Muss es immer die Große sein? Wir vergleichen die überaus potente Yamaha MT-09 mit ihrer gedrosselten 48 PS-Version!
Ich hab mich schon einmal fast verkühlt, wie man bei uns so schön sagt - ich hätte also fast daneben gelegen, als ich eine Yamaha mit deren gedrosseltem A2- bzw. in der Schweiz mit deren A beschränkt-Modell verglichen habe. Es war die MT-07 deren 73,4 PS starker und tatsächlich richtig antrittsstarker CP2-Motor auch als 48 PS-Version richtig viel Schmalz von unten produziert und daher erst bei beherztem Ausdrehen nicht mehr mit der offenen Version Schritt halten kann.
Ganz so knapp ist es natürlich bei der MT-09 mit ihrem CP3-Dreiender und stolzen 119 PS bei 10.000 Umdrehungen nicht - wäre ja auch ein Armutszeugnis für die offene Version, wenn das Modell mit fehlenden 71 PS(!) ebenbürtig wäre.
Allerdings war ich dann doch ein wenig von der Performance der gedrosselten MT-09 erstaunt, denn für sich betrachtet, marschiert auch diese Version erstaunlich flott, vor allem im engen Winkelwerk. Der Grund dafür ist schlicht und ergreifend der große Hubraum, denn mit 889 Kubik aus drei Töpfen kann auch die 48 PS-MT-09 mit einem richtig satten Drehmoment von weit unten aufwarten.
Die Motorelektronik ist also auch bei ihr bestens abgestimmt und man kann sich auf Drehmoment und Leistung bis knapp 7000 Touren absolut verlassen. Darüber wird es dann aber mau, bis zum Begrenzer geht nicht mehr viel weiter - gerade dann, wenn die offene Version ihren fabelhaften Nachbrenner zündet und artig beim Herausbeschleunigen am Kurvenausgang das berühmte Manderl macht (den Vorderreifen entlastet), ist bei der gedrosselten Version also bereits Schluss.
Man muss die 48 PS-Version daher schlau nutzen, früher schalten und das Drehmoment für sich arbeiten lassen. Werden die Radien aber weiter oder kommen gar Geraden bergauf ist das gedrosselte Triebwerk im Vergleich mit der offenen Version natürlich heillos überfordert.
Elektronik und Fahrwerk der MT-09 A2
Der absolute Joker der MT-09 A2/A beschränkt ist ihr Elektronik-Package, das nahezu an jenes der offenen Version herankommt. Die 6-Achsen-IMU ermöglicht Kurven-ABS, schräglagenabhängige Traktionskontrolle und einen herrlich knackigen Quickshifter samt Blipper - bitte nicht vergessen, es ist ein 48 PS-Bike!
Lediglich auf die vier Fahrmodi muss man verzichten, bekommt diese allerdings wieder dazu, wenn auf die offene Version mit 94 PS entdrosselt wird. Den Vergleich zwischen dieser und der völlig frei durchatmenden 119 PS-Version will ich aber wiederum nicht blind, also ohne vorher zu wissen, welche die schwächere und welche die stärkere ist, antreten.
Zurück zur 48 PS-Variante, die anders als bei anderen Herstellern, auch beim Fahrwerk keine Kompromisse eingeht. Die USD-Gabel und das Mono-Federbein im Heck entsprechen jenen Fahrwerkskomponenten, die auch in der starken MT-09 ihren Dienst verrichten. Und wenn das Fahrwerk schon mit 119 PS gut zurecht kommt, tut es das mit 48 PS sowieso.
Schließlich kommen auch bei den Bremsen die gleichen Komponenten zum Einsatz wie bei der offenen Version - das Spielchen wiederholt sich auch hier, was den Antritt von 119 PS gut vernichten kann, ist mit der Performance von 48 PS klarerweise auch nicht überfordert.
Fazit zur Yamaha MT-09 (48 PS)
Grundsätzlich kann die Yamaha MT-09 also auch als 48 PS-Version überzeugen, genau genommen fehlen ihr abgesehen von über 70 PS nur die Fahrmodi, die sie bei einer Entdrosselung auf 94 PS wieder bekommt. Dass die A2/A beschränkt-Version ansonsten mit der hochwertigen normalen MT-09 ident ist, lässt sich Yamaha natürlich auch dem Wert der Maschine entsprechend bezahlen - sie ist nicht billiger als ihre starke Schwester.
Wer die Yamaha MT-09 für ihr gutes Fahrwerk, die standfesten Bremsen und ihr Elektronik-Package auf modernstem Niveau schätzt, könnte auch mit der gedrosselten 48 PS-Version glücklich werden. Denn abgesehen von den vier Leistungsmodi, die bei 48 PS tatsächlich verzichtbar sind, wird nichts eingespart.
Wer es allerdings auf die volle Power von 119 PS abgesehen hat, muss umdenken. Denn die gedrosselte Variante muss anders gefahren werden, da der arge Punch im oberen Drehzahlbereich fehlt, muss man früher schalten und das ordentliche Drehmoment ausnützen. Interessant ist sie vor allem für all jene die ihre MT-09 nach Absitzen der A2/A beschränkt-Zeit behalten wollen - deren 94 PS aus dem potenten Dreizylinder werden wohl auch nicht schlecht marschieren.
Positive Aspekte der MT-09 A2:
- Modernstes Elektronik-Paket mit 6-Achsen-IMU
- Schräglagenabhängige Traktionskontrolle
- Kurven-ABS
- Fahraktive Sitzposition
- Gute Bremsen
- Hochwertiges Fahrwerk
Weitere A2-Motorräder mit 48 PS
Neben der Yamaha MT-09 gibt es auch andere interessante Motorräder, die in die A2-Führerscheinklasse fallen und eine Leistung von 48 PS bieten.
