Motorrad mit Ski Umbau: Einzigartige Winterprojekte

Die Idee, ein Motorrad in ein Schneemobil zu verwandeln, mag zunächst ungewöhnlich erscheinen. Doch findige Tüftler und Hersteller haben sich dieser Herausforderung gestellt und bieten faszinierende Lösungen für den Wintereinsatz an.

Custombike-Wettbewerbe und individuelle Umbauten

Mario Baer, ein Handelskaufmann eines bekannten Sport-Ski-Herstellers, machte mit seinen Motorradumbauten bereits mehrfach von sich reden. Erst ein Jahr ist es her, da stand er mit dem Umbau einer Yamaha XVS 650 ganz oben auf dem Treppchen beim Custombike-Wettbewerb des Huber-Verlags in Mannheim. Heuer erklomm er zumindest den zweiten Platz im begehrten Reigen Deutschlands bester Custombiker auf privater Basis. Mario freut sich einfach unbändig: „Phantastisch, zweimal teilgenommen, zwei Pokale gewonnen.“

Damals war es ein Newstyle-Cruiser, den er zu Ehren und Geburt seiner kleinen Tochter Joline „Incredible“ nannte. Dass er das diesjährige Bike in einem völlig anderen Stil erbaute, überraschte die Fangemeinde positiv. Nur bei der Basis seiner Umbauten macht der gelernte Kfz-Mechaniker nach wie vor keine Kompromisse. Alle seine Bikes schraubt er auf der Grundlage der kleinen Drag Star und ist immer noch voll überzeugt von seiner Wahl. Der Erfolg gibt ihm Recht.

Mittlerweile sind gebrauchte Drag Stars allerdings in Deutschland gar nicht mehr so leicht zu bekommen, haben auch andere inzwischen entdeckt, dass das Original für eine preiswerte und phantasiereiche Schrauberei bestens taugt. Nahezu jede Stilrichtung lässt sich damit einschlagen und entwickeln.

Als teuerste Teile dürfen die speziell angefertigten und pulverbeschichteten Räder aus dem Hause TTS gelten, die Mario in die geänderte Schwinge einpasste. Satte 23 Zoll geben vorne wie hinten den Ton samt der stilvollen Speichen an. „Eigentlich sollte es sogar noch trackiger werden, die Räder höher als der Rest vom Motorrad herausstehen. Aber das ging dann doch nicht mit dem mono-gefederten Rahmen zusammen.“ Deshalb lässt sich nun aber auch die Maschine gelenkig um die Kurven zirkeln, wobei Mario lässig auf dem schmalen Sattel von Brooks thront: „Eigentlich habe ich den kompletten Umbau auf diese Form des Sitz-Details ausgerichtet. Alles sollte wie aus einem Guss wirken, nahezu, als wenn es genau so ein Krad immer schon gegeben hätte.“

Den Metalltank baute er selbst, gebogen, lang gezogen und mit nur wenig Inhalt, um die Form zu bewahren. Gerade mal viereinhalb Liter fasst das auffällige Gefäß. Durch die Änderung gibt es auch keine Möglichkeit zur Reserve mehr. „Also musste ich für den Notfall eine Sigg-Trinkflasche montieren. Die fasst dann knapp eineinhalb Liter, scherzt“, Mario.

Stilgerecht ziehen sich auch die hinteren Abdeckungen um den Motor und den Antrieb, lassen nur den Blick frei auf wesentliche Komponenten. Auch die Auspuffanlage ist komplett selbst gefertigt und soll stilistisch an alte Jagdbomber erinnern.

Die nach dem deutschen TÜV zulassungsfähig relevanten Teile wie die LED- Blinker oder der Frontscheinwerfer fallen optisch nicht ins Gewicht, sind entweder minimalistisch in ihrer Ausführung oder seitlich ins Rahmenlayout integriert. Der Lenker kommt aus dem Zubehör, nur verleiht Mario ihm durch das umgedrehte Anbringen ein ganz anderes Aussehen.

Ohne Unsummen zu verschlingen, aber mit viel Fantasie und Geschick stellte Mario so ein einzigartiges Bike auf die außergewöhnlichen Räder, das nicht umsonst auch noch eine Startnummer, die 06 trägt. Denn dann überrascht uns Mario noch mit einer Rennverkleidung in Halbschalen-Optik für das fesche Krad, die er kurzerhand über den Vorderbau stülpt und dem Krad damit auf Anhieb ein komplett anderes Ansehen verleiht.

