Ein Motorradhelm ist mehr als nur ein Zubehörteil; er ist ein Lebensretter, der bei einem Unfall Kopf und Gehirn vor schweren oder tödlichen Verletzungen schützen kann. Der ideale Helm bietet aber nicht nur Sicherheit, sondern erfüllt auch alle anderen Aspekte, die Motorradfahrerinnen und -fahrern wichtig sind. Doch welcher Helm kann in allen Kategorien überzeugen?
Klapphelme im Fokus
Klapphelme sind die Universal-Talente unter den Motorradhelmen: Jethelm-Komfort beim Auf- und Absetzen sowie in der Zigarettenpause oder beim Tanken, Integralhelm-Schutz während der Fahrt - das klappt. Vor allem Brillenträgerinnen- und träger schätzen Klapphelme, weil sie ihre Sehhilfe nicht immer umständlich ab- und aufsetzen müssen. Kleine Nachteile von Motorrad-Klapphelmen sind das etwas höhere Gewicht, tendenziell höhere Windgeräusche und der meist höhere Preis.
Test von "Motorrad": Zwölf aktuelle Klapphelme im Vergleich
Wie die neueste Generation der klappbaren Integralhelme abschneidet, hat die Zeitschrift "Motorrad" getestet (Heft 11/2024). Im Labor, auf dem Prüfstand und bei Fahrversuchen wurden zwölf Helme unterschiedlicher Preiskategorien in diesen Testkriterien untersucht:
- Passform und Tragekomfort
- Aerodynamik
- Akustik
- Belüftung
- Handhabung
- Ausstattung und Verarbeitung
- Gewicht
- Schlagdämpfung und Rotation
Testergebnisse im Überblick
Fünf Klapphelme schneiden im Motorrad-Gesamturteil jeweils mit gut oder sehr gut ab. Zwei Modelle erhalten nur die Note befriedigend. Schlusslicht im Test ist der Harley-Davidson Evo X17 Sunshield Modular, der vor allem beim Gewicht und bei der Akustik Federn - oder besser Punkte - lassen musste. In Sachen Schlagdämpfung bieten jedoch auch die beiden letztplatzierten Helme noch ordentlichen bis sehr guten Schutz.
Zum Sieger kürten die Tester den Klapphelm C5 von Schuberth. Der C5 überzeugte vor allem durch sehr gute Brillentauglichkeit, gute Passform und sehr komfortable und einfache Bedienung.
Den Beweis, dass ausreichender Schutz nicht teuer sein muss, lieferte unter anderem der MTR K-4 Evo.
Detaillierte Ergebnisse des Motorradhelm Tests
Hier ist eine Übersicht der getesteten Modelle mit Preis und Urteil:
| Modell | Preis in Euro | Urteil Motorrad |
|---|---|---|
| Schuberth C5 | ab 699,00 | Sehr gut |
| Shoei Neotec 3 | ab 669,00 | Sehr gut |
| Nolan N100-6 | ab 399,99 | Sehr gut |
| LS2 FF901 Advant X Carbon | ab 469,00 | Sehr gut |
| HJC RPHA 91 Carbon | 699,90 | Sehr gut |
| BMW System 7 Carbon Evo | ab 710,00 | Gut |
| AGV Tourmodular | ab 549,95 | Gut |
| Germot GM 970 | 159,90 | Gut |
| Airoh Specktre | ab 259,99 | Gut |
| MTR K-4 Evo | ab 99,99 | Gut |
| Rocc 810 | ab 189,95 | Befriedigend |
| Harley-D. Evo X17 Sunshield Modular | 383,00 | Befriedigend |
Wichtige Hinweise zur ECE-Norm
Die alte Prüfnorm ECE-R 22.05 wurde ersetzt, und seit Juni 2022 werden nur noch 06er-Genehmigungen erteilt. Diese enthalten auch die P/J-Norm, die für eine Freigabe des Helms als Integral- und auch als Jethelm steht, also für das "legale" Fahren mit geöffnetem Kinnteil.
