Motorrad im Regen stehen lassen: Welche Schäden drohen?

Bei Wind und Regenwetter bietet entsprechende Kleidung Motorradfahrern besten Schutz. Das Fahren bei Regen erfordert allerdings große Aufmerksamkeit und einen angepassten Fahrstil. Hier sind einige Tipps für garantierten Fahrspaß bei jedem Wetter.

Fahrweise an die Bedingungen anpassen

Weil es in unseren Breitengraden häufiger regnet, endet manche Tour leider im Nassen. Unter diesen Bedingungen sollten Sie für eine sichere Fahrt drei Dinge tun:

  • Aufmerksamkeit erhöhen
  • Konzentration steigern
  • Tempo reduzieren

Im Nassen muss der Fahrstil noch runder sein und das Bremsen noch feinfühliger erfolgen. Das erfordert reichlich Übung und Erfahrung, die Sie zum Beispiel in einem Fahrsicherheitstraining aufbauen können. Im Rahmen eines Trainings können Sie außerdem unnötige Ängste vor Nässe abbauen, die zu gefährlichen Verkrampfungen führen.

Das richtige Kurvenfahren mit reduzierter Schräglage sowie das Bremsen bei Nässe braucht Übung, um eine stimmige Balance zwischen Selbstvertrauen und Respekt zu finden. Weil der Unterschied zwischen Trocken- und Nass-Grip der Reifen stark vom Belag der jeweiligen Fahrbahn abhängt, führt an der Praxis kein Weg vorbei.

Vorsicht bei Bitumen und anderen Gefahren

Besonderes Augenmerk sollten Sie auf das Anbremsen von Kurven lenken: Der Bremsvorgang muss vor dem Einlenken abgeschlossen sein, um eine sichere Führung des Vorderrads zu gewährleisten und Stürze zu vermeiden. Eine geringere Geschwindigkeit erreichen Sie mit Bremsen und der "Motorbremse" durch Runterschalten.

Kalkulieren Sie stets ein, dass mancher nasse Straßenbelag zur Rutschbahn werden kann. Leidige Bitumenstreifen oder weiße Fahrbahnmarkierungen können noch glitschiger sein. Das gilt auch für Kanaldeckel, Metallplatten vor Brücken, Sand oder verschmutzte Straßen - besonders in ländlichen Gegenden oder auch in den Alpen, wo Land- und Weidewirtschaft betrieben werden.

Mit einer vorausschauenden Fahrweise können Sie solchen Stellen meist ausweichen. Gelingt dies nicht, sollten Sie Bremsen und Gasgeben vermeiden und die Hindernisse in möglichst stumpfem Winkel überfahren.

Bei griffigem Asphalt können selbst bei Nässe hohe Bremsverzögerungen erreicht werden. ABS schützt dabei vor einem Blockieren des Vorderrads. Die Aquaplaning-Gefahr ist beim Motorrad übrigens geringer als beim Auto mit vier breiteren Reifen. Sie droht aber bei sehr hohem Tempo und hohem Wasserstand auf der Fahrbahn.

Tipps für Gewitter

Zweiradfahrer haben keinen schützenden Käfig um sich. Aber auch für sie sind Gegenstände auf der Straße, Hagel oder schlechte Sicht gefährlicher als der Blitz selbst. Motorradfahrer werden seltener durch den Blitz selbst verletzt, als bei einem dadurch ausgelösten Sturz.

Im Fall eines Gewitters mit Blitz und Donner sollten Motorradfahrer (wie auch Fußgänger) im Freien generell hohe Standorte wie Berge und Hügel, aber auch Bäume, Masten sowie Metallkonstruktionen wie Zäune oder Gitter meiden. Bilden Sie keinesfalls den höchsten Punkt im Gelände, und halten Sie ausreichend Abstand vom Motorrad. Stellen Sie sich wenn möglich irgendwo unter.

Gefahr durch Seitenwind

Motorräder können durch starken Seitenwind instabil werden oder sogar im wahrsten Sinne des Wortes aus der Bahn geworfen werden. Brücken, Schneisen oder Straßen oberhalb der Baumgrenze und an Meeresküsten sind dabei besonders gefährlich. Drosseln Sie vorsorglich die Geschwindigkeit, um nicht auf die Gegenfahrbahn zu geraten. Die Windwirkung hängt allerdings stark von der seitlichen Angriffsfläche ab, der Silhouette von Motorrad und Fahrer.

Kann ich mein Motorrad im Regen abstellen?

Ja, Motorräder sind dafür gebaut auch nass zu werden. Daher ist es kein Problem das Bike im Regen stehen zu lassen. Solltest du es aber dauerhaft draußen abstellen, würde ich Vorkehrungen treffen, damit du länger eine Freude an deinem Motorrad hast.

Dein Motorrad ist auch lieber trocken als nass. Prinzipiell sind Motorräder so gebaut, dass sie dem Regen standhalten. Dazu gehört auch stärkerer Regen oder ein Sturm. Dein Motorrad wird in erster Linie nicht liegen bleiben. Bei neuen Motorrädern musst du dir so gut wie keine Sorgen machen. Es wird dich mehr stören im Regen auf dem Bike zu sitzen, als dein Motorrad zu beschädigen.

