Motorradhandschuhe Kurz Test Vergleich

Können Kurzhandschuhe von sicherheitsbewussten Motorradfahrern überhaupt in die Hand genommen werden, oder braucht man dann erst gar keine Handschuhe zu tragen? Nein, denn gut gemachte Exemplare sind sicher und punkten obendrein mit Nässeschutz, Belüftung und Komfort.

Kurze Motorradhandschuhe, kombiniert mit einer wasserdichten, atmungsaktiven Membran - so lauteten unsere Anforderungen an die Teilnehmer dieses Handschuhtests. Preislich gab es keine Vorgaben, weshalb das Testfeld von günstigen 70 bis hin zu durchaus gerechtfertigten 150 Euro streut.

Testergebnisse im Überblick

Hier eine Übersicht einiger getesteter Motorradhandschuhe:

HerstellerModellPreis (ca.)BewertungBeschreibung
SpidiRanger LTab 62,93 Euro94 PunkteDer SPIDI Ranger LT entwickelt sich in kürzester Zeit zum Lieblingshandschuh von Frühjahr bis Herbst. Perfekte Passform für eher breite Hände mit kürzeren Fingern.
iXSViperab 106,99 Euro91 Punktewasserdichter, sauber verarbeiteter Tourenhandschuh, vielseitig einsetzbar.
iXSViper-GTX 2.0ab 106,99 Euro90 PunkteDer Viper-GTX 2.0 entpuppt sich als überraschend sportlicher Alltagsbegleiter.
ModekaPanamericanaab 70,90 Euro89 PunkteEin toller Handschuh mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.
HeldTour-Mateab 84,96 Euro88 PunkteDer Tour-Mate von Held ist ein guter Touring-Handschuh, der vor allem an den warmen und trockenen Tagen viel Freude macht und Leichtigkeit vermittelt.
RukkaAirium 2.0ab 79,96 Euro88 PunkteErstklassig verarbeiteter, komfortabler Sommerhandschuh mit sehr guter Passform. Hoher Fahrkomfort, vegane Materialien als Alleinstellungsmerkmal. Wird es abends kühl, kommt er an seine Grenzen.
StadlerGuard II GTX199,-- Euro (UVP)88 PunkteEin echter Allround-Tourenhandschuh. Die Bedienung von kleinen Hebeln und Schaltern an beiden Lenkergriffen ist zeitweise nicht wirklich perfekt, die Finger sind gemessen an der an sich guten Gesamtpassform leider ein Stück zu lang für meine Durchschnittshand.
HeldSambia 2in1 Evo GTXab 189,95 Euro86 PunkteKomfortabler Tourenhandschuh mit großem Einsatzbereich von wam bis kalt und bei Regen, gute Schutzwirkung.
VanucciTouring IV99,99 Euro (UVP)84 PunkteFür das Frühjahr und kühlere Sommertage ist der Vanucci Touring IV zu empfehlen. Steigen die Temperaturen sind schweißnasse Hände die Regel. Mit solider Sicherheitsausstattung und zahlreichen Details sammelt der Handschuh Punkte.
ModekaJayceab 65,90 Euro83 PunkteErhältlich ist der Handschuh in drei Farbvarianten Schwarz, Schwarz/ Neon sowie Schwarz/Weiß zum günstigen Preis und in den Größen 6 bis 12 - ein echtes Schnäppchen!

Detaillierte Testergebnisse und Bewertungen

1. Spidi Ranger LT

Der SPIDI Ranger LT entwickelt sich in kürzester Zeit zum Lieblingshandschuh von Frühjahr bis Herbst. Perfekte Passform für eher breite Hände mit kürzeren Fingern.

2. iXS Viper

wasserdichter, sauber verarbeiteter Tourenhandschuh, vielseitig einsetzbar.

3. iXS Viper-GTX 2.0

Der Viper-GTX 2.0 entpuppt sich als überraschend sportlicher Alltagsbegleiter.

5. Modeka Panamericana

Ein toller Handschuh mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.

6. Held Tour-Mate

Der Tour-Mate von Held ist ein guter Touring-Handschuh, der vor allem an den warmen und trockenen Tagen viel Freude macht und Leichtigkeit vermittelt.

7. Rukka Airium 2.0

Erstklassig verarbeiteter, komfortabler Sommerhandschuh mit sehr guter Passform. Hoher Fahrkomfort, vegane Materialien als Alleinstellungsmerkmal. Wird es abends kühl, kommt er an seine Grenzen.

