Viele Motorradfahrer sind mit ihrer Sitzposition auf dem Motorrad unzufrieden. Ein neuer Lenker kann hier Abhilfe schaffen, ohne ein großes Loch in den Geldbeutel zu reißen. Diese Anleitung soll dir helfen, den Lenkerwechsel erfolgreich durchzuführen.
Vorbereitung und Werkzeug
Bevor du beginnst, solltest du dir einen passenden Lenker und das notwendige Werkzeug besorgen. Dazu gehören:
- Ring- oder Maulschlüssel
- Inbusschlüssel
- Bohrmaschine
- Körner
- Werkbank (optional)
Außerdem solltest du Arbeitskleidung tragen, die schmutzig werden darf, und Behälter für Schrauben und Muttern bereithalten, um ein Durcheinander zu vermeiden.
Auswahl des richtigen Lenkers
Die Wahl des Lenkers hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab. Möchtest du eine sportlichere Sitzposition oder mehr Komfort? Ein flacherer Straßenlenker zwingt dich beispielsweise in eine sportlichere Haltung, während ein höherer Lenker für eine entspanntere Sitzposition sorgt. Ein Beispiel ist der ABM Streetbike 0239, der flacher als das Serienbauteil ist.
Demontage des alten Lenkers
- Armaturen demontieren: Beginne mit der Demontage aller Armaturen am Lenker. Die meisten sind einfach angeklemmt. Beginne mit den äußeren Anbauten und arbeite dich nach innen vor.
- Vorsicht bei festsitzenden Teilen: Wenn sich ein Anbauteil nicht lösen lässt, wende keine Gewalt an.
- Klemmbock lösen: Sobald der Lenker von allen Armaturen befreit ist, löse ihn am Klemmbock. Hier kommen üblicherweise vier Inbusschrauben zum Einsatz.
- Ausrichtung des Klemmbocks beachten: Achte bei der Demontage auf die Ausrichtung des Klemmbocks. In der Regel markiert ein Pfeil, ein Punkt oder eine Kerbe das vordere Ende.
Montage des neuen Lenkers
Bohren von Löchern (falls erforderlich)
Da Zubehörlenker in der Regel keine vorgebohrten Löcher haben, müssen diese selbst gebohrt werden. Hier ist Präzision gefragt:
- Lenker provisorisch montieren: Setze den neuen Lenker in den Klemmbock und montiere alle Armaturen mit Kunststoffnasen locker.
- Positionen markieren: Markiere die Positionen der Löcher.
- Lenker demontieren und einspannen: Demontiere die Armaturen wieder, spanne den Lenker an einer Werkbank ein und lege den Bohrer bereit.
- Löcher körnen: Bereite alle Bohrstellen mit einem Körner vor, damit der Bohrer nicht abrutscht.
- Vorbohren und Nachbohren: Bohre zunächst ein kleines Loch (ca. 3mm) vor und bohre dann mit einem größeren Bohrer nach. Die Größe des Lochs richtet sich nach den Armaturen.
Endgültige Montage
- Lenker montieren: Montiere den Lenker endgültig. Achte dabei auf die richtige Ausrichtung des Klemmbocks.
- Armaturen befestigen: Befestige alle Armaturen am Lenker.
- Spiegel ausrichten: Richte die Spiegel aus.
Wichtige Hinweise
ABE und Eintragung
Für Lenker, Hebel und Griffe gilt: Ein Tausch ist grundsätzlich möglich, allerdings müssen die Teile über ein Prüfzeugnis in Form einer ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) oder - gerade bei komplexeren Umbauten - eines Teilegutachtens verfügen. Ein Teilegutachten muss von einer Prüfstelle (z.B. DEKRA) ausgestellt und bei der Zulassungsstelle vorgelegt werden.
Lenkung und Lenkanschlag
Wichtig ist, dass die Lenkung nach dem Umbau einwandfrei funktioniert, d.h. der Lenker muss freigängig sein und nichts darf eingequetscht werden. Falls nötig, muss der Lenkanschlag geändert werden. Das Lenkschloss muss weiterhin funktionieren.
Lenkerbreite
Achte darauf, die richtige Lenkerbreite einzuhalten. Zu schmale Lenker bieten unter Umständen keine ausreichend große Grifffläche.
Anbohren des Lenkers
Vorsicht ist beim Anbohren des Lenkers geboten. Wenn überhaupt, sollte dies ausschließlich in der Mitte zwischen den Klemmungen passieren - etwa zur Verlegung von Kabeln - und auch dann nur einseitig. Am besten ist es, das Anbohren ganz zu vermeiden.
Hebel und Griffe
Hebel und Griffe sind in großer Vielfalt im Zubehörhandel erhältlich. Wenn sie per ABE zertifiziert sind, ist ihr Einsatz problemlos möglich. Vorsicht ist bei Billigangeboten aus dem Internet geboten, da diese oft keine ABE haben und die Betriebserlaubnis des Motorrads erlischt.
Erfahrungen und Tipps aus der Community
- Lenkerenden: Passende Lenkerenden sind wichtig, da Originale oft ein Gewinde haben, Zubehörlenker jedoch nicht.
- Vibrationen: Schwerere Lenkerenden können Vibrationen reduzieren.
- Griffe demontieren: Zum Demontieren der Griffe kann man mit einem dünnen Schraubenzieher dazwischen gehen und etwas WD40 einsprühen.
- Gasgriff: Die Verschraubung des Gas-Griffs niemals vollständig lösen, da sonst die Torsionsfeder herausspringen kann.
- Arretierungspinne: Die Arretierungspinne an den Armaturen kann abgeschliffen werden, um die Montage zu erleichtern.
Zusammenfassung
Der Wechsel eines Motorradlenkers ist mit etwas handwerklichem Geschick und der richtigen Vorbereitung gut machbar. Achte auf die Auswahl des passenden Lenkers, die korrekte Montage und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen (ABE, Eintragung). Mit den Tipps und Tricks aus dieser Anleitung steht einem erfolgreichen Umbau nichts im Wege.
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