Vom Boardtracker zum Ol‘ Skool Racing Bike. Nach dem erneuten Erfolg mit dem Bike meint Mario zu seinem Werk: „Ich glaube, einer, der in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gelebt hat, hätte sich so ein Bike gewünscht.“ Solch ein Wunsch lässt sich aber auch locker in die Jetztzeit übertragen, da wären sicherlich einige Leute sofort dran interessiert. Die „Beach Star” von Mario Baer, Lippstadt, - steht für 19.000 Euro zum Verkauf.

Details zum Bike:

  • Builder/Owner: Mario Baer, Geschwister-Scholl-Str.
  • Bodywork: Metal-fuel-tank, contents only 4,5 litres; added the volume by Sigg alu-bottle with 1,5 litres under the frame; handle-bar LSL, head-light bicycle-style, seat: bicycle-saddle with „Iron Cross“ by Brooks, indicators: mini-LED, number-plate one-off, stars at mud-guards like old school board trackers.

Snowrider-Moto: Umbau-Kits für Enduros

Ein Motorrad in ein Schneemobil verwandeln? Klingt nach einer Schnapsidee. Aber genau solche Umbausets bietet der sibirische Hersteller Snowrider-Moto an. Die Herkunft des Herstellers lässt bereits darauf schließen, an welchen Orten sich die Zielgruppe des Produkts vermutlich aufhalten dürfte: in kalten und schneeverwöhnten Gegenden wie Sibirien, Kanada oder beispielsweise Alaska. Doch auch in Europa gibt es jede Menge Orte, an denen, zumindest im Winter, durchaus viel Schnee fällt und solche Fahrzeuge Spaß machen könnten.

Vier verschiedene Umbau-Kits erhältlich:

  • Snowrider SR120 Pro-SE - Preis: 4.510 Euro
  • Snowrider SR129 Pro-SE - Preis: 4.670 Euro
  • Snowrider SR137 Pro-SE - Preis: 4.830 Euro
  • Snowrider SR120 Pro-RS - Preis: 4.900 Euro

Dabei sollen sich die ersten drei Umbau-Kits vor allen Dingen für grobe und herausfordernde Boden- und Schneebedingungen eignen, während die Variante für 4.900 Euro primär für professionelle Fahrer und Rennen entwickelt wurde. Auch Sprünge sollen mit allen vier Varianten ohne große Einschränkungen möglich sein.

Die Mono-Ski, die vorne zum Einsatz kommen, wurden in Eigenfertigung hergestellt. Die Antriebsraupe namens Moto 65 stammt aus dem Hause Composit Tracks. Das Kettenrad und die Kette stellt ein Unternehmen namens JT. Beim Chassis setzt Snowrider-Moto auf CNC-gefräßten und verchromten Stahl. Bei den voll einstellbaren Federelementen kommen Bauteile von YSS zum Einsatz. Auch ein kleiner Tank ist serienmäßig dabei. Bei den Bremsen setzen die Russen auf den extremen Bedinungen angepassten und speziell beschichteten Scheibenbremsen und Zweikolbenbremssättel, die auf den ersten Blick leider nicht sichtbar sind.

In der Produktbeschreibung erwähnt der Hersteller zudem, dass ein nicht näher beschriebenes Adapter-Set nicht zum Lieferumfang gehört. Wofür dieses benötigt wird, beschreibt Snowrider-Moto ebenfalls nicht. Angeboten werden die Umbau-Kits übrigens in verschiedenen Farbvarianten.

Umbau innerhalb einer Stunde?

Prinzipiell können die Umbau-Kits laut Herstellerangaben an jeder Enduro oder Cross-Maschine verwendet werden, deren Motor mindestens 250 cm³ leistet und bei der sich die Kette auf der linken Seite des Bikes befindet, was bei den meisten Modellen der Fall sein dürfte. Zudem behauptet der russische Hersteller, dass der Umbau von zwei Personen innerhalb von einer Stunde umgesetzt werden kann. Allerdings empfiehlt der Hersteller, die Anleitung im Vorfeld eingehend zu studieren um diese eher knackige Zeitangabe auch schaffen zu können. Leider kann die erwähnte Instruktion nirgendwo eingesehen werden und es wird auch nicht näher beschrieben, welche Schritte beim Umbau absolviert werden müssen.

