Motorrad Hecktaschen Test Vergleich: Mehr Stauraum für Ihre Tour

Wer keine Koffer am Bike hat oder haben will, braucht für große Touren Motorrad Gepäcktaschen. Die nächste Tour ist geplant, das Ziel gesteckt und das Motorrad bereits fit gemacht für die kommenden Kilometer. Schließlich besteht die Freiheit auf zwei Rädern nicht nur aus der abendlichen Hausrunde. Gerne darf es auch etwas länger und vor allem weiter weg sein. Spätestens jetzt fängt das große Grübeln an, wohin mit dem Gepäck mangels Koffern, die zwar oft klobig wirken, aber komfortabel sind, wenn es ums Reisen geht.

Warum eine Motorrad-Hecktasche?

Der Schlüssel drückt in der einen Seitentasche, das Handy in der anderen - eng anliegende Motorradkleidung bietet oft nur wenig Platz für Kleinkram. Wer auf der Motorradtour auch noch Sonnenbrille, Erste-Hilfe-Set, Snacks und Getränke für zwischendurch oder einen dünnen Regenschutz einpacken will, kommt um eine weitere Tasche nicht herum. Manche Tankrucksäcke bauen zu hoch, ein Rucksack wird irgendwann zu schwer. In eine Hecktasche fürs Motorrad passen die meisten Dinge problemlos hinein und stören nicht - zumindest, wenn man solo auf der Maschine unterwegs ist.

Grundsätzlich ist eine Hecktasche fürs Motorrad ähnlich einem Tankrucksack. Sie lässt sich in der Regel auf dem Sozius-Sitz oder Gepäckträger des Motorrads anbringen und sorgt damit für Stauraum auf dem Bike. Je nach Modell sichern zwei bis drei Gurte die Tasche auf der Sitzbank des Motorrads oder an der Sissybar bei Choppern.

Eine Motorrad-Hecktasche ist vor allem für Sportmotorräder oder Enduros geeignet, bei denen ein Tankrucksack zu hoch baut und damit zu unpraktisch für eine entspannte Fahrt ist. Auch für Maschinen, bei denen keine Satteltaschen oder Koffer Platz finden, bietet sich eine Hecktasche an. Je nach Größe, Material und Bauform lehnt sich eine Hecktasche an ein Topcase an. Die meisten Taschen passen universell auf die gängigen Maschinen.

Was Sie vor dem Kauf beachten sollten

Was und wie viel man mitnimmt, bestimmt letztlich darüber, welches Gepäcksystem am besten für die eigenen Ansprüche geeignet ist. Natürlich gibt es die Minimalisten, die mit extrem wenig Gepäck auch eine Wochentour locker fahren, aber sie bilden eher die Ausnahme. Denn der Mensch verhält sich, wenn es ums Packen seiner Urlaubssachen geht, meist wie Gas: Er nimmt jeden zur Verfügung stehenden Raum maximal ein. Hier hilft vor allem eine genaue Planung. Die fängt am eigenen Motorrad und den vorhandenen oder fehlenden Befestigungsmöglichkeiten an.

Gibt es Möglichkeiten, eine Hecktasche oder Gepäckrolle zu verzurren oder bleibt am Ende doch nur der Rucksack, weil die Optik des Bikes wichtiger war als ein Rest an Funktionalität? Abhängig von den Befestigungsmöglichkeiten und der Dauer der Tour bieten Rucksäcke eine einfache und schnelle Alternative, wenn auch mit Einschränkungen. Zwar können sie schnell auf den Rücken geschnallt werden, doch meist bieten sie nicht ausreichend Volumen, um das Gepäck für eine Woche unterzubringen.

Etwas entspannter geht es mit Gepäckrollen zu, der modernen Variante des Seesacks, die sich bequem auf die Soziusbank, den Heckfender oder den Gepäckträger schnallen lassen. Hochkant geht das auch prima für die Sissybar. Zudem bieten die Rollen meist mehr als ausreichend Platz, um Klamotten, Schuhe und was auch immer unterzubringen. Die einfache Bauweise und der Rollverschluss machen sie zu einem beliebten Gepäcksystem, das nur einen Nachteil hat. Wer dagegen Komfort liebt, zielgenau packen kann, Wert auf Ausstattung und Optik legt und nicht auf den Preis schaut, sollte sich Hecktaschen mit fester Struktur genauer anschauen. Da bleiben meist keine Wünsche offen, gerade, wenn es um die Unterbringung kleinerer Gegenstände geht.

