Die Frage, ob ein Ölwechsel am Motorrad vor oder nach der Winterpause durchgeführt werden sollte, ist ein viel diskutiertes Thema unter Motorradfahrern. Es gibt unterschiedliche Meinungen und Argumente, die beide Vorgehensweisen unterstützen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte, um eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.
Warum ein Ölwechsel wichtig ist
Das Motoröl erfüllt im Motorradmotor vielfältige Aufgaben:
- Schmierung von beweglichen Teilen (Pleuel- und Kurbelwellenlager, Nockenwellen, Zylinderlaufflächen)
- Kühlung thermisch hoch belasteter Teile (z.B. Kolben)
- Bindung von Verbrennungsrückständen, die durch "Blowby" in das Motorgehäuse gelangen
- Schutz vor Korrosion durch Additive, die schädliche Stoffe neutralisieren
Im Laufe der Zeit altert das Öl, verliert seine Schmierfähigkeit und nimmt Schmutz, Wasser und Kraftstoffrückstände auf. Diese Rückstände können während der Winterpause zu Säurebildung und Korrosion im Motor führen.
Ölwechsel vor dem Winter: Die Vorteile
Ein Ölwechsel vor dem Winter hat mehrere Vorteile:
- Schutz vor Korrosion: Frisches Öl enthält einen höheren Anteil an Korrosionsschutz-Additiven als altes Öl.
- Entfernung von Rückständen: Altes Öl enthält Verbrennungsrückstände, Schmutz und Wasser, die während der Winterpause Schäden verursachen können.
- Direkt startklar im Frühjahr: Im Frühjahr kann man direkt losfahren, ohne sich um einen Ölwechsel kümmern zu müssen.
Ich tausche es vor dem Winter, da dann alles Verbrennungsrückstände und Säuren mit dem alten, warmen Öl aus dem Motor kommen. Und man kann im Frühjahr dann gleich losfahren und muss nicht erst noch Öl wechseln (und im Zweifel aufschieben). Vor dem Winterschlaf geht der Ölwechsel neben den anderen Tätigkeiten für den Winter unter.
Bei Saisonfahrzeugen, egal ob Auto oder Motorrad,ist der Ölwechsel unbedingt vor der Einmottung/Stilllegung zu empfehlen! Denn das alte gebrauchte Öl könnte bereits verschliessen und evtl.
Den Ölwechsel vor der Winterpause anzusetzen, ist klug gedacht: Altes Öl kann Korrosion im Motor begünstigen.
Ölwechsel nach dem Winter: Die Argumente
Einige Motorradfahrer argumentieren, dass ein Ölwechsel nach dem Winter ausreichend ist, da das Motorrad während der Standzeit nicht gefahren wird.
Davon abgesehen ist Dein Öl ja noch recht frisch. Wenn schon Ölwechsel, dann VOR der Winterpause...Öl ist eine Säure und durch mech. wie therm.
Zwischen Einmotten und auspacken keinen Kilometer fährst ist es entweder egal, wann du den Ölwechsel macht, oder es gibt einen anderen Grund als die Fahrleistung den Zeitpunkt des Ölwechsels vor, oder nach dem Winter festzulegen.
Was sagt die Praxis?
Viele erfahrene Motorradfahrer und Mechaniker empfehlen den Ölwechsel vor dem Winter.Es wird jedenfalls überall immerwieder dazu geraten, den Ölwechsel vor dem Einwintern zu erledigen,und den Motor dann nur noch einmal ordentlich warmzufahren. AuchPorsche Classic empfiehlt es so, und mir fällt zumindest kein Grund ein,warum es bei Zweirädern anders sein sollte.
In der Folge ist es also durchaus sinnvoll, den Ölwechsel vor der Einmottung durchzuführen und dann den Motor noch etwas laufen zu lassen, oder mal kurz um den Block zu fahren und das frische Öl im Motor zu verteilen.
