Motorrad Jethelm mit Visier Test: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Ob auf der Vespa durch die Stadt oder lässig auf dem Café Racer unterwegs - Jethelme sind weit mehr als nur ein modisches Accessoire. Sie bieten urbane Flexibilität, einen Hauch Retro-Charme und ein angenehm luftiges Fahrgefühl. Doch wie steht es um Sicherheit, Komfort und Ausstattung? Wir klären auf, für wen sich Jethelme wirklich lohnen - und welche Modelle 2025 besonders überzeugen.

Was ist ein Jethelm?

Ein Jethelm, auch offener Helm oder Halbschalenhelm genannt, schützt den oberen, seitlichen und hinteren Bereich des Kopfes - verzichtet aber auf ein Kinnteil. Genau das macht ihn so luftig und leicht, birgt aber auch gewisse Risiken. Nicht zu verwechseln mit der sogenannten Braincap - die oft ohne ECE-Zulassung ist und eher der Optik als dem Schutz dient.

Jethelme stammen ursprünglich aus der Luftfahrt - die ersten Varianten waren aus Leder und dienten vor allem dem Wind- und Kälteschutz. Gut geschützt und gleichzeitig mit klarer Sicht und ausreichend Belüftung Motorrad fahren? Mit einem Jethelm ist das kein Problem.

Offene Motorradhelme sind praktisch und geben ein Gefühl von Freiheit. Allerdings haben sie auch ihre Grenzen. Die AUTO ZEITUNG erklärt, was man zu den sogenannten Jethelmen wissen sollte und gibt Produktempfehlungen.

Jethelm vs. Integralhelm: Was ist der Unterschied?

Jethelme basieren auf einer vorne offenen Helmschale, während Integralhelme über einen festen, komplett umlaufenden Kinnbügel verfügen. Viele Jethelme haben ein Visier, das das Gesicht teilweise oder vollständig bis zum Kinn bedeckt. Somit werden Wind, Insekten und Schmutz abgehalten.

Jethelme sind aufgrund der luftigen Bauweise und des einfachen Anziehens vor allem auf Kurzstrecken in Innenstädten beliebt. Tourenfahrer:innen und Fans des sportlichen Motorradfahrens greifen aufgrund der Sicherheit und des Geräusch- sowie Windkomforts häufiger auf Integralhelme zurück.

Sicherheitsaspekte von Jethelmen

Was die Sicherheitseinstufung betrifft, so müssen alle in Deutschland verkauften Motorradhelme, einschließlich der hier vorgestellten Jethelme, der Norm ECE 22.05 (Economic Commission for Europe) entsprechen. Die Norm nach ECE sorgt dafür, dass der gekaufte Motorradhelm beispielsweise auch in Frankreich oder Spanien legal genutzt werden kann.

Beim Kauf eines Motorradhelms ist neben der gültigen Norm nach ECE die Passform genauso wichtig wie bei jeder anderen Art von Helm. Er sollte eng anliegen und nicht verrutschen, wenn er einmal aufgesetzt ist, aber dennoch bequem sein.

Jethelme entsprechen den in Deutschland geltenden Anforderungen an Motorradhelme und decken verschiedene Unfallszenarien ab. Trotzdem sollte man sich beim Kauf eines Jethelms bewusst sein, dass sie bauartbedingt weniger sicher sind als Integralhelme. Bei einem Unfall sind Kinnpartie und Gesicht erheblich weniger geschützt und der Helm sitzt weniger sicher.

Kaufberatung: Worauf Sie achten sollten

Jethelme gibt es in Hülle und Fülle. Unabhängig vom Preis bieten alle Jethelme, die nach ECE-22 oder DOT zertifiziert sind, einen soliden Kopfschutz. Preisunterschiede ergeben sich meist durch die Art der Verarbeitung, Komfortausstattungen wie z.B. die Qualität der Polster, Designs und Verzierungen.

Manche Preise haben auch einfach mit dem Renommé der Marke zu tun. Wichtig ist auf jeden Fall, das gilt für alle Helme, dass er gut und fest sitzt, aber ohne zu drücken. Der Helm muss zur Kopfform passen und das gilt auch für die Polster.

Wenn der Helm Schläfen- und Ohrenpolster hat, sollten sie gut aufliegen ohne einzuengen. Ein guter Sitz ist bei ihnen wichtig für die Absorption von Fahr- und Windgeräuschen.