Zu finden sind die Genehmigungen und die Norm, nach der sie erteilt wurden, auf dem meist am Kinnriemen angebrachten Prüfnorm-Label nebst zugehöriger Prüfnummer. Beginnt die Nummer mit 05, handelt es sich um einen nach alter Norm geprüften Helm. Fängt sie mit den Ziffern 06 an, bedeutet das "neue und aktuelle Norm". Eine wesentliche Verbesserung für die Durchführung von Helmtests ist der deutlich größere Helmschalenbereich, in dem nun geprüft werden darf. Eine gezielte Versteifung von Konstruktionspunkten bei Motorradhelmen analog zu klar definierten Prüfpunkten ist somit praktisch unmöglich geworden. Salopp ausgedrückt müssen Motorradhelme nun "überall" sicher sein und eine der Norm entsprechende Schlagfestigkeit aufweisen.
Wichtiger Hinweis für die Pflichtkennzeichnung von ECE-Motorradhelmen: Auf dem Prüflabel muss nicht "ECE" oder "ECE-R 22" stehen.
Helmpflicht und ihre Hintergründe
Selbst auf dem Mofa muss man seit 1985 einen Helm tragen. Und seit August 1980 wird eine Zuwiderhandlung zudem mit Verwarnungsgeld geahndet.
Weil aber in der Anfangszeit der Helmpflicht einige Motorradfahrerinnen und -fahrer sehr kreative Ideen zeigten, was denn ein Helm sei, reagierte der Gesetzgeber: Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen.
Damit ist also das Benutzen von Arbeits-, Feuerwehr- oder Militärhelmen ohne ausreichende Schutzwirkung untersagt. Wer mit solchen "Schüsseln" erwischt wird, muss nicht nur mit Bußgeld rechnen: Versicherungen können nach einem Unfall sogar Leistungen verringern, selbst wenn der Motorradfahrer bzw. die Motorradfahrerin den Unfall nicht verursacht hat.
Nach Unfall: Motorradhelm richtig abnehmen
Für viele ist es eine unangenehme Situation: Als Erster am Unfallort zu sein und möglicherweise einen schwerverletzten Motorradfahrer vorzufinden. Mit Klapphelmen ist die Erstversorgung oft leichter, weil man nur die Klappe öffnen muss.
Wie testet MOTORRAD Klapphelme?
5 Exemplare eines jeden Helmmodells traten zum Test an: zwei in Größe M, je eines in Größe S, L und XL. Die M-Exemplare wurden unter verschärften Bedingungen auf dem Schlagdämpfungs- und Rotations-Prüfstand des TÜV Rheinland in Köln geopfert.
Die XL-Testmuster verschlug es für Fahrversuche gen Norden. Konkret: forciertes Landstraßen- und Autobahntempo auf der geschwindigkeitsmäßig weitgehend unlimitierten A 23 zwischen Itzehoe (Steinburg) und Heide (Dithmarschen) und parallel verlaufenden Landstraßen. Als Untersatz diente dabei eine Kawasaki Versys 1000 SE (Windschild in unterster Position, Helm direkt angeströmt), die auf der Autobahn in der Spitze bis 200 km/h, meist aber mit 160 bis 180 km/h bewegt wurde.
Gemächlicher ging es bei den "Jethelm-Tests", also mit geöffneten Klapphelmen zu, und zwar auf einer unverschalten BMW R nineT Scrambler, die mit maximal 80 km/h auf kleinen Landstraßen und noch langsamer bei Ortsdurchfahrten erfolgten.
Abschluss des Praxis-Testprogramms war der Test in der Stuttgarter MOTORRAD-Redaktion, bei dem Handhabung, Passform und Verarbeitungsqualität bewertet wurden. Dabei entstanden auch die total subjektiven, natürlich nicht in die Testergebnisse eingehenden Hitlisten der Redakteure (siehe Bildergalerie oben), die beweisen, dass der Helm am besten ist, der einem am besten passt und gefällt.