Die Originalschwinge, Räder und Bremsen müssen aber offensichtlich neuen Kit-Bauteilen weichen. Ob die Umbau-Kits auch nach Deutschland geliefert werden, verrät der Hersteller nicht.

Harley-Davidson Roadster Snow Drag

Mit einem ungewöhnlichen Umbau hat es Slavomir Šáriczki aus der Slowakei geschafft, die Motorradsaison deutlich zu verlängern. Sobald es die Schneehöhe erlaubt, geht er mit der Sportster zum Skifahren.

Den europäischen Winter verbringen 99 Prozent aller Harleys in der trockenen Garage. Die Sportster 1200 Roadster von Slavomir Šáriczki gehört nicht dazu. Mit dem 67-PS-Twin macht der Harley-Händler aus Banska Bystrica in der Slowakei die Skigebiete der nahe gelegenen Niederen Tatra unsicher.

Die Lenkung übernimmt dabei ein mit der Vorderradaufnahme der USD-Gabel verschraubter Mono-Ski. Und für Schub sorgt anstelle des Hinterrads ­eine fette Raupenkette. Auch wenn die spektakuläre Fahr-Action auf den Fotos Leichtigkeit vermittelt, so war der Umbau vom Roadster zur V2-getriebenen Pistensau ganz schön schwierig.

„Das Hauptproblem war der Sekundärtrieb“, berichtet Slavo Šáriczki. Denn dafür hat die Harley serienmäßig rechts einen Zahnriemen, die Raupe aber links eine Kette. Wie beides zusammenbringen?

Šáriczkis Lösung sieht so aus: Schwinge raus und Federbeine weg (die Raupe hat schließlich zwei eigene), die Harley von Zahnriemen auf Kette umrüsten, den Antrieb mittels Welle anstelle der Schwingenachse nach links verlegen und nach hinten verlängern. Funktioniert und fährt.

Wie auch; schließlich hatten Šáriczki und sein Team vom „Motoshop Zubor“ die kompletten Bremsen inklusive des ABS demontiert. Bis auf Handpumpe und Hydraulik, die - ebenfalls verlängert - jetzt die Zweikolben-Zange auf der kleinen Scheibe der Raupeneinheit bedient. Zum Stehenbleiben reicht’s.

Vorderski und Raupeneinheit sind übrigens extra für die Umrüstung von Motorrädern zu Snowmobilen konstruiert und werden vom US-Hersteller Timbersled ganz offiziell als Anbausätze angeboten - allerdings nur für kleine bis mittelgroße Einzylinder-Enduros.

Im letzten Jahr wurde die Harley-Davidson Roadster Snow Drag beim offiziellen Harley-Custom-Bike-Wettbewerb "Battle of the Kings" eingereicht. Den Sieg konnte sich allerdings ein Umbau von Harley-Davidson Perugia sichern.

Weitere Überlegungen für Winterfahrer

Ein anderer Punkt sind Spikes. Hierzulande sind die verboten, aber eben nicht in Skandinavien und die im Winter dort fahrenden Motorradfahrer haben sowas natürlich, und wer von Deutschland aus im Winter dorthin fährt, montiert sie vor der Fährüberfahrt, wie ich von der o. g. Webseite weiß. Und wenn wir schon bei verboten sind, fürchte ich, dass es gerade hier in Deutschland Schwierigkeiten mit diesem Punkt geben wird, Ski als Anbauteile genehmigt zu bekommen. Auffallen wirst Du so oder so, auch den Ordnungshütern und ohne eine solche fahrend würde ich dann größere Probleme fürchten ...

Aktuell fahre ich K60 Silika. Ein, wie ich finde, absolutes Muss.

Keine M+S Reifen unter 7 Grad je nach "Straßen-/Wetterverhältnissen"

Hier habe ich mal auf einem ADAC-Tag eine Riesendiskussionzwischen anwesenden Reifenherstellern + Polizei ( Motorradbeamte ) und anwesenden Versicherungen ausgelöst.

Was passiert bei Anwendung des Gesetzes und bei einem "Unfall"

Versicherungen : automatisch Teilschuld - Reifenfreigabe nicht vorhanden !

Polizei : bei winterlichen Verhältnissen unter 7 °C >> Fahrzeug darf eigentlich nicht ohne M+S Reifen bewegt werden ????????

Reifenhersteller : wir haben noch keine Reifen mit M+S Kennzeichnung und Freigabe im Angebot !?!

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