Motorräder bieten nicht nur eine Alternative zu Autos, sondern auch einzigartige Möglichkeiten für waghalsige Stunts und hohe Geschwindigkeiten. Das Motorsport-Duell zwischen der Formel 1 und MotoGP zeigt, dass beide Sportarten in verschiedenen Disziplinen brillieren.
MotoGP-Reihe: Realismus und Einsteigerfreundlichkeit
Seit einigen Jahren liegt die Entwicklung der MotoGP-Reihe fest in den Händen der italienischen Entwickler von Milestone, die das Fahrgefühl und die Technik Jahr für Jahr verbessern. Der aktuelle Ableger, MotoGP 25, bietet nicht nur mehr Realismus auf der Piste, sondern zeigt sich endlich auch einsteigerfreundlicher. In diesem Jahr geht das Team aus Italien noch einen Schritt weiter und bietet einen gänzlich neuen Arcade-Spielmodus an, bei dem vor allem Neulinge schnell ins Spiel finden. Außerdem sieht der aktuelle Ableger dank neuer Grafikengine besser aus als je zuvor.
Mit MotoGP 24 geht die italienische Rennspielschmiede Milestone mit ihrem offiziellen Lizenzprodukt zur Motorrad-Weltmeisterschaft in die nächste Runde. Neben einigen Detailverbesserungen hat man sich im Entwicklungsprozess sogar die Hilfe aktiver Rennfahrer gesichert, um das Spielerlebnis weiter zu optimieren und vor allem das Fahrverhalten realistischer zu gestalten. Ansonsten erwartet uns das typische, jährliche Lizenz-Upgrade. Oder ist da etwa noch mehr Veränderung im Paket?
Wie von der Reihe gewohnt erhalten wir in Summe alle drei (Verbrenner-)Klassen der MotoGP inklusive sämtlicher Fahrer, Teams und Motorräder. So geht beispielsweise Honda-Urgestein Marc Marquez nun auf der Gresini-Ducati ins Rennen, während Rossi-Halbbruder Luca Marini sein Glück auf der Werks-Honda versucht. Auch Sensations-Rookie Pedro Acosta lehrt auf seiner GasGas der etablierten Konkurrenz das Fürchten. Jedoch, auch das sind die Spieler bereits gewohnt, ist die Lizenz zu Release noch nicht ganz vollständig abgebildet.
Bei der Streckenauswahl beschränkt man sich in der 2024er-Saison nicht nur auf den offiziellen Kalender mit Stationen am Red Bull Ring, in Assen oder auf dem Sachsenring. Auch einige ehemalige Kurse wie Laguna Seca, Indianapolis oder der kurzfristig abgesagte Grand Prix in Argentinien haben wieder den Weg ins Spiel geschafft und dürfen zumindest mit der Königsklasse unter die Räder genommen werden.
Wie im letztjährigen Ableger stehen uns auch in MotoGP 24 wieder verschiedene Spielmodi zur Verfügung. Neben den Klassikern Grand Prix, Saison und Zeitfahren, dem obligatorischen Online-Multiplayer sowie einem lokalen Modus für zwei Spieler im Splitscreen ist natürlich die eigentliche Karriere das Herzstück unseres Spielspaßes. Zum Einstieg beginnt man mit den letzten drei Rennen der vorjährigen Moto3-Saison. Dort empfehlen wir uns mit möglichst guten Ergebnissen für das folgende Jahr. Natürlich haben wir in der Regel keine freie Auswahl, sondern müssen aus den Angeboten meist kleinerer Teams wählen.
Wie bereits im Vorgänger etabliert, findet auch das Social-Media-System in MotoGP 24 wieder seinen Platz. Über Antworten auf Posts von Kontrahenten definieren wir, ob wir entweder Mr. Nice Guy oder lieber ein arroganter Drecksack sind. Neu ist hierbei, dass wir bereits zur Saisonmitte eine erste Duftmarke abgeben dürfen, wohin die Reise gehen soll. Verkünden wir also vollmundig den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse, gurken jedoch nur im hinteren Feld herum, so wird unser Traum vom Wechsel in weite Ferne rücken. Der Umgang mit unseren Gegnern spielt hierbei nun auch noch eine größere Rolle.