Klapphelm-Test im Windkanal
Nächste Station der Test-Tour: Magdeburg und die Firma Schuberth. Dort ging es mit den L-Testhelmen ins hauseigene "Air & Acoustic Lab", einen (Akustik-)Windkanal, und anschließend in den Klima-Prüfstand, in dem unter anderem heftigste Regengüsse simuliert werden können.
Schuberth ist als Helmhersteller zwar Markt- und Testteilnehmer, doch spätestens seit dem letzten MOTORRAD-Klapphelmtest (Ausgabe 9/2022) über jeden Manipulations-Zweifel erhaben. Denn seinerzeit schwächelte ausgerechnet das eigene Produkt ein wenig beim Nässetest auf dem hauseigenen Prüfstand. Abgesehen davon ist das Schuberth-Test-Know-how und -Equipment markenübergreifend anerkannt und wurde auch schon bei anderen Helmtests (u.a. vom ADAC) beanstandungsfrei genutzt.
Sind die Klapphelme wasserdicht?
Soundfiles und Fotografien dokumentieren neben der Computer-Auswertung die Arbeit im Windkanal, bei der in 4 verschiedenen Sitzpositionen (Touring, Sport, Supersport, Cruising) für je 10 Sekunden bei 100 km/h Windgeschwindigkeit, die am Fahrerohr ankommende Lautstärke gemessen wurde.
Die Ergebnisse decken sich weitgehend mit den Eindrücken aus den MOTORRAD-Fahrtests. Bei der Dichtigkeitsprüfung im Klima-Prüfstand ging es darum, 3 Minuten bei einer Windgeschwindigkeit von 80 km/h und sehr viel Wasser (etwas über zwei Liter pro Minute) ohne Wassereinbruch zu überstehen.
Chefingenieur Sven Bartels und Akustik- und Aerodynamik-Entwicklungsingenieur Sebastian Reitebuch (beide Schuberth-Urgesteine und beide Jahrgang 1971) vermeldeten danach 11 Mal Trockenheit und nur eine Undichtigkeit.
Klapphelme härter getestet als ECE 22.06
14 Jahre lang testeten MOTORRAD und der TÜV Rheinland härter als es die ECE-R 22.05 vorsah. Nun gilt die verschärfte Helmnorm ECE-R 22.06. Was machen MOTORRAD und der TÜV? Verschärfen natürlich auch.
Die Schlagdämpfungsprüfung auf dem Prüfstand des TÜV Rheinland in Köln war immer zentraler Bestandteil der MOTORRAD-Helmtest-Laborversuche. Und im Unterschied zur ECE-Prüfung fielen die Helme seit 14 Jahren immer auf einen echten Leitplankenträger ("Sigmapfosten") und nicht auf einen Kantenamboss. Daran hat sich nichts geändert.
Der Aufprall auf die linke und rechte Seite erfolgt auch weiterhin sowohl bei Low- als auch bei Highspeed, nun aber mit niedrigeren bzw. höheren Werten: 5,0 bzw. 8,2 m/s (zuvor 5,5 bzw. 7,5 m/s).
Nach alter und auch neuer ECE-Norm war und ist beim Aufprall ein maximaler Beschleunigungswert von 275 g zulässig. Der mit Sensoren bestückte Prüfkopf leitet den g-Wert an einen Computer, der daraus unter Zuhilfenahme anderer Parameter (Dauer der Krafteinwirkung) den HIC-Wert berechnet. Das "Head Injury Criterion" erlaubt Aussagen über mögliche Hirn-/Schädel-Verletzungen. Die alte Norm erlaubte einen maximalen HIC-Wert von 2400, die neue einen HIC-Wert von 2880 (bei 8,2 statt 7,5 m/s) - abstrakte Zahlen jenseits von Gut und Böse. Die MOTORRAD-Expertencrew bleibt dabei: HIC 1000 sollte machbar sein.