  • Der Jethelm sollte zur Kopfform passen.
  • Kundenmeinungen im Internet, soweit vorhanden, sind zwar grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen.
  • Trotzdem können Sie darunter gelegentlich Hinweise finden, wie die Größen eines bestimmten Herstellers ausfallen.
  • Der Helmgurt muss gut verstellbar und ausreichend lang sein.
  • Die meisten Helme heutzutage haben einen Ratschenverschluss.
  • Ratschenverschlüsse sind in aller Regel etwas besser zu handhaben und auch sicherer als Klickverschlüsse.

Sind Sie Brillenträger? Dann sollten Sie natürlich darauf achten, dass der Helm vom Hersteller für Brillenträger freigegeben ist. Bei Jethelmen spielt das denn eine Rolle, wenn der Helm über ein Visier verfügt. Dann muss hinter dem Visier ausreichend Platz für die Brille sein.

Aus hygienischen Gründen ist es ratsam, wenn die Helmpolster herausnehmbar und waschbar sind.

Empfohlene Jethelm Modelle

Hier ist eine Übersicht verschiedener Jethelm-Modelle mit ihren jeweiligen Eigenschaften:

  • LS 2 Airflow: Günstig, großes Visier, gepolsterter Kinnriemen, Lüftungsöffnungen.
  • AGV K5 Jet Evo: Schale aus Carbon und Glasfaser, Belüftungsöffnungen, Sonnenblende.
  • Caberg Flyon II: Fiberglas-Schale, herausnehmbares Innenfutter, großes Visier mit Verriegelungsmechanismus, integrierte Sonnenblende.
  • Scorpion Exo City: Im Windkanal getestet, leise und angenehm zu tragen, Schale aus Verbundpolycarbonat, hypoallergenes Innenfutter.
  • Shoei J-Cruise: Schale aus Bio- und Multikompositfasern, herausnehmbare Wangen- und Mittelpolster, Hauptvisier mit Pinlock-Antibeschlag-Einsatz, Lufteinlässe und Belüftungsöffnungen, herunterklappbare Sonnenblende.
  • Shark Citycruiser: Lange Seitenteile, tiefes Hauptvisier, Lufteinlässe an der Vorderseite und ein hinterer Extraktor.
  • Nolan N21: Schale aus Polycarbonat, klassisches Design.

Jethelm Test & Vergleich: Weitere Modelle im Überblick

Hier ist eine Übersicht weiterer Jethelm-Modelle, die in verschiedenen Tests und Vergleichen gut abgeschnitten haben:

  • YM-627 von YEMA Helmets: Mit Sonnenblende, verstellbares Belüftungssystem, austauschbares Visier, herausnehmbares Innenpolster.
  • H740-M von Protectwear: Schild, für den Straßenverkehr zugelassen, mit anderen Schutzausrüstungen kombinierbar, integriertes Sonnenvisier.
  • Jet Motorrad-Helm von Westt: ECE R22.05 Zertifizierung, 3D-Polster, herausnehmbares und waschbares Polster.
  • HESHUN EUROPE S.L. von BSWAY: Für Brillenträger geeignet, mit Visier, herausnehmbares Innenfutter.
  • W-002 von Westt: Abnehmbares Anti-Beschlag-Visier, herausnehmbares und waschbares gepolstertes Futter.
  • Motorradhelm von Origine: Doppelvisier-Technologie, ECE 22-05 Zertifizierung.
  • YM-627WM-2 von YEMA Helmets: Dual-Visier-System, Belüftungssystem, herausnehmbare und waschbare Innenpolsterung.
  • 231wgL von RALLOX Helmets: Klares Visier mit Rasterung, Schnellverschluss am Kinnriemen.

Weitere Jethelm Empfehlungen und Testergebnisse

Hier sind einige weitere Jethelme, die in Tests gut abgeschnitten haben:

  1. Schuberth J2: Leise und sicher, Superausstattung, hoher Tragekomfort.
  2. Schuberth M1 Pro: Hervorragend verarbeitet, sehr großes Sichtfeld, angenehmer Tragekomfort.
  3. HJC F31: Hochwertig verarbeitet.
  4. Nolan N21: Schön anzuschauender und top verarbeiteter Jethelm.
  5. Shark Drak: Recht leiser Helm, ungewöhnliches Design.