Den Konkurrenzgedanken fördert MotoGP 24 dabei wie bereits im Vorgänger. Ganz klar eingedampft wurde die Upgrade-Mechanik für unser Motorrad. Der Fokus liegt nun noch stärker auf den Testfahrten, welche traditionell zu Saisonbeginn sowie nach dem Absolvieren der ersten paar Rennen auf dem Programm stehen. Je nachdem, für welche Variante wir uns entscheiden, verfügen wir also künftig über etwas mehr Topspeed oder eine bessere Fahrbarkeit. In Summe wurde das Feature der Upgrades im Vergleich zum Vorgänger stark entschlackt.
Neben dem spannenden Geschehen auf der Strecke steht in so ziemlich jeder prominenten Motorsport-Klasse auch immer wieder die Silly Season im Fokus. Ein solches Wechsel-System hat nun auch Milestone in MotoGP 24 implementiert. Konkret können also zwischen zwei Saisons Fahrerwechsel stattfinden. Das Spiel simuliert dabei während des laufenden Ingame-Jahres bereits erste Transfergerüchte und erlaubt sogar Wechsel zwischen den einzelnen Klassen, was in der Realität ja ebenfalls gerne mal vorkommt.
Milestone bietet mit MotoGP 24 nun zum ersten Mal in der Reihe einen dynamischen Schwierigkeitsgrad an. Wieder mit an Bord sind die wechselnden Witterungsbedingungen und damit einhergehend die Flag-to-Flag-Rennen in der Königsklasse beziehungsweise Rennabbrüche mit roter Flagge in den unteren Klassen.
Milestone im Entwicklungsprozess mit aktiven Rennfahrern zusammengearbeitet hat, um das Spielgefühl zu verbessern. So steuern sich die Motorräder nun merklich anders zum Vorgänger, speziell in den Anbremsphasen. Wer hier die Eisen immer im letzten Moment komplett zumacht, der wird mit starkem Untersteuern zu kämpfen haben, was enorm Zeit kosten kann. Gleichzeitig kommt der Motorbremse nun eine deutlich größere Bedeutung zu.
Stewart? Einen Freifahrtschein für rücksichtsloses Fahren hat man dennoch nicht, denn neben den Transfers wurden nun auch die offiziellen MotoGP-Stewarts als Feature integriert. Da holen wir uns ganz klar zusätzlichen Schwung über die Tracklimits hinaus, ohne eine Strafe zu erhalten, werden an anderer Stelle aber für einen leichten Rempler ohne Sturzfolge mitten im Getümmel mit einer Positionsstrafe belegt.
Im Bereich der Akustik überzeugen die Motorensounds ebenso wie die offizielle Original-Musik der MotoGP, die wiederum ein Plus für die Atmosphäre darstellen. Im Vergleich zum Vorgänger stellt MotoGP 24 tatsächlich einen Schritt nach vorne dar, auch wenn dieser eher klein ausfällt. So entpuppt sich die Teamwechsel-Funktion am Ende jeder Saison als echter Mehrwert, der für ein Plus an Atmosphäre sorgt.
Den Rotstift angelegt hat man bei der Möglichkeit, ein eigenes Team zu etablieren, sowie bei den Update-Funktionen für unser Motorrad. Durch den stetigen Fortschritt der Rennspiel-Konkurrenz wirkt die MotoGP-Reihe somit leider von Ableger zu Ableger trister. Überzeugen kann dagegen das gewohnt gute Fahrverhalten, dass nun noch einmal überarbeitet wurde und etwas mehr Fehlertoleranz aufbietet.
Kurz vor dem Ende beim Grand Prix im niederländischen Assen überholt mich der achtfache Weltmeister Marc Márquez innen. Wer schon mal einen Teil der MotoGP-Reihe gespielt hat, weiß, dass es sich nicht unbedingt um die einsteigerfreundlichste Rennspielserie handelt. Diese Zeiten sind mit MotoGP 25 aber endgültig vorbei! Natürlich können die Profis unter euch immer noch auf die volle Simulation setzen und auf Wunsch sogar auf jegliche Fahrhilfen verzichten. Dann ist das Spiel wenigstens im Ansatz so anspruchsvoll wie die Beherrschung der echten Bikes - also gefühlt, noch habe ich schließlich kein Motorrad mit 250 PS unter dem Sattel über eine echte Rennpiste geprügelt.