Neu im Helmtest: die Rotationsprüfung
Neu im Testprogramm: Die Rotationsprüfung mit 8,0 m/s. Auch hier weicht der MOTORRAD-Helmtest vom ECE-Prozedere ab, da nach einschlägigen Studien 30 Grad Aufschlagwinkel in der Praxis realistischer sind als die 45 Grad der ECE-Prüfung. Der ECE-Grenzwert für die Winkelbeschleunigung beträgt 10.400 rad/s², für das analog zum HIC-Wert ermittelte "Brain Injury Criterion" (BrIC) sind es 0,78.
Ersthelfer-Tauglichkeit
Klare Ansage: Der Helm muss nach einem Unfall runter. Immer! Allein schon deshalb, um zu verhindern, dass der womöglich Bewusstlose an Erbrochenem erstickt. Doch schon vor der möglichst zu zweit durchzuführenden Helmabnahme stehen 3 Handgriffe an, um es dem Verunglückten etwas leichter zu machen: Visier öffnen, Kinnteil öffnen (vorausgesetzt, der Helm wird als Klapphelm erkannt oder der Verunglückte macht darauf aufmerksam), Kinnriemen öffnen.
Drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Eddelak in Dithmarschen/Schleswig-Holstein probierten, wie leicht das bei den Testkandidaten fällt. Das Öffnen der Visiere bereitete keinem der Gasttester Schwierigkeiten. Bei den beiden anderen Handgriffen gab es aber durchaus Kritik.
Die Anmerkungen der Feuerwehrmänner:
- AGV: Kinnteilhebel (KTH) gut zu erkennen, Bewegungsrichtung (Ziehen) aber nicht selbsterklärend; Kinnriemen (KR) sehr einfach zu öffnen.
- Airoh: KTH für Laien nicht und auch für Profis nur schwer zu finden, hinter schwarzem Windabweiser versteckt; KR einfach zu öffnen.
- BMW: Alles klar zu erkennen und gut zu bedienen, KTH dürfte aber noch etwas größer sein.
- Germot: KTH hinter Windabweiser etwas versteckt, aber auch mit dem (roten!) Stoff davor relativ gut zu bedienen; KR sehr einfach zu öffnen.
- Harley-Davidson: Alles gut zu erkennen, KTH sehr leichtgängig; Doppel-D-KR für Laien ggf. etwas komplizierter zu öffnen als Ratsche.
- HJC: Einseitige Visier-Öffnungslasche ggf. versteckt, wenn Unfallopfer auf der "falschen" Seite liegt; KTH gut zu erkennen, Griffmulde aber etwas klein.
- LS2: KTH nicht zu erkennen, da nicht rot markiert und sehr klein - kann leicht mit dem deutlich größeren Belüftungsschieber verwechselt werden; KR-Öffnen einfach.
- MTR: Alles klar erkennbar und selbsterklärend, Öffnung des KTH aber etwas klein; KR sehr einfach zu öffnen.
- Nolan: KTH (Doppelhebel) nicht selbsterklärend und auch für Profis nicht auf Anhieb zu bedienen; KR-Hebel nur fummelig zu bedienen.
- Rocc: KTH erfordert viel Kraft; KR einfach zu öffnen.
- Schuberth: KTH auch von vorn gut zu erkennen, alles perfekt.
- Shoei: KTH auch von vorn zu erkennen, alles perfekt.
Die Favoriten der Retter: Schuberth und Shoei. Auch bei den Verlierern sind sich alle einig: Nolan und Airoh.
Zusatz-Test: Helmabnahme im geschlossenen Zustand: Bei Airoh, Germot, Harley-D., HJC, LS2, MTR, Nolan, Rocc und Shoei möglich; bei AGV, BMW und Schuberth eher nicht.
