Die Auswahl der richtigen Motorradbekleidung ist für Frauen von großer Bedeutung, da sie Komfort, Sicherheit und Stil vereinen muss. Immer mehr Marken bieten spezielle Kombis, Helme, Handschuhe und Stiefel für Damen an. Doch wie unterscheiden sich diese Produkte von den Standardmodellen für Herren? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick und Testergebnisse verschiedener Motorradoutfits für Frauen.
G E T E S T E T - Motorradkombi Panamericana II von Modeka
Bei der Panamericana II von Modeka nur von einem Motorradkombi für Frauen zu sprechen, ist wahrlich tiefgestapelt. Die Motorradjacke und Hose bestehen jeweils aus drei verschiedenen Jacken bzw. Hosen, was das Ganze eher zu einem Bekleidungskonzept als nur einer Textilkombi zum Motorradfahren macht. Sowohl das Damenmodell als auch die Herrenvariante wurden im Test unter die Lupe genommen.
Erster Eindruck und Verarbeitung
Die Modeka Panamericana II Lady Jacke macht schon beim Auspacken einen tollen Eindruck. Sie scheint hochwertig verarbeitet, alle Reißverschlüsse (YKK) sind leichtgängig und lassen sich simpel schließen. Besonders positiv fällt die warme Thermojacke auf, die optimal für kaltes Wetter geeignet scheint. Die Taschen sind alle sinnvoll platziert und als wasserdicht bzw. nicht wasserdicht gekennzeichnet.
Funktionalität und Anpassbarkeit
Es gibt wirklich viele praktische Reißverschlüsse, um die einzelnen Motorrad-Jacken miteinander zu verbinden. Die Thermojacke ist simpel mit drei Druckknöpfen aus der zweiten Schicht (Membran) lösbar. Auch das Herausnehmen und Wiedereinfügen der Membranjacke, also der zweiten, wasserdichten Schicht, geht dank der umlaufenden Reißverschlüsse und Druckknöpfe rasch von der Hand. Eine clevere Lösung stellen die Zipper an den Ärmeln dar, welche die Thermojacke mit der zweiten Schicht verbinden und für perfekten Tragesitz sorgen.
Um die persönlich beste Kombination für die verschiedenen Temperaturbereiche zu finden, hilft nur durchtesten. Eine Kombimöglichkeit sollte immer passen.
Passform und Komfort
Normalerweise trage ich eine Konfektionsgröße 38, aber für mich passte die Jacke erst in Größe 40 optimal. Ich habe die 38 kurz anprobiert, aber wenn alle 3 Teile (Außenjacke, Membran und Thermojacke) miteinander verbunden sind, konnte ich mich nicht mehr bewegen. Das gleiche gilt auch für den Motorradkombi für den Herren. Die Jacke sitzt einfach nur perfekt, ich musste nichts verstellen und sie scheint wie für meinen Körperbau gemacht. Durch die cleveren Anpassungsmöglichkeiten an den Armen verrutschen auch die Ellenbogen-Protektoren nicht.
In der Tailie gibt es zwei justierbare Gurte, die stufenlos mit Klett einzustellen sind. So kann man sich den langen, integrierten Rückanprotektor auf die Wirbelsäule ziehen. Bei dieser Motorradkombi bleibt alles an Ort und Stelle! Auch wenn die Jacke etwas viel wiegt (ca.4 kg), hat das Gesamtgewicht beim Tragen und Motorradfahren gar nicht gestört bzw.
Belüftung und Wetterschutz
Belüftung mit Air Draft - So nennen sich die großen Klappen. Die zahlreichen Belüftungsöffnungen und Reißverschlüsse sorgen für effektive Luftzirkulation. Alle Zipper sind mit Hutzen aus Mesh hinterlegt. Da flattert auch nichts mehr. Die Luftklappen (Brust und Oberschenkel) konnte ich während des Fahrens mit den Handschuhen problemlos bedienen. Zipper auf, hochklappen, arretieren. Auf Motorradtour durch Graubünden funktionierte die Belüftung der Panamericana II bestens. Bei leichtem Regen blieb ich nur mit der Außenjacke schon komplett trocken.
Der Kragen ist als sog. AirCollar ausgelegt. Du klappst ihn “rüber”, hakst ihn ein und der Druckknopf ist so zu verschieben, dass du den Kragen an der Motorradjacke in der Weite bequem für dich und deine Bedürfnisse einstellen kannst. Das ist bequem und da scheuert auch nichts mehr. Auf kurzen Fahrten habe ich mein Schlauchtuch gar nicht gebraucht, auf längeren Motorradtouren erstezt auch der Kragen das Halstuch nicht. Und wenn du Ihn nicht mehr brauchst, hakst du ihn aus, klappst den Kragen zurück und hakst ihn auf der linken Seite ein. Ein gern vernachlässigtes Detail, nicht so an der Modeka Motorradkombi.
Details und Stauraum
Du hast große, weite Ärmelbundchen und mit einem fetten Klettriegel schließen sie ganz harmonisch an Handgelenk ab. Das funktioniert so gut, weil hier kein Reißverschluss verbaut wurde sondern ein Keil aus Stretch. So bleibt der Handschuh im Ärmel, so fahre ich am liebsten, und es kommt auch keine Zugluft in den Ärmel durch. Die integrierten Protektoren machen einen vertrauenerweckenden Eindruck und sitzen dank guter Passform angenehm sicher und Körpernah. Ich habe keine Druckstellen an den Schultern oder Ellenbogen. Der Rückenprotektor reicht vom Genick bis zum Steißbein.