8. Stadler Guard II GTX

Ein echter Allround-Tourenhandschuh. Die Bedienung von kleinen Hebeln und Schaltern an beiden Lenkergriffen ist zeitweise nicht wirklich perfekt, die Finger sind gemessen an der an sich guten Gesamtpassform leider ein Stück zu lang für meine Durchschnittshand.

10. Held Sambia 2in1 Evo GTX

Komfortabler Tourenhandschuh mit großem Einsatzbereich von wam bis kalt und bei Regen, gute Schutzwirkung.

11. Vanucci Touring IV

Für das Frühjahr und kühlere Sommertage ist der Vanucci Touring IV zu empfehlen. Steigen die Temperaturen sind schweißnasse Hände die Regel. Mit solider Sicherheitsausstattung und zahlreichen Details sammelt der Handschuh Punkte.

12. Modeka Jayce

Erhältlich ist der Handschuh in drei Farbvarianten Schwarz, Schwarz/ Neon sowie Schwarz/Weiß zum günstigen Preis und in den Größen 6 bis 12 - ein echtes Schnäppchen!

13. Held Satu II

Guter, wasserdichter Handschuh mit Gore-Tex-Membran für den Sommer und die Übergangszeit.

14. Probiker Summer

Ein preiswerter, sportlicher Sommerhandschuh zum Reinschlüpfen und Wohlfühlen.

15. Modeka Air Ride Dry

Guter Handschuhe zum kleinen Preis. Geeignet für kürzere Fahrten oder in der Nebensaison. Bei warmem Wetter macht die Membran schlapp.

16. iXS Tour ST-Plus

Ein schöner und gut ausgestatteter Handschuh, der mit klammem Klima und schlecht sitzendem Innenfutter im Test nicht überzeugen kann. Im Sommer zu schlecht belüftet, fehlt für kühle Tage ein wärmendes Futter.

17. iXS Tour LT Handschuh Montevideo Air

Rund 5.000 Kilometer lang dient der Handschuh als perfekter Begleiter in sommerlicher Hitze, danach ist sein Klettverschluss am Ende. Hoch ist dabei der Tragekomfort, eingeschränkt die Abriebfestigkeit des Textil-Materials beim Einsatz auf Asphalt.

Weitere getestete Modelle und Empfehlungen

  • Held Madoc: Testsieger mit toller Qualität und überzeugenden Features.
  • Modeka Sonora Dry: Kauftipp mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Alpinestars Belize Drystar: Sicherster und sportlichster Handschuh im Test, aber Schwächen beim Nässetest.
  • Dainese Solarys Short Gore-Tex: Sehr komfortabel, aber eher für die Übergangszeit geeignet.
  • Difi Troy Aerotex: Angenehmer Kurzhandschuh, aber ohne Zertifizierung.
  • iXS Tour ST-Plus Kurz: Überzeugt mit Sicherheit, Verarbeitungsqualität und Komfort.
  • Macna Passage: Bequem und gut verarbeitet, aber scheitert an der Schlagdämpfungsprüfung.
  • Rev'it Hydra H2O: Gut für Frühling und Herbst, aber Druckstellen an den Fingern.
  • Richa City Gore-Tex: Gut gemacht, zuverlässig und bequem für Frühling, Herbst und Winter.
  • Spidi Bora H2Out: Zuverlässig wasserdicht im Kurztest, aber scheiterte im Dauertest.

Wichtige Aspekte beim Kauf von Motorradhandschuhen

Bei der Auswahl von Motorradhandschuhen sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Sicherheit: Protektoren an Knöcheln, Handballen und Fingern sind wichtig.
  • Passform: Die Handschuhe müssen gut sitzen und dürfen nicht rutschen oder Falten werfen.
  • Material: Leder ist abriebfester als Textil.
  • Komfort: Atmungsaktive Membranen und Belüftung sorgen für ein angenehmes Tragegefühl.
  • Wetterbedingungen: Wasserdichte Handschuhe sind ideal fürRegenfahrten.

Es gibt je nach Philosophie des Herstellers teils deutliche Unterschiede in der Ausstattung: Eine Gummilippe an der linken Hand, um Regentropfen vom Visier zu wischen, haben viele Testteilnehmer, aber eben nicht alle. Sturzgefährdete Stellen können durch Textil, Leder oder Kunststoff verstärkt werden, der Knöchelprotektor ist mal aus Karbon, mal aus Kunststoff und ein andermal gar nicht vorhanden.

