Motorrad-Saisonkennzeichen: Vor- und Nachteile

Ein Saisonkennzeichen für Dein Motorrad ist ein Kennzeichen, mit dem Du Dein Motorrad nur für eine festgelegte Zeitspanne im Jahr anmeldest. Für Schönwetter-Motorradfreunde können Saisonkennzeichen jedenfalls immer die preisgünstigere Lösung sein. Du legst bei Deinem Motorrad-Saisonkennzeichen fest, von wann bis wann es gilt.

Vorteile eines Motorrad-Saisonkennzeichens

  • Kostenersparnis: Du zahlst Kfz-Versicherung und Kfz-Steuer nur für die Monate, in denen Du das Motorrad angemeldet hast (z. B. März bis Oktober).
  • Zeitersparnis: Außerdem entfällt das jährliche An- und Abmelden, was neben Zeit zusätzlich Gebühren spart.

In der Summe der jährlichen Versicherungsprämie macht sich das Saisonkennzeichen am deutlichsten bemerkbar. Die Faustregel für die Kosten ist im Prinzip ganz einfach: Ein Versicherungszeitraum von beispielsweise 7 Monaten (April bis Oktober) beträgt sieben Zwölftel der Versicherungsprämie für ein ganzes Jahr. Letztendlich könnten also rund 200 EUR gespart werden.

Wer sein Auto, Wohnmobil oder Motorrad nicht das ganze Jahr über nutzt, kann sich für das Saisonkennzeichen entscheiden, um bei der Kfz-Versicherung und Steuer Geld zu sparen. Wer sein Auto nur einige Monate des Jahres fährt, kann das Saisonkennzeichen nutzen. Halter können damit bei den Steuern und der Versicherung Geld sparen. Diesen Vorteil machen sich vor allem Besitzer von Cabrios, Oldtimern, Wohnmobilen oder Motorrädern zunutze.

Beispielrechnung

So könnte z.B. für eine BMW R1200 GS eine Versicherungsprämie (Haftpflicht + Vollkasko / 12 Monate) 476 EUR betragen. Von der Versicherungssumme 7/12 gerechnet, würde eine Summe von 278 EUR ergeben.

Nachteile eines Motorrad-Saisonkennzeichens

  • Wenig Flexibilität: Du darfst außerhalb der Saison nicht fahren - selbst bei bestem Wetter. Spontane Fahrten bei Frühlingseinbruch sind tabu.
  • Schadenfreiheitsrabatt: Bei einer Anmeldung von unter 6 Monaten pro Saison profitierst Du nicht von einer besseren Schadenfreiheitsklasse im nächsten Jahr.
  • Abstellplatz erforderlich: Saisonkennzeichen bedeutet auch, dass das Motorrad einen privaten Abstellplatz oder eine Garage zum Abstellen in der zulassungsfreien Zeit benötigt.
  • Strafen bei Missachtung: Wer sein Motorrad mit Saisonkennzeichen außerhalb der Zulassungszeit fährt, riskiert hohe Strafen inklusive Punkte in Flensburg. Sogar das Parken auf öffentlichen Plätzen wird entsprechend bestraft.

Das Motorrad darf außerhalb des festgelegten Geltungszeitraums nicht in der Öffentlichkeit gefahren werden. Das Abstellen auf öffentlichen Parkplätzen oder Gemeinschaftsparkplätzen ist in der zulassungsfreien Zeit verboten. Außerhalb der Saisonkennzeichen-Zulassungszeit dürfen auch keine Überführungsfahrten, Probefahrten oder Werkstattfahrten vorgenommen werden. Wenn das Wetter an schönen Herbsttagen zur Ausfahrt mit einem Cabrio einlädt, ist dies nicht möglich, wenn der versicherte Zeitraum abgelaufen ist. Das Saisonkennzeichen ist somit wenig flexibel.

Gültigkeitszeitraum wählen

Den richtigen Zeitraum für Motorrad-Saisonkennzeichen festzulegen, welche Monate die optimale Lösung sind, ist immer individuell zu betrachten. Der Geltungszeitraum ist jedoch frei wählbar, muss mindestens 2 Monate und darf höchstens 11 Monate betragen. Der Begriff "Saison" ist bei dieser Kennzeichen-Art natürlich nicht auf eine oder mehrere echte Jahreszeiten begrenzt. Damit wird einfach nur der bestimmte Zulassungszeitraum bezeichnet, für den das Saisonkennzeichen gilt.

  • Saisonkennzeichen beginnen am 1. Tag des Start-Monats und enden am letzten Tag des End-Monats.
  • Der mögliche Saison-Zeitraum liegt zwischen 2 und 11 Monaten.
  • Innerhalb dieses Zeitraums ist keine Unterbrechung möglich.

Die festgelegte Nutzungsdauer wird im Fahrzeugschein, in der Versicherungskarte und direkt auf dem Nummernschild vermerkt. Es gibt keine Vorgaben, in welchen Monaten das Saison­kenn­zeichen für Motorräder möglich ist. In der Praxis wird überwiegend ein Saisonkennzeichen für 7 Monate, von April bis Oktober, benutzt.