Material und Wetterschutz

Ein wichtiges Thema bei allen Gepäcksystemen ist der Wetterschutz. Gerade auf langen Touren ist Trockenheit logischerweise nicht garantiert, da kann es auch mal richtig nass werden. Es ist ärgerlich, wenn Wasser eindringt und sich die Klamotten vollsaugen. Während Gepäckrollen in der Regel aus wasserdichtem PVC geschnitten sind, kommen bei Rucksäcken oder Hecktaschen meist wasserdichte Inlays zum Einsatz. Dann wird die Hülle zwar nass, aber wenigstens bleibt der Inhalt trocken. Unkomfortabel ist der Einsatz von Regenhüllen. Zwar ist damit der Wetterschutz gewährleistet, doch sollte man sich schon vor Fahrtantritt entscheiden, die Hülle überzuziehen. Im Wolkenbruch bleibt dafür oft keine Zeit mehr.

  • Leder oder Kunstleder: Robust, aber oft nicht wasserabweisend.
  • PU-Leder: Robust und wasserabweisend.
  • Polyester: Wasserabweisend und leicht zu reinigen.
  • Textilien: Rissfest und oft waschbar.

Befestigung der Hecktasche

Hecktaschen lassen sich am einfachsten mit Spanngurten oder Spanngummis mit dem Sitz oder dem Heckträger verbinden. Bei den meisten Hecktaschen gehören die Verbindungsgurte zur Ausstattung dazu, manche kombinieren diese mit Schnellverschlüssen. Bei einigen Taschen wie der QBag Hecktasche benötigen Motorradfahrer:innen jedoch separate Spanngurte.

Bei den allermeisten Maschinen lässt sich eine Hecktasche befestigen. Dafür ist lediglich eine ausreichend lange Sitzbank, ein zweiter Sitz oder Gepäckträger nötig. Schwierig wird es bei Maschinen mit nur einem Sitz. Eine schwere Satteltasche gehört nicht auf ein Schutzblech oder den Kotflügel.

Erfreulich auch, dass bei fast allen Herstellern Befestigungsgurte im Lieferumfang enthalten sind. Die funktionierten im Test mal richtig gut, aber auch mal weniger gut. Eigene Zurrgurte sind auf jeden Fall zu empfehlen, denn es gibt nichts Schlimmeres als wackelndes Gepäck. Auch hier gab sich kein Testkandidat eine Blöße. Lediglich beim PVC entfaltete die billigste Gepäckrolle beim Auspacken starke, nach Chemie riechende Ausdünstungen, die aber recht schnell verflogen. Bei den anderen Produkten war dergleichen nicht wahrnehmbar.

Wichtig: Die Gepäcklösung immer am eigenen Motorrad testen! Die praktischen Schlaufengurte bringen nichts, wenn es keine Möglichkeit zum Einhängen gibt, und auch vorgefertigte Haken können an zu dicken Rahmenrohren nicht angebracht werden. Noch ärgerlicher sind Kratzer durch vibrierende Schnallen, da lohnt sich eine Lackschutzfolie wie bei SW-Motech und Hepco & Becker mitgeliefert. Am besten aber: Ausprobieren!

Packen für die Tour

Beim Packen haben wir ein kleines Sortiment zusammengestellt, das für eine Woche reichen sollte. Unsere Fracht haben wir dann versucht, vollständig in den jeweiligen Gepäckstücken unterzubringen, was überraschenderweise meist gelang. Natürlich waren die Behälter mit einem Volumen unter vierzig Litern eingeschränkt. Hier heißt es Verzicht zu üben, die Auswahl der Klamotten zu ändern oder die Tour kurz zu halten. Damit sind wir wieder bei der Planung, welches Gepäcksystem sich am besten eignet und wie viel Gepäck man am Ende tatsächlich braucht. Bei Fernreisen bleibt einem sowieso nichts anderes übrig, als zwischendrin mal zu waschen. Alternativ kann man es auch so machen, wie es unser Tester vorgeschlagen hat: die Schmutzwäsche einpacken, nach Hause schicken und sich vor Ort mit neuer Wäsche eindecken.