Weitere Aspekte für die Entscheidung
Bei der Entscheidung für oder gegen einen Ölwechsel vor dem Winter sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:
- Kilometerstand: Wurde das Öl bereits längere Zeit gefahren und der nächste Ölwechsel steht kurz bevor, ist ein Wechsel vor dem Winter ratsam.
- Fahrweise: Bei häufigen Kurzstreckenfahrten oder sportlicher Fahrweise ist das Öl stärker belastet und sollte vor dem Winter gewechselt werden.
- Alter des Öls: Auch wenn die empfohlene Kilometerlaufleistung noch nicht erreicht ist, sollte das Öl spätestens nach einem Jahr gewechselt werden, da es altert.
Ölstandskontrolle und Ölwechsel: So geht's
Für ein langes Motorradleben ist die Ölstandskontrolle wie auch der regelmäßige Ölwechsel oberstes Gebot.
ÖlstandskontrolleLäuft der Motor mit zu wenig Öl, führt das zu erhöhtem Verschleiß in Ermangelung ausreichender Schmierung bis hin zum Motorschaden. Im umgekehrten Fall, wenn zu viel Öl eingefüllt wurde, verliert der Motor Leistung, denn in diesem Fall bremst das Öl die bewegten Teile. Es kann dadurch schaumig werden und seine Schmierfähigkeit verlieren. Außerdem erhöht sich der Öldruck im Inneren des Motors und führt zu defekten Dichtungen oder gelangt über die Kurbelgehäuseentlüftung in den Luftfilter. Der Ölstand verändert sich, weil ein gewisser Ölverbrauch normal ist, er sollte aber nicht über 0,4 l bei wassergekühlten und 0,7 l auf 1000 km bei luftgekühlten Motorrädern liegen. In besonderen Fällen (z. B. durch Benzinverdünnung) kann sich der Ölstand auch erhöhen. Regelmäßige Kontrolle ist deshalb unverzichtbar.
Gemessen wird der korrekte Ölstand bei warmem Motor (ca. 80 Grad), der fünf bis zehn Minuten stand, damit das Öl zurücklaufen konnte. Bei einem Motor mit drei Liter Ölinhalt kann der Unterschied zwischen kaltem und warmem Motor mehr als 100 cm³ betragen! Die meisten Motorräder haben eine Nasssumpfschmierung, d. h. der Ölvorrat ist in der Ölwanne. Bei der Messung per Peilstab muss man wissen, ob der Peilstab nur aufgesetzt wird oder komplett eingedreht werden muss (Fahrerhandbuch beachten). Beim Ölschauglas hat man dieses Problem nicht. Bei beiden Arten muss die Maschine aber gerade stehen - nicht ganz einfach bei Motorrädern ohne Hauptständer. Beim Peilstab kann man sich auf die Maschine setzen, beim Schauglas braucht man Yoga-Erfahrung oder eine zweite Person. Idealerweise sollte der Ölstand auf der halben bis drei viertel Strecke zwischen "min" und "max" liegen. Aber Achtung: Je nach Modell/Bauart gibt es abweichende Vorgehensweisen bei der Kontrolle (z. B. Prüfung auf dem Seitenständer etc.). Einige wenige Motorräder (z. B. BMW F 650) haben eine Trockensumpfschmierung. Das Öl befindet sich hier in einem separaten Tank, an dem sich dann auch meist der Peilstab befindet. Unbedingt die entsprechende Anleitung beachten!
Das richtige Öl
Man unterscheidet drei Sorten: mineralisches, teilsynthetisches und synthetisches Motorenöl. Falls der Hersteller ein bestimmtes Öl vorschreibt, erübrigt sich jede Diskussion, will man nicht Garantie- oder Kulanzansprüche verlieren. Die richtige Menge, Viskosität und Spezifikationen kann man dem Fahrzeug-Handbuch entnehmen.