Für eine Zertifizierung als Motorradhandschuh ist dieser übrigens nicht zwingend nötig: Die beispielsweise in Frankreich erforderliche Zulassung kann auch ohne Knöchelprotektor erreicht werden, unter dem wichtigen Motorrad-Piktogramm im Handschuh steht in diesem Fall dann nur die Angabe des Schutzlevels, nicht jedoch das zusätzliche Kürzel KP. Dieses bescheinigt dem Protektor auf dem Handrücken normenkonforme Schlagdämpfungseigenschaften.

In unserem Test verzichten Macna und Spidi auf diese Zertifizierung, Difi kommt überraschend komplett ohne Zulassung. In Deutschland stellt letzteres rechtlich zwar kein Problem dar, im Ausland kann das aber unter Umständen ganz anders aussehen.

Motorradhandschuhe im Nässetest

Apropos Ausland: Alle Handschuhe in diesem Test wurden in Asien produziert, auch wenn die Entwicklung in Deutschland, Italien oder Belgien stattfindet. Das muss natürlich kein Problem sein, fast alle Testteilnehmer gefallen mit ordentlicher Verarbeitung. Zumindest zunächst. Beim Nässetest sieht es dann leider anders aus: Nur drei Paare überstanden Tauchbad und Befüllungstest ohne Probleme! Leichte bis mittelstarke Regenschauer dürften zwar auch die anderen Kandidaten meistern, dennoch ein trauriges Ergebnis.

Ein zentrales Sicherheitsmerkmal in diesem Test - und ein oftmals angeführtes Argument gegen Kurzhandschuhe - ist der Abstreifschutz: Bei einem Sturz muss der Handschuh selbst bei längeren Rutschpartien sicher auf der Hand bleiben.

Sommerhandschuhe im Test

Auch im Sommer, selbst auf dem schnellen Sprung zur Eisdiele, sollte bestmöglicher Schutz gegeben sein, weshalb wir 11 Sommerhandschuhe für Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen getestet haben.

Was macht einen Motorradhandschuh zu einem Sommerhandschuh für Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen? Die kurze Stulpe, das Leder oder ein Leder-Textil-Mix, der sportliche Look und die Hitzetauglichkeit. Und natürlich muss auch ein luftiger Sommerhandschuh sicher und zertifiziert sein.

Wir aber wollten von elf Anbietern ihr bestes Stück im Sortiment - weswegen zumeist Sommerhandschuhe in Vollleder oder einem wertigen Leder-Textil-Mix ins Rennen geschickt wurden. Schließlich gab es unsererseits die klare Vorgabe, dass wir nicht nur Passform und Komfort bewerten, sondern auch die gebotene Sicherheit genauestens unter die Lupe nehmen.

Auch gaben wir in diesem Test bewusst keine Preisspanne an, weshalb Modelle zwischen 60 und 130 Euro gegeneinander antreten und beweisen, dass teuer nicht gleich besser ist.

Empfehlungen für Sommerhandschuhe

  • Stadler Vent: Der Testsieger liefert das beste Gesamtpaket: sehr guter Schutz gepaart mit sehr guter Belüftung und hohem Tragekomfort.
  • Modeka Sonora: Der Jogginganzug unter den Sommerhandschuhen: extrem komfortabel, viel Gefühl und genug Luft.
  • Alpinestars SP X Air Carbon v2: Durch ausreichend Belüftung ist er ein guter Tipp für sportlich orientierte Sonnenanbeter.
  • Bogotto Flint: Als gutes Einsteigermodell macht der Flint vieles richtig, kann aber in Sachen Sicherheit und Komfort noch nachlegen.
  • Büse Airway: Der Airway von Büse ist nicht für jede Hand, für breitere jedoch umso besser geeignet.
  • FLM Sports 3.0: Der Sports 3.0 ist ein preiswertes Modell für kräftige Hände mit eher dünnem Daumen.
  • Held Kakuda: Ein toll gemachter Sommer-Held von den Allgäuer Handschuhprofis.
  • iXS Talura 3.0: Der iXS Talura 3.0 ist ein echtes Hochsommermodell: Leicht, kurz und stark durchlüftet zeigt er an heißen Tagen seine Stärken.
  • Orina Spark: Der Spark von Orina ist ein extrem luftiges Sommermodell mit hohem Tragekomfort.
  • Rukka Rytmi 2.0: Für kühlere Tage ist er allerdings ein extrem bequemer Allrounder mit Wohlfühlcharakter.
  • Vanucci Short Racing IV: Die Schutzausstattung knabbert etwas an der guten Durchlüftung im Sommer, dafür aber hat der zügige Fahrer einen sicheren Greifer in der Hand.