Motorrad-Hecktaschen im Überblick

Hier ein Überblick über einige beliebte Motorrad-Hecktaschen:

  • Held Iconic Evo Hecktasche: In zwei Größen (M und L) erhältlich, mit Organizerfächern, Netz-Innentasche, Tragegriff, Spanngurten und Regenhaube.
  • Held Vivione Hecktasche: Wasserdichter Stauraum, Rundum-Reißverschluss zur Volumenerweiterung, Tragegriff, Reflex-Einsätze und Tragegurt.
  • Kriega US-20 Drypack: Vielseitig einsetzbar als Hecktasche, Tankrucksack, Seitentasche oder Tragetasche, 20 l Fassungsvermögen.
  • Kriega US-10 Drypack: Kleinere Variante mit 10 l Stauraum, ähnliche Vorteile wie der US-20 Drypack.
  • Rhinowalk Motorrad-Sitztasche: Bis zu 60 l Volumen, ideal für längere Touren.
  • QBag Hecktasche: 60 l Volumen, wasser- und staubdicht, Rollverschluss für einfaches Beladen.

Sportliche Motorrad-Hecktaschen im Test

Für den Praxisteil des Motorrad-Hecktaschen-Tests haben wir die Testkandidaten mit Honda CBR 1000 RR Fireblade, Triumph Street Triple RS, Triumph Thruxton R und BMW G 310 R auf völlig unterschiedliche Bikes gesattelt, unsere Erfahrungen mit den verschiedensten Befestigungsszenarien schlagen sich in den Punkten nieder.

Unterschiede gibt es nicht nur in der Anzahl und Länge der Gurte, sondern auch in deren Verschlusssystem. Hinzu kommt die Form der Hecktasche selbst: Manch eine schmiegt sich mit ihrer Trapezform dem Heckpolster an (Givi, Held, Oxford), andere Taschen setzen auf eine längliche, nach hinten abfallende Form und unterstreichen damit die Dynamik des Motorrads (Kappa, SW-Motech, Vanucci). Eine dritte Gruppe baut lieber breit (Qbag) oder setzt von vornherein auf schieres Volumen (Bagster, Hepco & Becker). Welche Form und damit welche Hecktasche zu deinem Motorrad passt, musst du entscheiden. Beachten solltest du die Vorgaben des Herstellers zu erlaubter Höchstgeschwindigkeit (meist 130 km/h) und maximaler Zuladung (meist vier oder fünf Kilogramm)!

Testergebnisse im Überblick

Hier eine Übersicht der Testergebnisse einiger sportlicher Hecktaschen:

Platz Produkt Volumen Preis (ca.) Fazit
1 Givi XStream XS313 12 + 8 Liter 67,46 € Sportlich, stabil, gute Sichtbarkeit, einfache Befestigung.
2 SW-Motech Slipstream 13 Liter 89,95 € Aerodynamisch, stabil, verschiedene Befestigungsarten, als Rucksack tragbar.
2 Vanucci VS05 Sportivo 20 Liter 129,99 € Schnell abnehmbar, gut verstaubare Gurte, praktische Extras.
3 Qbag Hecktasche 05 22 + 8 Liter 69,99 € Viel Stauraum, seitlich erweiterbar, tadellose Befestigung.
4 Kappa RA300 15 Liter 48,01 € Geräumiges Hauptfach, praktische Zusatzfächer, rutschfeste Unterseite.
4 Held Iconic Evo (M) 12 + 9 Liter 49,40 € Simple Montage, extrem guter Halt, flexible Gummischnüre.
5 Hepco & Becker Royster Rearbag 27 + 5 Liter 194,73 € Enorm viel Stauraum, stabile Außenwände, einfache Befestigung.
6 Oxford F1 Tail Pack 18 Liter 52,46 € Simpel, guter Nässeschutz, sichere Befestigung.
7 Bagster Modulo Tail XSS040 20 + 7 Liter 99,99 € Großes Volumen, erweiterbar, viele Befestigungsmöglichkeiten.

Hinweis: Die Preise können variieren.

Alternativen zur Hecktasche

Neben Hecktaschen gibt es auch andere Gepäcklösungen für Motorräder:

  • Tankrucksäcke: Werden am Tank befestigt, ideal für kleinere Gegenstände.
  • Topcases: Kofferähnliche Gepäckstücke, die auf dem Gepäckträger montiert werden.
  • Satteltaschen: Werden seitlich am Motorrad befestigt, bieten viel Stauraum.
  • Gepäckrollen: Ähneln Reisetaschen, werden mit Spanngurten befestigt.

Die Wahl des richtigen Gepäcksystems hängt von den individuellen Bedürfnissen und dem Motorradtyp ab.

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