B. ein Stück Obst, eine kleine Handvoll Nüsse oder ein Smoothie). Bei durchschnittlich 4 Stunden Fahrzeit/Tag sind das 400 kcal extra.
Es kommt natürlich immer darauf an wie man Motorrad fährt. Auf der Rennstrecke ist Motorradfahren mit Sicherheit eine Sportart. Allerdings halte ich es im "normalen" Straßenverkehr für keinen Sport.
Die körperliche Anstrengung beim Motorradfahren
Vom Sattel aus bewegst du - je nach Motorradgattung - das satte Gewicht von drei bis vier Waschmaschinen. Hinzu kommt das Gewicht der Schutzbekleidung, des Gepäcks und ggf. auch der Sozia. Wer beim Motorradfahren über eine längere Strecke aufmerksam in sich hineinfühlt, wird spüren, wie viele Muskelgruppen diese Dynamik zu bewältigen haben: in Armen und Beinen, in der Hüfte, im Rücken; im gesamten Oberkörper, um die Maschine zu balancieren und sie auf der gewünschten Linie zu halten.
Kraft und Energie kostet vor allem auch die Kopfhaltung: Bei einem ausgewachsenen Menschen wiegt der Kopf in senkrechter Haltung durchschnittlich 6 kg. Neigt er sich um nur 15 Grad nach vorne, erhöht sich die Belastung der Nackenmuskulatur soweit, als ob der Kopf ein Gewicht von 13 kg hätte. Je tiefer er nach vorne gesenkt ist (typische Fahrhaltung auf dem Supersportler), desto stärkere Kräfte wirken auf die Wirbelsäule ein. Desto mehr Energie muß also aufgewendet werden, um den Kopf in der jeweiligen Fahrhaltung zu stabilisieren.
Schon flottes Landstraßentempo macht die Luftreibung zum stärksten Fahrwiderstand. Dieser vervielfacht sich mit steigendem Tempo, denn die Geschwindigkeit geht mit der vierfachen Potenz in die physikalische Berechnung des cw-Wertes ein. In der Praxis heißt das: Bei doppelt so hoher Geschwindigkeit wird der Luftwiderstand viermal so hoch. Und damit auch die Beanspruchung deiner Nackenmuskeln.
Wie die Motocrosser unter uns wissen, stellen Geländefahrten ganz besonderer Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit. Denn auf der Enduro wird vor allem die untere Körperhälfte ständig beansprucht: Die Beine müssen nicht nur das Motorrad dorthin zwingen, wo es hin soll; sie müssen auch das Körpergewicht anheben, um Geländewellen auszugleichen oder die Last zwischen vorn und hinten zu verlagern. Das kostet schon mal an die 400 Kalorien pro Stunde. Wenn es wirklich hart auf hart geht, z. B. bei einem Motocross-Rennen, kann der stündliche Kalorienverbrauch locker auf bis zu 600 Kalorien pro Stunde steigen.
Die mentale Anstrengung beim Motorradfahren
Motorradfahren ist ein anstrengender Sport. Es werden nicht nur viele Muskelgruppen auf einmal angestrengt, sondern auch die Konzentration. Ohne Konzentration geht beim Motorradfahren gar nichts. Einmal nicht aufgepasst, geschieht ein Unfall, der oft mit größeren Verletzungen vonstattengeht. Klar, dass die Anspannung bis in die kleinsten Muskelgruppen zu spüren ist.
Etwa ein Drittel der vom Körper insgesamt verbrauchten Energie gehen für die Aufrechterhaltung unseres Denkens drauf. Wenn ich neben meinen ablaufenden Routinen zusätzliche Denkabläufe starten und auführen muss, steigt der Energiebedarf.
Abnehmen durch Motorradfahren?
Ich selbst habe eine Erfahrung gemacht, um die mich viele beneiden: Bei konzentriertem, aktivem Motorradfahren verliere ich spürbar Gewicht. Eine kurvenreiche Tagesstrecke mit allem Drum und Dran kostet mich in der Regel ein Kilo. Warum das so ist, weiß ich nicht genau. Aber selbst wenn ich hinterher das eine oder andere Deka zulege - bei genügend kulinarischer Disziplin bleibt das Gewichtsniveau verläßlich und dauerhaft unten.
Ich nehm auf dem Motorrad ab. Dieses Jahr zwei Wochen Urlaub Ost-Südost = Minus 4 Kilo. Die Nahrungsaufnahme über Mittag wird zwecks mehr Kilometer auf dem Mopped vernachlässigt. Ich nehme definitiv ab, wenn ich Q fahre, vor allem wie oben 2 Wo. am Stück.
Ernährung auf Motorradtouren
Gegen Mittag fängt der Magen normalerweise an, auf sich aufmerksam zu machen, und wir suchen uns eine Möglichkeit, den schlimmsten Hunger zu vertreiben. Da wir uns den Bauch nicht allzu voll schlagen wollen - das macht müde und unkonzentriert beim Fahren - geschieht das meist in Form eines Sandwiches oder eines anderen kleinen Snacks, je nachdem, was wir eben bekommen. Erst am Abend, wenn wir am Ziel angekommen sind und unser Lager aufgeschlagen haben, ist Zeit für eine richtige Mahlzeit.
Rechnet man das nun alles zusammen - den doch deutlich erhöhten Kalorienverbrauch durch das Motorradfahren und die übrigen körperlichen Aktivitäten, sowie die niedrigere Kalorienaufnahme während des Tages - so wird offensichtlich, warum wir uns am Abend folgenlos fettiges Essen und üppige Nachtische erlauben können. Und warum wir dabei manchmal sogar noch abnehmen.
Kalorienverbrauch beim Motorradfahren im Vergleich
Es wird irgendwo zwischen Autofahren (150 Kilokalorien pro Stunde), langsamem Radfahren (168), Gehen (186) und Hausarbeit (220) liegen würde ich tippen. Also zwischen 150 und 200 Kilokalorien, mehr werden es wohl nicht sein. Für mich kommen 225 Kilokalorien heraus... also doch etwas mehr als 200. Wobei es sicher noch mal einen Unterschied ausmacht, ob man Alpenpässe fährt oder in der norddeutschen Tiefebene herumrollt.
| Aktivität | Kalorienverbrauch pro Stunde (ungefähr) |
|---|---|
| Autofahren | 150 kcal |
| Langsames Radfahren | 168 kcal |
| Gehen | 186 kcal |
| Hausarbeit | 220 kcal |
| Motorradfahren | 136 - 600 kcal |
Also wer sich im Leder-Einteiler im Marquez-Style bei 30°C im Stau von der Polizei erwischen lässt, der kann sich schon ein kleines Bier am Abend leisten!
Motorradfahren ist ein automatisierter Prozess ohne aktive Denkleistung. Schönes Beispiel ist der Bierdeckeltest. Lege ein Bierdeckel auf die Strasse und versuche über diesen zu fahren. Mit Konzentration schafft man das nie. Meistens ist ja die Kunst den Bierdeckel NICHT zu treffen.
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