Jedes Motorrad muss, wenn es problemlos funktionieren soll, regelmäßig gewartet werden. Die Hersteller haben zu diesem Zweck Inspektionen vorgeschrieben, die in bestimmten Intervallen durchgeführt werden müssen. Während der Garantiezeit führt eigentlich kein Weg an dieser Regelung vorbei. Nach Ablauf der Garantie kann aber jeder selbst entscheiden, ob, wann und wie er seine Maschine warten möchte.
Große und kleine Inspektion
Man unterscheidet zwischen kleiner und großer Inspektion. Die früher üblichen Intervalle von 6.000 km für die kleine und 12.000 für die große Inspektion sind bei modernen Maschinen teilweise schon erweitert worden. Allerdings soll die Maschine unabhängig von der Laufleistung mindestens einmal jährlich in die Werkstatt. Die Kosten einer Inspektion richten sich nach der dafür nötigen Arbeitszeit plus Ersatzteile. Je komplexer eine Maschine (bspw. hinsichtlich der Ventilbetätigung), umso höher die Kosten. Zwischen den Inspektionskosten einer Yamaha SR 500 und einer Ducati Panigale liegen daher nachvollziehbar Welten.
Eine kleine Inspektion ist kein Hexenwerk. Wer sich einen entsprechenden Inspektionsplan anschaut, wird oft lediglich die Kontrolle von Kupplungsspiel, Kerzen, Luftfilter, Bremsbelägen etc. finden, und zwar nur eine einfache Prüfung bzw. Sichtkontrolle. Ein technisch einigermaßen versierter Motorradfahrer kann das eigentlich auch selbst erledigen. Im Gegensatz zur kleinen verlangt eine große Inspektion allerdings eine gewisse Erfahrung und oft auch entsprechendes (Spezial-)Werkzeug. In bestimmten Abständen müssen zudem besondere Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Meist werden Flüssigkeiten gewechselt (Kühl- oder Bremsflüssigkeit, Motor-, Kardan-/Getriebe- oder Telegabelöl; hier liefert der Wartungsplan die Infos). Da manche Motorradfahrer aber die entsprechenden Kilometer-Leistungen erst nach einigen Jahren erreichen, gibt es auch hier immer eine zeitabhängige Wartung (z. B. Gabelöl-Wechsel drei Jahre/30.000 km).
Nach der Garantiezeit besteht die Möglichkeit, in Absprache mit der (freien) Werkstatt nur bestimmte Wartungsarbeiten machen zu lassen, Öl oder Teile selbst zu besorgen sowie die einfachen Sachen selbst zu erledigen. Wer sich dazu entschließt oder sogar die komplette Inspektion selbst durchführen möchte, sollte dies mit Planung, in Etappen und ohne Zeitstress tun. So lassen sich z.B. die Arbeiten problemlos auf mehrere Tage verteilen. Das ist auch durchaus sinnvoll, da bestimmte Arbeiten bei warmem bzw. kaltem Motor durchgeführt werden müssen. Vorher empfiehlt sich das gründliche Studium der Reparaturanleitung, und auch viele Youtube-Videos sind oft hilfreich. Bei jedem Arbeitsgang legt man die entfernten Teile der Reihe nach ab, dann klappt es später auch mit dem Zusammenbau. Praktisch sind Magnetschalen, die das Herumrollen von Schrauben und Kleinteilen verhindern, sowie Dichtungssortimente für O-Ringe oder Metalldichtungen (gibt es z. B. bei Polo/Louis).
Vorarbeiten
Um überhaupt Wartungsarbeiten durchführen zu können, muss man oft diverse Teile abbauen. Sitzbank, Seitendeckel und Tank sind das Minimum. Der Tank hat in der Regel eine ganze Reihe von Schläuchen, die man vorsichtig entfernt und für den späteren Zusammenbau kennzeichnet. Wer häufiger schraubt, für den sind (so weit möglich) Schnellverbinder für die Benzinleitung eine gute Investition.
- Störende Teile sollten abgebaut werden.
- Unverzichtbar ist ein sicherer Stand (Haupt-/Montageständer).
Ölwechsel
Öl muss regelmäßig gewechselt werden, entweder nach einer bestimmten Laufleistung oder nach einer bestimmten Zeit. Sinnvoll sind eigentlich 12.000 km bzw. alle zwei Jahre. Bei jedem Wechsel sollten auch Ölfilter und Dichtung getauscht werden. Wichtig beim Ölwechsel ist die richtige Temperatur. Der Motor sollte warm gefahren sein (ca. 15 km Fahrstrecke/80 Grad/Schutzhandschuh!). Dann wird das Öl möglichst zügig gewechselt.
