Brillen sorgen heute dafür, dass auch Menschen mit Sehschwächen ein ganz normales Leben führen können. Brillenträger haben während der Fahrt mit der eigenen Maschine oft mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Beim Motorradfahren erschweren die Sehhilfen aufgrund der Motorradhelme die ganze Prozedur jedoch. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Wahl des Motorradhelms darauf zu achten, dass dieser in den Punkten Passform, Innenpolsterung und Visier auf die Bedürfnisse von Brillenträgern abgestimmt ist.
Herausforderungen für Brillenträger beim Motorradfahren
Wer stark auf seine Brille angewiesen ist, weiß, wie problematisch ein Verrutschen der Sehhilfe sein kann. Weist das Visier des Helms Kratzer auf oder sitzt die Passform nicht optimal, kann es zu Problemen beim Sehvermögen des Fahrers kommen.
Anforderungen an Motorradhelme für Brillenträger
Aus den oben genannten Problemen wird sehr schnell klar, was Motorradhelme für Brillenträger leisten müssen. Sie sollten Lösungen präsentieren, um genau diese Schwierigkeiten zu umgehen.
- Passform: Die Passform des Motoradhelms sollte so gestaltet sein, dass sich die Brille bequem aufsetzen lässt.
- Polsterung: Dazu bedarf es einer weichen Polsterung innerhalb des Helms. Diese gibt in Reaktion auf die Brillenbügel leichter nach und verhindert so, dass sich Druckstellen, Schmerzen oder Beschädigungen an der Brille ergeben. Wichtig: Der Helm muss trotzdem dicht am Kopf anliegen.
- Abdichtung: Um Luftverwirbelungen am Brillengestellt zu vermeiden, sollten Motoradfreunde mit Brille auf Helme mit besonders guter Abdichtung durch das Visier sorgen.
- Visier: Um Sichteinschränkungen zu vermeiden, empfehlen sich zudem kratzfeste Visiere.
Tipp: Damit das Visier des eigenen Helms während der Fahrt nicht beschlägt, können Fahrer ein Pinlock-Visier nutzen. Dabei sind zwei Visierscheiben miteinander verstiftet und verhindern so das Kondensieren der Atemluft. Dies erweist sich vor allem bei kühler Umgebungstemperatur als sehr vorteilhaft.
Empfohlene Helme für Brillenträger
Schuberth C5
Als Klapphelm bietet der Schuberth C5 Brillenträgern generell einen besseren Tragekomfort. Darüber hinaus sorgen allerdings die nahtlosen Kopfpolster und vor allem die integrierten Brillenkanäle dafür, dass die Sehhilfe während der Fahrt ihren optimalen Sitz nicht verliert. Zusätzlich bietet eine Pinlock120® Scheibe serienmäßig einen guten Schutz gegen das Beschlagen des Visiers.
Shoei Neotec 3
Der Shoei Neotec 3 ist ein innovativer Klapphelm, der dir auf jeder Reise Stil und Präzision bietet. Er ist der direkte Nachfolger des beliebten Neotec 2 und hat einige Verbesserungen und Innovationen, die ihn zu einem idealen Begleiter für lange und kurze Fahrten machen. Der Shoei Neotec 3 hat ein modernes Design, das sich an die aerodynamischen Anforderungen anpasst. Er hat eine schlanke Helmform, die den Luftwiderstand reduziert und die Windgeräusche minimiert. Der Motorradhelm ist in verschiedenen Designs und Größen erhältlich, so dass jeder den Helm finden kann.
Eigenschaften des Shoei Neotec 3
- Visier: Durch das große Visier bietet der Shoei Neotec 3 einen guten Rundumblick. Das Visier ist kratzfest und beschlagfrei, dank der Pinlock®-Vorbereitung.
- Klappmechanismus: Der Klappmechanismus ist sehr praktisch, vor allem wenn man mal kurz anhalten muss oder mit jemandem sprechen will. Er lässt sich leicht bedienen und rastet sicher ein. Der Helm fühlt sich auch im offenen Zustand stabil an.