Wie testet MOTORRAD: fahren, bewerten, protokollieren.

Um ein optimales Gesamtpaket zu schnüren, kommt kein Hersteller um Kompromisse herum. Natürlich ist eine Hand in dünnem und zudem großzügig gelochtem Leder oder sehr leichtem und grobmaschigem Textil am besten belüftet, doch wir wollen Motorradhandschuhe, die sich im "worst case" - sprich Asphaltkontakt - nicht in Luft und Wohlgefallen auflösen.

Unabdingbar sind hierfür also robuste Protektoren, sinnvoll platzierte Schleifer und Materialdopplungen, vornehmlich aus Leder an besonders gefährdeten Stellen. Diese dämpfen zwar Komfort- und Wohlfühlattribute wieder, schützen im Ernstfall jedoch bestmöglich.

Entsprechend dazu haben wir den Schwerpunkt unseres Tests auf die Sicherheit gelegt. Mit ganzen 35 Punkten gibt es die meisten Zähler in genau dieser Kategorie. Ein neuralgischer Punkt ist der Schutz der Handkante, weswegen viele Hersteller diese auch umfassend verstärken. Wie das genau aussieht, haben wir auf als Detailbild zu jeder Paarung im Test mit abgebildet.

Abriebtest der Handschuhkanten

Doch wie funktioniert dieser optisch zum Teil sehr eindrucksvolle Schutz in der Praxis? Das haben wir diesmal mit einer speziellen Prüfvorrichtung mittels Schleifscheibe und Standbohrmaschine ausgelotet.

Während einige Hersteller hier auf die klassische und bis zu einer gewissen Belastungsgrenze abriebfeste Lederdopplung setzen, fahren andere zusätzliches Geschütz auf: Held, Modeka, Stadler und Vanucci bestücken ihr Modell mit "Super-Fabric". Die Mischung aus Polyester und Epoxidharz, aufgebracht in einer punktartigen Struktur, ist sehr abrieb- und schnittfest, temperaturbeständig und zudem angenehm flexibel.

Durch die unterpolsterte Anbringung zum Beispiel am Ballen wird die Energie hier abgefangen und die bloße Haut bekommt im besten Fall weder Hitze noch Bodenkontakt ab. Auch die Knöchel sind in allen Testmodellen gut gebettet, was die Zertifizierung mit dem Kürzel "KP" im Etikett bescheinigt.

Konkret bedeutet es, dass bestimmte Schlagdämpfungswerte des Protektors bei der Zulassung zum Motorrad-Handschuh nicht überschritten wurden. Dies ist zwar weder in Deutschland vorgeschrieben noch 100-prozentiger Bruchschutz, jedoch eine deutliche Empfehlung.

Die wichtigste Funktion der Motorradhandschuhe ist, die Hände des Fahrers bei Stürzen zu schützen. Gleichzeitig müssen sie die Beweglichkeit der Finger garantieren sowie deren Auskühlen verhindern.

Zusammenfassung der Testkriterien

  • Wetterschutz (40 Prozent): Für den optimalen Wetterschutz müssen die Handschuhe winddicht sein und Regentropfen schnell abperlen.
  • Touchfunktion (30 Prozent): Geprüft haben wir damit jeweils die Eignung fürs Tippen, Wischen, Scrollen und Aufziehen (Pinchen).
  • Handling und Ausstattung (30 Prozent): In dieser Kategorie haben wir bewertet, wie leicht sich die Handschuhe an- und ausziehen lassen, wie gut ihr Grip am Lenker bei Regen ist und wie umfangreich ihre Ausstattung.

Lederhandschuhe vs. Textilhandschuhe

Ältere ADAC Tests haben bewiesen, dass gute Lederhandschuhe abriebfester sind als Exemplare aus Textilien. Außerdem wichtig: Generell sollten alle Handschuhe Protektoren besitzen, die die besonders gefährdeten Knöchel und die Handballen schützen.

Da es unterschiedliches Protektoren-Material gibt, ist vor dem Kauf eine Beratung im Fachhandel empfehlenswert. Es gibt Protektoren aus PU-Schaummaterialien, die sich bei Stürzen versteifen. Ein Laie kann diese kaum von Schaumstoff unterscheiden, der als Polsterung eingearbeitet wurde und sich bei Beschädigung der Handschuh-Oberfläche sofort auflösen würde.

