Die Geschichte des Motorradbaus in Zwickau ist eng mit den Namen Hermann, MZ und DKW verbunden. Diese Marken haben die Entwicklung der Motorradindustrie in Sachsen maßgeblich geprägt.
Die Anfänge in Zwickau
Die Gründerfamilie der Sächsischen Waggonfabrik Werdau GmbH baute unter der Leitung von Hermann Schumann im Zwickauer Stadtteil Pölbitz ein bedeutendes Werk auf. Dieses firmierte nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft seit dem 2. März 1917 als Zwickauer Fahrzeugfabrik vorm. Schumann AG. Im Jahr 1928 erfolgte die Fusion zum Linke-Hofmann-Busch-Konzern. Infolge von Rationalisierungsmaßnahmen wurde das Zwickauer Werk liquidiert. Ab 1933 wurden die Betriebsanlagen an die Auto Union vermietet, die sie zwei Jahre später erwarb und als Auslieferungslager nutzte.
Emil Hermann Nacke aus Coswig war der allererste Fahrzeugbauer in Sachsen. 1901 produzierte er den ersten Motorwagen namens „Coswiga". Leider war diesem ersten Modell und der Fabrik seines Schöpfers keine Zukunft beschert. Aber schon im Jahr 1902 zog der Ingenieur August Horch mit seinem Automobilunternehmen von Köln nach Reichenbach. Die von Horch auf der Automobilausstellung in Berlin präsentierten Fahrzeuge glänzten gegenüber seinen Konkurrenten Daimler und galten als technisch fortschrittlicher. Als jedoch der Stadtrat nach zwei Jahren die Erweiterung seiner Produktionshallen verbot, kam er nach Zwickau und ließ am 10. Mai 1904 die „A. Horch & Cie. Motorenwerke AG" in das Zwickauer Handelsregister eintragen und legte damit den Grundstein für den bedeutendsten Industriezweig der Region.
Die Motoren der zweiten Audi-Generation wurden von Hermann Lange und Erich Horn entwickelt. Auf der Automobilausstellung 1923 in Berlin wurde ein neuer sehr moderner Audi-Typ vorgestellt - der Audi Typ M. Er besaß einen Sechszylindermotor mit oben liegender Nockenwelle mit einer Leistung von 70 PS. Als einer der Ersten hatte er Vierradbremse und Linkslenkung.
Die Ära DKW und MZ
Der dänische Ingenieur Jörgen Skafte Rasmussen gründete 1904 in Chemnitz ein Unternehmen, das zunächst Boiler, Heizgeräte und Kesselarmaturen herstellte. 1906 kaufte er in Zschopau-Dischautal eine leerstehende Textilfabrik, in die ein Jahr später auch der Firmensitz verlegt wurde. Ab 1919 baute man die Spielzeugmotoren in vergrößerter Version als Hilfsmotor in verstärkte Fahrradrahmen ein. Aus den Motorfahrrädern wurden 1922 richtige Motorräder und 1927 war das Unternehmen, das zu dieser Zeit als Zschopauer Motorenfabrik J. S. Rasmussen firmierte, bereits weltgrößter Hersteller auf diesem Sektor.
Die Weltwirtschaftskrise brachte jedoch Audi, DKW, Horch und die Automobilabteilung der Wanderer-Werke in Chemnitz/Siegmar in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten, sodass sich diese Unternehmen auf Druck der sächsischen Landesregierung zur Auto-Union zusammenschlossen.
MZ - Motorradbau in der DDR
Nach dem Krieg musste die Auto-Union AG teuer für ihren Beitrag zur Rüstungsindustrie bezahlen. Am 17.08.1948 wurde die Auto-Union im Handelsregister Chemnitz gelöscht. Die 1949 gegründete Auto Union GmbH, Vorläufer der heutigen Audi AG, setzte schließlich die Tradition der Vier Ringe fort.
Das Zschopauer Werk produzierte seit 1950 wieder Motorräder. In modernisierter Form lief in diesem Jahr das Motorrad DKWJRT 125 vom Band. 1956 präsentierte das Molltorradwerk Zschopau (MZ), so die neue Bezeichnung, die erste 250er Maschine nach dem Krieg. Diese MZ ES 250 galt als modernste Maschine ihrer Klasse.
Mit Jahresbeginn kommt die RT 125/2 auf den Markt. Es erfolgt die Einführung der Firmenmarke "MZ" als Abkürzung von Motorradwerk Zschopau. Im Juni Beginn der Großserienfertigung der ES 250, ab Dezember der ES 175, außerdem des Gespannfahrzeuges E 300. Mit den gleichen Motoren wie die ES-Typen rollen die ETS-Modelle mit Telegabelfahrwerk vom Band. Das Motorradwerk Zschopau wird bei Gründung des IFA-Kombinats für Zweiradfahrzeuge Suhl diesem zugeschlagen.
Die ES 125/150 wird nach 15 Jahren aus dem Programm genommen. Die ETZ 250 geht ab April in Serie und löst die seit 8 Jahren gebaute TS-Reihe ab. Damit beginnt die Erneuerung der gesamten Produktionspalette.
Insgesamt wurden bei MZ von 1950 bis 1990 2.545.112 Motorräder produziert.
Die Zeit nach der Wiedervereinigung
Nach der Deutschen Einheit stand das Unternehmen vor großen Herausforderungen. Am 18.12. beschloss die "Treuhand" die Liquidation des Betriebs mit Jahresende. Dem Betriebsrat gelang es, einen Aufschub der Liquidation bis 30.06.1992 zu erreichen.
Am 01.07. erfolgte die Gründung des "Motorrad- und Zweiradwerkes GmbH" (MuZ) mit 80 Beschäftigten. Im Februar rollt das letzte Motorrad, eine "Saxon Sportstar" 125 ccm vom Montageband des alten Zschopauer Motorradwerkes. Am 01.09.1996 übernahm das malaysische Unternehmen Hong Leong Ind. MuZ.
Im Oktober wird bei MuZ die neue RT 125 mit Viertaktmotor vorgestellt. Im September wird auf der Intermot in München die Studie der MZ 1000 S präsentiert.
Motorsport Erfolge
Von 1951 an beteiligt sich MZ mit seinen Zschopauer Zweitaktern werkseitig am Motorradgeländesport. Erhart Krumpholz wird DDR-Meister der 125er-Klasse. Bildung einer Rennabteilung unter Leitung von Walter Kaaden und mit den Fahrern Erhard Krumpholz, Horst Fügner und Siegfried Haase, zu denen später Bernhard Petruschke hinzu kommt. Klaus Halser gewinnt die DDR-Meisterschaften im Motorgeländesport der Klasse bis 125 ccm. Die MZ-Mannschaft erreicht bei den Six-Days den 3. Platz. Die MZ-Mannschaft kommt bei der Internationalen Sechstagefahrt auf einen hervorragenden 2. Platz. Zur 62. Internationalen Sechstagefahrt in Jelenia Gora/Polen gewinnen MZ- und Simsonfahrer in der DDR-Nationalmannschaft erneut die Enduro-Weltmeisterschaf. "Rund um Zschopau" wird als Weltmeisterschaftslauf durchgeführt.
Auch ausländische Rennpiloten fahren die Zschopauer Rennzweitakter: Mike Hailwood, Gary Hocking, Derek Minter.
Die Motorsportgeschichte von MZ ist reich an Erfolgen, die sowohl national als auch international Anerkennung fanden. Diese Erfolge trugen maßgeblich zum positiven Image der Marke bei.
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