Das Öl sollte regelmäßig gewechselt werden.
Abschmieren
Jede Maschine hat einen Schmier- und Wartungsplan, dem man entnehmen kann, welche Stellen geschmiert werden müssen wie beispielsweise Hebel, die nicht beschichteten Stellen der Innenzüge, Ständer, im Prinzip alle beweglichen Teile. Gut zugängliche Punkte werden mit Fett, weniger gut zugängliche mit sauberem Motorenöl per Ölkännchen oder mit Ballistol geschmiert.
Im Prinzip müssen alle bewegbaren Teile geschmiert werden.
Nachziehen von Schrauben und Verbindungen
Vorgesehen ist auch die Prüfung des korrekten Anzugmoments wichtiger Schrauben und Muttern. Die für Motorräder typischen Vibrationen führen nämlich dazu, dass sich schnell etwas lockert. Neben den Angaben zum passenden Drehmoment braucht man dafür auch entsprechendes Werkzeug. Entweder einen Drehmomentschlüssel oder einen Adapter. Für Anfänger perfekt geeignet ist der Racefoxx-Drehmoment-Adapter, mit dem eine normale Ratsche zu einem Präzisionsdrehmomentschlüssel (von 0-200 Nm) wird. Hat man sich mit der Bedienung vertraut gemacht, stellt man das Drehmoment ein und zieht bis zum Signalton an. Praktisch ist auch, dass man bis zu zehn verschiedene Drehmoment-Einstellungen speichern kann.
Ein elektronischer Drehmoment-Adapter vereinfacht die Arbeit vor allem für Anfänger.
Bremsen
Laut Wartungsplan müssen sie eigentlich nur auf Verschleiß kontrolliert werden. Je nach Bauart (z. B. bei Schwimmsattelbremsen) sind die Beläge aber nicht immer gut sichtbar. Ich demontiere deshalb grundsätzlich die Zangen, reinige die Kolben und schmiere eventuell vorhandene Gleitbolzen. So vermeidet man die typischen Standschäden. Beim Bremsflüssigkeitswechsel richtet man sich vor allem bei ABS-Systemen nach den Vorgaben der Hersteller. Ein (teurer) Werkstattbesuch ist dann oft unvermeidbar.
Das Reinigen der Bremszangen gehört ebenfalls dazu.
Luftfilter
Er wird auf Verschmutzung geprüft und gegebenenfalls gewechselt, oft gibt es dafür auch empfohlene Intervalle. Die Airbox ist meist gut zugänglich, die Prüfung simpel. Bei der Gelegenheit kontrolliert man auch Ansaugstutzen und Gummischläuche auf Alterung und Risse.
Die Luftfilterkontrolle ist relativ einfach.
Kerzen
Möglichst nur bei kaltem Motor ausbauen. Prüfung auf Kerzenbild (bei grauer bis hellbrauner Verfärbung des Isolators und der Elektrode ist die Verbrennung in Ordnung) und korrektem Elektrodenabstand (Fahrzeughandbuch). Bei rund gebrannten Kanten oder zu großem Abstand sind die Kerzen verschlissen. Mit der Hand und viel Gefühl vorsichtig einschrauben und mit dem richtigen Drehmoment (oft nur 10-30 Nm!) anziehen.
Das Kerzenbild sollte geprüft werden.
Ventilspiel-Kontrolle und Drosselklappen-Synchronisation
Für beide Wartungsarbeiten sind sowohl Erfahrung als auch (Spezial-)Werkzeug, Tester etc. nötig. Wird das Ventilspiel verändert, muss danach auch die Synchronisation überprüft werden.
Ventilspiel
Die Ventilspiel-Einstellung gilt gemeinhin als sehr schwierig. Hat man das Prinzip aber erst einmal verstanden, ist es jedoch recht simpel. Es wird immer bei kaltem Motor geprüft. Das erste Problem ist die Zugänglichkeit. Um überhaupt an die Ventile zu gelangen, muss der Zylinderkopfdeckel demontiert und dazu gegebenenfalls das halbe Motorrad zerlegt werden. Das zweite Problem besteht darin, die richtige Position zur Prüfung bzw. Einstellung der Ventile zu finden. Nach dem Entfernen eines oder mehrerer kleinerer Deckel lässt sich die Kurbelwelle meist mit einer Ratsche und passender Nuss drehen (alternativ durch Drehen des Hinterrads mit eingelegtem Gang), und man hat einen Blick auf das Polrad mit den entsprechenden Markierungen für den oberen Totpunkt (OT).
