Neun zweiteilige Motorrad-Lederkombis im preislich überschaubaren Bereich wurden getestet, um herauszufinden, ob der Spagat zwischen Komfort und Sicherheit gelingt. Style oder Sicherheit? Für viele Motorradfahrer stehen Lederkombis für beides - und das vollkommen zu Recht.
Denn einerseits hat Leder in Sachen Abriebschutz die Nase vorn vor textilen Alternativen aus Kunstfasern. Zum anderen passt der Look einer Lederkombi auch besser zu sportlichen Bikes, als es das Dreilagenlaminat mit einem Dutzend Taschen und fast ebenso vielen Belüftungsöffnungen je könnte.
Natürlich passen auch die hier getesteten Textiljacken mit ihrem Mix aus Leder und Textil hervorragend zum sportlichen Naked Bike, gern in Verbindung mit den mittlerweile beeindruckend sicheren Biker-Jeans. Doch eine oben wie unten einheitliche, knackig sitzende Lederkombi versprüht mit ihren aufgesetzten Knie-, Schulter- und Ellbogenschleifern eben mehr Racing-Spirit. Der körpernahe Schnitt sorgt nicht nur für eine direktere Verbindung zum Motorrad, sondern im Idealfall auch dafür, dass die Protektoren selbst bei einem Hochgeschwindigkeitssturz dort bleiben, wo sie hingehören.
Testsieger und Kauftipp
- Testsieger: Held Street/Rocket 3.0
- Kauftipp: Rebelhorn Rebel Jacket/Pants
Held Street/Rocket 3.0
Passform, Tragekomfort, Beweglichkeit und Protektorenausstattung gefallen, die Held-Kombi punktet zudem mit touristischen Features wie Belüftung und zahlreichen Taschen. Eine Nummer größer kaufen, und alles ist gut. Die Held-Kombi punktet zudem mit touristischen Features, unser Testsieger.
- Preis: Jacke 399,95, Hose 349,95 Euro
- Herstellungsland: Vietnam
- Zertifizierung: EN 17092, A
- Obermaterial: Rindsleder (1,2 mm), Polyamid und Polyurethan, Futter: Polyester und Polyamid
- Größen: 48-62, Kurz-, Lang- und Damengrößen
- Farben: Schwarz, Schwarz/Weiß, Weiß/Rot, Weiß/Rot/Blau, Weiß/Pink (Damenvariante)
- Gewicht (Größe 52): Jacke 2,54 kg, Hose 2,21 kg, Gesamtgewicht 4,75 kg
riesiges Größenspektrum, relativ leicht, luftiges Futter am Rücken, perforierte Bereiche, Entlüftungsöffnungen am Rücken, zusätzliche Sicherung am Verbindungsreißverschluss, Frontreißverschluss als Air-Vent nutzbar, gute Protektorenausstattung, teils verstellbar, gute Reißverschlüsse (z. T. mit Arretierung) fällt eine Nummer kleiner aus, Ärmel eng
MOTORRAD-Urteil: sehr gut
Rebelhorn Rebel Jacket/Pants
Die in Deutschland noch recht unbekannte Marke Rebelhorn zeigt mit der Kombination aus Rebel-Jacke und -Hose, wie ein sicherer Zweiteiler für den sportlichen Einsatz auszusehen hat. Unser Kauftipp entstammt von der noch recht unbekannte Marke Rebelhorn zeigt mit der Kombination aus Rebel-Jacke und -Hose, wie ein sicherer Zweiteiler für den sportlichen Einsatz auszusehen hat. Eine sehr gelungene Vorstellung!