Empfehlungen der ADAC Experten

Gute Hersteller bieten für bis zu 300 Euro Racing-Handschuhe aus besonders reißfestem Känguru- oder auch Ziegenleder an. Zum Schutz der Mittelhandknöchel sowie der Fingerglieder haben sie Einsätze aus Hightech-Materialien, z.B. Kevlar oder Karbon.

Die ADAC Experten empfehlen diese Art Motorradhandschuh generell als beste, weil sicherste Variante. Doch nicht jeder Biker ist nur sportlich unterwegs. Die meisten Fahrer bewegen ihre Maschine in drei Jahreszeiten, in einem Temperaturbereich zwischen 5 und 35 Grad, auch auf längeren Touren.

Deshalb sind mehrere Typen von Handschuhen empfehlenswert, auch für den Wechsel unterwegs. Beim Thema Motorradhandschuhe gibt es keinen echten Alleskönner, ratsam sind deshalb mindestens zwei unterschiedliche Paare. Dies ist natürlich auch davon abhängig, ob Heizgriffe an der Maschine ausreichend wärmen.

Häufig haben geschickt ausgewählte Handschuhe schon geholfen, wenn Vibrationen die Hände haben kribbelig werden lassen. Gefütterte Handschuhe haben allerdings den Nachteil, dass das Griffgefühl mit zunehmender Dicke der Fütterung immer indirekter wird.

Motorradhandschuh-Arten im Detail

Touren-Handschuhe

Das Angebot an Touren-Handschuhen ist besonders groß, denn sie kommen einem Allround-Handschuh recht nah. Touren-Handschuhe sollten am besten wasserdicht sein. Wer auf Membran-Technologie verzichtet, muss Regen-Überziehhandschuhe mitnehmen.

Übergangs- und Winterhandschuhe

Übergangshandschuhe bestehen meist aus einem Textil-Leder-Mix, sind stark gefüttert und gepolstert, um Wärme besser zu speichern. Bei Winterhandschuhen werden besondere Kälteschutz-Materialien wie beispielsweise Thinsulate eingearbeitet.

Dies ist für Winter-Motorradhandschuhe besonders wichtig, denn bei kühleren Temperaturen können die dem Fahrtwind ausgesetzten Hände derart auskühlen, dass sie steif werden und die Griffsicherheit leidet. Wenn Sie Heizgriffe verwenden, sollte die Wärmeisolierung auf der Handinnenseite nicht zu dick sein.

Sporthandschuhe

Sporthandschuhe sind, wie bereits beschrieben, mit Abstand die sichersten, aber gleichzeitig teuersten Motorradhandschuhe. Ihre Form und die fehlende Fütterung sorgen für einen guten Kontakt zu Griffen und Hebeln, schränken jedoch den Komfort ein.

Für alle Rennstreckenpiloten, aber auch für ambitionierte Fahrer von Sportbikes bei Spritztouren sind solche Modelle die richtige Wahl.

Offroad-Handschuhe

Neben den Handschuhen für Straßenmaschinen gibt es auch spezielle Modelle für den Offroad-Einsatz. Diese Handschuhe unterscheiden sich deutlich von denen für Fahrten auf der Straße.

Im Fokus steht bei diesen Modellen ein möglichst guter Grip zwischen Händen und Lenker. Auch eine Dämpfung gegen Stöße und Vibrationen muss vorhanden sein. Deswegen verfügen viele Offroad-Handschuhe an den Handinnenflächen über Silikon- bzw. Gelposter.

Im Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger werden diese durch besonders griffige Einsätze ergänzt.

In der Regel bestehen Offroad-Handschuhe aus ein- oder mehrlagigen, dehnbaren, aber robusten Kunststoffgeweben, die je nach Einsatzzweck auch eine Durchlüftung ermöglichen. Die Protektoren sollen vorrangig vor herumfliegenden Steinchen und peitschenden Zweigen schützen. Eine höhere Abriebfestigkeit wie Lederhandschuhe für den Onroad-Einsatz haben sie nicht.

Chopper-Handschuhe

Chopper-Handschuhe leiden in Sachen Sicherheit oft unter dem faulen Kompromiss Aussehen gegen Alltagstauglichkeit. Sie sollten nach Ansicht der ADAC Experten auf keinen Fall fingerlos sein. Denn das kann bei Rutschern über den Asphalt fatale Folgen haben.

Gänzlich abzuraten ist von Handschuhen mit Fransen. Diese können sich leicht verfangen und im Extremfall sogar die Hand abreißen.