- Der Zugang zu den Ventilen ist schwierig zu erreichen.
- Die Kennzeichnung der OT-Position kann teilweise verwirrend sein.
Aber nur, wer das System eines Viertaktmotors verstanden hat, kann damit arbeiten, denn der Arbeitszyklus besteht aus vier Takten und damit zwei kompletten Kurbelwellenumdrehungen. Man muss also nicht nur die OT-Markierung, sondern auch die Ventile beobachten, um den richtigen Takt zum Einstellen zu finden (Verdichtungstakt - alle Ventile sind im OT geschlossen). Und das für jeden Zylinder. Bei einer VFR 400 gibt es beispielsweise vier verschiedene Markierungen.
Hat man zur Korrektur des Ventilspiels Einstellschrauben (egal ob Kipp- oder Schlepphebel), dann braucht man neben einer passenden Fühlerlehre nur Geduld und etwas Fingerspitzengefühl. Bei Tassenstößeln mit Einstellplättchen (sogenannten Shims) muss man sich die passenden Shims besorgen, und auch der Wechsel ist oft kompliziert. Schlimmstenfalls müssen sogar die Nockenwellen ausgebaut werden - das bleibt Spezialisten vorbehalten. Ob das Spiel korrekt ist und überhaupt korrigiert werden muss, kann man aber bei beiden Varianten selbst prüfen, indem man den vorgegebenen Abstand mithilfe einer Fühlerlehre misst, die "saugend" zwischen Ventil und Kipp-/Schlepphebel bzw. Nocken gleiten muss. Klingt extrem kompliziert, aber wenn man es mal gesehen bzw. probiert hat, geht das leicht von der Hand.
Drosselklappen-Synchronisation (Vergaser und Einspritzer)
Nur wenn alle Drosselklappen gleichmäßig arbeiten, bekommen alle Zylinder die gleiche Menge Frischgas und stimmen Laufruhe, Ansprechverhalten und Verbrauch. Synchronisieren muss man nur Motoren mit mindestens zwei Drosselklappen und mindestens zwei Zylindern. Dazu braucht man die Vorgaben des Herstellers bezüglich der Drehzahl (1.300-2.000 U/min) und Vorgehensweise, Schläuche/Adapter und ein Messgerät. Das können klassische Unterdruck-Uhren sein oder elektronische Messgeräte, z. B. Synx (sparsame Schrauber könne sich so etwas sogar selbst bauen - Anleitung findet man im Netz). Geprüft wird bei warm gefahrenem Motor (80 Grad). Da der Motor zum Einstellen laufen muss, unbedingt für ausreichende Belüftung sorgen. Die Maschine am besten vor die Garage stellen. Meist muss man den Tank abbauen, um an die Einstellschrauben der Drosselklappen zu gelangen.
- Die Drosselklappen müssen synchron arbeiten.
Da der Motor aber zum Laufen Benzin braucht, muss man für eine entsprechende Zufuhr sorgen. Entweder durch eine Zuleitung zum Tank oder eine Benzinflasche. Liegen die Vergaser bzw. die Einspritzanlage frei, werden bei der Gelegenheit bewegliche Teile geschmiert und Schläuche und Gummis auf Risse oder Beschädigungen kontrolliert. Zwischen Drosselklappe und Ansaugkanal jedes Zylinders befinden sich entweder schon Adapter mit aufgesteckten Gummikappen oder Schrauben, die erst entfernt und dann durch Adapter ersetzt werden. Nach der Montage der Schläuche des Messgeräts kann man daraufhin bei laufendem Motor den Unterdruck messen. Reguliert werden die Drosselklappen über Einstellschrauben. Eine Drosselklappe ist fest, die anderen beweglich. Das eigentliche Einstellen ist simpel. Durch Drehen der Einstellschrauben verändert sich die Stellung der Drosselklappen und damit die Frischgaszufuhr. Mithilfe des Messgeräts und mit Ruhe und Gefühl ist auch das keine Hexerei.
