Motorrad-Headsets machen das Fahrerlebnis nicht nur komfortabler, sondern auch kommunikativer. Je nach Modell ermöglichen sie Gespräche mit dem Sozius oder mit mehreren Bikern in der Gruppe - praktisch für den Austausch zu Route und Pausen oder zum Warnen vor Gefahren - das alles, ohne anzuhalten.
Doch die kleinen Geräte können noch mehr: Musik hören, Anrufe entgegennehmen oder Navigationsansagen folgen - alles direkt im Helm und während der Fahrt. Die Bedienung erfolgt meist per Knopfdruck oder Sprachbefehl, die Verbindung läuft über Bluetooth.
Testergebnisse im Überblick
AUTO BILD hat fünf aktuelle Modelle aus verschiedenen Preisklassen getestet. Alle Geräte lassen sich problemlos mit dem Smartphone koppeln - auch für Technik-Laien kein Problem. Im Alltagstest funktionierten alle Modelle zuverlässig, Navigation, Musik und Anrufe liefen reibungslos.
Kritikpunkt Reichweite: Die vom Hersteller angegebenen Distanzen von 1,2 bis 2 Kilometern für Intercom-Verbindungen erwiesen sich als überambitioniert. In der Praxis lag die stabile Reichweite meist nur bei 200 bis 600 Metern - abhängig vom Gelände, Helmtyp und anderen Störfaktoren. Besonders bei Carbonhelmen sinkt die Reichweite.
Gut: die Akkulaufzeiten. Je nach Modell halten die Headsets zwischen 10 und 20 Stunden durch - genug für einen ausgedehnten Tag auf zwei Rädern.
Testsieger des AUTO BILD-Headset-Tests (2024): Sena 50R
Bereits beim Design macht das 50R deutlich, dass es zu den Topmodellen zählt. Doch dient die schicke Formgestaltung nicht dem Selbstzweck, sondern unterstützt eine einfache Handhabung über drei große, leicht zu ertastende Schalter. Ein Knopfdruck auf den mittleren Taster "Hey Sena" - und schon ist das Gerät per Sprachsteuerung bedienbar.
Beeindruckend: Die Harmann-Kardon-Lautsprecher begeistern auch bei hoher Lautstärke mit einem ausgewogenen Verhältnis von Höhen und Tiefen. Besonders wirkungsvoll reduziert die Advanced Noise Control sämtliche Hintergrundgeräusche während der Intercom-Kommunikation.
Beim Laden mit dem beigelegten Wifi-Kabel werden automatische Updates aufgespielt. Negatives? Nun, dem 50R liegt lediglich eine unverständliche Quick-Start-Anleitung bei. Ein Benutzerhandbuch muss aus dem Netz heruntergeladen werden. Unterm Strich ist das Sena 50R ein tolles Gerät mit einem stattlichen Anschaffungspreis - unser Testsieger.
Preis-Leistungs-Sieger (2024): Albrecht BPA 600
Das BPA 600 des deutschen Herstellers Albrecht sieht schick aus, bietet alle wesentlichen Funktionen - und es ist günstig. Das Gerät verfügt über ein integriertes, zentral zu steuerndes FM-Radio, es unterstützt Smartphones mit Sprachsteuerung (Siri/Ok Google) und baut bis zu zwei parallele Verbindungen gleichzeitig auf, etwa Navi und Telefon.
Grundsätzlich kann das Albrecht-Headset seinen günstigen Preis nicht verbergen. Die vier kleinen Taster lassen sich erst nach einiger Gewöhnung zuverlässig bedienen und wirken wackelig, die Lautsprecher sind scharfkantig, die Kabel dünner als bei den Konkurrenten. Zudem erfolgt die Lautstärkeregelung in zu großen Schritten. Auch ist das von ausgeprägten Höhen dominierte Klangerlebnis eingeschränkt.
Dagegen ist die Geräuschunterdrückung am Mikrofon sehr effizient, und bei Ausführung und Umfang der Bedienungsanleitung kann das Albrecht punkten. Unterm Strich kann das Gerät alles, was man von ihm erwartet und wird zu Recht Preis-Leistungs-Sieger des Tests.
Die Top-Modelle im Detail
Hier eine Übersicht der getesteten Modelle mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen:
| Modell | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Cardo Packtalk Edge | Einfache Montage, intuitive Bedienung, gute Geräuschunterdrückung | Klang zu höhenlastig, Bedienungsanleitung nicht zufriedenstellend |
| Cardo Freecom 4x | Einfache Bedienbarkeit mit Handschuhen, zuverlässige Sprachsteuerung | Klang besonders im Bassbereich etwas unter den Erwartungen, Bedienungsanleitung unzureichend |
| Fodsports FX8 Pro | Guter Klang, integriertes FM-Radio | Bedienung durch unklar gestaltete Taster erschwert, Bedienungsanleitung kaum hilfreich |
Wie wir die Headsets getestet haben
Begonnen haben wir mit dem Einbau der jeweiligen Geräte in unseren Testhelm. Eklatante Unterschiede der einzelnen Modelle ließen sich hierbei nicht feststellen. In den meisten Fällen kann das Bedienteil mit zwei unterschiedlichen Befestigungsmöglichkeiten am Helm fixiert werden, entweder per Klett- oder Magnethalter oder per Steck- bzw. Schiebesockel.
