Der Verkauf eines Motorrads kann eine entmutigende Aufgabe sein, besonders wenn man versucht, einen fairen Preis zu erzielen und gleichzeitig Betrüger zu vermeiden. Viele Motorradfahrer haben unterschiedliche Erfahrungen beim Verkauf ihrer Maschinen gemacht, sei es über Internetportale, Händler oder private Käufer.
Erfahrungen mit Internetportalen
Viele Nutzer haben ihre Motorräder über bekannte Portale wie Mobile.de und Autoscout24 verkauft. Es ist jedoch wichtig, vorsichtig zu sein und potenzielle Betrüger zu erkennen.
Einige Nutzer haben festgestellt, dass seriöse Anfragen selten sind und es viele "was ist letzte Preis" Angebote gibt. Dennoch gibt es auch positive Erfahrungen. So hat ein Nutzer seine alte 2008 RT mit über 170.000 km über Mobile.de verkauft, obwohl es auch dort einige "übliche Verdächtige" gab.
Portale wie Estimoto sind Vermittlungsportale für Ankäufer, wo man in der Regel nur einen Einkaufspreis erhält. Dies ist für viele keine attraktive Option, da die Preiskalkulationen oft zwischen Händlereinkauf und Händlerverkauf liegen sollten.
Betrugsversuche und wie man sie vermeidet
Einige Verkäufer berichten von Betrugsversuchen, insbesondere bei Angeboten aus dem Ausland. Ein Nutzer hatte ein unschlagbares Verkaufs-Angebot für eine RT aus Dänemark, bei dem der Verkäufer angeblich alle Transportkosten übernehmen wollte und sich auf den eBay Käuferschutz berief. Es ist ratsam, solchen Angeboten skeptisch gegenüberzustehen.
Um Betrug zu vermeiden, ist es hilfreich, Fragen zu stellen, die von Betrügern nicht gut beantwortet werden können. Letztendlich sollten nur Interessenten in Frage kommen, die persönlich erscheinen, das Motorrad begutachten, den Vertrag vor Ort unter Vorlage des Personalausweises unterschreiben und bar bezahlen. Eine sofortige Einzahlung auf der eigenen Bank in Anwesenheit des Käufers kann zusätzliche Sicherheit bieten.
Alternative: "Wir kaufen dein Auto/Motorrad"
Einige Nutzer haben auch Erfahrungen mit Portalen wie "Wir kaufen dein Auto" oder ähnlichen Diensten für Motorräder gemacht. Die Meinungen darüber sind geteilt. Einige empfanden die Angebote und Abwicklung als problemlos, während andere von reinen Abzocke-Unternehmen sprechen.
Ein Nutzer berichtete, dass er für das Smart Cabrio seiner Frau bei "wir-kaufen-dein-auto.de" ein deutlich besseres Online-Angebot (12.259 €) als bei Mobile.de (9.900 €) erhielt. Nach einer gründlichen Überprüfung des Fahrzeugs wurde das Angebot sogar noch erhöht (auf 12.782 €) und die Abwicklung erfolgte problemlos.
Andere Nutzer hatten weniger positive Erfahrungen und empfanden die Angebote als zu niedrig. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Portale Ankaufportale sind, die natürlich auch beim Weiterverkauf verdienen müssen.
Privatverkauf vs. Inzahlungnahme beim Händler
Viele sind der Meinung, dass man privat IMMER mehr erlöst als bei der Inzahlungnahme, aber es ist auch mehr Aufwand.
Mit einem Privatverkauf kann man eventuell den besten Preis erzielen, das kann dann aber auch sechs Wochen dauern. Bei Inzahlungnahme spart man Zeit und Aufwand, aber kein Geld.
Die Frage beim Privatverkauf ist dann, ob man die neue Maschine schon kauft, unabhängig vom Verkauf der alten: Zwei Versicherungen ergeben Rechnerei und gegebenenfalls Mehrkosten wegen Zweitmotorrad, die bei einer direkten "Übergabe" von alt nach neu nicht anfallen.
Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Einige Nutzer haben überraschend gute Angebote für die Inzahlungnahme beim Händler erhalten, insbesondere wenn sie gleichzeitig ein neues Motorrad kaufen. In solchen Fällen kann der Händler bereit sein, einen höheren Preis für das gebrauchte Motorrad zu zahlen oder einen besseren Rabatt auf das neue Motorrad zu gewähren.
Ob man sich besonders wohlgefühlt hat, hing übrigens nicht vom durchgestylten Showroom, CI-Gedöns oder dem letzten Inzahlungnahme-Euro ab. Maßgeblich war die offene, verbindliche und mit Spaß an der Arbeit einhergehende Art des Gegenübers.
Tipps für den Privatverkauf
- Anzeige vorbereiten: Eine gute Vorbereitung ist entscheidend. Erstellen Sie eine detaillierte und ehrliche Beschreibung des Motorrads, einschließlich aller relevanten Informationen wie Baujahr, Kilometerstand, Ausstattung und Zustand.
- Fotos machen: Machen Sie aussagekräftige Fotos, die das Motorrad von allen Seiten zeigen. Achten Sie auf eine gute Beleuchtung und einen sauberen Hintergrund.
- Preis festlegen: Recherchieren Sie die aktuellen Marktpreise für ähnliche Motorräder, um einen realistischen Preis festzulegen. Orientieren Sie sich dabei am Zustand, der Laufleistung und der Ausstattung Ihres Motorrads.
- Probefahrten absichern: Lassen Sie sich vor einer Probefahrt den Führerschein des Interessenten zeigen und bestehen Sie auf einer Probefahrtvereinbarung.
- Bezahlung abwickeln: Bevorzugen Sie eine Barzahlung oder eine Banküberweisung. Vermeiden Sie Schecks oder andere unsichere Zahlungsmethoden.
Servicetest beim Motorradhändler
Ein Test von MOTORRAD-Redakteuren zeigte, dass die Servicequalität deutscher Motorradhändler oft besser ist als erwartet. Wer freundlich fragt, wird freundlich bedient. Vor allem in der Nebensaison: Der Jahresanfang ist nach den Erfahrungen perfekt zum Kauf in aller Ruhe.
Die besten Händler im Test (Beispiele)
| Händler | Angebot für Inzahlungnahme (BMW R 1100 S) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Harms & Herrmann | 3500 Euro | Ehrlicher Händler, dem man ein Leben lang treu bleiben möchte. |
| Harley-Davidson von Herz | 2700 Euro | Zwei echte Experten, Ex-BMW-Mitarbeiter, ausführliche Beratung. |
| Stadel Motorrad | 3000 Euro | Bärtiger Kuttenträger als Verkaufsberater, gute Beratung. |
Verwandte Beiträge:
- Polo Motorradbekleidung: Test, Kollektion & Kaufberatung
- Motorrad Kostüm für Erwachsene: Die besten Outfits für Biker
- Angststreifen Motorrad entfernen: Tipps & Tricks
- Thermo-Unterwäsche Motorrad Herren: Test, Kaufberatung & Modelle - Perfekter Komfort beim Motorradfahren
- Unvergessliche Mountainbike-Touren in Südtirol: Die besten Geheimtipps für Abenteurer
- Panasonic E-Bike Display: So stellen Sie die Uhrzeit kinderleicht ein!
Kommentar schreiben