Voge 525 R
BMW-Partner Loncin rüstet die 500er-Modelle seiner Eigenmarke Voge als "525" auf. Im Laufe des Jahres 2023, spätestens für 2024, folgt auf die 500 R die neue 525 R. Ein modernisiertes Naked Bike mit 48 PS.
Am wichtigsten für Voge in Europa sind bisher die 500er-Modelle gewesen, die mit ihren 47 PS ziemlich gut zur europäischen Stufenführerscheinklasse A2 (bis 48 PS) passen. Den hierfür eingesetzten, wassergekühlten Reihenzweizylinder-Motor hatte Loncin offenbar auf Basis des Honda-Triebwerks, Typ CB 500, aufgebaut. Doch mittlerweile emanzipiert sich der chinesische Hersteller, indem er diesen Twin selbst weiterentwickelt und von 471 auf 494 Kubik vergrößert. Für Marketingzwecke ist dabei aus 500 großzügig 525 geworden.
Kaum veränderte Nennleistung für die EU-Version: 48 PS (35 kW) bei 8.500/min, maximales Drehmoment 44,5 Nm bei 7.500/min.
Unverändert bleiben die klassenüblichen Reifenformate mit 120/70-17 vorn und 160/60-17 hinten.
Weiterhin trumpft Voge mit zwei Scheibenbremsen vorn und einer Scheibenbremse hinten von Nissin mitsamt ABS von Bosch auf.
Wesentliche Updates stecken im Cockpit, dessen Display größer, bunter und offenbar von LCD auf TFT umgestellt wird. Zudem werden die Funktionsumfänge erweitert, etwa mit Anzeigen für den Reifenluftdruck. Wahrscheinlich ebenfalls an Bord sein wird Bluetooth-Connectivity zum Verbinden mit dem Smartphone.
Aprilia RS 457
Aprilia hat ein Herz für sportliche Aufsteiger: Die RS 457 füllt als jüngster Spross der italienischen Supersport-RS-Baureihe zum Preis von 7200 Euro die nicht für jeden erkennbare Lücke zwischen RS 125 und RS 660 und passt mit 48 PS haargenau in die Führerschein-A2-Klasse.
Zusammen mit dem fahrfertigen Leergewicht von 175 Kilo ist die RS 457 damit perfekt konfektioniert fürs Führerschein-A2-Schema.
Sportlich angefixte Aufsteiger aus dem 125er-Lager, die sich mit 48 PS begnügen möchten oder müssen, finden hier ein speziell für diese Klasse konzipiertes Modell - und kein heruntergedrosseltes Motorrad wie beispielsweise eine Aprilia RS 660, die offen für 100 PS gut ist. Verzicht braucht hier dennoch niemand zu üben. Der kleinen Aprilia mangelt es elektronisch an nichts, alles im übersichtlichen Menü des 5-Zoll-TFT nach Art des Hauses dargestellt: Wer’s mag, kann die Leistungsentfaltung über drei Fahrmodi absoften und von der dreistufigen Traktionskontrolle absichern lassen. Das ABS lässt sich bei Bedarf hinten abschalten.
Schon im unteren Drehzahldrittel schiebt der Motor fröhlich an, mit flacher Drehmomentkurve serviert er schon in der Mitte viel Schub. Ausdrehen bis an den bei 11.000 U/min beginnenden roten Bereich bringt keine Vorteile.
Ihre Handlichkeit erkauft die RS ohne Einbußen bei der Stabilität.
Alle drei gehen für knapp 7200 Euro über die Theke - ein Preis, der nur durch die Produktion in Indien möglich ist.
BMW F 900 XR (48 PS)
Die BMW F 900 XR 2021 kombiniert die sportliche Agilität eines Naked Bikes mit dem Komfort und der Vielseitigkeit eines Tourers. Mit ihrem flüssigkeitsgekühlten Reihen-2-Zylinder-Motor und einer Leistung von 48 PS bietet sie ein dynamisches und zugleich entspanntes Fahrerlebnis.
Der flüssigkeitsgekühlte Reihen-2-Zylinder-Motor der BMW F 900 XR 2021 hat einen Hubraum von 895 ccm und leistet 48 PS bei 8.500 U/min.
Die BMW F 900 XR 2021 hat einen Kraftstoffverbrauch von etwa 4,2 Litern auf 100 km, was sie zu einer effizienten Wahl für lange Fahrten macht.
Die BMW F 900 XR 2021 ist mit einem ABS (Antiblockiersystem) ausgestattet, das die Sicherheit beim Bremsen erhöht, sowie mit einer Doppelscheibenbremse vorne und einer Bremsscheibe hinten.
Die BMW F 900 XR 2021 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 200 km/h.
Mit einem Tankinhalt von 15,5 Litern bietet die BMW F 900 XR 2021 eine gute Reichweite für längere Touren.
Die BMW F 900 XR 2021 ist mit zahlreichen Sonderausstattungen wie einem TFT-Display, einem verstellbaren Windschild, zwei Fahrmodi (Rain und Road) sowie LED-Beleuchtung ausgestattet.
Der Neupreis der BMW F 900 XR 2021 in Österreich liegt bei 12.750 Euro.
Technische Daten im Überblick
Die folgende Tabelle vergleicht die technischen Daten der vorgestellten Motorräder:
| Modell | Leistung | Hubraum | Gewicht (fahrbereit) |
|---|---|---|---|
| Yamaha MT-09 (48 PS) | 48 PS | 889 ccm | k.A. |
| Voge 525 R | 48 PS | 494 ccm | 198 kg (500 R) |
| Aprilia RS 457 | 47,6 PS | 457 ccm | 175 kg |
| BMW F 900 XR (48 PS) | 48 PS | 895 ccm | k.A. |
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