- Preis: Jacke 379,00 Euro, Hose 299,00 Euro
- Herstellungsland: Pakistan
- Zertifizierung: FprEN 17092-3:2019, AA
- Obermaterial: Rindsleder (1,4 mm) und Polyamid, Futter: Polyester und Aramid
- Größen: 46-58
- Farben: Schwarz, Schwarz/Rot, Schwarz/Neongelb, Schwarz/Weiß, Schwarz/Grau/Neongelb
- Gewicht (Größe 52): Jacke 2,87 kg (ohne Rückenprotektor), Hose 2,33 kg (ohne Schleifer), Gesamtgewicht 5,20 kg
Beweglichkeit sehr gut, luftiges Futter, sehr gute Reißverschlüsse (z. T. mit Arretierung), üppige Protektorenausstattung, großzügige Perforation, Namensschild, Kevlar-Verstärkungen, wind- und wasserdichte Weste für innerhalb oder außerhalb der Jacke, Schleifer wechselbar etwas hohes Gewicht, nur wenige Größen
MOTORRAD-Urteil: gut
Weitere getestete Modelle
Alpinestars GP Force Chaser
- Preis: 799,95 Euro
- Herstellungsland: Vietnam
- Zertifizierung: EN 17092-3:2020, AA
- Obermaterial: Büffelleder (1,4 mm) und Polyamid, Futter: Polyester und Polyamid
- Größen: 48-60
- Farben: Schwarz/Rot, Schwarz/Weiß
- Gewicht (Größe 52): Jacke 2,57 kg, Hose 2,52 kg (ohne Schleifer), Gesamtgewicht 5,09 kg
Komfort und Beweglichkeit sind im geschmeidigen Büffelleder top, die Kombination aus sportlichem Schnitt und alltagstauglicher Ausstattung bringt jede Menge Punkte.sehr angenehmes Leder, Veloursleder am Knie für Griffigkeit (Knieschluss), elastischer Kragen mit Klettverschluss, Unterarm und Ärmelabschluss sehr komfortabel, Reißverschlüsse leicht zu bedienen, perforierte Bereiche an Jacke/Hose, Airbag-kompatibel, Namensschild, Knieschleifer im Lieferumfang, wasserdichte Innentasche wenig Größen, Naht an Verbindungsreißverschluss schwach, keine Ellbogenschleifer
Leider umfasst das Größenangebot nur Kerngrößen.
MOTORRAD-Urteil: gut
Büse Mille
- Preis: ab 649,95 Euro
- Herstellungsland: Pakistan
- Zertifizierung: EN 17092-2:2020, AAA
- Obermaterial: Rindsleder (1,2 mm), Polyamid und Elasthan, Futter: Polyester
- Größen: 46-62, Kurz-, Lang- und Damengrößen
- Farben: Schwarz/Weiß plus wahlweise Grau, Blau, Orange, Rot, Grün, Neongelb oder Gelb/Rot
- Gewicht (Größe 52): Jacke 2,85 kg, Hose 2,11kg, Gesamtgewicht 4,96 kg
Die Büse Mille gefällt mit ihrem sportlichen Schnitt, auch kurz, lang oder weiblich geratene Fahrer werden bei der immensen Größenauswahl fündig und glücklich.riesiges Größenspektrum, Belüftungsöffnungen an Taille und Schlüsselbeinen, weicher Kragen mit magnetischem Verschluss, luftiges Futter am Rücken, Reißverschlüsse teils mit Arretierung, auswechselbare Ellbogenschleifer Verbindungsreißverschluss empfindlich bei Krafteinwirkung, auf BMW S 1000 RR rutschig
Die Belüftung dürfte im Sommer gerne noch üppiger sein.
MOTORRAD-Urteil: gut
Dainese Assen 2
- Preis: 799,95 Euro
- Herstellungsland: Ukraine
- Zertifizierung: EN 17092-2, AAA
- Obermaterial: Rindsleder (1,2 mm), Polyamid und Elasthan, Futter: Polyester
- Größen: 48-56
- Farbe: Schwarz/Weiß/Rot
- Gewicht (Größe 52): Jacke 2,33 kg, Hose 2,13 kg (ohne Schleifer), Gesamtgewicht 4,46 kg
Die deutlich leichteste Kombi im Test zielt klar auf den sportlichen Einsatz, bietet aber kaum Stauraum und keine Belüftung.sehr leicht und puristisch, großzügiger Stretch am Bund, angenehmer Einstieg, sportlicher Schnitt und guter Sitz, Knieschleifer im Lieferumfang, auswechselbare Aluminiumplatten geringe Größenauswahl, weder Belüftungen noch Perforation, nur eine Innentasche, kleinere Verarbeitungsmängel, Reißverschlüsse teilweise etwas hakig, keine Tasche für Rückenprotektor
Untypische kleinere Schönheitsfehler wie lose Nähte und hakige Reißverschlüsse kosten Punkte.
MOTORRAD-Urteil: gut
FLM Sports 2.2
- Preis: Jacke 349,99, Hose 279,99 Euro
- Herstellungsland: Vietnam
- Zertifizierung: EN 17092-2, AAA
- Obermaterial: Rindsleder (1,2 mm), Polyester und Elasthan, Futter und Weste: Polyester
- Größen: 48-60, Kurz- und Langgrößen
- Farben: Schwarz/Rot/Silber, Schwarz/Silber
- Gewicht (Größe 52): Jacke 2,50 kg, Hose 2,10 kg (ohne Schleifer), Gesamtgewicht 4,60 kg
Die Polo-Hausmarke packt ansprechende touristische Features in eine sehr leichte Lederkombi.sehr leicht, viele Größen, entnehmbare Thermo-Weste, üppige Protektorenausstattung, perforierte Bereiche an Jacke und Hose, Reflektoren und sechseckige Lederprägung als Designelement, luftdurchlässige Stretcheinsätze rauer Teil des Klettverschlusses am Ärmel verhakt sich mit Futter, Vernähung des Verbindungsreißverschlusses zum Futter reißt leicht
Die Reißverschlüsse sind zu feingliedrig und werden teils vom Obermaterial blockiert, die restliche Ausstattung gefällt aber.