Einzelvorstellungen ausgewählter Helme
Testsieger: Schuberth C5
Sehr gute Brillentauglichkeit; großes Sichtfeld; knackige, klar definierte Passform; sehr wirksame, sehr einfach zu bedienende Belüftung; sehr gute Sonnenblenden-Bedienung; gute Schlagdämpfungswerte; hervorragende Aerodynamik; sehr niedriges Geräuschniveau; gute Verarbeitungsqualität (Ausnahme: minimaler Wassereinbruch); sehr einfacher Visierwechsel.
Fazit: Ein klarer Fortschritt im Vergleich zum C4 - noch leiser und mit deutlich verbesserten Schlagdämpfungswerten. Die Größen-Range entspricht wieder gewohntem Schuberth-Niveau. Und wer seinen alten C3 (Pro) mochte, wird den C5 lieben.
MOTORRAD-Urteil: sehr gut
Kauftipp: HJC i90
Gute Brillentauglichkeit; wirksame, einfach zu bedienende Belüftung; gute Sonnenblenden-Bedienung; gute Schlagdämpfungswerte, gute Verarbeitungsqualität; sehr einfacher Visierwechsel; noch relativ niedriges Gewicht; Preis.
Fazit: Im i90 geht es eher laut zu, aber dagegen lässt sich ja durchaus etwas machen. Wenn er passt, ist der HJC ein rundherum "ehrlicher" Helm, bei dem das Preis-/Leistungsverhältnis absolut stimmt und der sich den "Kauftipp" redlich verdient.
MOTORRAD-Urteil: gut
BMW System 7 Evo Carbon
Gute Brillentauglichkeit; sehr großes Sichtfeld; wirksame, einfach zu bedienende Belüftung; sehr gute Sonnenblenden-Bedienung; aerodynamisch völlig unauffällig; sehr gute Schlagdämpfungswerte, gute bis sehr gute Verarbeitungsqualität; einfacher Visierwechsel; Gewicht.
Fazit: Ein vergleichsweise leichter, sehr gut ausgestatteter Helm mit hervorragenden Schlagdämpfungswerten. Aber ggf. auch gewöhnungsbedürftig (Passform, Kinnteil) und teuer. Der Fortschritt im Vergleich zum Vorgängermodell? Ausprobieren!
MOTORRAD-Urteil: sehr gut
Shoei Neotec 2
Gute Brillentauglichkeit; knackige, klar definierte Passform, sehr komfortabel; wirksame, einfach zu bedienende Belüftung; gute Sonnenblenden-Bedienung; hervorragende Aerodynamik; relativ niedriges Geräuschniveau; sehr gute Verarbeitungsqualität; einfacher Visierwechsel.
Fazit: Bessere Schlagdämpfungswerte und etwas weniger Masse - der Neotec 2 hätte dem Schuberth C5 in Sachen Testsieg echt gefährlich werden können. Aber auch so ist der top verarbeitete Japaner ein super Helm mit herausragender Passform.
MOTORRAD-Urteil: sehr gut
Nolan N100-5 Plus
Gute Brillentauglichkeit; großes Sichtfeld; knackige, klar definierte Passform; wirksame, einfach zu bedienende Belüftung; gute Sonnenblenden-Bedienung mit Rastung; aerodynamisch unauffällig; relativ niedriges Geräuschniveau; gute Verarbeitungsqualität (Ausnahme: leichter Wassereinbruch); sehr einfacher Visierwechsel; sehr gute Bedienungsanleitung; Preis.
Fazit: Der im preislichen Mittelfeld angesiedelte Nolan erlaubt sich keine echten Schwächen, Passform und Komfort fallen unter "Turnschuh-Wohlfühl-Atmosphäre". Der leichte Wassereinbruch fällt sehr wahrscheinlich unter "bedauerlicher Einzelfall".
