In Filmen sehen wir oft, wie glänzende Motorräder über die Straßen rasen. Doch nur selten wird auch gezeigt, wie zeitintensiv die Wartung und Pflege eines Motorrads ist. Ein sauberes Motorrad sowie ein sauberer Motorradhelm sind nicht nur eine Augenweide, die richtige Motorradpflege sorgt auch dafür, dass dein Kraftrad über viele Jahre funktionstüchtig bleibt. Mal ehrlich gesagt, wenn der Lack in der Sonne glänzt und sich alles im Chrom widerspiegelt, dann schlägt das Herz des Bikers höher.
Grundlagen der Motorradreinigung
Da es an einem Motorrad viele verschiedene freiliegende Teile gibt, gestaltet sich die Reinigung etwas anders als bei einem Auto. Grundsätzlich empfehlen wir, ein Produkt zu verwenden, das genau für diesen Zweck bestimmt ist. Nachdem du die Anweisungen auf dem Reinigungsprodukt sorgfältig gelesen hast, kannst du mit dem Motorrad reinigen beginnen. Verzichte auf Hausmittel wie Spülmittel und Backpulver oder Ähnliches, um das Material deines Motorrads nicht zu beschädigen.
Vorbereitung ist alles
Zuerst solltest du alles zusammensuchen, was du zum Motorrad reinigen brauchst. Wenn du alles beisammen hast, mache dich auf den Weg zur nächsten Waschbox, denn das Reinigen von Motorrädern und auch Autos auf öffentlichen Straßen oder in deiner Einfahrt ist nicht erlaubt: Im Gully ablaufendes oder im Boden versickerndes Seifenwasser mit Öl, Ruß und anderen Rückständen würde das Grundwasser verunreinigen. Aus Umweltgründen solltest du dein Motorrad auf jeden Fall in einer offiziellen Waschbox reinigen. Diese besitzen neben Ölabscheidern auch Auffangvorrichtungen für Grobschmutz und eine besondere Abwasserentsorgung. Putzaktionen ohne diese Schutzmaßnahmen, etwa auf Privatgrund oder öffentlichen Straßen, sind verboten.
Die richtige Vorgehensweise
Fülle deinen Eimer mit Wasser und gib die auf der Packung empfohlene Menge deines gewählten Motorradreinigers hinzu. Vermische beides gründlich miteinander. Nimm nun ein Mikrofasertuch und beginne, die nicht verchromten und stark verschmutzten Teile deines Motorrads zu reinigen. Weiche den Schmutz vorsichtig mit der Reinigungslösung ein und wische ihn danach ab. Ist der Schmutz entfernt, spüle die gesäuberten Oberflächen mit klarem Wasser ab. Spare dabei Lager und Bremsleitungen aus, da diese sonst mit der Zeit rosten könnten.
Widme dich nun den Reifen. Verwende die Reifenbürste, um Schmutz zu entfernen und vergiss nicht, in diesem Schritt auch die Motorradspeichen und Felgen zu reinigen. Nutze die feine Reinigungsbürste, um schwer zu erreichende Stellen zu putzen. Wenn auch diese sauber sind, spüle die Reifen mit sauberem Wasser ab.
Falls vorhanden, reinige und poliere verchromte Teile deines Motorrads mit einem dafür geeigneten Produkt. Wenn du alle Teile deines Motorrads gründlich gereinigt hast, spüle es ein letztes Mal mit Wasser ab, um überschüssiges Reinigungsmittel und restlichen Schmutz zu entfernen.
Nimm ein sauberes Mikrofasertuch oder Fensterleder, um dein Motorrad vollständig abzutrocknen und dabei Streifen und Schlieren auf der Oberfläche zu vermeiden.
Wenn du die Karosserie und die Reifen deines Motorrads geputzt hast, kannst du auch gleich mit der Sitzfläche weitermachen. Verwende ein dafür geeignetes Reinigungsprodukt, denn vor allem Leder ist sehr empfindlich und kann durch falsche Pflege und Reiniger beschädigt werden. Nach der Reinigung kannst du die Sitzfläche außerdem imprägnieren, damit sie länger sauber bleibt.
Auch die anderen Teile deines Motorrads kannst du vor Schmutz schützen. Achtung: Wenn du deinen Motorradauspuff reinigen möchtest, gibt es eine ganze Reihe von Schritten zu beachten, um die Reinigung richtig durchzuführen.
Spüli: Freund oder Feind des Motorrads?
