Motorrad Schneeketten Test: Sicherheit und Traktion im Winter

Dass man im Winter grundsätzlich mit Winterreifen fahren sollte, versteht sich von selbst. Wer auf schneebedeckter Fahrbahn ohne fährt, riskiert ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro.

In manchen Regionen sind Winterreifen nicht mehr ausreichend. Dann sollte man Schneeketten im Gepäck haben. Besonders Winterurlauber auf dem Weg in die Alpen sollten deshalb Schneeketten im Gepäck haben. Die Kosten für Schneeketten variieren je nach Kettentyp zwischen 50 und 250 Euro für ein Paar. Zu kaufen gibt es sie im Zubehörhandel, bei Autohändlern oder -clubs. Manchmal ist sogar ein Mietkauf für den Urlaub möglich: unbenutzte Ketten werden gegen eine Gebühr zurückgenommen.

Schneekettenpflicht und Geschwindigkeitsbegrenzungen

Trifft man auf ein rundes Schild mit blauem Grund und Schneekettensymbol, besteht sogar Schneekettenpflicht. Wenn Sie ein solches am Straßenrand sehen, müssen Sie als Führer eines Kraftfahrzeuges also Schneeketten aufziehen. Das gilt selbst dann, wenn die Straße eigentlich frei von Schnee und Eis ist. Gemäß der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) darf das Zeichen 268 aber nur dann zum Einsatz kommen, wenn die Verkehrs- und Wettersituation die Nutzung von Schneeketten tatsächlich erforderlich macht.

Wichtig: Das Zeichen 268 gilt auch für Fahrzeuge mit Allradantrieb. Und: Schneeketten sind kein Ersatz für Winterreifen!

Allgemein gilt: Die Höchstgeschwindigkeit mit Schneeketten ist 50 km/h. Gut zu wissen: Zu schnelles Fahren mit Schneeketten kann übrigens bis zu 150 Euro kosten und einen Punkt in Flensburg bringen. Mit Schneeketten darf man maximal 50 km/h schnell sein.

Montage von Schneeketten

Prinzipiell müssen Schneeketten bei Pkw auf der Antriebsachse angebracht sein. Bei Fahrzeugen mit Allradantrieb müssen die Ketten zumindest an einer Antriebsachse und dort an beiden Rädern angelegt werden - wo genau, zeigen die Herstellerangaben in der Bedienungsanleitung. Um bei sehr widrigen Witterungsbedingungen die volle Wirkung der Ketten auch beim Bremsen bergab nutzen zu können, ist es sinnvoll, alle Achsen mit den Traktionshilfen auszustatten.

Nähert man sich z.B. einer schneebedeckten Passauffahrt, sollte man sich einen ebenen, abseits liegenden Montageplatz suchen, die Sicherheitsweste anziehen und ggf. die Warnblinkanlage einschalten. Rund um die Reifenaufstandsfläche sollte man den Schnee entfernen, damit Kette und Verschlusselemente bei der Montage sauber bleiben. Eiskalt? In der Hektik und z.B. bei heftigem Schneefall erstmals Schneeketten aufzuziehen, birgt die Gefahr der falschen Montage bzw. eines Schadens an Kette oder Fahrzeug. Nun die Kette entsprechend der Montageanleitung über den Reifen legen. Meist wird im zweiten Schritt das Fahrzeug wenige Meter bewegt, um die Kette voll auflegen zu können.

Sie sollte nicht zu locker sein, denn dann könnten Teile der Kette am Fahrzeug anschlagen und Schäden an Bremsleitungen, ABS-Sensoren und Radaufhängung verursachen. Aber auch zu fest darf die Kette nicht gespannt sein, sonst könnte sie reißen und das Fahrzeug ebenfalls beschädigen. Abschließend die Kette verschließen und dabei auf die richtige Spannung achten: Korrekt gespannt ist eine Schneekette, wenn sie sich während der Fahrt kontinuierlich vor der Reifenaufstandsfläche auf die Straße legt.

Wichtig: Vor der endgültigen Weiterfahrt die Kettenspannung nach 100 Metern kontrollieren und ggf. nachspannen!

Vor der Abfahrt mit der Schneeketten hilft ein neuerlicher Blick in die Bedienungsanleitung, um die Fahrtipps und Einstellungen des Fahrzeugherstellers zu beachten. Ist ein besonderes Fahrprogramm für das Fahren mit Schneeketten vorgesehen oder muss gar die elektronische Traktionskontrolle abgestellt werden?

Während der Fahrt ist auf Geräusche zu achten: Sobald es laut oder unruhig wird, sollte man anhalten und die Kette überprüfen. Sind die Straßen wieder eis- und schneefrei, die Schneeketten abnehmen, andernfalls werden Ketten und Straßenbelag beschädigt.

Welche Schneeketten passen?

Es ist ratsam, bereits beim Kauf von Winterreifen auf die vom Fahrzeughersteller empfohlene Reifendimension zu achten, dann passen in der Regel auch die dafür vorgesehenen Schneeketten. Denn nicht mit allen für den Pkw zugelassenen Reifendimensionen sind Schneeketten kompatibel. Ein Blick in die Bedienungsanleitung des Autos gibt Aufschluss.

Als Alternativen zur klassischen Metallkette gibt es noch Ketten aus Kunststoffgeflecht, Spikes und Sprays für bessere Haftung auf Eis und Schnee. Klassische Schneeketten sind jedoch die besten Allrounder und ausreichend verschleißfest.

