Motorräder mit V-Motor: Eine umfassende Übersicht

Der V-Motor ist eine beliebte Bauart bei Motorrädern und bietet eine interessante Kombination aus Leistung, Drehmoment und Sound. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte von Motorrädern mit V-Motoren, von den Klassikern bis zu modernen Modellen.

Die Geschichte des V-Motors

Der V-Motor wurde gegen Ende der 1880er Jahre von Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach als Zweizylinder entwickelt. Bei großvolumigen V-Motoren denkt man vor allem an Harley-Davidson. Indian und Victory folgten bzw. folgen dem gleichen Konzept wie Harley.

Amerikanische Ikonen: Harley-Davidson und Indian

Harley-Davidson blickt auf eine kontinuierliche Geschichte zurück. Die Marke Indian wurde von Polaris Industries im Jahr 2011 wiederbelebt. Auf den ersten Blick fällt bei einer Harley der V-Motor mit dem typischen, engen Zylinderwinkel von 45° auf.

Schaut man sich eine Harley-Davidson genauer an, sieht man, dass hier Motor und Getriebe nicht in einem gemeinsamen Gehäuse sitzen. Das ist nur bei der Sportster der Fall und ein Hauptunterschied zwischen den Motorrädern dieser Gruppe und den „großen“ Harleys. Diese Weise ist sonst speziell für englische Motorräder typisch.

Europäische Interpretation: Moto Guzzi und Ducati

Vielleicht nicht so bekannt wie Harley und Indian sind die Maschinen mit quer eingebautem V-Twin von Ducati. Die bekanntesten Italienerinnen mit V-Motor sind aber wohl die von Moto Guzzi, wobei hier das Triebwerk längs eingebaut ist. Typisch für Moto Guzzi war zunächst der liegende Einzylinder wie er auch noch in der Falcone verbaut ist.

Der erste Guzzi-V-Motor war ein quer eingebauter wie später bei Ducati: Die Bicilindrica war in den 30er- und 40er-Jahren eine erfolgreiche Rennmaschine, ist heute aber sehr selten. Das heute für Guzzi so typische Konzept des längs einbauten V-Twin taucht dort erst viel später auf und ist offenbar auch von jemand anders erfunden worden: Von Indian.

Nun ist ein längs eingebauter Motor günstig für einen Kardanantrieb, weil man nur ein Winkelgetriebe braucht. Indian und Harley-Davidson bauten jeweils eine Nullserie eines solchen Kraftrads. Ob man bei Indian wohl nur nicht ganz so unverschämt wie bei Harley von den Krauts abkupfern wollte? Naheliegend ist aber auch die Idee, dass ein längs eingebauter V-Motor eine größere Schräglage in Kurven erlaubt, was ja auch heute ein Argument für die Guzzi gegenüber der BMW ist.

Britische Legenden: Vincent und Brough Superior

Auch in England gab es legendäre großvolumige V-Twins. Hier sind zwei Namen geläufig: Vincent und Brough Superior. Brough Superior baute seine großen V-Motoren nicht selbst, sondern verwendete solche von J.A.P. Die beiden Spitzenmodelle der 20er und 30er Jahre, die SS 80 und die SS 100 waren für die damalige Zeit enorm schnell. Während Brough Superior 1940 erst einmal verschwand, gab es die ebenfalls legendäre Marke Vincent auch noch nach dem Krieg.

Noch 1967 und in den Jahren danach machte die Egli-Vincent von sich reden. Der Schweizer Rahmenbauer Fritz Egli baute Vincent-Motoren in einen Rahmen ein, den er selbst konstruiert hatte und fertigte. In den späten 50ern und frühen 60ern kamen wohl einige Fahrer auf den Gedanken, die unbändige Kraft eines Vincent-Triebwerks mit den bekannt exzellenten Fahreigenschaften eines Norton-Federbettrahmens zu kombinieren.

Japanische Interpretation: Yamaha, Suzuki und Honda

Als Anfang der 80er die Harleys auch in Deutschland volkstümlich wurden, sah man wohl auch im Land der aufgehenden Sonne, dass Chopper oder chopperähnliche Tourenbikes gefragt waren. Als erstes kam Yamaha mit einem - was den Hubraum betrifft - eher zaghaften Versuch daher, der XV 750, der Ur-Virago. Auch Suzuki baute und baut große V-Twins, zunächst in der Intruder- später in der Marauder-Reihe.

Die Japaner sind - oder waren zumindest - dafür bekannt, dass sie zuerst abkupfern, dann verbessern und schließlich die „Originale“ übertrumpfen. Bei der Virago war von Anfang an die Kardanwelle dabei, zu der man sich bei der Mutter aller Motorräder, bei Harley-Davidson bis heute nicht durchringen konnte. Bis heute bekommt man aus Japan dicke V-Twins bis 1900 Kubik, leider zum Teil auch mit dem unsäglichen Nähmaschinen-Antrieb, großenteils aber mit dem einzig vernünftigen Sekundärantrieb für richtige Motorräder: der guten, alten Kardanwelle.

Honda hat einen Dreizylinder-V-Motor für hubraumstarke Modell angekündigt, der als Besonderheit über einen elektrisch angetriebenen Kompressor verfügt. Das präsentierte Aggregat besitzt drei Zylinder in V-Anordnung mit einem Zylinderwinkel von 75 Grad. Die Ansaugluft wird von einem elektrisch angetriebenen Kompressor verdichtet, um die Leistungsausbeute des für größere Hubräume konzipierten Viertakters zu steigern.

Modellauswahl und Empfehlungen

Für Anfänger, die ein Motorrad mit V2-Motor suchen, könnte die Suzuki SV650 eine gute Wahl sein. Sie lässt sich leicht drosseln und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Alternativ könnten auch Modelle wie die Moto Guzzi Breva 750ie in Betracht gezogen werden, die gedrosselt erhältlich sind.

Für Fahrer, die Naked Bikes mit V2-Motoren bevorzugen, gibt es ebenfalls eine breite Auswahl. Einige beliebte Modelle sind:

  • Aprilia Shiver und Dorsoduro
  • Yamaha MT-01
  • Buell XB12SS

Diese Motorräder bieten eine beeindruckende Leistung und einen einzigartigen Sound.

Aktuelle Angebote und Modelle

Auf dem Markt sind verschiedene Motorräder mit V-Motoren in gutem Zustand erhältlich, darunter:

  • Ducati Panigale
  • Ducati Multistrada V2 S und V2 S Travel
  • Hyosung GV 125i S Aquila EVO ABS

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