Spülmittel besitzen eine hohe Fettlösekraft und werden deshalb manchmal auch für andere Reinigungszwecke eingesetzt. Für Dein Motorrad solltest Du es allerdings unter keinen Umständen benutzen, denn es enthält Salz. Und Salz ist fatal für alle lackierten und mechanischen Teile, da es die Korrosion fördert. Nicht aufgelöste Salzteilchen können außerdem für Kratzer im Lack sorgen. Dann doch lieber der Griff zum Autoshampoo, der ist viel schonender für Deinen Motorradlack. Zur Not tut’s sogar gewöhnliches Haarshampoo.
Die Gefahren von Spülmittel
- Korrosion: Salz im Spülmittel fördert Rostbildung.
- Lackschäden: Unverdünnt oder in hoher Konzentration kann Spülmittel den Lack angreifen.
- Kratzer: Salzteilchen können Kratzer verursachen.
Alternativen und Empfehlungen
Verwende spezielle Motorradreiniger, die auf die verschiedenen Materialien abgestimmt sind. Diese Reiniger sind schonender und effektiver. Auch Autoshampoo kann eine gute Alternative sein. Bei hartnäckigen Verschmutzungen wie Insektenresten gibt es spezielle Insektenentferner.
Weitere Tipps zur Motorradpflege
- Regelmäßige Wäsche: Entfernt Schmutz und Streusalz, um Korrosion vorzubeugen.
- Trocknen: Gründliches Trocknen verhindert Rostbildung.
- Polieren und Wachsen: Schützt den Lack vor Umwelteinflüssen.
- Kettenpflege: Regelmäßiges Reinigen und Schmieren der Kette verlängert ihre Lebensdauer.
Hochdruckreiniger: Vorsicht geboten!
Moderne Hochdruckreiniger sind fürs Zweirad nicht unbedingt ein Segen. Durch den extremen Druck kann Wasser selbst in kleinste Ritzen und in Lager eintreten und Fett ausspülen. Daher sollten Sie beim Säubern der Maschine mit einem Hochdruckreiniger genügend Abstand halten und Problemzonen meiden. Dazu zählen Radnaben, Schwinge, Lenkkopflager, Hebelgelenke, Öl- und Wasserkühler oder auch O-Ring-Ketten. Hier empfiehlt sich die gute alte Handwäsche mit Schwamm oder weicher Bürste und sanftes Abspülen.
Vorsicht auch bei Reifen: Werden Pneus aus kurzer Distanz und zu lange an einer Stelle mit dem Dampfstrahler bearbeitet, können unsichtbare Vorschädigungen entstehen. Bei hoher Geschwindigkeit oder bei längeren Autobahnetappen können solche Stellen fatale Folgen haben. Dosierter Einsatz des Dampfstrahlers, vorheriges Einweichen von starkem Schmutz mit Schaum oder entsprechenden Kaltreinigern sowie die Nutzung einer Schaumbürste mit fließendem Wasser sind allemal besser.
Reinigung verschiedener Motorradteile
Felgen
Für die Felgen nehm ich entweder Fleckenwasser oder WD40.
Motor
Für Felgen und Motor verwende ich Petroleum, bzw. Terpentinersatz. Oder WD40.
Lackteile
Für die Lackteile verwende ich eine spezielle Lackpolitur. Größtes Problem, ist ja die Hinterrradabdeckung die dann im Bereich des Kettenschutzes relativ verölt ist. Um danach das Wachs aufzutragen müssen ja die Lackteile völlig ölfrei sein.
Kunststoffteile
Für die schwarzen Kunststoffteile gibt's Amorall. Unlackierte Teile können auch mit Cockpit-Spray aus dem Autobereich gepflegt werden.
Scheinwerfer
Mit Kernseife geht es aber wunderbar, wenn der Scheinwerfer aus Kunststoff ist.
Tabelle: Vor- und Nachteile verschiedener Reinigungsmittel
| Reinigungsmittel | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Motorradreiniger | Speziell für Motorräder, schonend, effektiv | Teurer als Hausmittel |
| Autoshampoo | Schonend für den Lack, gute Reinigungsleistung | Nicht so effektiv bei hartnäckigem Schmutz |
| Spülmittel | Günstig, fettlösend | Kann Lack und Metall angreifen, fördert Korrosion |
| WD40 | Vielseitig, löst Öl und Fett, schützt vor Rost | Kann manche Kunststoffe angreifen |
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