Kuriositäten rund um das Motorrad mit Beiwagen

Die Welt der Motorräder mit Beiwagen ist voller Überraschungen und Kuriositäten. Von ungewöhnlichen Verkehrsregeln bis hin zu außergewöhnlichen Oldtimerausstellungen gibt es viel zu entdecken.

Verkehrsrechtliche Besonderheiten

Im deutschen Straßenverkehrsrecht gibt es einige interessante Aspekte, die Motorräder mit Beiwagen betreffen. Die Zeichen 276 und 277 verbieten Kraftfahrzeugen das Überholen von mehrspurigen Kraftfahrzeugen und Krafträdern mit Beiwagen. Das heißt ja, dass einspurige Fahrzeuge durch mehrspurige Fahrzeuge überholt werden dürfen.

Beim Überholverbot dürfen Motorräder (ohne Beiwagen) zwar trotz Überholverbot überholt werden, ihrerseits aber dürfen sie keine Autos (mehrspurige Fahrzeug, also auch LKW oder Motorräder mit Beiwagen) nie und nimmer nicht überholen.

Auch beim Abstellen von Motorrädern gibt es Besonderheiten. Also wo es Straßenbeleuchtung gibt, darfst Du Dein Motorrad auch ohne eigene Beleuchtung abstellen. In dunklen Ecken muss man eine Beleuchtung haben. Eigene Beleuchtung ist nicht zwingend mit dem Bordnetz des Fahrzeugs verbunden, sondern bedeutet, dass Du entscheidest, ob sie an oder aus ist, kannst also auch ne Campinglaterne mit ner Eisenkette auf der Sitzbank gegen Wegnahme sichern.

Gegen unbefugte Benutzung gesichert ist ein Fahrzeug wenn es verschlossen ist, beim Motorrad muss mindestens eine Lenkradsperre aktiviert sein. Bei so alten Schätzchen, die noch kein Lenkschloss hatten, müsste man sich was einfallen lassen wie Kette oder Bremsscheibenschloss.

Skurrile Anekdoten und Begegnungen

Kuriositäten erlebt man eher mit und von den Leuten, als durch die StVO. Da soll es doch Spinner geben, die mit vielen Zusatzscheinwerfern glauben, den Gegenverkehr blenden zu müssen, damit man sie besser sieht. Bei diesen Blendern gibt es dann noch Profis, die glauben, sie müssten zurückgegrüßt werden.

Die Grüßerei unter Motorradfahrern ist soundso eine Kuriosität: Wildfremde Menschen winken sich zu, sowie sie abgestiegen sind, laufen sie wortlos aneinander vorbei. Sie teilen zwar eine gewisse Affinität für die gleiche Sache, aber dann müssten sich auch alle Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zum Kindergarten bringen zuwinken, oder Autofahrer, die einen Wohnwagen dabei haben ... ganz zu schweigen von denen, die Spaß an Arterhaltungsmechanismen haben.

Ungewöhnliche Gesetze und Vorschriften

Mich würde es zumindest nicht wundern, wenn man hier so einige Vorschriften aus der ganzen Welt liest. Das sind doch mal Kuriositäten aus dem Bereich des Straßenverkehrs. Aber da sind schon komische Klassiker dabei!

Hier sind ein paar Beispiele:

  • In Memphis darf eine Frau nicht Auto fahren.
  • Frauen dürfen nicht im Badeanzug auf die Straße … es sei denn, sie wiegen weniger als 42 bzw.
  • Ist ein Gorilla dabei, muss dieser auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.

All die Geschwindigkeitsbeschränkungen für Stadt/Land/Baustellen Kurven, Nässe etc. stammen ja auch noch aus den frühen Nachkriegsjahren, oder gar noch von vor dem Krieg. Eben als die Autos noch Trommelbremsen und kaum mehr als 60PS hatten. Und miese Reifen. Keine Knautschzone, keine Fahrerassistenzsysteme. Und trotzdem wurden sie nie überarbeitet.

Wenn ich mich nicht täusche, gilt heute noch die Vorschrift, daß ein Lkw pro Tonne Gesamtgewicht 6PS oder 4,4kW an Motorleistung haben muß. Ich gehe mal davon aus, dass es ein Minimalwert ist...

Oldtimer-Raritäten und Ausstellungen

Von Altersdiskriminierung keine Spur, ganz im Gegenteil: Zugelassen bei der 11. Internationalen Motorrad Veteranen Fahrt „Norddeutschland Special Edition“ sind nur Maschinen, die das Baujahr 1950 nicht überschreiten. Was für ein Sound, was für eine Augenweide. Der inoffizielle Slogan „Die Veteranen sind los“ trifft es ziemlich genau.