MOTORRAD-Urteil: gut
Spidi Laser Touring
- Preis: 699,90 Euro
- Herstellungsland: Vietnam
- Zertifizierung: EN 17092-2:2020, AAA
- Obermaterial: Rindsleder (1,2 mm) und Polyamid, Futter: Polyamid
- Größen: 46-58
- Farben: Schwarz, Schwarz/Rot, Schwarz/Gelb
- Gewicht (Größe 52): Jacke 2,32 kg, Hose 2,32 kg, Gesamtgewicht 4,64 kg
Der Name macht deutlich: Die Spidi steht auf Touring, Sport gehört nicht unbedingt zu ihren Stärken.sehr leicht, auf Touring ausgerichtet, Reißverschlüsse angenehm zu bedienen, Belüftungsöffnungen unter den Armen, perforierte Bereiche am Rücken, Reflektor, Reißverschluss mit automatischer Arretierung am Armabschluss nur wenige Größen, Lederkragen ohne Futter oder Stretch, nur eine Innentasche, Verbindungsreißverschluss geht bei Krafteinwirkung ggf. auf
Sie gefällt mit niedrigem Gewicht. Mit kurzen Beinen und viel Material am Bauch bietet sie eher eine untersetzte Passform.
MOTORRAD-Urteil: gut
Vanucci VSJ-2 und ART.X1
- Preis: Jacke 349,99 Euro, Hose 299,99 Euro
- Herstellungsland: Vietnam
- Zertifizierung: EN 17092, Jacke AA, Hose A
- Obermaterial: Rindsleder (1,2 mm), Polyamid, Aramid und Elasthan, Futter: Polyester
- Größen: 46-64, Kurz- und Langgrößen
- Farben: Schwarz, Schwarz/Rot, Schwarz/Blau, Grau, Hose nur in Schwarz
- Gewicht (Größe 52): Jacke 2,76 kg, Hose 2,53 kg, Gesamtgewicht 5,29 kg
Die zweitschwerste Kombi im Test kommt in teils außergewöhnlichen Farben und richtet sich an touristische Fahrer.viele Größen, Weitenversteller am Bund, gute Reißverschlüsse (z. T. mit Arretierung), Belüftungsöffnungen an den Oberschenkeln, Reflektoren, Ellbogen- und Knieprotektoren verstellbar hohes Gewicht, Perforation großteils nur angedeutet, Verbindungsreißverschluss geht bei Krafteinwirkung auf, Nähte dort als Schwachstelle, keine Sicherung des Frontreißverschlusses
Die zwar sehr großflächige, aber leider nur angedeutete Perforierung kostet Punkte im Kapitel Belüftung.
MOTORRAD-Urteil: gut
Testkriterien
Wenngleich die Lederkombis in unserem Test möglichst auch mit Komfort und Belüftung glänzen sollten, war der Aspekt Sicherheit die punktereichste Kategorie: Bis zu 40 Punkte konnten die Teilnehmer für die Wahl und Zusammensetzung ihrer Materialien, Lederdicke und Doppelungen, Sicherheitsnähte und Protektorenausstattung sowie deren Sitz, Abdeckung und Schutzlevel sammeln.
Auch landstraßentaugliche Lederkombis wollen standesgemäß getestet werden. Dafür muss es zwar nicht auf die Rennstrecke gehen, Highspeed auf der Autobahn, eine flotte Landstraßenrunde und Rums(chw)itzen gehören aber zum Testprozedere.
Dabei sollte aber keineswegs das Wohlfühlen außen vor gelassen werden. Bis zu 20 Punkte gab es daher für Gewicht, Futter, Bewegungsfreiheit und die Klimatisierung. Weitere 20 Punkte waren in der Kategorie Passform zu holen. Dazu testeten wir nicht nur mehrere Größen jeder Kombi, sondern wählten auch zwei Testfahrer, die zwar die gleiche Größe haben, vom Körperbau aber unterschiedlich ausfallen - mal schlank, mal muskulös. Die finalen 20 von insgesamt 100 Punkten gab es für Materialqualität, Verarbeitung und Ausstattung.