Es gibt auch einige Modelle, die bisher noch keine Testergebnisse haben, aber dennoch interessant sind:

  • AGV Eteres
  • Craft Fiberglas Jethelm Comfort SV Schwarz
  • Shoei J-Cruise3
  • Scorpion Belfast EVO FC Barcelona
  • Helstons Sun Carbon
  • Hedon Hedonist
  • Caberg SOHO
  • Arai SZ-R EVO

Retro-Jethelme im Test

MOTORRAD testete 10 aktuelle Modelle auf dem TÜV-Prüfstand.

  • Testsieger: BMW Bowler
  • Kauftipp: Redbike RB-756 Titanium

Es gibt gute Argumente, die für den Jethelm sprechen. Nämlich dann, wenn ihr Träger durch ein größeres Sichtfeld den Verkehr besser wahrnimmt, durch bessere Belüftung munterer bleibt, deutlicher hört und ein direkteres Gefühl für die gefahrene Geschwindigkeit hat.

Zusammenfassung einiger Top-Modelle

Hier eine kurze Zusammenfassung einiger der genannten Modelle:

  • BMW Bowler: Toll gemacht und vor allem klein und schlank, hervorragende Verarbeitung, gute Schlagdämpfungswerte.
  • Redbike RB-756 Titanium: Bequemer und kuscheliger, Ausstattung und Preis stimmen ebenfalls, sehr breiter Einstieg.
  • Bell Custom 500: Edle Aufmachung, überzeugende Passform, fairer Preis.
  • Bogotto V541 Scacco: Im Bogotto ist es richtig kuschelig, und den Helmschirm gibt es serienmäßig.
  • Craft Jethelm 1.0 3C: Am Kinnriemen scheiden sich die Kehlen - für manchen Kehlkopf sitzt er etwas weit hinten. Ansonsten? Alles sehr komfortabel!
  • Harley-Davidson Retro Tank Stripe ¾ Helmet: Der puristische Harley-Helm macht keinen Hehl daraus, woher er stammt.
  • Nexx X.G10 Purist: Der schlankere Doppel-D-Verschluss macht ggf. den Unterschied zum sehr ähnlichen Craft. Auch hier gilt: eine echte Komfortzone.
  • Nishua Jet 2: Das ist eindeutig kein Turnschuh, das Hineinschlüpfen fühlt sich aber ähnlich angenehm an. Passform? Überaus knackig!
  • Premier Vintage Classic: Ordentlich verarbeitet, Kinnriemen dort, wo er hingehört, komfortable Innenausstattung und fünf Jahre Garantie - passt.
  • Sena Savage: Reinschlüpfen, wohlfühlen - und dann munter drauflosplaudern, denn der Savage hat ein serienmäßiges Kommunikationssystem.

Wichtige Hinweise zur Helmpflege

Moderne, hochwertige Helme altern deutlich langsamer als Helme früherer Baujahre. Deswegen und wegen der Anpassung der aktuellen Prüfnormen sollten Sie keine Motorradhelme mehr verwenden, die nicht mindestens nach ECE-R 22.05, besser ECE-R 22.06 zugelassen wurden.

Bei regelmäßiger Verwendung des Helms gelten im Allgemeinen fünf Jahre als angemessene Nutzungsdauer.

Das Innenpolster von Helmen setzt sich bei regelmäßiger Verwendung des Helmes. Dadurch kann der ursprünglich straffe und sichere Sitz des Helmes am Oberkopf beeinträchtigt sein. Wenn möglich und vom Hersteller laut Gebrauchsanleitung so vorgesehen, sollten Sie dann das Innenfutter herausnehmen und reinigen.

Unbedingt die Herstelleranweisungen beachten und im Zweifelsfall den Händler mit diesen Arbeiten betrauen. Nach der Reinigung und der richtigen Montage des Futters sitzt der Helm im günstigsten Fall so straff wie beim Kauf.

Unabhängig vom Reinigungszustand des Helmfutters sollten Sie von Zeit zu Zeit den Sitz des Helms und die Länge des Kinnriemens prüfen. Beides kann sowohl beim (schnellen) Fahren als auch bei einem Unfall entscheidenden Einfluss auf Ihre Sicherheit haben.

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