ÖlwechselDa Öl altert, muss es regelmäßig gewechselt werden. Entweder nach einer bestimmten Laufleistung oder bei Gelegenheitsfahrern nach einer bestimmten Zeit. Viele ältere Motorräder haben noch die 6.000-km-Intervalle, neuere Typen 10.000 km oder 12.000 km bzw. verlangen alle zwei Jahre nach einem Wechsel. Dabei sollte auch der Ölfilter getauscht werden. Falls das Wechselintervall für das Motoröl ohnehin fast erreicht ist, ist ein Ölwechsel vor der Winterpause durchaus sinnvoll. Älteres Öl verfügt nur noch über einen Teil des Korrosionsschutzes, den frisches Öl besitzt, das außerdem auch noch keine durch die Verbrennung entstandenen aggressiven Bestandteile enthält.
Der Ölwechsel gehört zu den relativ einfachen Wartungsarbeiten und ist mit ein bisschen Planung auch für den Laien kein Problem, denn im Unterschied zum Auto lassen sich Ablassschraube, Ölfilter und Einfüllstutzen meist gut erreichen. Ein bisschen Planung ist aber unverzichtbar.
Man benötigt: die entsprechende Menge frisches Öl, einen Messbecher, den neuen Ölfilter, eine neue Dichtung für die Ablassschraube, einen passenden Trichter und, falls man zu viel Öl eingefüllt hat, eine Spritze mit Schlauch zum Absaugen. Nicht fehlen sollten natürlich das passende Werkzeug zum Lösen der Ölablassschraube sowie ein Auffanggefäß für das Altöl. Das gibt es im Zubehör als praktische Kombination von Wanne und Behälter. Müssen für den Wechsel auch Verkleidungsteile etc. abgebaut werden, legt man das benötigte Werkzeug ebenfalls bereit. Wichtig sind auch ein Drehmomentschlüssel sowie die Anzugswerte für die Ölablassschraube und eventuell das Filtergehäuse, denn die empfindlichen Gewinde im Motorblock können leicht beschädigt werden. Intelligenterweise deckt man den Garagenboden vernünftig ab und achtet darauf, möglichst keine Behälter offen herumstehen zu lassen.
Motoröl einfüllen
Wichtig beim Ölwechsel ist die richtige Temperatur. Der Motor sollte warm gefahren sein (ca. 15 km Fahrstrecke/80 Grad). Dann wird das Öl möglichst zügig gewechselt, damit sich die Schwebstoffe nicht wieder an der Innenwand des Motors absetzen. Genau das passiert nämlich, wenn das Öl bei kaltem Motor gewechselt wird. Achtung, da das Öl noch relativ heiß ist, unbedingt einen Schutzhandschuh beim Herausdrehen der Ablassschraube tragen - Verbrennungsgefahr! Zwei Missgeschicke sind jetzt typisch. Zum einen fällt die Schraube in die Wanne, zum anderen steht die Ölwanne falsch bzw. das Öl schießt weiter als gedacht aus dem Ablauf heraus. Deshalb entferne ich den Einfüllstutzen erst nach dem Entfernen der Ablassschraube. Jetzt kann das Öl gut ablaufen und der alte Ölfilter abgeschraubt werden. Es gibt zwei verschiedene Arten von Filtern. Patronen-Ölfilter ähneln einer Blechdose und werden komplett abgeschraubt. Das Abschrauben wird durch einen Ölfilterschlüssel oder -Aufsatz erleichtert. Bei der anderen Bauart muss zuerst ein Ölfilter-Gehäuse entfernt werden, um den eigentlichen Filter entnehmen zu können.
Nachdem das Öl vollständig ausgetropft ist, wird die Ölablassschraube mit neuer Dichtung eingeschraubt und mit vorgeschriebenem Drehmoment angezogen. Der Patronen-Ölfilter wird meist nur mit der Hand angeschraubt und auch nur handfest festgezogen. Maßgeblich sind hierbei die Angaben des Fahrzeugherstellers. Die Gummidichtung des Filters wird vorher mit sauberem Öl am Finger eingeölt. Bei Filtern mit Gehäuse reinigt man dieses gründlich und legt den neuen Filter richtig ausgerichtet ein. Eventuelle Dichtungen und Dichtringe werden erneuert und die Schraube(n) mit einem Drehmomentschlüssel angezogen.
