Motorradjacke Waschen: Eine Anleitung zur richtigen Pflege

Motorradfahrer brauchen hochwertige Schutzbekleidung. Mit richtiger Reinigung und Pflege hält diese länger, sieht gut aus und bleibt funktionstüchtig. Das Angebot an Motorradbekleidung ist groß - von der Lederkombi über die textile Variante hin zu atmungsaktiven Membranen. Wie diese Kleidungsstücke gereinigt und gepflegt werden sollten, hängt in erster Linie vom Material ab.

Vorbereitung zur Reinigung der Motorradbekleidung

Bevor die Motorradbekleidung gewaschen wird, müssen die Protektoren entfernt werden. Motorradbekleidung verfügt häufig über Innenjacken, welche vor dem Waschen entfernt und separat gewaschen werden sollten. Anschließend sollten Reißverschlüsse, sowie Klettverschlüsse und Knöpfe geschlossen werden. Zusätzlich sollten Sie sämtlich Taschen leeren.

Textile Motorradbekleidung waschen

Bei textiler Motorradbekleidung mit Membranen wie Gore-Tex sollten Sie grundsätzlich die eingenähte Pflegeanleitung des Herstellers beachten. Prinzipiell können Sie solche Jacken, Hosen oder Kombis im Schonwaschgang mit Spezial- oder Feinwaschmittel in der Waschmaschine bei bis zu 30 Grad waschen. Starke Verschmutzungen sollten Sie vorbehandeln. Damit keine Waschmittel-Rückstände entstehen, sollten Sie die Kleidung ausreichend klarspülen. Am besten wiederholen Sie den Spülgang einfach. Weichspüler dürfen Sie aber auf keinen Fall verwenden.

Jacken und Hosen aus der BMW Motorrad Kollektion, die aus Polyester oder Materialkombinationen mit Polyester gefertigt sind, erfüllen die neuesten Standards für Umweltschutz. Sie zeichnen sich durch ihre Leichtigkeit aus, sind wasserabweisend und besitzen eine hohe Abriebfestigkeit.

  1. Entferne vor dem Waschen die Protektoren und das Insert.
  2. Bekleidung aus Polyester wäschst Du bei 30 bis 40 Grad im Schonwaschgang. Verwende BMW Motorrad Funktionswaschmittel oder ein flüssiges Feinwaschmittel aber keinen Weichspüler. Anschließend ausreichend klarspülen.
  3. Nach dem Waschen hängst Du das Kleidungsstück auf und trocknest es bei Raumtemperatur. Lege es nicht über die Heizung und lass es nicht in der Sonne trocknen.
  4. Bekleidung aus Polyester oder Materialmix kannst Du auf kleiner Stufe bügeln. Durch Bügeln laut Pflege-Etikett kann der Imprägnier-Effekt reaktiviert werden. Plastik-Hartteile, Reflex-Druck und Klettriegel nicht überbügeln!

Motorradjacken und -hosen im Schonwaschgang mit Spezial- oder Feinwaschmittel in der Waschmaschine bei bis zu 30 Grad waschen und möglichst auf den Schleudergang verzichten. Damit keine Waschmittel-Rückstände entstehen, die Kleidung ausreichend klarspülen. Auf Weichspüler sollte verzichtet werden, da die in Motorradjacke und -hose verarbeiteten Gummibänder durch Weichspüler an Spannung verlieren und so kein perfekter Sitz der Textilkombi mehr gewährleistet ist. Dazu verstopfen Weichspüler die Poren der Membran.

Trocknen der Motorradbekleidung

Falls Jacke und Hose zum Trocknen in den Wäschetrockner dürfen, befolgen Sie die dazugehörigen Angaben auf dem Etikett. Ist die Bekleidung nicht für den Trockner geeignet, einfach auf einen Wäscheständer legen und langsam trocknen lassen. Dabei den Ständer nicht in der unmittelbaren Nähe der Heizung oder in die pralle Sonne stellen, um das Außenmaterial zu schonen. Verfügt die Motorradjacke über Stretch-Einsätze, sollte sie nicht aufgehangen werden, um das Stretch-Material nicht auszuleiern, denn die Jacke ist nach dem Waschen mit Wasser vollgesogen und um einiges schwerer.

