Viele Fahrschüler blicken voller Aufregung ihrer ersten Fahrstunde entgegen. Doch wie funktioniert die Gangschaltung beim Motorrad genau? Dieser Artikel bietet eine detaillierte Erklärung der Motorradgangschaltung, einschließlich der Reihenfolge, der technischen Aspekte und praktischer Tipps für das richtige Schalten.
Die Grundlagen der Motorrad Gangschaltung
Bei Motorrädern mit Schaltung befindet sich der erste Gang in der Regel "unten", der Leerlauf "dazwischen" und die restlichen Gänge "darüber". Aber wie genau funktioniert das?
Die Reihenfolge der Gänge
Die Standard-Gangfolge bei den meisten Motorrädern ist:
- 1. Gang (unten)
- Leerlauf (zwischen 1. und 2. Gang)
- 2. Gang
- 3. Gang
- 4. Gang (und ggf. weitere)
Diese Reihenfolge ist bei fast allen Motorrädern gleich. Einfache Antwort: Bei allen Motorrädern war auch damals schon diese Reihenfolge, und da die Firma Simson das Mopedfahren nicht neu erfinden wollte, hat sie sich strikt an diese Reihenfolge gehalten. Übrigends ist der 1. Gang ganz unten, wegen der Sicherheit im Straßenverkehr.
Warum diese Reihenfolge?
Der erste Gang hat eine besondere Bedeutung, er dient nämlich ausschließlich dem Anfahren. Im Fahrbetrieb solltest du ihn nie verwenden.
Die Technik hinter der Schaltung
Ein Motorradgetriebe ist sequentiell geschaltet. Sprich: Man schaltet immer der Reihe nach alle Gänge durch. Davon abhängig in welcher Position sich der erste Gang befindet wird klar, in welche Richtung man den Gang hoch bzw.
Hi Stefan35,nachdem nun ja ausgiebig diskutiert worden ist, wie die Schaltung zu betätigen ist, noch ein kleiner Ausflug in die Technik:
- Der Schalthebel wirkt auf den Schaltautomaten, der erlaubt nur das hoch- und runterschalten um einen Gang, danach hält er die Welle vom Schalthebel fest. Läßt man den Schalthebel los, wird er wieder in die Ausgangslage gedrückt.
- Der Schaltautomat wirkt auf eine Walze, auf der Führungsrillen für die Schaltgabeln sind. Wird die Walze nun um einen "Gang" vorwärts oder rückwärts gedreht, rutscht jedes mal eine andere Schaltgabel ein Stück vor und alle anderen zurück. Im Leerlauf sind alle zurückgezogen.
- Diese Schaltgabel drückt nun ein Schiebestück zwischen die Getriebewelle und das frei laufende Zahnrad und stellt jedes mal einen Kraftschluß her, es werden also keine Zahnräder verschoben, die laufen immer mit sondern kleine Blockierungskränze (oder Keile im Ziehkeilgetriebe) die die Zahnradkombinationen frei geben oder schliessen.
- Die Ausgangswelle geht dann auf den Kardan oder das Kettenritzel.
- Kaputt gehen meistens der Schaltautomat (das Getriebe läßt sich nicht mehr schalten) oder die Schaltgabeln (keiner oder mehrere Gänge gleichzeitig drinne, blockiert dann). Verschleißen können die Lager und die Laufflächen der Zahnräder.
Wie man schaltet
Für dich ist aber erst mal nur wichig dass du links einen Fußhebel hast den du aus der Ruheposition zum Runterschalten nach unten und zum Hochschalten nach oben drücken kannst. bist du im 1. Gang und ziehst einmal nach oben dann bist du im 2. - zurück in Ruhepositon und noch mal Rauf und du bist in der 3. und so weiter. Willst du im 1. noch mal Runterschalten stehst du einfach am Anschlag oder (das gibt es selten bei irgendwelchen billigen Chinamotoren) im höchsten Gang.
Praktische Tipps zum Schalten
Hier sind einige Tipps, die besonders für Motorrad-Neulinge hilfreich sein können:
- Kupplung und Gas: Sieh deine Kupplung als deinen Freund und Helfer. Kupplung ziehen, schalten, Kupplung kommen lassen dabei bisschen gas geben und du kommst gut vom fleck.
- Schaltvorgang: Wichtig ist beim Schalten immer dass du den Schalthebel immer bis zum Anschlag durchdrückst und erst loslässt wenn du wieder fertig eingekuppelt hast - sonst kann es sein dass du eben genannten Leerlauf auch zwischen 3. und 4.
- Leerlauf finden: Gefühlvoll drückst du den Schalthebel nun leicht nach oben, bis das Lämpchen (meistens mit "N" [neutral=Leerlauf]) beschriftet) aufleuchtet, welches dir zeigt, dass du im Leerlauf bist.
- Das Knallen der Gänge: Das Knallen der Gänge liegt einfach an der Funtionsweise eines Motorradgetriebes. Da gibt es keine Synchronisierung wodurch bei hohen Drehzahlunterschieden die Klinken der Zahnräder sehr schnell aufeinandertreffen und entsprechend laut werden.
Besonderheiten und Ausnahmen
Es gibt auch Motorräder mit besonderen Schaltschemata. Bei Rennmotorrädern ist das Schaltschema gedreht, d. h. der erste Gang ist oben. Bei einer Rennmaschine werden sie aber meistens umgedreht, weil man in extremer Schräglage nicht mehr unters Pedal kommt. wenn man aus einer kurve raus beschleunigt, kann es notwendig werden, dass man hoch schalten muss. bei der "normalen" schaltung kommst du bei hoher schräglage nicht mehr mit dem fuss unter den schalthebel.
Weitere Tipps für Motorrad-Anfänger
Hier sind noch einige allgemeine Tipps für Motorrad-Anfänger:
- Sicherheitskleidung: Trag deine Schutzkleidung und zwar das ganze Paket. Was hast du davon, wenn du einmal cool durch die Gegend geheizt bist, dafür aber Narben bis ans Lebensende hast?
- Keine Hektik: Gerade am Anfang, aber eigentlich das ganze Bikerleben lang, solltest du nie in Hektik fahren.
- Technik verstehen: Du solltest dich aber trotzdem zwischendurch mit deinem Motorrad beschäftigen, die Technik etwas verstehen und einfachere Wartungsarbeiten selbst machen.
Tabelle: Gangfolge und Anwendung
| Gang | Anwendung | Hinweise |
|---|---|---|
| 1. Gang | Anfahren | Ausschließlich zum Anfahren verwenden |
| 2. Gang | Niedrige Geschwindigkeiten | Für Stadtverkehr geeignet |
| 3. Gang | Mittlere Geschwindigkeiten | Für Überlandfahrten |
| 4. - 6. Gang | Hohe Geschwindigkeiten | Für Autobahnfahrten |
Verwandte Beiträge:
- Polo Motorradbekleidung: Test, Kollektion & Kaufberatung
- Motorrad Kostüm für Erwachsene: Die besten Outfits für Biker
- Angststreifen Motorrad entfernen: Tipps & Tricks
- Thermo-Unterwäsche Motorrad Herren: Test, Kaufberatung & Modelle - Perfekter Komfort beim Motorradfahren
- Motorrad selber bauen: Ein Traum für Bastler
- BMW Motorrad Stiefel Venture Grip Test: Ultimative Performance & Komfort im Check!
Kommentar schreiben