Jetzt muss nur noch neues Motoröl eingefüllt werden. Trichter und Messbecher sind hier hilfreich. Erst einen halben Liter weniger als angegeben einfüllen, dann den Motor kurz laufen lassen und den Ölstand prüfen. In kleinen Schritten bis zur Max-Markierung auffüllen. Falls man versehentlich zu viel Öl eingefüllt hat, hat sich zum Absaugen eine große Plastikspritze mit aufgesetztem Schlauch gut bewährt. Bevor man das alte Öl in einen Kanister füllt, um es fachgerecht zu entsorgen, sollte man es mit einem Teesieb durchsieben. Rückstände wie Metallspäne, kleine Plastikteilchen deuten auf mögliche Getriebeschäden oder Steuerkettenspanner-Probleme hin.
Praktisches Zubehör
Egal, für welches Öl man sich entscheidet, viel wichtiger für die Lebensdauer ist das langsame Warmfahren des Motors. Die richtige Temperatur lässt sich am besten mit einem Ölthermometer kontrollieren. Entscheidet man sich für die elektrische Variante in Form eines Zusatzinstruments, wird oft ein Geber verwendet, der an Stelle der Ablassschraube eingesetzt wird. Der Ölwechsel ist also der ideale Moment zur Montage.
Eine pfiffige Idee und vor allem eine saubere Sache ist auch das Stahlbus-Ölablassventil. Es wird einfach gegen die vorhandene Ölablassschraube getauscht. Beim Ölwechsel schraubt man die Schutzkappe ab und steckt das Schlauchanschlussstück per Schnellverschluss auf. Erst wenn dieses arretiert ist, öffnet sich das Ventil, und das Öl kann dank des Schlauchs direkt in einen Behälter abgelassen werden. Beim Lösen des Schlauchanschlusses schließt das Ventil selbsttätig, und man muss nur noch die Schutzkappe wieder aufdrehen.
Checkliste für den Saisonstart
Nach der Winterpause steht die erste Inspektion an, um dein Motorrad fit für die neue Saison zu machen. Mit der richtigen Ausstattung kannst du dein Motorrad nicht nur nach der Winterpause perfekt vorbereiten, sondern bist auch auf Reisen für kleine Reparaturen gerüstet.
- Batterie prüfen: Flüssigkeitsstand prüfen, ggf. destilliertes Wasser nachfüllen, laden.
- Kette reinigen und schmieren: Kettenreiniger verwenden, anschließend Kettenspray auftragen.
- Gabel und Federbeine prüfen: Auf Ölundichtigkeiten achten.
- Lack-, Chrom- und Metallteile reinigen: Pflegespray entfernen, Motorrad waschen.
- Reifen prüfen: Luftdruck, Risse, Beschädigungen, Profiltiefe kontrollieren.
- Bewegliche Teile und Gelenke schmieren: Brems- und Kupplungshebel gängig machen.
- Motor starten: Bei Vergasermaschinen Kraftstoff aus den Schwimmerkammern ablassen und frisches Benzin nachlaufen lassen.
Tabelle: Vor- und Nachteile des Ölwechsels vor dem Winter
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Schutz vor Korrosion während der Winterpause | Zusätzlicher Aufwand vor der Winterpause |
| Entfernung von schädlichen Rückständen aus dem Motor | Frisches Öl altert während der Standzeit leicht |
| Direkt startklar im Frühjahr | Kosten für Öl und Filter fallen möglicherweise früher an |
Die Sonne kehrt zurück - Deine Zeit ist jetzt! Steig auf Dein Motorrad, lass den Winter hinter Dir und begrüße die 'Good Vibrations' der neuen Saison.
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