Motorradreifen sind Verschleißteile. Je nach Reifentyp wird zwischen 2.000 und 10.000 Kilometern ein Reifensatz fällig. Ein Reifenwechsel beim Motorrad ist nicht nur eine Frage des Alters oder der Laufleistung, sondern vor allem der Sicherheit. Abgenutzte oder beschädigte Reifen können die Fahreigenschaften stark beeinträchtigen und im Ernstfall zu gefährlichen Situationen führen.
Wann ist ein Reifenwechsel notwendig?
Es gibt verschiedene Hinweise darauf, dass ein Reifenwechsel notwendig ist. Besonders wichtig sind dabei sichtbare Schäden oder spürbare Veränderungen im Fahrverhalten. Spätestens bei einem dieser Symptome sollten Sie den Reifen in einer Fachwerkstatt überprüfen lassen.
Die Lebensdauer eines Motorradreifens hängt von mehreren Faktoren ab: Fahrstil, Fahrzeugtyp, Reifentyp und Witterungseinflüsse. Das Herstellungsdatum erkennen Sie an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Laut Gesetz muss die Profiltiefe bei Motorradreifen mindestens 1,6 Millimeter betragen. Diese Grenze gilt für den mittleren Bereich der Lauffläche. Zur Kontrolle reicht eine einfache Profiltiefenlehre. Alternativ können Sie mit einer 1-Euro-Münze prüfen: Verschwindet der goldene Rand nicht im Profil, ist der Reifen zu stark abgefahren.
Kosten für den Motorradreifenwechsel
Die Kosten für einen Reifenwechsel beim Motorrad hängen von verschiedenen Faktoren ab: ob Sie neue Reifen mitbringen oder kaufen, ob zusätzlich gewuchtet oder die Felge gereinigt werden soll und natürlich davon, welche Werkstatt Sie beauftragen. Ein professioneller Reifenwechsel bietet jedoch mehr als nur das Aufziehen neuer Pneus - Fachbetriebe prüfen die Reifen auf Schäden, führen das Wuchten durch und sorgen für die sichere Montage. In der Regel liegen die reinen Montagekosten pro Reifen zwischen 30 und 50 Euro, je nach Aufwand und Region. Dieser Preis bezieht sich auf das Wechseln von Reifen auf bereits demontierten Rädern.
Die Preisgestaltung unterscheidet sich stark je nach Anbieter. Große Werkstattketten wie ATU oder Vergölst bieten häufig feste Pauschalpreise oder Online-Aktionen, während freie Motorradwerkstätten individuell kalkulieren. Die Kosten für die Reifen und das Wuchten variieren.
Preisbeispiele
- Reifen aufziehen: ca.
- Wuchten: ca.
- Rad aus- und einbauen: ca.
- Altreifenentsorgung: ca.
Bei anonymen Anfragen bei örtlichen Händlern lagen die Motorradreifen Montage Kosten für einen Satz neue Reifen inklusive Montage bei 450 bis 550 Euro. Also mindestens 140 Euro mehr im Vergleich zur Reifen selber wechseln.
Die Kosten für den Reifenwechsel beim Motorrad variieren nicht nur zwischen Werkstätten, sondern auch regional stark.
- Kleinstadt oder ländliche Region: ca.
- Mittelgroße Stadt: ca.
Hinzu kommen mögliche Zusatzkosten wie für das Auswuchten, den Rad-Ausbau oder die Altreifenentsorgung. Eine fachgerechte Montage ist entscheidend für Ihre Sicherheit. Achten Sie bei der Werkstattwahl nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Erfahrung und Ausstattung. Online-Bewertungen, Empfehlungen von anderen Motorradfahrern oder ein Anruf vorab geben oft einen guten ersten Eindruck.
Reifen selbst wechseln: Eine Option?
Motorrad Reifen selber wechseln kann bares Geld sparen - erfordert aber gute Schrauber-Kenntnisse und die entsprechende Ausrüstung. Der Grund, um Motorrad Reifen selbst zu wechseln, liegt auf der Hand: Man kann an diesem Punkt viel Geld sparen. Ein Reifensatz der jüngsten Generation Pneus in der gängigen Dimension 120/70ZR17 und 180/55ZR17 liegt bei etwa 300 Euro aus dem Online-Versandhandel. Möchte man die Kosten vollständig erfassen, kommen zu den Gummis noch zwei neue Ventile, Wuchtgewichte und etwas Reifenpaste hinzu - sagen wir zusammen 310 Euro. Eine Motorradwerkstatt schlägt beim Material natürlich auf, außerdem will auch der Mechaniker und das Werkzeug (anteilig in den Werkstattstunden) bezahlt werden.