Versicherungsschutz

Wie jedes andere Fahrzeug, das auf einer öffentlichen Straße gefahren wird, benötigt ein Motorrad mit Saisonkennzeichen eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Kaskoversicherungen sichern Schäden an Deinem eigenen Motorrad ab. Die Teilkasko übernimmt beispielsweise Risiken wie Brand und Explosion, Diebstahl, Kollision mit Tieren oder Bruchschäden an den verglasten Elementen wie Windschild oder Scheinwerfern. Eine Vollkasko schützt Dich und Dein Motorrad zudem gegen Schäden durch Vandalismus und ersetzt Reparaturkosten, wenn Dein Motorrad bei einem selbstverschuldeten Unfall Schaden nimmt.

Mit dem Saisonende erlischt Deine Versicherung aber nicht. Sie läuft in der nächsten Saison automatisch weiter. Hast Du ein Saisonkennzeichen, geht Deine Motorradversicherung mit dem Saisonende in eine Ruheversicherung über. Damit die Ruheversicherung außerhalb des Saisonzeitraums greift, stellen die Motorrad-Versicherer Voraussetzungen an den Stellplatz. Viele Kfz-Versicherer verlangen eine sogenannte „Umfriedung“. Dies kann ein privater Abstellplatz, eine Garage oder ein umzäuntes Gelände sein.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, greift bei Schäden während der Ruhezeit die Kfz-Haftpflichtversicherung bzw. Kaskoversicherung. Bestimmte Fahrten sind bei einer Motorradversicherung mit Saisonkennzeichen auch während der Ruhezeit versichert. Das sind Fahrten, die in Zusammenhang mit der Zulassung stehen oder die zur Haupt- und Abgasuntersuchung notwendig sind. Allerdings beschränkt sich der Versicherungsschutz bei solchen Fahrten ausschließlich auf den eigenen Zulassungsbezirk und einen angrenzenden Zulassungsbezirk.

Aufbau des Saisonkennzeichens

Das Motorrad-Saisonkennzeichen ist zweiteilig aufgebaut und ähnelt dem herkömmlichen Motorradkennzeichen:

  • Obere Zeile: Dabei handelt es sich um das Kürzel des Zulassungsbezirks.
  • Untere Zeile: Hier steht die sogenannte Erkennungsnummer, die aus einer individuellen Kombination von Buchstaben und Zahlen besteht.

Optische Besonderheit des Saisonkennzeichens: In der oberen rechten Ecke ist der Gültigkeitszeitraum vermerkt. Die obere Ziffer gibt den Monat an, in dem die Saison beginnt, die untere steht für den Monat, in dem die Saison endet.

Ruhezeit des Motorrads

Am ersten Tag des Monats, der auf das angegebene Enddatum folgt, beginnt die Ruhezeit für Dein Motorrad. Das bedeutet:

  • Du darfst Dein Motorrad nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr bewegen.
  • Das Abstellen auf öffentlich zugänglichen Park- und Abstellplätzen, Straßen und Gehwegen ist nicht erlaubt.

Stelle Dein Motorrad auf einem privaten Parkplatz oder in einer Garage ab. Wird das Motorrad außerhalb des angegebenen Zeitraums im öffentlichen Raum abgestellt, kostet das 40 Euro. Fährst Du mit einem Saisonkennzeichen außerhalb der Saison, hast Du keinen Versicherungsschutz. Hast Du einen Unfall, musst Du den Schaden selbst zahlen! Abhängig davon, ob Du fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hast, droht Dir sogar eine Haftstrafe.

Beispiel: Das Saisonkennzeichen für das Motorrad gilt vom 01.03. bis zum 30.10. des Jahres.

Zeitraum 01.01. bis 28.02. 01.03. bis 30.10. 01.11. bis 31.12.
Zugelassen? Nein Ja Nein
Status? Stillgelegt Darf gefahren werden Stillgelegt

Kosten für das Saisonkennzeichen

Die Kosten für das Saisonkennzeichen Deines Motorrads sind nicht bundeseinheitlich geregelt. Mit diesen Kosten solltest Du bei der Anmeldung Deines Motorrads mit Saisonkennzeichen rechnen:

  • Anmeldung Zulassungsbehörde: Der Gebührensatz variiert je nach Zulassungsbezirk. Ca. 26 Euro.
  • Wunschkennzeichen: 10,20 Euro (bundesweit einheitlich)
  • Kennzeichen & Druck: 10 bis 25 Euro.

Insgesamt liegen die Kosten für die Anmeldung Deines Motorrads mit einem Saisonkennzeichen zwischen 35 und 65 Euro.

Häufig gestellte Fragen

  • Darf ich außerhalb der Saison fahren? Nein, außerhalb der eingetragenen Zeit darfst Du nicht auf öffentlichen Straßen fahren. Es besteht mit dem Motorrad-Saisonkennzeichen kein Versicherungsschutz.
  • Kann ich den Zeitraum anpassen? Ja, Du kannst den Zeitraum anpassen, aber das ist mit Aufwand verbunden. Du musst bei der Zulassungsbehörde das Motorrad neu zulassen und ein neues Kennzeichen beantragen. Auch Deine Motorradversicherung kündigst oder wechselst Du.
  • Profitiere ich von einer besseren SF-Klasse? Ja, Du kannst auch mit einem Saisonkennzeichen von einer besseren SF-Klasse profitieren.
  • Kann ich von Saison- auf Ganzjahreskennzeichen ummelden? Ja, Du kannst Dein Motorrad von einem Saisonkennzeichen auf ein ganzjähriges ummelden.

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