- Kinnschutz: Der Helm hat auch einen Kinnschutz, der den Unterkiefer schützt und die Windgeräusche reduziert. Der Kinnschutz hat eine gute Dichtung, die verhindert, dass Wasser oder Schmutz in den Helm eindringen.
- Zulassung: Der Helm hat eine ECE 22.06 P/J-Homologation, was bedeutet, dass er sowohl als Integralhelm als auch als Jethelm zugelassen ist.
- Tragekomfort: Der Shoei Neotec 3 hat einen hohen Tragekomfort, der ein angenehmes Fahrerlebnis bietet. Er hat ein herausnehmbares und waschbares Innenfutter, das aus hochwertigen Materialien gefertigt ist.
- Sonnenblende: Der Helm besitzt eine integrierte Sonnenblende, welches vor Blendung oder wechselnden Lichtverhältnissen schützt.
- Kommunikation: Zudem wurde speziell für den Neotec 3 eine eigene Sena Kommunikationseinheit entwickelt: Die Sena SRL3. Diese Sprechanlage wird unauffällig in den Helm integriert und bietet eine hohe Klangqualität.
Sena SRL3 Kommunikationseinheit
Dank der großartigen Sprachsteuerung der SRL3-Sprechanlage werden Befehle gut erkannt und es ist somit nicht notwendig, die Hände vom Lenker zu nehmen. Die Kommunikationseinheit wird in Bluetooth-Intercom, Open Mesh und Group Mesh unterschieden. Beim Bluetooth-Intercom werden bis zu vier Fahrer unterstützt und die Reichweite beträgt bis zu 2km im offenen Gelände. In den Mesh-Modi beträgt die Reichweite bis zu 2km im offenen Gelände, jedoch bis zu 8km zwischen mindestens sechs Fahrern. Mit einer Sprechzeit von bis zu 8 Stunden kann diese Sprechanlage zusätzlich punkten. Wer jedoch eine SRL2-Sprechanlage besitz, der kann diese weiterhin nutzen.
Verbesserungen gegenüber dem Shoei Neotec II
Der Shoei Neotec 3 ist ein hochwertiger Klapphelm, der die neuesten Sicherheits- und Komfortstandards erfüllt. Er ist der Nachfolger des erfolgreichen Shoei Neotec II, der bereits viele Motorradfahrer begeistert hat. Der Neotec 3 wurde im Jahr 2023 eingeführt und ist nach der neuen ECE 22.06 Sicherheitsnorm zertifiziert, die höhere Anforderungen an die Schalen- und Innenfutterkonstruktion stellt. Das bedeutet, dass der Helm mehr Schutz bei verschiedenen Aufprallwinkeln und -geschwindigkeiten bietet. Zudem besitzt der Neotec 3 die zusätzliche P/J-Zulassung, welche erlaubt, den Helm auch im offenen Zustand zu fahren. Außerdem hat er ein überarbeitetes Design, das für eine bessere Aerodynamik, eine größere Belüftung und eine verbesserte Geräuschdämmung sorgt. Ein weiterer Unterschied zwischen dem Neotec 3 und dem Neotec II ist die neue Sonnenblende. Abgesehen von der Form ist es auch um 5mm länger als jenes vom Shoei Neotec II. Der Shoei Neotec 3 ist also ein moderner Klapphelm, der viele Vorteile gegenüber dem Neotec II hat. Er ist sicherer, komfortabler und stilvoller als sein Vorgänger.
Klapphelm-Test 2024 der Zeitschrift "Motorrad"
Rechtzeitig zum Beginn der Motorradsaison hat die Zeitschrift "Motorrad" zwölf aktuelle Klapphelme getestet. Die Ergebnisse im Detail:
- Keine Probleme bei der Schlagfestigkeit
- Deutliche Unterschiede beim Geräuschniveau
- Testsieger überzeugt bei Komfort und Handhabung
Testkriterien
Im Labor, auf dem Prüfstand und bei Fahrversuchen wurden zwölf Helme unterschiedlicher Preiskategorien in diesen Testkriterien untersucht:
- Passform und Tragekomfort
- Aerodynamik
- Akustik
- Belüftung
- Handhabung
- Ausstattung und Verarbeitung
- Gewicht
- Schlagdämpfung und Rotation
Testergebnisse im Überblick
Fünf Klapphelme schneiden im Motorrad-Gesamturteil jeweils mit gut oder sehr gut ab. Zwei Modelle erhalten nur die Note befriedigend. In Sachen Schlagdämpfung bieten jedoch auch die beiden letztplatzierten Helme noch ordentlichen bis sehr guten Schutz.