Vier Tage lang ging es im Grenzland zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein für die 120 Teilnehmenden zu zahlreichen Ausfahrten. Die Altersbeschränkung galt selbstredend nur für die Zweiräder oder die Threewheeler. Unabhängig davon, zu welchem Jahrgang die Menschen hinterm Lenkrad gehörten - die meisten präsentierten sich auch in historisch passender Kleidung.

Entdeckt das ultimative Abenteuer in der neuen Sonderausstellung "Auf dem Landweg nach New York: 4 Ural-Motorräder - 43.000 km - 972 Breakdowns"! Fünf KünstlerInnen von leavinghomefunktion ohne Motorraderfahrung wagen eine außergewöhnliche Reise durch die große, weite Welt - hinweg über drei Kontinente. Steigt in ihren Beiwagen ein und lasst euch durch Europa, Georgien, Kasachstan, die Mongolei bis in den Fernen Osten Russlands, durch Alaska, Kanada bis New York chauffieren.In 14 Themenräumen auf 700 Quadratmetern erwarten euch atemberaubende Szenerien zwischen Schlagloch und Kuriositätenkabinett. Lasst euch von einem Explosionsmodell des Ural-Seitenwagen-Motorrads die Mechanik und das faszinierende Detailwerk zeigen. Und das absolute Highlight: Unsere 360-Grad-Multimedia-Show nimmt euch mit auf unser Ural-Megafloss, um den Kolyma-Fluss im Fernen Osten Russlands hinunterzuschippern. Ihr werdet den Geschmack von unendlicher Taiga und staubigen Wellblechpisten förmlich spüren - inklusive dem Nervenkitzel des Motorrad-Schleppens, endlosen Kilometern und schwarzen Fingern!

Eure Kids könnt ihr auf Motorradrollern oder auf dem Rücken von Kamelen durch die Ausstellung cruisen, einen Abenteuer-Pass mit Stempeln füllen und die Tiere von unterwegs entdecken lassen. Eure Reise beginnt auf Schloss Augustusburg bei Chemnitz.

Harley-Davidson Topper mit Beiwagen

In den 1960ern tat Harley alles, um zu überleben. Sie bauten Roller. Ein weiterer Harley Topper-Roller steht im Januar 2023 bei Mecum zum Verkauf - dieses Mal sogar ein Exemplar mit Beiwagen. Preis: 16.500 Dollar.

Es war eine schwierige Zeit für Harley-Davidson. In den 1960ern wurde die einst blühende Company links und rechts überholt. Meist von Japanern. Problem: Die Big Twin-Modelle von Harley setzten bis 1965 noch auf den alten Panhead-Motor von 1952 mit 1.200 Kubik und die Sportster-Modelle waren zu dieser Zeit wirklich Sportbikes und auf der Sandbahn enorm erfolgreich.

Was also tun, wenn das Kerngeschäft nicht läuft und die Zukäufe von Aermacchi sich als Fehler erweisen? Ganz klar: Harley baute einen Roller.

Den Topper brachte Harley 1960, sein Antrieb basierte technisch auf dem Motor des Harley Models 165 (1953-1959). Angetrieben von einem Zweitaktmotor mit 165 Kubik mit 5 oder 9 PS. Der Topper sollte Harleys Antwort auf die in Mode kommenden Vespa- und Lambretta-Modelle sein.

430 Dollar kostete der Topper damals, kam optional als Gespann und wurde von 1960 bis 1965 gebaut und wohl gut 3.000-mal verkauft. Die Zweitakt-Modelle Hummer, Topper, Bantan, Scat, Ranger und Super 10 sind heute gerne Teil der unerzählten Geschichte von Harley-Davidson.

Im Januar 2023 wird in Las Vegas ein Exemplar mit Beiwagen versteigert. Das seltene Stück kommt in einer strahlend blau-weißen Lackierung. Auf dem Tacho stehen 5.438 Meilen, also um die 8.750 Kilometer.

DS X E-Tense: Ein Blick in die Zukunft des Automobildesigns

Die PSA-Premiummarke DS zieht mit der Studie „X E-Tense“ die Blicke auf sich. Sie interpretiert das Auto auf völlig andere Weise, bricht mit dem Designansatz der Symmetrie. Ob sich dieses Konzept verwirklichen lässt, wird sich spätestens im Jahr 2035 zeigen.