Zertifizierte Sicherheit
Früher mussten nur professionelle Zweiradfahrer wie Motorrad-Polizisten oder Roller fahrende Pizzaboten zertifizierte Schutzkleidung tragen. Beim Verkauf an Normalverbraucher gab es hingegen kaum Vorgaben. Seit vergangenem Jahr gilt in Europa nun die Norm EN 17092, die Kunden dabei helfen soll, die Schutzfunktion von Motorradbekleidung zu beurteilen. Dazu wird zwischen verschiedenen Einsatzzwecken unterschieden: C (Aufprallschutz), B (Abriebschutz) und A (beides zusammen). Kategorie A unterscheidet weiterhin zwischen drei Sicherheitsstufen: A, AA und AAA. Je besser die Schutzfunktion der Bekleidung bei der Zertifizierung, desto mehr "A". Über das erreichte Schutzlevel gibt ein Aufdruck oder Einnäher in der Kombi Auskunft, auf dem neben dem Motorradfahrer-Piktogramm auch die Norm, das Level sowie das CE-Logo aufgeführt sein müssen.
Auch für Protektoren gibt es eine Norm: die EN 1621. Diese unterteilt Protektoren je nach Kraftminderung in Level 1 oder 2, außerdem je nach geschütztem Körperbereich in A oder B. Welchen Protektor ein Bekleidungshersteller verbaut, bleibt ihm überlassen. Daher wäre auch ein kleiner, für Frauen oder Kinder gedachter Protektor in der Herren-XXL-Kombi zwar zulässig, aber wenig sinnvoll.
Vegane Alternative
Rinder sterben nicht extra für eine Lederkombi, auch Kängurus tun das nicht. Doch selbst wenn Leder häufig ein Beiprodukt der Milch- und Fleischproduktion ist: Das Argument Tierwohl findet hier genauso Beachtung wie das Schlagwort Nachhaltigkeit. Angesichts des hohen Wasserverbrauchs bei der Produktion von Leder könnte eine vegane Alternative folglich nicht nur für Vegetarier interessant sein.
Der spanische Hersteller Andromeda Moto hat mit der NearX eine solche "Nichtlederkombi" im Angebot. Der Zweiteiler aus ultra-hochmolekularem Polyethylen (UHMWPE), das auch bei Raumanzügen verwendet wird, ist an den Sturzzonen zusätzlich mit schnittsicherem Material verstärkt. Das Futter besteht aus Kevlar, zusammen mit einer kompletten Protektorenausstattung entspricht die Kombi so der Schutzklasse AAA gemäß EN 17092.
Einteilige Lederkombis im Test
PS testet sieben Motorrad-Leder-Einteiler der oberen Mittelklasse von 899,99 bis 1555,00 Euro. Ein Känguru-Einteiler ist mit im Testfeld.
Getestete Modelle (Einteiler)
- Alpinestars Atem
- Dainese Laguna Seca P. Estiva
- Damen Racing Suit D2
- Gimoto Racer-R
- Held Slade
- Revit Replica One Piece
- Spidi Replica Piloti Wind Pro
Kaufberatung: Lederkombi am besten in Fahrposition auf dem Bike checken: Bietet sie ausreichend Bewegungsfreiheit? Wirft sie Falten? Sind Arme und Beine nicht zu lang? Stecken an allen neuralgischen Stellen Protektoren (Schulter, Ellbogen, Hüfte, Rücken, Steiß und Knie)? Umschließen Gelenkprotektoren Ellbogen und Knie umfassend und lassen sich nicht wegdrehen? Reicht der Rückenprotektor bis zum Steiß? Anfänglich etwas zu eng sitzende Einteiler weiten sich noch.