Lederkombi reinigen und pflegen

Lederkombis, Hosen und Jacken aus Glattleder sollten Sie auch während der Saison regelmäßig mit einem feuchten Tuch reinigen. Hartnäckige Verschmutzungen wie tote Insekten können Sie zuvor einweichen. Bewährte Hausmittel für die oberflächliche Reinigung der Lederkombi: Kernseife und ein weicher Schwamm.

Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Motorradbekleidung aus Glattleder regelmäßig mit Lederfett oder besser noch mit speziellem Lederöl pflegen. Das verhindert nicht nur das Austrocknen und Verhärten des Leders, es schützt auch gegen allzu schnelles Eindringen von Nässe. Noch besser können Sie Lederbekleidung gegen Regen schützen, indem Sie vor dem Einfetten auf die trockene Oberfläche ein Imprägnierspray für Motorradkleidung auftragen. Der Regen perlt dann besser ab, und das Leder saugt sich nicht so rasch voll. Wasserdicht wird die Bekleidung dadurch allerdings nicht.

Mindestens einmal im Jahr steht das große Pflegeprogramm auf der Tagesordnung - vor dem Einlagern der Ausrüstung zu Beginn der Winterpause. Weil Leder als natürlicher Rohstoff atmet, sollten Sie mit dem Fett oder Öl sparsam umgehen. Wird Leder zu stark eingefettet, setzen sich die Poren zu, und es bilden sich hässliche Rückstande. Am besten verwenden Sie einen weichen Lappen und reiben die Oberflächen kreisförmig und dünn ein.

Normale Lederfette sind tabu. Auch für Velours- oder Nubukleder dürfen Sie statt fettiger Produkte nur ein spezielles Spray verwenden. Solches Leder kann mit einem Krepptuch gereinigt werden, das die speckig gewordene Oberfläche wieder aufraut.

Lederkombi in die Waschmaschine?

Die immer wieder gestellte Frage, ob stark verschmutzte oder verschwitzte Lederkombis und Motorrad-Handschuhe in der Waschmaschine gereinigt werden können, ist nicht eindeutig zu beantworten: Es hängt vom Leder ab. Bei neuen Lederhandschuhen ist ein Waschgang vor dem Tragen sogar ein probates Mittel, um ein Abfärben auf die Hände bei Regen zu verhindern. Ausrüstungsstücke mit Protektoren und Innenfutter sollten Sie nicht in der Waschmaschine reinigen, falls sich diese nicht herausnehmen lassen.

Imprägnierung und wasserabweisende Behandlung

Damit die Membran ihre Wirksamkeit nicht verliert, sind die meisten Kleidungsstücke ab Werk mit einer wasserabweisenden Schutzschicht versehen. Diese Beschichtung sorgt dafür, dass Wasser problemlos von Ihrer Kleidung abperlt und das Außenmaterial keine Feuchtigkeit aufnimmt. Dies hält das Kleidungsstück trocken und verhindert die Bildung von Feuchtigkeitsflecken, die durch hohen Druck zum Auslaufen führen könnten. Ohne diesen Schutz fühlt sich die Kleidung kalt und klamm an.

Wenn die bei der Produktion angewendete wasserabweisende Behandlung nicht mehr reaktiviert werden kann, tragen Sie eine neue wasserabweisende Imprägnierung auf. Schließen Sie alle Reißverschlüsse, entfernen Sie alle herausnehmbaren Protektoren und das Innenfutter. Befolgen Sie die Anweisungen auf dem Waschetikett in der Kleidung. Hängen Sie das Kleidungsstück auf einen Kleiderbügel. Halten Sie die Spraydose 15 - 30 cm vom Kleidungsstück entfernt und sprühen Sie dann das Kleidungsstück (außen) großzügig ein.