Die Marke DS ist derzeit das Experimentierfeld im PSA-Konzern: Es geht Richtung Premium, Richtung Elektroantrieb, Richtung Rennsport (Formel E), aber auch in Richtung Extravaganz. Warum auch nicht, manchmal müssen Automobilchefs ihre Designer und Ingenieure einfach ein bisschen spinnen lassen. Dann kommt dabei so etwas heraus wie der DS „X E-Tense“, ein Elektrogefährt mit teils kuriosen Ideen und gewagten Statements. Sie sollen vielleicht einmal Realität werden.

In erster Linie ist dies die Asymmetrie. Eine gewagte Sache, gilt doch in der Natur gerade die Symmetrie als schön; ganz gleich, ob beim Schmetterling oder einem menschlichen Gesicht. „Unsere Ursprungsidee kommt vom Motorrad mit Beiwagen“, verteidigt der Exterieur-Designchef seinen Entwurf.

Ebenso separiert sind Fahrer und Beifahrer. Während rechts der Gast unter einer großen Glaskuppel hockt, weht dem Fahrer kräftig der Wind ins offene Cockpit, das nur von einer kleinen Speedster-Scheibe geschützt ist. Beide Abteile sind über verschieden Schwingtüren zugänglich. Und beide Abteile haben ihre Kuriositäten.

Unter seinen Füßen blickt der Beifahrer auf die Straße, der Boden ist aus Glas, ähnlich wie bei einem Touristen-Boot. Soll ein weiterer Passagier mit, kann im vorderen Fußraum ein Klappsitz entfaltet werden. Zwei Personen sitzen dann hintereinander wie Piloten in einem Jet.

Dem Fahrer selbst soll im X E-Tense eine Minimal-Instrumentierung genügen. Knöpfe gibt es nicht. Infos werden auf einem transparenten Bildschirm oder über Hologramme angezeigt.

Mit dem X E-Tense möchte DS nicht nur zeigen, wie wir übermorgen automobil unterwegs sein könnten. Die französische Marke liefert auch ein Statement für morgen ab. Denn ab 2025 sollen nur noch elektrifizierte und vollelektrische Fahrzeuge vom Band rollen.

Das Zollmuseum: Kuriositäten und Fundstücke

Ohne technische Geräte ist eine Kontrolle der Warenströme nicht möglich. Ein grünes Dienstmotorrad mit Beiwagen aus dem Jahr 1951, eine Röntgenanlage und eine bis ins vergangene Jahr genutzte Drohne der Observationseinheit des Zolls verdeutlichen dies. Besucher können die Röntgenanlage selbst bedienen und sich ein Bild vom Inhalt eines Koffers machen. Auf dem Monitor taucht ein kleines Stumpfkrokodil auf. Es gehört zu den gefährdeten Arten und darf nicht eingeführt werden.

Im Museum ist auch ein Glas mit eingelegten Schlangen und Geckos zu sehen, daneben der getrocknete Penis eines Tigers. Zollbeamtin Hegemann wird philosophisch:«Was maßen wir uns an, es zu verurteilen, Geckos und Schlangen zu essen oder ein solches Geschlechtsteil als Statussymbol zu haben? Wir alle sind das Resultat unserer Ahnen.»

Besonders kreativ sind Drogenschmuggler - aber nicht immer clever. Zollbeamte am Flughafen München nahmen einem Mann aus Südafrika eine Golfausrüstung ab.«Zum Zeitpunkt seiner Einreise war Winter, es lag Schnee, aber er behauptete, er hätte ein Turnier», erzählt Hegemann. Die Beamten wurden misstrauisch und fanden in den Hohlräumen der Schläger, der Bälle und der weißen Golfschuhe mehr als ein Kilo Kokain.

Gleich 100 Kilo Kokain entdeckten Hamburger Zöllner 2018 in einem Oldtimer-Bulli aus dem Jahr 1978. Das grün-weiße Fahrzeug sollte aus Brasilien importiert werden. Ohne Wissen des alten und neuen Bulli-Besitzers hatten Unbekannte das Rauschgift darin versteckt.

Eine Röntgenaufnahme zeigt das Innere eines Mannes, der nach Angaben von Hegemann 150 mit Kokain gefüllte Kondome geschluckt hatte. Wäre nur eines der Präservative geplatzt, hätte sich der Schmuggler in akuter Lebensgefahr befunden.

Im Jahr 2008, als die Ausstellung eröffnet wurde, fingen die deutschen Behörden gut eine Tonne Kokain ab. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Bundeskriminalamts rund 43 Tonnen der Droge sichergestellt. Im Hamburger Hafen, also ganz in der Nähe des Museums, entdeckten Zollfahnder fast 25 Tonnen Kokain, wie der Leiter des Zollfahndungsamtes, wie ein Sprecher des Zollfahndungsamtes sagt.

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