Innerhalb von maximal 30 Minuten waren die Headsets jeweils startklar, weitere fünf Minuten später konfiguriert und mit unserem Smartphone verbunden. Weshalb wir zügig zum Funktionstest übergehen konnten. Dabei bewerteten wir Bedienbarkeit mit (Leder-)Handschuhen, Bedienkomfort allgemein (z. B. den Sprachassistenten), Klangempfinden bei wechselnden Geschwindigkeiten bis hin zu Autobahntempo 130 km/h, Stabilität der Bluetooth-Verbindung sowie Reichweite und vieles mehr.
Parallel zu den fünf universell verwendbaren Headsets haben wir zwei helmgebundene Systeme außerhalb der Wertung mitgetestet. Wir wollten wissen, welchen Unterschied es macht, wenn ein für ein bestimmtes Helmmodell passendes System statt eines Allround-Sets verwendet wird.
Sowohl das System Schuberth SC2 für die Schuberth-Helme C5, E2 und S3 als auch das Nolan N-Com B902L R Series für Nolan N-Com-Helme funktionieren ähnlich wie die hochwertigen Modelle von Sena oder Cardo - was nicht weiter verwundert, werden doch sowohl das Nolan-System als auch das Schuberth SC2 bei Sena gefertigt.
Erwartungsgemäß passt die Remote Control perfekt zu den jeweiligen Helmen. Lautsprecher und Mikrofon etwa sind beim Schuberth S3 bereits eingebaut und bedürfen keiner Installation.
Helmgebundene Systeme im Vergleich
Der wohl augenscheinlichste Unterschied liegt in der kompakteren Unterbringung der Bedieneinheit links am Helm. So steht etwa das konventionelle Cardo Packtalk Edge 28 Millimeter und das FOD Sports FX8 Pro satte 32 mm vom Helm ab, während das helmgebundene Schuberth SC2 C5 den passenden Schuberth-Helm nur um elf mm überragt. Das Nolan-System liegt ebenfalls homogen am Nolan N-Com-Helm an und kommt zusätzlich mit einem integrierten Sicherheitsfeature, einem zweiten Zusatz-Bremslicht.
Weitere Motorrad-Headsets im Überblick
Neben den bereits genannten Modellen gibt es eine Vielzahl weiterer Kommunikationssysteme auf dem Markt. Hier eine Auswahl:
- Cardo Packtalk Edge: Das schlanke Packtalk Edge gibt sich deutlich moderner als das vorige Packtalk Bold, besitzt dieselben Stärken und meidet dessen Schwächen. Wer Freunde mit Cardos hat, greift zum Cardo und wird damit sehr zufrieden sein.
- Sena 50 S: Lautsprecher und Mikrofon wurden für das neuere 50&9;S zusammen mit den Hi-Fi-Experten von Harman Kardon entwickelt, was eine hervorragende Tonqualität zur Folge hat. Auch sonst überzeugt das etwas klobigere Gerät mit klugen Ideen.
- Cardo Spirit HD: Das Cardo-Gerät entscheidet das Einsteiger-Duell für sich: bessere Tonqualität, grandioser Bass, mehr Funktionen und kleinerer Preis.
- Sena Spider ST1: Ein Tastendruck genügt, um sich mit anderen Mesh-Produkten wie 50 R, S und C oder 30K zu verbinden, klasse! Wem unkomplizierte Verbindungen zu anderen Senas wichtiger sind als höchste Audioqualität, greift zum Spider.
Worauf muss ich beim Kauf eines Motorrad-Headsets achten?
Beim Kauf eines Bluetooth-Motorrad-Headsets ist es wichtig, auf Klangqualität und effektive Geräuschunterdrückung zu achten, besonders für klare Kommunikation bei hohen Geschwindigkeiten. Achten Sie auch auf eine lange Batterielaufzeit, Kompatibilität mit Ihrem Helm und anderen Geräten sowie einfache Bedienbarkeit, idealerweise auch mit Handschuhen.
Motorrad Kommunikation 2 Personen: Duo-Gegensprechanlagen
Eine Duo-Motorrad sprechanlage ist ein Kommunikationssystem, mit dem zwei Motorradfahrer miteinander in Kontakt bleiben können. Motorrad-Duo-Gegensprechanlagen werden in Zweierpacks verkauft und ermöglichen es dem Motorradfahrer, mit seinem Beifahrer oder einem anderen Motorradfahrer zu kommunizieren.
Sie eignen sich für Paare, die romantische Ausflüge machen, oder für Eltern, die ihre Leidenschaft für Motorräder mit ihren Kindern teilen möchten.
Wichtige Kriterien bei der Auswahl einer Duo-Gegensprechanlage
- Reichweite: Wie weit können die beiden Geräte voneinander entfernt sein, ohne die Verbindung zu verlieren?
- Akkulaufzeit: Wie lange hält der Akku bei aktiver Nutzung?
- Klangqualität: Ist die Sprachübertragung klar und deutlich, auch bei hohen Geschwindigkeiten?
- Benutzerfreundlichkeit: Ist die Bedienung einfach und intuitiv, auch mit Handschuhen?
- Kompatibilität: Ist die Gegensprechanlage mit verschiedenen Helmmodellen kompatibel?
- Wasserdichtigkeit: Ist die Gegensprechanlage gegen Regen und Spritzwasser geschützt?
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