MotoGP 25: Arcade-Modus für Einsteiger
Mit der neu gestalteten Arcade-Variante sorgt Milestone aber für Abhilfe bei denen, die das überfordert - was bei vollem Simulationsgrad dann auch auf mich zutrifft. Um die Strecke schaffe ich es dann schon irgendwann ohne Sturz, aber eher als letzter statt unter den ersten drei. Komplett zum Selbstläufer wird das Rennerlebnis in der Arcade-Variante nicht - selbst dann, wenn ihr alle Unterstützungen beim Folgen der Ideallinie inklusive Bremshilfe aktiviert. Aber anders als in den Vorgängern ist MotoGP 25 selbst für den blutigsten Anfänger so gut beherrschbar, dass ihr auf den meisten Strecken von Beginn an um die Pole-Position und Rennsiege mitfahren könnt. Ihr müsst schon besonders grobe Fehler machen, damit es ohne Gegnereinwirkung zu einem Sturz kommt.
Für die richtige Balance aus Anspruch und Erfolgserlebnissen soll auch ein adaptiver Schwierigkeitsgrad sorgen, der neben den klassischen Herausforderungsstufen zur Verfügung steht. Regen kommt aber dieses Jahr etwas zu oft vor. Ihr geht in allen 22 Strecken der aktuellen Saison auf die Piste - inklusive des zurückkehrenden Grand Prix im tschechischen Brünn und auf der relativ neuen Rennstrecke am Balaton in Ungarn. Auch alle offiziellen Teams und Fahrer sind natürlich mit dabei wie die Brüder Marc und Alex Marquez oder Letztjahres-Weltmeister Jorge Martin. Es gibt Einzelrennen, anpassbare Meisterschaften, Zeitfahren und auch die MotoGP Academy, in der ihr auf jeder Strecke versucht, die einzelnen Sektoren optimal hinter euch zu bringen; also ein ähnliches Prinzip wie beim Streckenlern-Modus von Forza Motorsport.
Im Gegenzug üben sich Gestaltungskünstler am Erstellen eigener Designs für Helme oder das Aussehen der Startnummer. Milestone steigt für MotoGP 25 übrigens auf Unreal Engine 5 um und das sieht man dem Spiel zumindest auf PC und PlayStation 5 auch an. Nun zieht es auch in diesem Jahr keine Kinnladen gen Boden, das Bild ist aber sauberer als zuletzt, was sich auf PC vor allem auf langen Geraden bemerkbar macht, und die deutlich erkennbaren Funken beim Schaltvorgang vorausfahrender Maschinen sind ein hilfreicher Anhaltspunkt für den nächsten Bremspunkt. Neu sind außerdem Rennen mit Motard-, Minibike- und Flat-Track-Maschinen auf wenigen, speziell dafür gedachten Strecken. Sie wurden als spezielle Herausforderungen sogar in die Karriere eingebunden - wo man sie zum Glück aber überspringen darf.
Auf geteiltem Bildschirm trägt man nur einzelne Läufe aus, während es in Sachen Online-Wettstreit Ranglisten-Rennen und sogar eine offizielle Meisterschaft gibt. Wer ohnehin virtuelle Motorradrennen fahren will, kommt um MotoGP 25 daher kaum drum rum.
Ride 5: Realistische Rennsimulation mit Straßermotorrädern
RIDE 5 ist der aktuelle Ableger, der neben einer beeindruckenden Grafik vor allem mit einer gehörigen Portion Realismus punktet. Hier stehen allerdings Straßen-Motorräder namhafter Hersteller im Mittelpunkt und keine hochgezüchteten Rennmaschinen. Nach einem hervorragenden Abstecher in das Genre der Arcade-Rennspiele mit Hot Wheels Unleashed im Jahr 2021 haben sich die italienischen Entwickler von Milestone wieder voll auf ihre Kernkompetenz zurückbesonnen. Neben dem offiziellen Spiel zur Motorrad-Weltmeisterschaft, MotoGP 23, geht auch die traditionsreiche Ride-Serie in die nächste Runde. Ride 5 ist das erste Spiel des Studios, das exklusiv für die neuen Konsolen und den PC erscheint.
Kernstück der Sim ist natürlich einmal mehr der Karrieremodus, in dem ihr mit einem eigens erstellten Fahrer oder einer Fahrerin um einen Platz ganz oben in der Rangliste kämpft. Über 200 Events, unterteilt in vier Haupt-Akte und vier optionale, besonders schwierige Gruppen, stehen in der Karriere zur Wahl. Genretypisch startet ihr mit einem schwachen Motorrad, das ihr mit gewonnenem Preisgeld bis ins letzte Detail aufmotzen könnt. Wie in Gran Turismo 7, Forza Motorsport und anderen Rennsimulationen wirken sich Upgrades realistisch auf Beschleunigung, Top-Speed, Fahrverhalten oder Bremsen aus und erhöhen die Leistungsklasse, die als Anforderung für bestimmte Meisterschaften dient.
