Eine richtig gespannte Kette ist entscheidend für die Leistung und Lebensdauer eines Motorrads. Eine zu straff gespannte Kette kann jedoch zu einer Reihe von Problemen führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen und Folgen einer solchen Situation.
Ursachen einer zu straff gespannten Kette
Die häufigste Ursache ist eine falsche Einstellung der Kettenspannung. Die Angabe zum richtigen Durchhang der Kette findest du in der Bedienungsanleitung deines Motorrades. Falls du diese nicht mehr hast, gibt es einen Tipp weiter unten.
- Falsche Einstellung: Viele Motorradfahrer stellen die Kettenspannung zu straff ein, oft aus Unwissenheit oder falscher Interpretation der Herstellerangaben.
- Einstellung auf dem Hauptständer: Es ist wichtig zu beachten, dass die Kettenspannung unter Belastung, also wenn der Fahrer auf dem Motorrad sitzt, anders ist als auf dem Hauptständer.
- Ungleichmäßige Längung: Eine ungleichmäßige Längung der Kette kann dazu führen, dass einige Abschnitte der Kette zu straff sind, während andere locker sind.
Folgen einer zu straff gespannten Kette
Eine zu straff gespannte Kette kann verschiedene negative Auswirkungen haben:
- Erhöhter Verschleiß: Eine zu straffe Kette verschleißt sehr schnell und kann das Lager vom Getriebeausgang beschädigen.
- Beschädigung der Getriebeausgangswelle: Die Getriebeausgangswelle kann in Mitleidenschaft gezogen werden, was zu teuren Reparaturen führen kann.
- Leistungsverlust: Mit einer zu straffen Kette verlierst du auch deutlich an Leistung.
- Geräusche: Ein seltsames, unregelmäßiges "klong" Geräusch aus Richtung Kette, Ritzel kann auftreten.
Wie man eine zu straffe Kette erkennt
Es gibt mehrere Anzeichen, die auf eine zu straff gespannte Kette hindeuten können:
- Geräusche: Ungewöhnliche Geräusche wie ein "klong" oder Knacken aus dem Bereich der Kette und Ritzel.
- Schwergängigkeit: Das Motorrad rollt schwergängiger aus als normal.
- Geringer Durchhang: Der Kettendurchhang ist deutlich geringer als vom Hersteller vorgeschrieben.
Prüfung und Einstellung der Kettenspannung
Um sicherzustellen, dass die Kette richtig gespannt ist, sollten folgende Schritte beachtet werden:
- Motorrad vorbereiten: Das Motorrad muss so aufgebockt sein, dass sich das Hinterrad frei drehen lässt. Also NICHT auf dem Seitenständer abstellen! Motor AUS, Getriebe im Leerlauf.
- Kette reinigen und schmieren: Vor dem Messen der Kettenspannung solltedie Kette gereinigt und auch geschmiert werden.
- Messstelle suchen: Im Laufe ihres Lebens verzieht sich eine Kette unregelmäßig, und auch Kettenritzel und Kettenrad nutzen sich ungleichmäßig ab, auch können diese „eiern“. Daher das Hinterrad mit der einen Hand drehen und mit der anderen Hand die Kette am unteren Teil wippend leicht nach oben drücken: So wird die straffste Stelle gesucht, da ist die Messstelle.
- Kettendurchhang messen: Hinterrad so hinstellen/hindrehen, dass die zuvor gefundene straffste Stelle der Kette unten möglichst genau in der Mitte zwischen Kettenritzel und Kettenrad ist. Einen Zollstock unten an der Schwinge zur Kette hin anlegen. Kette mit dem Finger so weit nach unten ziehen, bis es nicht mehr geht, Maß am Zollstock zur Mitte einer Kettenniet nehmen. Kette mit dem Finger so weit nach oben drücken, bis es nicht mehr geht, Maß am Zollstock zur Mitte der Kettenniete nehmen. Die Differenz ist der Kettendurchhang.
- Kettenspannung einstellen: Hinterachsmutter um mindestens zwei Umdrehungen lösen, damit sich das Hinterrad leicht verschieben lässt. Wenn ein Sicherungssplint in der Achsmutter steckt, diesen vorher ausbauen: Mit einer Zange gerade biegen und herausziehen. Kontermuttern der Kettenspanner auf beiden Seiten um zwei Umdrehungen lösen. Dazu je einen Gabelschlüssel auf Kontermutter und Einstellschraube setzen und die Einstellschraube mit dem einen Schlüssel festhalten. Mit den Einstellschrauben/Einstellmuttern die Hinterachse nach hinten verschieben. In Vierteldrehungen rechts - links - rechts - links vorgehen, bis die Kette den korrekten Durchhang erreicht. Dabei kann man sich an den Markierungen orientieren, die rechts und links am Ende der Schwinge angebracht sind. Die Bezugspunkte auf der Achsaufnahme müssen auf beiden Seiten auf den gleichen Markierungen sein, ansonsten steht das Hinterrad schief.
- Abschlussarbeiten: Achsmutter mit dem vorgeschriebenen Anziehdrehmoment festziehen. Darauf achten, dass die Achsaufnahmen an den Einstellschrauben/-muttern anliegen. Kontermuttern festziehen: Vorher die Kettenspannschrauben leicht gegen die Achsaufnahmen „auf Spannung“ drehen, Kopf mit Schlüssel festhalten und Kontermuttern gegen die Schwinge festziehen (leicht handfest).
Kettendurchhang: Herstellerangaben
Die vorgeschriebene Kettenspannung (Kettendurchhang) ist je nach Hersteller und Modell unterschiedlich; sie liegt meistens im Bereich 20 bis 40 mm oder 30 bis 50 mm. Die exakte Angabe finden Sie im Handbuch Ihres Fahrzeugs.
Hinweis: Wenn man die Hinterachsmutter mit dem Drehmomentschlüssel festzieht, spannt sich die Kette wieder etwas. Deshalb vor dem Festziehen die Kette eher für „ein wenig zu locker“ erachten als zu stramm. Wenn die Achsmutter festgezogen ist, die Kettenspannung erneut prüfen.
Zusätzliche Tipps
- Schwingenschleifschutz prüfen: Prüfen Sie, ob der Kettenschleifschutz (wird auch „Kettenschleif-Führungsteil“ oder „Schwingenschutz“ genannt) vorne auf der Schwinge genügend dick und an keiner Stelle durchgeschliffen ist.
- Markierungen beachten: Markierungen für gleichmäßiges Spannen der Kette beachten.
- Regelmäßige Kontrolle: Überprüfen Sie regelmäßig die Kettenspannung, um Probleme frühzeitig zu erkennen.
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