Tipps zu Kauf und Pflege der Handschuhe

  • Kaufen Sie Motorradhandschuhe nie zu groß, Leder dehnt sich bei Gebrauch.
  • Die Finger müssen ohne Widerstand tief in die Fingersäcke reichen.
  • Die Beweglichkeit der Finger sollte möglichst wenig beeinträchtigt werden. Bei der Anprobe Fingergymnastik machen.
  • Das Futter darf beim Herausziehen der Hand nicht an den Fingern haften bleiben und sich nach außen stülpen. Dazu Handschuhe einige Minuten tragen.
  • In Einzelfällen kann das "Kleben" der Finger in den Fingersäcken durch das Tragen dünner Innenhandschuhe vermieden werden. Das sollten Sie bei der Anprobe untersuchen. Die Innenhandschuhe können auch zur Temperaturanpassung dienen.
  • Beim Umgreifen des Lenkers sollten die Fingerkuppen nicht vorn im Handschuh anstoßen, es sollten sich auch keine Falten an der Innenhand bilden. Durch diese Falten können Druck- und Reibstellen an den Handinnenflächen entstehen.
  • Wichtig sind weiche Protektoren oder zumindest Aufdoppelungen an den Handballen, den Handaußenkanten und den Knöcheln. Sie dürfen nicht drücken, wenn die Hände sich auf den Lenkergriffen abstützen.
  • Die Nähte sollten möglichst doppelt vernäht sein. Außenliegende Nähte sind nicht per se schlechter oder zeugen von minderer Qualität. Sie ermöglichen eine bessere, dichter anliegende Passform für die Finger.
  • Die Stulpen der Handschuhe sollten über das Ärmelende der Kombi- bzw. der Motorradjacke passen. Damit wird verhindert, dass Wasser in den Ärmel läuft.
  • Reflex-Streifen auf den Handschuhen erhöhen die Sichtbarkeit bei Dunkelheit.
  • Kleine, integrierte "Scheibenwischer" am linken Zeigefinger sorgen bei Regenfahrten für bessere Sicht. Solche Gummiwischer können auch nachträglich über den Zeigefinger gezogen werden.
  • Nasse Lederhandschuhe dürfen Sie auf keinen Fall mit starker Wärme (Wäschetrockner, Heizkörper, Feuer) trocknen. Das Leder wird sonst rissig. Auch das Trocknen auf noch heißen Motorradzylindern ist schädlich.
  • Auch wenn Sie Ihre Lederhandschuhe gut pflegen, sollten Sie sie nach spätestens sechs Jahren erneuern. Vielfahrer sollten das schon früher tun, spätestens dann, wenn die Nähte anfangen sich aufzulösen.

Motorradhandschuhe mit Touchscreen-Funktion

Nicht jeder der zehn Testhandschuhe überzeugte bei der Bedienung der berührungsempfindlichen Bildschirme von Smartphones oder GPS-Computern. Dabei sollte man genau das von einem Touchscreen-Handschuh doch eigentlich erwarten können. In der Praxis aber blieben mit manchem Handschuh unsere intensiven Tipp-, Wisch- und Streichelversuche ergebnislos.

Ein sogenannter kapazitiver Touchscreen reagiert nur dann auf Berührung, wenn die elektrische Leitfähigkeit, wie bei der Haut, gegeben ist. Im Unterschied dazu reagiert ein resistiver Touchscreen, aufgebaut aus zwei leitfähigen Schichten, auf Druck und lässt sich folglich auch mit normalen Handschuhen bedienen, wie beispielsweise bei älteren Garmin-Modellen wie dem Edge 1000.

Um die Spitzen der Handschuhfinger leitfähig zu machen, sind diese entweder mit einem leitenden Material beschichtet oder mit Kupfer- beziehungsweise Silberfäden durchzogen, um die elektrische Ladung von den Fingern zum Touchscreen zu leiten, damit das Display die Berührung erkennt.

Bei manchen Testkandidaten setzen die Hersteller Daumen, Zeige- und Mittelfinger an beiden Händen auf diese Weise unter Strom; zwei Hersteller statten lediglich den Mittel- oder Zeigefinger ihrer Handschuhe leitfähig aus, womit einhändiges “Pinchen”, also das Aufziehen von Bildern oder Kartenausschnitten zur Vergrößerung, unmöglich ist.

Idealerweise sollten bei einem Handschuh wenigstens Daumen und Zeigefinger an beiden Händen touchfähig sein, damit das Tippen, Wischen und Aufziehen auf dem Bildschirm zumindest theoretisch geht.

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