| Modell | Preis in Euro (ca.) | Urteil Motorrad |
|---|---|---|
| Schuberth C5 | ab 699,00 | Sehr gut |
| Shoei Neotec 3 | ab 669,00 | Sehr gut |
| Nolan N100-6 | ab 399,99 | Sehr gut |
| LS2 FF901 Advant X Carbon | ab 469,00 | Sehr gut |
| HJC RPHA 91 Carbon | 699,90 | Sehr gut |
| BMW System 7 Carbon Evo | ab 710,00 | Gut |
| AGV Tourmodular | ab 549,95 | Gut |
| Germot GM 970 | 159,90 | Gut |
| Airoh Specktre | ab 259,99 | Gut |
| MTR K-4 Evo | ab 99,99 | Gut |
| Rocc 810 | ab 189,95 | Befriedigend |
| Harley-D. Evo X17 Sunshield Modular | 383,00 | Befriedigend |
Testsieger: Schuberth C5
Zum Sieger kürten die Tester den Klapphelm C5 von Schuberth. Der C5 überzeugte vor allem durch sehr gute Brillentauglichkeit, gute Passform und sehr komfortable und einfache Bedienung.
Günstige Alternative: MTR K-4 Evo
Den Beweis, dass ausreichender Schutz nicht teuer sein muss, lieferte unter anderem der MTR K-4 Evo.
Neue Prüfnorm ECE 22.06
Die alte Prüfnorm ECE-R 22.05 wurde ersetzt, und seit Juni 2022 werden nur noch 06er-Genehmigungen erteilt. Diese enthalten auch die P/J-Norm, die für eine Freigabe des Helms als Integral- und auch als Jethelm steht, also für das "legale" Fahren mit geöffnetem Kinnteil.
Zu finden sind die Genehmigungen und die Norm, nach der sie erteilt wurden, auf dem meist am Kinnriemen angebrachten Prüfnorm-Label nebst zugehöriger Prüfnummer. Beginnt die Nummer mit 05, handelt es sich um einen nach alter Norm geprüften Helm. Fängt sie mit den Ziffern 06 an, bedeutet das "neue und aktuelle Norm".
Eine wesentliche Verbesserung für die Durchführung von Helmtests ist der deutlich größere Helmschalenbereich, in dem nun geprüft werden darf. Salopp ausgedrückt müssen Motorradhelme nun "überall" sicher sein und eine der Norm entsprechende Schlagfestigkeit aufweisen.
Helmpflicht in Deutschland
Selbst auf dem Mofa muss man seit 1985 einen Helm tragen. Und seit August 1980 wird eine Zuwiderhandlung zudem mit Verwarnungsgeld geahndet.
Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen.
Wer mit Arbeits-, Feuerwehr- oder Militärhelmen ohne ausreichende Schutzwirkung erwischt wird, muss nicht nur mit Bußgeld rechnen: Versicherungen können nach einem Unfall sogar Leistungen verringern, selbst wenn der Motorradfahrer bzw. die Motorradfahrerin den Unfall nicht verursacht hat.
Verhalten nach einem Unfall
Nach einem Unfall muss der Helm runter. Immer! Allein schon deshalb, um zu verhindern, dass der womöglich Bewusstlose an Erbrochenem erstickt. Mit Klapphelmen ist die Erstversorgung oft leichter, weil man nur die Klappe öffnen muss. Doch schon vor der möglichst zu zweit durchzuführenden Helmabnahme stehen 3 Handgriffe an, um es dem Verunglückten etwas leichter zu machen: Visier öffnen, Kinnteil öffnen (vorausgesetzt, der Helm wird als Klapphelm erkannt oder der Verunglückte macht darauf aufmerksam), Kinnriemen öffnen.