Sowohl Hey als auch Grangers XT Proofer erfordern keine thermische Aktivierung. Die Haltbarkeit von Grangers XT Proofer ist um ein Vielfaches höher als die von Hey. Bei 40 Grad in der Maschine waschen und eine kleine Menge Flüssigwaschmittel verwenden. Zweimal ausspülen, minimal schleudern, um Falten zu vermeiden. Verwenden Sie kein Waschpulver oder Produkte, die Weichspüler, Spülungen, Fleckentferner oder Bleichmittel enthalten.

Trocknen Sie das Kleidungsstück auf der Wäscheleine oder im Wäschetrockner bei warmer, mäßiger Temperatur. Wenn Sie keinen Trockner haben, bügeln Sie die getrocknete Kleidung auf niedriger Stufe (warm, kein Dampf) mit einem Handtuch oder Handtuch auf dem Kleidungsstück. Wir empfehlen, zu Hause zu waschen und zu bügeln. Wenn eine chemische Reinigung erforderlich ist, fragen Sie sie, ob sie mit einer farblosen, destillierten Kohlenwasserstofflösung spülen und ob sie vor dem Trocknen DWR auf den Oberstoff des Kleidungsstücks sprühen können.

Spezielle Hinweise zur Lederpflege

Waschen Sie Lederbekleidung nicht in der Waschmaschine, sondern entfernen Sie den Schmutz mit einem feuchten Tuch. Für Lederbekleidung mit Membran empfehlen wir HEY impra Aktivpolitur. Erhältlich in Schwarz und Farblos. Imprägnierspray für Lederhandschuhe? Es reicht lediglich Lederfett. Eine Imprägnierung ist nicht notwendig (jedoch mit Textilhandschuhen!) Das Fett auf dem Leder sorgt für eine wasserabweisende Wirkung.

Um ein Auslaufen von Textilhandschuhen zu verhindern, sprühen Sie diese mit HEY impra TEX oder GRANGERS XT-Proofer ein. Erhitzen Sie es einfach mit einem Bügeleisen oder geben Sie es in den Trockner, dann füllt sich der Stoff nicht so schnell.

Pflege von Motorradbekleidung nach dem Waschgang

Gerade aufgrund der hohen Beanspruchung beim Motorfahren brauchen sowohl Kombis aus Leder als auch Textilbekleidung deutlich mehr Pflege als normale Bekleidung. Nach dem Waschen der Motorradbekleidung erfolgt die Nachbehandlung. Mit Imprägnierung, Ölen der Reißverschlüsse und korrekter Lagerung können Sie die Nutzungsdauer der Motorradbekleidung verlängern.

Motorradbekleidung richtig aufbewahren

Motorradbekleidung sollten Sie nur an trockenen Orten überwintern, an denen relativ gleichmäßige Temperaturen herrschen. Am besten ist hierfür ein Kleiderschrank geeignet, in den Sie die Kombi samt Innenfutter und Protektoren auf einen Bügel hängen können.

Beachten Sie: Wenn Sie die Motorradbekleidung zusätzlich durch einen Kleidersack schützen möchten, muss dieser luftdurchlässig sein - einen Plastiksack ohne Luftlöcher sollten Sie unten offen lassen. Grundsätzlich sollten Sie es vermeiden, Leder und Textilien zu falten. Leder kann sich an den Faltstellen verziehen oder verfärben.

Sowohl Lederkombi als auch textile Motorradbekleidung sollten an einem trockenen Ort ohne größere Temperaturschwankungen aufbewahrt werden. Außerdem sollte genug Platz vorhanden sein, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten. Wird Motorradbekleidung in einem Kleidersack aufbewahrt, sollte dieser unbedingt luftdurchlässig oder unten offen sein.

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