Insgesamt stehen mehr als 270 Motorräder von 20 namhaften Herstellern zur Auswahl. Von leistungsstarken Straßenmaschinen der 1980er Jahre bis hin zu hochgetunten Rennmaschinen der 2020er Jahre, die allesamt mit einem realistischen Fahrverhalten punkten. Sogar einige Klassiker aus den Sechzigern sind mit dabei.
Gefahren wird auf insgesamt 44 realen und fiktiven Kursen rund um den Erdball. Bereits in den ersten Runden auf dem Asphalt macht der Racer unmissverständlich klar, dass hier jeder Fahrfehler gnadenlos bestraft wird. Die Bikes fühlen sich schwer an und schieben bei der Kurvendurchfahrt nach außen. Vorder- und Hinterradbremse wollen getrennt voneinander eingesetzt werden, um selbst in maximaler Schräglage nicht den Grip zu verlieren. Hinzu kommen die Lastwechsel beim Einlenken, was vor allem in schnellen Kurvenkombinationen erst einmal gemeistert werden will. Zumal Ride 5 die Realismus-Schraube dank neuer Physik-Berechnungen der Motorräder im Vergleich zum Vorgänger noch weiter anzieht.
Glücklicherweise feiern dank der überarbeiteten Fahrhilfen auch Neulinge schnell erste Erfolge. Wer mag, kann die Bremsen koppeln oder bei Lenkung und Beschleunigung auf eine KI-Unterstützung zurückgreifen. Damit ist Ride 5 ein Stück weit einsteigerfreundlicher geworden und bietet damit den perfekten Einstieg in die Welt der Motorrad-Rennspiele. Wenn ihr doch mal aus der Kurve rutscht, greift ihr einfach auf die Rückspulfunktion zurück, um eure Fehler auszubügeln.
Im Onlinemodus setzt Ride 5 zudem auf Crossplay-Unterstützung, dank der Spielerinnen und Spieler auf PS5 und Xbox Series X/S gemeinsam gegeneinander antreten. Hier zahlt sich der Verzicht auf Umsetzungen für die vorangegangene Konsolengeneration spürbar aus. In Verbindung mit den detaillierten Strecken und den beeindruckenden Wettereffekten ist Ride 5 eines der schönsten Rennspiele, die aktuell erhältlich sind. Dabei hat das dynamische Wetter nicht allein Auswirkungen auf die Optik, sondern spiegelt sich auch im Gameplay wider.
Weitere interessante Motorrad-Spiele
- The Crew Motorfest: Ein riesiges Open-World-Rennspiel mit abwechslungsreichen Modi, coolen Multiplayer-Events und halsbrecherischen Stunts.
- Road Rash: EAs brilliant-brutaler Actionracer mischte Beat-'em-up Qualitäten zu den Hochgeschwindigkeitsrennen.
- Excitebike 64: Der Nintendo Klassiker feierte sein Debüt im Jahre 1985 auf dem NES und erfuhr auf dem N64 eine tolle Runderneuerung in 3D.
- MotorStorm: Apocalypse: In Motorstorm: Apocalypse tretet ihr gegen alle Arten von Off-road Vehikeln in einem chaotischen Kampf an.
- Trials Rising: Trials Rising ist der aktuellste Ableger der Serie, die vielmehr ein Plattformer mit Motorrädern ist als ein Rennspiel.
- MX vs ATV Legends: Der aktuellste Ableger MX vs ATV Legends wartet mit Motorrädern, ATVs und UTVs sowie riesigen, neuen Geländen auf, die es zu meistern gilt.
- Gran Turismo: Mit dem schicken Untertitel ‘The Real Driving Simulator’ wurde bereits ein Rennspiel legendär: Gran Turismo.
- Days Gone: Neben der spannenden Story, die am Anfang vielleicht etwas langatmig wirkt, dem guten Gameplay und natürlich vor allem dem Motorradfahren, macht es unglaublich viel Spaß, sich mit den Zombieherden anzulegen und auch die Nebenquests zu erledigen.
- Vrider: Vrider ist eine VR-Rennsimulation mit offizieller Lizenz der FIM Superbike-Weltmeisterschaft, die 2024 für Quest und PC-VR erscheint.
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