Wie testet MOTORRAD Klapphelme?
5 Exemplare eines jeden Helmmodells traten zum Test an: zwei in Größe M, je eines in Größe S, L und XL. Die M-Exemplare wurden unter verschärften Bedingungen auf dem Schlagdämpfungs- und Rotations-Prüfstand des TÜV Rheinland in Köln geopfert. Die XL-Testmuster verschlug es für Fahrversuche gen Norden. Konkret: forciertes Landstraßen- und Autobahntempo auf der geschwindigkeitsmäßig weitgehend unlimitierten A 23 zwischen Itzehoe (Steinburg) und Heide (Dithmarschen) und parallel verlaufenden Landstraßen. Als Untersatz diente dabei eine Kawasaki Versys 1000 SE (Windschild in unterster Position, Helm direkt angeströmt), die auf der Autobahn in der Spitze bis 200 km/h, meist aber mit 160 bis 180 km/h bewegt wurde.
Gemächlicher ging es bei den "Jethelm-Tests", also mit geöffneten Klapphelmen zu, und zwar auf einer unverschalten BMW R nineT Scrambler, die mit maximal 80 km/h auf kleinen Landstraßen und noch langsamer bei Ortsdurchfahrten erfolgten.
Abschluss des Praxis-Testprogramms war der Test in der Stuttgarter MOTORRAD-Redaktion, bei dem Handhabung, Passform und Verarbeitungsqualität bewertet wurden.
Klapphelm-Test im Windkanal
Nächste Station der Test-Tour: Magdeburg und die Firma Schuberth. Dort ging es mit den L-Testhelmen ins hauseigene "Air & Acoustic Lab", einen (Akustik-)Windkanal, und anschließend in den Klima-Prüfstand, in dem unter anderem heftigste Regengüsse simuliert werden können.
Sind die Klapphelme wasserdicht? Soundfiles und Fotografien dokumentieren neben der Computer-Auswertung die Arbeit im Windkanal, bei der in 4 verschiedenen Sitzpositionen (Touring, Sport, Supersport, Cruising) für je 10 Sekunden bei 100 km/h Windgeschwindigkeit, die am Fahrerohr ankommende Lautstärke gemessen wurde. Bei der Dichtigkeitsprüfung im Klima-Prüfstand ging es darum, 3 Minuten bei einer Windgeschwindigkeit von 80 km/h und sehr viel Wasser (etwas über zwei Liter pro Minute) ohne Wassereinbruch zu überstehen.
Klapphelme härter getestet als ECE 22.06
14 Jahre lang testeten MOTORRAD und der TÜV Rheinland härter als es die ECE-R 22.05 vorsah. Nun gilt die verschärfte Helmnorm ECE-R 22.06. Was machen MOTORRAD und der TÜV? Verschärfen natürlich auch.
Die Schlagdämpfungsprüfung auf dem Prüfstand des TÜV Rheinland in Köln war immer zentraler Bestandteil der MOTORRAD-Helmtest-Laborversuche. Und im Unterschied zur ECE-Prüfung fielen die Helme seit 14 Jahren immer auf einen echten Leitplankenträger ("Sigmapfosten") und nicht auf einen Kantenamboss. Daran hat sich nichts geändert. Der Aufprall auf die linke und rechte Seite erfolgt auch weiterhin sowohl bei Low- als auch bei Highspeed, nun aber mit niedrigeren bzw. höheren Werten: 5,0 bzw. 8,2 m/s (zuvor 5,5 bzw. 7,5 m/s).
Neu im Helmtest: die Rotationsprüfung mit 8,0 m/s. Auch hier weicht der MOTORRAD-Helmtest vom ECE-Prozedere ab, da nach einschlägigen Studien 30 Grad Aufschlagwinkel in der Praxis realistischer sind als die 45 Grad der ECE-Prüfung.
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