Schneeketten für Alufelgen

Prinzipiell sind alle Schneeketten für Alufelgen geeignet. Allerdings sollten hier die individuellen Vorgaben der Felgenhersteller beachtet werden. Denn je weiter die Alufelgen über die Reifenflanke hinausragen, desto größer ist die Gefahr einer Beschädigung der Felgen. Schneeketten auf Alufelgen müssen besonders exakt montiert werden: Achten Sie bei der Montage darauf, dass die Kette und der Verschluss nicht an der Felge reiben oder sich verschieben kann.

Pflege der Schneeketten

Die Schneeketten sollten möglichst schnell nach jeder Fahrt, spätestens aber zum Saisonende gründlich mit klarem Wasser abgespült und im trockenen Zustand in der Verpackung gelagert werden. Eventuell kann man sie noch einölen, beachten Sie dazu Herstellerhinweise. Verschlissene Ketten nicht mehr weiterverwenden, außer wenn sie gewendet werden können. Auch das steht in der Bedienungsanleitung. Grundsätzlich können Ketten auch vom Hersteller repariert oder an andere Reifendimensionen angepasst werden.

Schneeketten im Test: AUTO BILD und ADAC Ergebnisse

AUTO BILD hat neun Schneeketten getestet. Da jedes Kettensystem seine Eigenheiten hat, ist es ratsam, die Montage vor dem richtigen Einsatz der Schneeketten einmal testweise durchzuführen. Das Üben zahlt sich aus, wenn man die Montage einmal bei widrigen Bedingungen und Minusgraden mit klammen Fingern durchführen muss.

Testsieger des AUTO BILD Schneeketten-Tests (2013): Pewag Snox Pro

Die Schneekette Snox Pro von Pewag landet am Ende mit 177 von 200 möglichen Punkten auf Platz eins in unserem Test. Sie überzeugte durch sehr gute Fahreigenschaften, ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis und vergleichsweise einfache Montage. Ein starkes Gummiseil an der Innenseite der Reifenflanke sorgt für den nötigen Zug.

Der ADAC rät, das Aufziehen der Schneeketten auf jeden Fall ohne Zeitdruck in Trockenübungen zu trainieren. Konsequenz des gekonnten Umgangs mit der Kette: Sie wird im Ernstfall schneller aufgelegt.

Worauf man beim Kauf achten sollte

Um die passende Schneekette für das Auto zu finden, werden folgende Angaben benötigt: die genaue Reifengröße und die Felgenbreite. Zur Sicherheit sollte man einen Blick in die Bedienungsanleitung des Autos werfen, denn manche Reifendimensionen passen nur mit bestimmten Schneeketten in die Radkästen. Besonders bei tiefergelegten oder mit großen Winterrädern ausgestatteten Autos, kann es zu Platzproblemen im Radhaus kommen. Hier können spezielle Ketten mit besonders dünnen Gliedern helfen. Oder man wählt beim Winterreifenkauf eine möglichst kleine, für das Fahrzeug zugelassene Reifendimension.

Kettentyp: Geht es nur ein-, zweimal im Jahr in den Wintersport-Urlaub, reicht eine einfache Seilkette. Die Preise starten bei rund 50 Euro. Etwas komfortablere Modelle besitzen eine Automatik, die das Nachspannen übernimmt (ab 70 Euro). Ist nur wenig Platz im Radkasten oder muss die Kette an der Hinterachse montiert werden, sind Federstahlbügelketten besser geeignet. Sie kosten rund 130 Euro. Noch einfacher geht es mit Komfort-Ketten, die Kette muss nicht händisch hinter dem Rad montiert werden - ab 250 Euro.

Eine gute Schneekette sollte als Mindestanforderung die sogenannte Ö-Norm 5117 für Pkw erfüllen, dann ist sie auf jeden Fall auch für das Befahren österreichischer Skigebiete zugelassen.

Tipps für die Schneeketten-Nutzung

  • Zeitpunkt: Spätestens, wenn das blaue Gebotszeichen Nr. 268 auftaucht. Wer dort, ohne Ketten aufzulegen, weiterfährt, riskiert ein Bußgeld. Natürlich müssen Sie nicht auf das Schild warten. Tipp: Lieber etwas früher aufziehen.
  • Schneeketten aufziehen: Gesetzlich ist es ausreichend, wenn nur die Räder der Antriebsachse mit Schneeketten fahren. Allerdings empfiehlt es sich, alle Reifen mit den Traktionshilfen auszustatten, denn bergab ist so die Bremswirkung deutlich besser.
  • Schneeketten bei Allrad-Fahrzeugen: Auch Allradler unterliegen der Schneekettenpflicht. Auch hier genügt es, lediglich eine Achse mit Schneeketten zu versehen. Gibt es keine Vorgabe durch den Hersteller und steht nur ein Kettenpaar zur Verfügung, sollte es auf die Vorderachse.
  • Tempo-Limit: Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist auf Tempo 50 begrenzt.

Schneeketten im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl von Schneeketten und ihre Eigenschaften, basierend auf verschiedenen Tests und Bewertungen:

Schneekettenmodell Bewertung Eigenschaften
Pewag Snox Pro Gut (1,5) Einfache Montage, gute Fahreigenschaften, ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis
Weissenfels Sport RCS - Schnellspanner, automatischer Spannmechanismus, Standmontage
RUD Compact Easytop V - Einfache Montage, Felgenschutz, automatisches Nachspannen
Michelin Easy Grip Evolution - Leicht, einfache Montage, guter Felgenschutz, für enge Radkästen

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