Motorradhelm Test für Brillenträger: Sicherheit und Komfort im Fokus

Ein Motorradhelm ist kein Zubehör, das man mal eben im Vorbeigehen kauft, sondern ein Lebensretter, der bei einem Unfall Kopf und Gehirn vor schweren oder tödlichen Verletzungen schützen kann. Der ideale Helm bietet aber nicht nur Sicherheit, sondern erfüllt auch alle anderen Aspekte, die Motorradfahrerinnen und -fahrern wichtig sind.

Brillenträger haben während der Fahrt mit der eigenen Maschine oft mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Wer auf seine Brille angewiesen stark angewiesen, weiß, wie problematisch ein Verrutschen der Sehhilfe sein kann. Weist das Visier des Helms Kratzer auf oder sitzt die Passform nicht optimal, kann es zu Problemen beim Sehvermögen des Fahrers kommen. Aus den oben genannten Problemen wird sehr schnell klar, was Motorradhelme für Brillenträger leisten müssen. Sie sollten Lösungen präsentieren, um genau diese Schwierigkeiten zu umgehen.

Mittlerweile haben fast alle Helme einen Brillenkanal. Es ist jedoch individuell unterschiedlich, wie gut dieser mit deiner Brille harmoniert. Es gibt einige Helme, deren Brillenkanal bei mir nichts taugt, da die Brille damit nicht richtig sitzt.

Die Wahl des richtigen Helms für Brillenträger

Die Passform des Motoradhelms sollte so gestaltet sein, dass sich die Brille bequem aufsetzen lässt. Dazu bedarf es einer weichen Polsterung innerhalb des Helms. Diese gibt in Reaktion auf die Brillenbügel leichter nach und verhindert so, dass sich Druckstellen, Schmerzen oder Beschädigungen an der Brille ergeben. Wichtig: Der Helm muss trotzdem dicht am Kopf anliegen. Um Luftverwirbelungen am Brillengestellt zu vermeiden, sollten Motoradfreunde mit Brille auf Helme mit besonders guter Abdichtung durch das Visier sorgen. Um Sichteinschränkungen zu vermeiden, empfehlen sich zudem kratzfeste Visiere.

Brillenträgern wird oft zum KLapphelm geraten, weil die wirklich praktisch sind und du die Brille beim auf- und absetzen nicht abnehmen musst. Vor allem Brillenträgerinnen- und träger schätzen Klapphelme, weil sie ihre Sehhilfe nicht immer umständlich ab- und aufsetzen müssen. Statt direkt den ersten Helm zu kaufen, solltest du schon einknappes Dutzend anprobieren, die engsten Kandidaten für länger.

Tipps für Brillenträger beim Helmkauf

  • Da du eh ein Fachgeschäft besuchen solltest, um dich eingehend beraten zu lassen, kannst du dort einfach mal alles durchprobieren.
  • Es kommt bei Helmen sehr stark auf die Passform an, die je nach Hersteller/Modell stark unterschiedlich ist.
  • Einfach verschiedene Helmarten austesten und den, der einem zusagt nehmen, ist auch eine Sache des eigenen Geschmacks.

Klapphelme im Test: Ergebnisse und Empfehlungen

Wie die neueste Generation der klappbaren Integralhelme abschneidet, hat die Zeitschrift "Motorrad" getestet (Heft 11/2024). Im Labor, auf dem Prüfstand und bei Fahrversuchen wurden zwölf Helme unterschiedlicher Preiskategorien in diesen Testkriterien untersucht:

  • Passform und Tragekomfort
  • Aerodynamik
  • Akustik
  • Belüftung
  • Handhabung
  • Ausstattung und Verarbeitung
  • Gewicht
  • Schlagdämpfung und Rotation

Testergebnisse im Überblick

Fünf Klapphelme schneiden im Motorrad-Gesamturteil jeweils mit gut oder sehr gut ab. Zwei Modelle erhalten nur die Note befriedigend. Schlusslicht im Test ist der Harley-Davidson Evo X17 Sunshield Modular, der vor allem beim Gewicht und bei der Akustik Federn - oder besser Punkte - lassen musste. In Sachen Schlagdämpfung bieten jedoch auch die beiden letztplatzierten Helme noch ordentlichen bis sehr guten Schutz.

Zum Sieger kürten die Tester den Klapphelm C5 von Schuberth. Der C5 überzeugte vor allem durch sehr gute Brillentauglichkeit, gute Passform und sehr komfortable und einfache Bedienung.

Den Beweis, dass ausreichender Schutz nicht teuer sein muss, lieferte unter anderem der MTR K-4 Evo.

Test Motorradhelme: Ergebnis im Überblick

Modell Preis in Euro Urteil Motorrad
Schuberth C5 ab 699,00 Sehr gut
Shoei Neotec 3 ab 669,00 Sehr gut
Nolan N100-6 ab 399,99 Sehr gut
LS2 FF901 Advant X Carbon ab 469,00 Sehr gut
HJC RPHA 91 Carbon 699,90 Sehr gut
BMW System 7 Carbon Evo ab 710,00 Gut
AGV Tourmodular ab 549,95 Gut
Germot GM 970 159,90 Gut
Airoh Specktre ab 259,99 Gut
MTR K-4 Evo ab 99,99 Gut
Rocc 810 ab 189,95 Befriedigend
Harley-D. Evo X17 Sunshield Modular 383,00 Befriedigend

Sicherheitsstandards und Normen

Die alte Prüfnorm ECE-R 22.05 wurde ersetzt, und seit Juni 2022 werden nur noch 06er-Genehmigungen erteilt. Diese enthalten auch die P/J-Norm, die für eine Freigabe des Helms als Integral- und auch als Jethelm steht, also für das "legale" Fahren mit geöffnetem Kinnteil.

Zu finden sind die Genehmigungen und die Norm, nach der sie erteilt wurden, auf dem meist am Kinnriemen angebrachten Prüfnorm-Label nebst zugehöriger Prüfnummer. Beginnt die Nummer mit 05, handelt es sich um einen nach alter Norm geprüften Helm. Fängt sie mit den Ziffern 06 an, bedeutet das "neue und aktuelle Norm".

Die Bedeutung der Helmpflicht

Selbst auf dem Mofa muss man seit 1985 einen Helm tragen. Und seit August 1980 wird eine Zuwiderhandlung zudem mit Verwarnungsgeld geahndet.

Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen.

Wer mit solchen "Schüsseln" erwischt wird, muss nicht nur mit Bußgeld rechnen: Versicherungen können nach einem Unfall sogar Leistungen verringern, selbst wenn der Motorradfahrer bzw. die Motorradfahrerin den Unfall nicht verursacht hat.

Weitere wichtige Aspekte

  • Pinlock-Visier: Damit das Visier des eigenen Helms während der Fahrt nicht beschlägt, können Fahrer ein ein Pinlock-Visier nutzen.
  • Lautstärke: Vor allem bei Geschwindigkeiten ab 150 km/h kann ein lauter Helm das Fahrerlebnis durch Lärm und Windgeräusche trüben.
  • Ersthelfer-Tauglichkeit: Der Helm muss nach einem Unfall runter. Immer!

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