Hauptuntersuchung (HU) und Inspektion
Auf ein Motorrad muss jederzeit Verlass sein. Bereits kleine technische Beeinträchtigungen oder Defekte können gravierende Auswirkungen auf die Sicherheit im Straßenverkehr haben. Nicht nur das Leben des Fahrers, sondern auch der anderen Verkehrsteilnehmer können sonst gefährdet sein. Damit es gar nicht erst soweit kommt, empfehlt sich eine regelmäßige Wartung. Hauptuntersuchung und Inspektion werden gerne miteinander in Verbindung gebracht, weil sie sich gut ergänzen. Dennoch sind die Unterschiede groß. So zeichnet sich die Hauptuntersuchung u.a. dadurch aus, dass sie, ähnlich wie für Autos, auch für Motorräder verpflichtend ist. Die erste HU steht zwei Jahre nach der erstmaligen Zulassung des Motorrads an, danach weiterhin alle zwei Jahre. Ein Überziehen ist möglich, kann aber mit einem Bußgeld geahndet werden. Bei sehr langen Zeiträumen drohen aber auch Punkte und unter Umständen ein Verlust der Zulassung. Im Mittelpunkt der HU steht die Funktionsprüfung der wichtigsten technischen Systeme. Prüforganisationen, wie z.B. der TÜV, ermitteln ob eine sichere Verkehrsteilnahme möglich ist. Unter anderem wird geprüft, ob die Bremsanlage tadellos funktioniert, die Abgasanlage in Ordnung ist und wie es um die Beleuchtung steht.
Die Inspektion erfolgt hingegen freiwillig, der Motorradbesitzer entscheidet selbst, ob er diese Form der Wartung durchführen lässt. Sofern noch eine Garantie besteht, ist diese im Regelfall an die Einhaltung der Inspektionsintervalle gekoppelt. Die Intervalle gibt der Hersteller vor, sie sind an Laufleistung oder zeitliche Vorgaben (z.B. Im Vergleich zur HU ist die Inspektion deutlich weiter gefasst. In der Fachwerkstatt werden nicht nur die sicherheitsrelevanten Eigenschaften überprüft. Stattdessen wird das Motorrad in seiner Gesamtheit unter die Lupe genommen.
Kosten und Umfang der Inspektion
Grundsätzlich gilt: Je größer der Wartungsaufwand, desto teurer wird die Inspektion. Wer kleinere Mängel bemerkt, diese jedoch nicht zeitnah behebt, hat bei einer Motorradinspektion mit umso höheren Kosten zu rechnen. Sollte es in letzter Zeit Auffälligkeiten gegeben haben, sind diese den Mitarbeitern der Werkstatt mitzuteilen. Schließlich besteht das Risiko, dass das Problem sonst im Rahmen der Untersuchung gar nicht auffällt. Außerdem sollten sämtliche Fahrzeugpapiere vorgelegt werden. Die Zulassungsbescheinigung Teil I kann beispielsweise notwendig sein, um Ersatzteilnummern zuverlässig zu ermitteln.
Frühjahrs-Checkliste
Wer mit seinem Motorrad in die neue Saison startet oder eine längere Motorradreise plant, sollte die technischen Funktionen seines Bikes zuvor überprüfen.
- Bremsen: Sind die Beläge noch gut und arbeiten die Bremsen tadellos?
- Bremsflüssigkeit, Kühlmittel und Motoröl: Was ist mit dem Füllstand?
- Motor: Wie dreht der Motor, arbeitet er im Leerlauf schön rund?
Erst wenn Sie alles in Ordnung finden, sollten Sie längere Touren mit Ihrem Bike antreten.
Die Motorrad-Inspektion - das sollten Sie wissen
Besonders für Zweirad-Einsteiger ist eine Motorrad-Inspektion in der Werkstatt sinnvoll. Dabei gibt es zwei Varianten - die große und die kleine Inspektion. Wie der Name schon verrät, unterscheiden sie sich hinsichtlich des Umfangs. Reifengummi auf poröse bzw. Auch das Motorradlicht kann die Werkstatt einstellen. Das ist sinnvoll und kostet nicht viel - etwa 10 bis max. 20 Euro. Eine kleine Inspektion bewegt sich preislich meist im Rahmen von 70 bis 200 Euro. Bei einer großen Inspektion Ihres Motorrads liegen die Kosten zwischen 200 und 550 Euro. Dabei hängen die Preise jeweils von Ihrer Maschine, der Zahl der Arbeitsstunden und der jeweiligen Service-Einrichtung ab. Zu den Kosten der Motorrad-Inspektion kommen die Preise für evtl. Reparaturen.
Roller-Inspektion
Egal, ob Elektro- oder Motorroller: Ihr Liebling auf zwei Rädern braucht nach dem Winterschlaf einen Check-up. Ähnlich wie beim Motorrad hängen auch die Kosten einer Roller-Inspektion von Ihrer Maschine und der Arbeitszeit ab. Gut zu wissen: Viele Werkstätten bieten inzwischen einen mobilen Vor-Ort-Service an, der zu Ihnen nach Hause kommt. Die meisten Hersteller geben vor, nach wie vielen Kilometern Sie Ihren Roller zur Inspektion bringen sollten. Bei der Erst-Inspektion handelt es sich meist um 500 bis 1.000 gefahrene Kilometer. Bei der Motorrad-Inspektion liegen die Intervall-Empfehlungen weiter auseinander: von 4.000 bis 10.000 Kilometer reichen hier die Hersteller-Vorgaben. Die Qualität des Motoröls verschlechtert sich im Laufe der Zeit. Deswegen sollten Sie es regelmäßig wechseln - am besten einmal im Jahr. Tatsächlich kann altes, "saures" Öl die Fahrzeugbestandteile angreifen, daher empfehlen wir den Ölwechsel im Winter.