MOTORRAD-Urteil: gut
Weitere Helmtypen im Überblick
Neben Klapphelmen gibt es eine Vielzahl anderer Helmtypen, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben:
- Integralhelme: Bieten den höchsten Schutz, sind aber weniger komfortabel bei kurzen Stopps.
- Jethelme: Bieten ein luftiges Fahrgefühl, schützen aber Gesicht und Kinn weniger gut.
- Cross- und Endurohelme: Sind leicht und gut belüftet, aber oft ohne Visier.
- (Braincap-)Halbschalenhelme: Bieten kaum Schutz und sind daher nicht empfehlenswert.
Ausstattung und Sicherheitsmerkmale
Die ECE-Norm 22.05 ist gesetzlich keine Pflicht für einen geeigneten Motorradhelm. Wenn dieses Prüfzeichen jedoch vorhanden ist, können Sie sich sicher sein, dass der Helm Tests durchlaufen hat und dass bei einer Verkehrskontrolle kein Bußgeld anfällt.
Motorradhelme können aus verschiedenen Materialien bestehen und unterscheiden sich stark in der Ausstattung. Rein äußerlich zeigen Helme schon allein bei Farbe und Dekor große Differenzen. Hier gilt die Faustregel: Je aufwendiger ein Helm äußerlich gestaltet ist, umso teurer ist er auch. Meist trifft dies auch auf die Ausstattung zu.
Gewicht, Interieur und Belüftung
Das Helmgewicht spielt eine ganz entscheidende Rolle für den Tragekomfort, nur ein leichter Helm schont Hals- und Nackenmuskulatur. Doch was wäre ein leichter Helm? Ein Integralhelm mit einem Gewicht von etwa 1.500 Gramm ist guter Durchschnitt, spezielle Kopfschützer für den sportlichen Einsatz sind teils leichter als 1.000 Gramm. Klapphelme sind meist schwerer.
Die Polsterung nimmt Einfluss auf die Passform und damit wiederum auf die Sicherheit. Viele Helme werden heute mit zu Reinigungszwecken herausnehmbaren Wangenpolstern gefertigt, vielfach dient die Innenausstattung als effektives System für Kühlung und zum Feuchtigkeitsabtransport - sehr häufig in Verbindung mit in die Helmschale eingelassenen Lufthutzen.
Größen und Passform
Motorradhelme gibt es allgemein in vielen verschiedenen Größen, die wie Kleider-Konfektionsgrößen angegeben werden (XS, S, M, L, XL) oder sich nach dem Kopfumfang in Zentimetern richten.
Die Passform ist ein wichtiger Aspekt der Sicherheit: Der Helm darf weder zu fest noch zu locker auf dem Kopf sitzen und sich nicht mit den Händen abziehen lassen - sogenannte Abstreifsicherheit. Der Kinnriemen sollte nicht auf dem Kehlkopf aufliegen, das Kinnriemenschloss nicht am Unterkieferknochen drücken.
Retro-Jethelme im Test
Retro-Bikes und Retro-Roller-Trend geben den Jethelmen neuen Auftrieb. MOTORRAD testet 10 aktuelle Modelle auf dem TÜV-Prüfstand.
Die Gewinner
- Der Jethelm-Testsieger BMW Bowler ist toll gemacht und vor allem klein und schlank.
- Unser Kauftipp, der Redbike RB-756 Titanium, ist der bequemste und kuscheligste Testkandidat.
Argumente für den Jethelm
Es gibt in Sachen "passive Sicherheit" keine zwei Meinungen, was im Zweifelsfall die bessere Wahl ist: natürlich der gut sitzende Integralhelm. Nur dann gibt es da ja auch noch die "aktive Sicherheit", die immer dann eine Rolle spielt, wenn es noch nicht zum Unfall gekommen ist. Die sogar maßgeblich dazu beitragen kann, dass es erst gar nicht zum Crash kommt. Und da können Jethelme durchaus punkten. Nämlich dann, wenn ihr Träger durch ein größeres Sichtfeld den Verkehr besser wahrnimmt, durch bessere Belüftung munterer bleibt, deutlicher hört und ein direkteres Gefühl für die gefahrene Geschwindigkeit hat.