Vorweg: Bei Motorradreifen sollte man keine Kompromisse machen. Wer sich nicht zu den geübten Schraubern zählt, fährt im Zweifelsfall besser damit, die ausgebauten Räder zu einem Reifenhändler zu geben.
Ablauf der Selbstmontage
- Zunächst muss die Luft raus. Am schnellsten geht dies, wenn man mit einem Ventilausdreher die Düse des Ventils entfernt.
- Ist der Reifen luftlos, muss er von der Felge. Leichter gesagt als getan. Mit einem Abdrücker ist der Reifen ins Bett der Felge runter von den Humps zu drücken. Besitzt man nur eine manuelle Montiermaschine, empfiehlt sich dieser Vorgang von beiden Seiten. Sind die Reifen schon sehr alt, ist dies eine durchaus schweißtreibende Arbeit.
- Oft kann der halbe Reifen hier schon per Hand über das Felgenhorn abgezogen werden. Für die vollständige Demontage greift man nun mit einem Montiereisen unter den Rand des sich noch auf der Felge befindenden Reifens und dreht diesen auf der Montiermaschine liegend ab. Dabei ist darauf zu achten, die Felge nicht zu beschädigen. Besitzt man nur die manuelle Montiermaschine, ist es besser, diese stabil im Boden zu verankern. Gleichzeitiges Drehen und Gegenhalten ist sonst schwierig. Auch fängt man am besten mit dem Vorderrad an.
- Ist der Reifen montiert, muss auch die Luft wieder hinein - besser lässt man hier die Ventildüse noch heraus, um schneller mehr Luft in den Reifen pumpen zu können. Beim Aufpumpen der Reifen springt der Pneu in seine Position zwischen Felgenhorn und Hump - es knallt entsprechend zwei Mal. Je nach Härte des Reifens kann das auch erst bei 5 bis 6 bar passieren - nicht erschrecken, kurzfristig kann der Reifen das ab. Danach kann die Luft wieder raus und die Ventildüse wieder ins Ventil.
- Sind die neuen Reifen montiert und die Felgen gewuchtet, können die Räder wieder an ihren angestammten Platz zurück ans Bike. Die Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge wie der Ausbau. Für die Achsen, die Klemmschrauben an den Gabelfüßen sowie für die Bremssattelschrauben müssen die Drehmomentangaben beachtet werden.
- Sitzen die Räder in Position, haben sich durch den Ausbau die Bremsbeläge von der Scheibe gelöst und müssen jetzt wieder beigepumpt werden.
- Die ersten Meter mit neuen Reifen sind mit Vorsicht zu genießen. Auf ihnen befindet sich noch eine extrem glatte Schicht vom Backen, die erst vorsichtig abgefahren werden muss. Die ersten 50 km gilt daher: Piano!
Sind beide Räder ausgebaut, kann den Job den Reifen selber wechseln auch jeder Reifenhändler übernehmen. Dieser nimmt meist nur 20 bis 30 € pro Rad - oder vielleicht auch nichts, wurden vorab die Reifen schon bei ihm gekauft.
Reifenkauf: Online oder Werkstatt?
Der Kauf neuer Motorradreifen sollte gut überlegt sein - nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern vor allem im Hinblick auf Sicherheit, Fahrkomfort und Langlebigkeit. Neben der Wahl des passenden Reifentyps stellt sich auch die Frage, ob Sie Ihre Reifen online bestellen oder direkt in der Werkstatt kaufen möchten. Ein Komplettangebot, bei dem Sie Motorradreifen und Montage aus einer Hand erhalten, bietet meist klare Preisvorteile. Viele Werkstätten gewähren Rabatte auf die Montage, wenn die Reifen dort gekauft werden.
Allerdings kann die Auswahl an Marken und Modellen vor Ort eingeschränkt sein. Die Wahl des richtigen Reifens hängt nicht nur vom Motorradmodell ab, sondern auch vom Einsatzzweck und persönlichen Fahrstil. Sportliche Fahrer benötigen andere Reifen als Touren- oder Offroad-Fahrer. Bauweise (z. B. Auch die Gummimischung spielt eine Rolle: Weiche Mischungen bieten besseren Grip, verschleißen jedoch schneller.
Wenn Sie Ihre Motorradreifen online kaufen, können Sie bares Geld sparen. Viele Onlinehändler bieten günstige Preise und eine große Modellauswahl. Einige Anbieter kooperieren mit Werkstätten und bieten bei der Bestellung direkt die Auswahl eines Montagepartners in Ihrer Nähe.
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