Bewertung der Leder-Einteiler
*Bewertet wurden Anzahl, Größe und Sitz. Fehlende Protektoren: 4 Punkte Abzug je Körperpartie; falsch sitzende Protektoren: 2 Punkte Abzug je Körperpartie; zu kleine Protektoren: 2 Punkte Abzug je Körperpartie.**Bewertet wurden Leder, Stretch, Innentaschen, Neopreneinlagen („Material“), sowie Caps, Rückenhöcker, Perforation und mit Schaumstoff unterlegte Lederpartien („Ausstattung)“.***85 - 80 Punkte = sehr gut, 79 - 75 Punkte = sehr gut bis gut, 74 - 70 Punkte = gut, 69 - 65 Punkte = gut bis befriedigend, 64 - 60 Punkte = befriedigend, 59 - 55 Punkte = befriedigend bis ausreichend, 54 - 50 Punkte = ausreichend, 49 - 45 Punkte = ausreichend bis mangelhaft, 44 - 40 Punkte = mangelhaft, 39 - 35 Punkte = mangelhaft bis ungenügend, unter 35 Punkte = ungenügend
Testergebnisse im Überblick
Eine der günstigsten einteiligen Lederkombis macht das Rennen: Die Held Slade glänzt mit hervorragender Schutzwirkung und leistet sich nirgends eine echte Schwäche. Mit ein paar Punkten Differenz folgen Gimoto und Alpinestars. Beide Kombis schlagen sich sehr wacker, liegen im Preis aber deutlich höher. Die Gimoto brilliert mit Maßanfertigung, die Alpinestars kontert mit etwas besserer Ausstattung. Die Häute von Damen und Revit besetzen das Mittelfeld. Vorteil Damen: Maßanfertigung, beste Restkraftwerte. Dainese und vor allem Spidi liegen etwas abgeschlagen. In beiden stecken zu kleine Schulter- und Ellbogen-Protektoren, dazu sind die Restkraftwerte der Dainese mau. Die Ärmel der Spidi gerieten viel zu eng.
Protektoren-Test
Das Foto macht deutlich, dass wir die Protektoren auf dem Prüfstand diesmal inklusive des darüber liegenden Leders und eventueller Abdeckkappen („Caps“) getestet haben. Grund: Diese Elemente schützen bei einem Sturz zusätzlich. Den Schlagtest führten wir bei 23 Grad Raumtemperatur bei der schwäbischen Firma SAS-TEC durch. Die entsprechenden Stellen belasteten wir mit einer Aufschlagsenergie von 50 Joule, was einer Fallhöhe von 1,02 Metern mit einem 5-Kilo-Gewicht entspricht. Außerdem nahmen wir die Größe der Protektoren, die Qualität der Materialien, die allgemeine Verarbeitung und die Ausstattung unter die Lupe. Passform und Tragekomfort testeten wir bei Trockenübungen in der Redaktion sowie bei vielen schnellen Runden auf einem Renntraining in Hockenheim.
Restkraftwerte der Protektoren
Wir ermittelten die Restkraftwerte der Protektoren.*Restkraftwerte in kN (Kilonewton)**Die Restkraftwerte wurden addiert und anschließend durch die Anzahl der geprüften Protektoren geteilt. Unter 7 kN = 20 Punkte, 7,0 bis 7,99 kN = 19 Punkte, 8,0 bis 8,99 kN = 18 Punkte, 9,0 bis 9,99 kN = 17 Punkte, 10,0 bis 10,99 kN = 16 Punkte, 11,0 bis 11,99 kN = 15 Punkte, 12,0 bis 12,99 kN = 14 Punkte, 13,0 bis 13,99 kN = 13 Punkte, 14,0 bis 14,99 kN = 12 Punkte, 15,0 bis 15,99 kN = 11 Punkte, 16,0 bis 16,99 kN = 10 Punkte, 17,0 bis 17,99 kN = 9 Punkte, 18,0 bis 18,99 kN = 8 Punkte, 19,0 bis 19,99 kN = 7 Punkte, etc.
Messdiagramm
Messdiagramm vom Restkraftwerte-Unterschied bei der Schlagprüfung.
Das Diagramm zeigt den größten Restkraftwerte-Unterschied bei der Schlagprüfung. Je steiler die Linie ansteigt und je höher sie reicht, desto schlechter wird die Energie absorbiert. Bei der roten Kurve steigt der Wert innerhalb von knapp drei Millisekunden auf rund 20 Kilonewton - autsch! Vorbildlich dagegen die blaue Linie: Der Maximalwert von knapp sechs kN wird erst nach zirka fünf Millisekunden erreicht. Eine langsam ansteigende und abfallende Kraft schont die Knochen.
Passform, Schnitt und Tragekomfort
Ausgerechnet die beiden Exoten bieten Maßanfertigung als Standard. Gimoto nimmt in seiner Zweigstelle in Trier Maß oder schickt ersatzweise eine Anleitung zum Selbstvermessen inklusive Vordruck zum Kunden. Damen vermisst seine Kundschaft in Assen und Breda (beides NL). Wer zu weit entfernt wohnt, trägt die Maße wie bei Gimoto in ein vorgefertigtes Datenblatt selbst ein. Das haben wir bei beiden Marken ausprobiert, und die Lederkombis sitzen bis auf Kleinigkeiten ganz hervorragend. Die günstigeren Leder-Einteiler von Dainese, Held und Spidi bieten Maßanfertigungen gegen Aufpreis. Die Anzüge von Alpinestars und Revit gibt es weder für Geld noch gute Worte als Maßkombi.
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