Motorrad Klapphelm Test: Sicherheit, Komfort und Geräuschpegel im Fokus

Klapphelme erfreuen sich bei Motorradfahrern großer Beliebtheit, da sie die Vorteile von Integral- und Jethelmen vereinen. Sie bieten Schutz und Komfort, was sie besonders für Brillenträger und Tourenfahrer attraktiv macht. Doch welche Klapphelme sind wirklich empfehlenswert? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Tests und Erfahrungen.

Was ist ein Klapphelm?

Ein Klapphelm ist ein Motorradhelm, dessen Kinnteil hochgeklappt werden kann. Dies erleichtert das Auf- und Absetzen des Helms, insbesondere für Brillenträger. Zudem ermöglicht es eine bessere Belüftung bei Pausen, ohne den Helm komplett abnehmen zu müssen. Klapphelme sind ideal für alle, die sich nicht zwischen einem Integral- und einem Jethelm entscheiden können.

Innerhalb der Klapphelm-Familie lassen sich drei Typen identifizieren:

  • Modelle, bei denen lediglich das Kinnteil klappbar ist; das Visier bleibt fest stehen
  • Modelle, bei denen das Kinnteil mit dem Visier zusammen klappbar ist
  • Modelle, bei denen das Kinnteil und das Visier separat oder zusammen klappbar sind

Helme, bei denen alle Teile individuell geklappt werden können, verfügen meist über integrierte Sonnenblenden, die bei Bedarf ebenfalls weggeklappt werden können. Hier handelt es sich in der Regel um Helme mit Doppelvisier.

Vorteile von Klapphelmen

  • Komfort: Besonders für Brillenträger geeignet, da das Auf- und Absetzen erleichtert wird.
  • Flexibilität: Kann sowohl als Integral- als auch als Jethelm verwendet werden.
  • Belüftung: Durch das Hochklappen des Kinnteils ist eine gute Belüftung bei Pausen möglich.
  • Kommunikation: Ermöglicht einfache Gespräche beim Tanken oder an der Ampel, ohne den Helm abnehmen zu müssen.

Nachteile von Klapphelmen

  • Gewicht: In der Regel etwas schwerer als Integralhelme.
  • Geräuschentwicklung: Tendenziell lauter als Integralhelme.
  • Sicherheit: Bauartbedingt potenziell geringere Stabilität im Kinnbereich.

Sicherheit von Klapphelmen

Renommierte Motorrad-Fachmagazine prüfen neben Passform, Gewicht, Aerodynamik und Geräuschentwicklung vor allem auch Sicherheitsaspekte und die Schlagfestigkeit. Im Vergleich zu rundum verschlossenen Helmen (Integralhelmen) schneiden Klapphelme in Sachen Sicherheitsprüfungen baubedingt etwas schlechter ab. Dies bedeutet jedoch nur, dass sie weniger geeignet sind für Tagestouren oder Rennstreckenfahrten. Fürs gemütliche Cruisen auf der Autobahn, eine Spazierfahrt oder City-Touren ist das Gros der Helme durchaus gebrauchsfähig.

Klapphelme müssen bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen, um im Straßenverkehr zugelassen zu sein. Die ECE-Norm 22.05 oder die neuere ECE 22.06 gewährleisten, dass die Helme auf Belastbarkeit des Kinnriemens, Haltbarkeit und Stoßdämpfung geprüft sind. Prüfsiegel sind meist am oder im Helm zu finden.

Seit Juni 2022 werden nur noch 06er-Genehmigungen erteilt. Diese enthalten auch die P/J-Norm, die für eine Freigabe des Helms als Integral- und auch als Jethelm steht, also für das "legale" Fahren mit geöffnetem Kinnteil.

Wichtige Kriterien beim Kauf

Wenn Sie sich für einen Klapphelm entscheiden wollen, sollten Sie einige Kriterien beim Kauf beachten:

  • Prüfsiegel: ECE-Norm 22.05 oder ECE 22.06 muss vorhanden sein.
  • Hygiene: Das Innenfutter sollte herausnehmbar und waschbar sein.
  • Gewicht: Der Helm sollte nicht zu schwer sein, um den Kopf- und Nackenbereich nicht zu stark zu belasten.
  • Features: Einige Helme sind mit einer Vorrichtung für ein Kommunikationssystem versehen.

Aktuelle Klapphelm-Modelle im Test

Die Zeitschrift "Motorrad" hat in ihrer Ausgabe 11/2024 zwölf aktuelle Klapphelme getestet und bewertet. Hier ein Überblick über die Ergebnisse:

Modell Preis in Euro Urteil Motorrad
Schuberth C5 ab 699,00 Sehr gut
Shoei Neotec 3 ab 669,00 Sehr gut
Nolan N100-6 ab 399,99 Sehr gut
LS2 FF901 Advant X Carbon ab 469,00 Sehr gut
HJC RPHA 91 Carbon 699,90 Sehr gut
BMW System 7 Carbon Evo ab 710,00 Gut
AGV Tourmodular ab 549,95 Gut
Germot GM 970 59,90 Gut
Airoh Specktre ab 259,99 Gut
MTR K-4 Evo ab 99,99 Gut
Rocc 810 ab 189,95 Befriedigend
Harley-D. Evo X17 Sunshield Modular 383,00 Befriedigend

Testsieger: Schuberth C5

Der Schuberth C5 überzeugte im Test vor allem durch seine sehr gute Brillentauglichkeit, gute Passform und komfortable Bedienung. Er bietet zudem eine hervorragende Aerodynamik und ein niedriges Geräuschniveau.

Kauftipp: HJC i90

Der HJC i90 bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist ein ehrlicher Helm mit wirksamer Belüftung und guter Schlagdämpfung.

Weitere Empfehlungen und Erfahrungen

  • Shoei Neotec 2/3: Bietet eine knackige Passform, sehr gute Aerodynamik und eine hochwertige Verarbeitung.
  • Nolan N100-5 Plus: Überzeugt mit einer guten Brillentauglichkeit, einfacher Bedienung und einem relativ niedrigem Geräuschniveau.

Tipps zur Geräuschreduzierung

Einige Motorradfahrer empfinden Klapphelme als zu laut. Hier einige Tipps zur Geräuschreduzierung:

  • Gehörschutz: Ohrstöpsel können das Gehör vor schädlichen Geräuschen schützen.
  • Schal oder Kragen: Ein Schal oder ein Pulli mit Kragen kann den Lärm im Abströmbereich reduzieren.
  • Passform: Eine genaue Passform und ein aerodynamisches Design können Verwirbelungen und Geräusche minimieren.

Der Einfluss des Motorrads auf die Lautstärke

Die Lautstärke eines Helms wird auch stark vom Motorrad beeinflusst. Je nackter das Motorrad, desto angenehmer. Natürlich kann eine Scheibe Druck und Geräusch vom Helm nehmen. Aber um das zu bewerkstelligen, braucht es beim Hersteller gute Aerodynamiker oder den Zubehörhandel.

Fazit

Die Wahl des richtigen Klapphelms hängt von individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Achten Sie auf eine gute Passform, ausreichende Sicherheitsmerkmale und einen akzeptablen Geräuschpegel. Lesen Sie Testberichte und Erfahrungen anderer Motorradfahrer, um die beste Entscheidung zu treffen.

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