Testsieger: BMW Bowler
Innen und außen bis ins Detail hervorragend verarbeitet - was man bei dem Preis wohl auch durchaus verlangen darf.
MOTORRAD-Urteil: gut
Kauftipp: Redbike RB-756 Titanium
Bequemer und kuscheliger als der Redbike ist kein anderer Testteilnehmer. Ausstattung und Preis stimmen ebenfalls.
Weitere getestete Retro-Jethelme
- Bell Custom 500
- Bogotto V541 Scacco
- Craft Jethelm 1.0 3C
- Harley-Davidson Retro Tank Stripe ¾ Helmet
- Nexx X.G10 Purist
- Nishua Jet 2
- Premier Vintage Classic
- Sena Savage
Die Helme auf dem TÜV-Prüfstand
Die erfolgreich absolvierte Prüfung nach der Helmtest-Norm ECE-R 22.05 ist Grundvoraussetzung dafür, um überhaupt beim MOTORRAD-Helmtest dabei zu sein. Allerdings hält die Redaktion das profane Nachmessen der ECE-Schlagdämpfungswerte für überflüssig.
Leise Motorradhelme
Motorradfahren könnte so schön sein mit einem leisen Motorradhelm. Vor allem bei Geschwindigkeiten ab 150 km/h kann ein lauter Helm das Fahrerlebnis durch Lärm und Windgeräusche trüben. Vor allem Motorradfahrer, die regelmäßig lange Strecken fahren, suchen sich einen leisen Helm, der das kontinuierliche Rauschen dämmt.
Bekannt ist, dass vor allem Crosshelme eher laut sind und auch ein Windschild für hohe Lautstärken sorgt. Integralhelme gelten als besonders leise, auch wenn sie die Windgeräusche nicht vollständig unterdrücken können.
Im Straßentest schneiden Klapphelme in puncto Lärmdämmung besonders gut ab. Insbesondere der Schuberth C4 Pro ist der Spritzenreiter unter den leisen Klapphelmen. Er ist sogar mit einem Akustikpolster ausgestattet.
Tricks für einen leiseren Helm
In der Community gibt es verschiedene Tricks, um einen bereits gekauften Helm leiser zu machen. Ein bewährter Kniff von Motorradfahrern ist beispielsweise, den Lärm im Abströmbereich zu reduzieren, der sich häufig im Genick bildet. Hier hilft es, einen Schal oder einen Pulli mit Kragen zu tragen, oder eine höher schließende Jacke.
Empfehlungen für leise Helme
Die größte Geräuscharmut erwartet euch bei Shark Helmen wie dem Shark Spartan, beim Schuberth C4 Pro, dem RPHA 70 von HJC, dem Schubert E1 und dem SCORPION EXO-R1 AIR.
Integralhelme bis 200 Euro
In der Kategorie der Integralhelme bis 200 Euro ist der Icon Airflite der Exot des Trios und macht viele Dinge anders als seine Konkurrenten. Es beginnt bei der auffälligen Optik: Das Visier, welches bis zur vorderen Unterkante des Helms reicht, erschafft einen Integralhelm mit großem Sichtfeld.
Scorpion EXO-520 Evo Air
Das Ausstattungswunder des Tests hört auf den Namen Scorpion EXO-520 Evo Air. Der Integralhelm mit CE-Zertifizierung punktet mit Sonnenblende, mitgeliefertem Pinlock MaxVision, Vorbereitung für ein Bluetooth-System und anpassbaren Wangenpolstern. Der Scorpion EXO-520 Evo Air ist der beste Integralhelm mit Bluetooth bis 200 Euro und überzeugt durch die Anpassbarkeit der Wangenpolster mittels Airfit-System.
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