Die beste Vorsorge für den Frühjahrs-Check: Zweiräder richtig einwintern
Wenn Sie Ihr Fahrzeug richtig einwintern, drohen beim Frühjahrs-Check kaum böse Überraschungen. Überprüfen Sie Reifen und Bremsen des Fahrzeugs. Bauen Sie die Batterie des Zweirads aus.
Was gehört zur großen Inspektion standardmäßig dazu?
Ventile einstellen? Vergaser synchronisieren? Bremsflüssigkeit/Kupplungflüssigkeit wechseln?, Bremsbeläge? Klar kommt immer drauf an, was gemacht werden muss, aber was ist sowieso immer dabei?
Eine Inspektion besteht immer aus 2 Teilen:
- Dem Prüfen (inspizieren) diverser funktions-, sicherheits- und verschließrelevanter Teile, wie z.B. Bremsbelägen, Seilzügen, Kettensatz, Reifen, Ölständ, Kühlerschläuche, usw.
- Und den planmäßigen Arbeiten alle x km oder y Monate wie Einstellung von Vergaser, Wechsel von Luftfilter und Benzinfilter, Ölwechsel, Ventilspielkontrolle und -einstellung.
Die planmäßigen Arbeiten kann man dem Wartungsplan entnehmen. Der sollte im Fahrerhandbuch zu finden sein.
Empfehlungen für eine umfassende Wartung bei 60.000 km
Wenn man gar nicht weiß, was an dem Mopped wann gemacht wurde, ist es durchaus sinnvoll, eine grundlegende Wartung zu machen. Bei einem Kilometerstand von 60000km zählt dazu ganz sicher die Ventilspielkontrolle und ggf. die Einstellung der Ventile. Anschließend sollte auch die Vergaseranlage eingestellt werden. Bremsflüssigkeit sollte alle 2 Jahre erneuert werden. Man kann den Zustand der Flüssigkeit messen oder sie einfach mal erneuern, da das nicht die Welt kostet. Den Frostschutzgehalt des Kühlmittels kann man ebenfalls messen. Auch da kann man überlegen, sie einfach mal zu erneuern, wenn das nicht eventuell im Zuge der Ventilspielkontrolle ohnehin notwendig ist.
Was gern vernachlässigt wird, ist die Schmierung der Schwingenlager, der Federbeinanlenkung und des Lenkkopflagers. Selbst wenn die Lager noch spielfrei sind, können sie schon trocken sein. Die Schmierung ist allerdings recht zeitaufwendig und entsprechend kostspielig.
Andere Verschleißteile wie Bremsbeläge oder Kettensatz werden nur geprüft und erst erneuert, wenn sie verschlissen sind. Den Luftfilter kann man auch zunächst mal anschauen und ihn ersetzen, wenn es notwendig erscheint. Für die Zündkerzen gilt das gleiche. Das Thema Ölwechsel wird ja immer heiß diskutiert. Ich persönlich wechsele das Motoröl samt Filter einmal im Jahr, zu Ende der Saison.
Kostensparende Wartungstipps
Es ist vermutlich sinniger, motor mäßig das mal überprüfen zu lassen und ggf. einstellen zu lassen.
- Ich spar geld
- Ich hab selbst was zu tun
Genau, mach das so. Bringe die Maschine am besten ohne Scheibe, Seitenverkleidung, und was sonst so ab muss und nicht wichtig ist in eine freie Werkstatt für das Ventilspiel und Vergasereinstellung. Wenn die Maschine "lange" gestanden hat, kann auch eine Vergaserreinigung sinnvoll sein.
Wenn keine Betriebsanleitung dabei war, dann ruf den Vertragshändler an und frag ihn, ob er dir so eine leere Checkliste für die Inspektion geben kann.
Problem is halt, man kann viel selbst machen, nur bei manchen Sachen is das Motorrad schon soweit auseinander genommen, das es nicht lohnt alles wieder zusammenzubauen, zum Händler zu fahren und den dann wieder alles auseinandernehmen zu lassen.
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