Solltest du mit einem etwas älteren Gefährt unterwegs sein, ist mehr Vorsicht geboten. Aber Achtung: Langfristige Vernachlässigung bei Regenwetter kann ein Motorrad Verkehrsuntauglich machen.

Die Verarbeitungsqualität spielt eine Rolle

Ein günstigeres entry-level Motorrad leidet mehr wenn es nass wird als haltbarere, teurere Modelle. z.B. BMW R 1200 GS. Dauerhafte Nässe macht selbst den am Besten verarbeiteten Modellen zu schaffen. Zeit ist unser Feind.

Welche Schäden kann Regen meinem Motorrad anrichten?

Die zwei größten Schwachstellen am Motorrad die vom Regen beschädigt werden können, ist die Elektrik und der Luftfilter. Und wir wissen, wie wichtig diese zwei Elemente für die Leistung der Motorräder sind. Es ist vollkommen verständlich dem Regen etwas vorsichtiger entgegen zu schauen.

Regen kann Schäden an der Elektrik verursachen

Das Eindringen von Wasser kann für Kurzschlüsse sorgen und unwiderrufliche Beschädigungen verursachen. Das spielt bei Motorrädern weniger oft ein Problem. Mit der Zeit setzt sich allerdings die Korrosion der Elektrik ein und verursacht dauerhafte Schäden. Einfach gesagt, bei einer Korrosion ätzt sich das Metall davon und dein Kabel oder Verbindungen lösen sich auf.

Ein Schaden ist nicht über Nacht erkennbar, sondern tritt im Laufe der Zeit ein. Leichte Regenfälle richten an deinem Motorrad prinzipiell keinen Schaden an.

Regen kann Schäden an deinem Luftfilter anrichten

Das hängt wiederum vom Alter des Motorrades, von möglichen Umbauten, oder auch von der Regenbelastung ab. Liegt der Luftfilter frei im Offenen, kann bereits der erste Tropfen Regen in deinen Motorradkreislauf eindringen. Hier ist Vorsicht geboten!

Leichter, bis mäßiger Regen oder ein nasser Tag wird einem Luftfilter nicht beschädigen und auch die Leistung nicht beeinträchtigen. Oft stellt die Kombination von Feuchtigkeit, Schneeregen, Sand/Dreck und Eis Probleme dar.

Luftfilter dienen dem Motor vor derartigen Elementen zu schützen. Daher „saugt“ der Luftfilter alles an, filtert den Schmutz aus der Luft und lässt es nicht durch. Ein regelmäßiger Blick auf den Zustand des Filters ist essenziell. Es ist die Lunge von unseren Motorrädern und die gehört beschützt.

Verlust von Schmierfunktion durch die Bildung von Rost

Wenn Metalle Wasser ausgeliefert sind bildet sich Rost (Flugrost). Derartiger Rost hat keine Schmierfunktion und verdrängt die Schmierfunktion von Ölen in Kombination mit Wasser. Es entsteht Reibung und diese verringert die Haltbarkeit oder verliert überhaupt seine Funktion. z.B. Können die Antriebskette könnte reißen.

Kann ich mit meinem Motorrad im Regen fahren?

Ja. Es ist für dich wahrscheinlich unangenehmer, als für dein Motorrad. Am wichtigsten ist wohl das Alter von deinem Motorrad um die Frage richtig zu beantworten. Fährst du ein junges Teil (~5-10 Jahre) wirst du dir überhaupt keine Gedanken machen müssen. (Solange sie brav gewartet wurde).

Besitzt du aber ein etwas Älteres, ist mehr Vorsicht geboten. Wasser dringt in kleinste Spalten vor und kann bei langem Stand große Probleme verursachen. = Korrosionsschäden

Außerdem solltest du Aufmerksamer fahren. Bodenmarkierungen, Gleise oder Kanaldeckel werden bei Nässe Spiegelglatt oder rutschig und können dich schnell mal vom Bock schmeißen.

Achtung: Manche Modifikationen können dein Motorrad durch Regen für Schäden anfälliger machen. Ein Beispiel wäre z.B. ein offener Luftfilter. Hier könnte Wasser in deinem Vergaser eindringen und dein Benzingemisch verdünnen. Nein, dein Motorrad läuft nicht mit Wasser 😉

Regen und Motorrad: Abschließende Gedanken

Regen kann mein Motorrad nur beschädigen, wenn ich es zulasse. Regelmäßiges Warten und Vermeidung von dauerhafter Aussetzung dem Regen, bewirken Wunder. Gelegentliche „nass“ Fahrten verursachen keinen nennenswerten Schaden.

Wir können das Wetter nicht beeinflussen und auch an den schönsten Sommertagen kann es plötzlich zu regnen beginnen. Es verlangt mehr Aufmerksamkeit. Oft ist es die Kombination aus nasser & verdreckter Fahrbahn die es gefährlich macht.

Warum ist das Kurvenfahren besonders bei nasser Fahrbahn gefährlich? Die Reifen benötigen Grip damit wir in den Kurven nicht rutschen. Bei einer Kurvenlage “klebt” der Gummi richtig auf der Fahrbahn.

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