Leider passte mein Handy, ein Google Pixel 7 Pro mit 6,7 Zoll, nicht in die wasserfesten Taschen außen. Ebenso wenig passte ein kleineres Handy, das nur 6,3 Zoll groß ist und somit eher durchschnittlich, komplett hinein. Die Druckknöpfe an den Seiten gingen dieses Mal zwar zu, der Klettverschluss schloss aber nicht vollständig. Auch ein 6,3 Zoll Smartphone passt nur knapp in die Bauchtasche. In die Innentasche (Brust) der Außenjacke passten beide Handys problemlos rein. Diese Taschen sind allerdings als nicht wasserdicht gekennzeichnet. Aber: Beim Praxistest mit Wasserlanze in der Waschanlage waren die Innentaschen wasserdicht.
Die Tasche ist groß genug für eine EC- oder Kreditkarte, Kleingeld, ein Tempo, Brillenputztuch oder was man an Kleinkram gern auf Tour griffbereit hat. Insgesamt bietet die Jacke durch die vielen Taschen sehr viel Stauraum.
Die Modeka Panamericana II Lady Hose
Auch die Modeka Panamericana II Hose besteht aus drei einzelnen Hosen - einer Innenhose für den Nordpol (Thermohose), einer wasserdichten Membran und einer robusten Außenhose. Auch bei der Hose überzeugt die hochwertige Verarbeitung, alle Nähte machen einen robusten Eindruck. Es gibt auch Hosenträger (abnehmbar), um die Hose als Latzhose zu tragen. Ebenso wie bei der Jacke überraschte mich auch hier das Gewicht der Motorradhose, ein Leichtgewicht ist sie nicht. Allerdings fiel dies beim Tragen kaum auf. Somit ist das Gesamtgewicht der Motorradkombi 7 kg.
Beim Anprobieren zeigte sich schnell, dass mir die Hose in meiner üblichen Konfektionsgröße 38 perfekt passt. Also Hose an, Stiefel an - Allerdings war dann das zurückstreifen, über meine hohen Motorradstiefel, etwas mühsam und das trotz langer Zipper am Unterschenkel, mit denen sich die Hosenbeine nochmal ausstellen lassen. Ich trage die Hose im Straßenverkehr, ohne Ansage eines Regengusses, sowieso lieber in den Endurostiefeln.
Die Protektoren lassen sich innen mit zwei unterschiedlichen Klettverschlüssen um einige Zentimeter verstellen und sind dann auch für Frauen mit kürzeren Beinen passend. Damit die Protektoren auch nicht verrutschen, kann man die Hosenbeinweite per Riegel sowohl über als auch unter dem Knie justieren. Die 4 Taschen sind ebenfalls sinnvoll platziert und teilweise wasserdicht ausgeführt. Die Oberschenkeltaschen (wasserdicht) sind ein wenig knapp ausgelegt. Der Tragekomfort ist extrem hoch, nichts verrutscht und der sichere Sitz der Protektoren gibt ein gutes Gefühl, auch bei dynamischer Fahrweise.
Vor- und Nachteile der Modeka Panamericana II
| Pro | Kontra |
|---|---|
| Clevere Reißverschlusslösungen für perfekten Sitz aller 3 Hosen (übereinander) | Überziehen über hohe Stiefel etwas fummelig und eng |
| Latzhose für angenehmen Sitz im Solo-Einsatz | Oberschenkeltaschen ein wenig klein dimensioniert |
| Komfortable Verbindung mit Jacke über Reissverschluss (lang und kurz) | Relativ hohes Gewicht |
Weitere Motorradbekleidung im Test
Neben der Modeka Panamericana II gibt es eine Vielzahl weiterer Motorradjacken und -kombis, die speziell für Frauen entwickelt wurden. Hier eine Übersicht einiger getesteter Modelle:
- Stadler Treasure Pro
- Modeka Panamericana
- Büse Porto
- Modeka Takuya Lady
- Modeka Belastar
- Dainese Mayfair Lady D-Dry
Jedes dieser Modelle wurde hinsichtlich Passgenauigkeit, Materialverarbeitung, Sicherheit, Praxistauglichkeit, Wetterschutz, Ausstattung und Tragekomfort bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass es für jeden Bedarf und Anspruch die passende Motorradbekleidung gibt.
10 Bekleidungssets für Frauen im Test
Um die Unterschiede zwischen den verschiedenen Damenprodukten und den Standardmodellen für Herren herauszufinden, wurden zehn Outfits von insgesamt 27 Herstellern von fünf MOTORRAD-Mädels im Praxistest genauer unter die Lupe genommen. Können die Damenprodukte in den Größen 34 bis 44 wirklich halten, was sie versprechen? Trotz taillierten Schnitts unterscheidet sich manches leider nur im Design vom restlichen Sortiment.
Die kleine Allrounderin
Als Fan von großen Allrounder-Bikes greift Dina (158 cm) gekonnt zu den kurzen Größen. Die Lady Style von Segura wurde als „toll, geschmeidig und klasse verarbeitet“ bezeichnet. Beziehungsweise beide, denn eigentlich handelt es sich um eine Lederjacke mit Protektoren und eine Innenjacke, die zugleich als lässiger Kapuzen-Zipper getragen werden kann. Die französische 38 passt deutschen 36er-Frauen.
Die kurvige Weltenbummlerin
Großer Busen, runde Hüften, schmale Taille. Tourenfahrerin Sigrun weiß, wie sie ihre Kurven in Szene setzen muss. Die Textilkombi von Difi hat mich bei diesem Test positiv überrascht. Sie sitzt perfekt, und die Protektoren verrutschen nicht. Besonders gut gefällt mir die Luftdurchlässigkeit, und in den Taschen kriegt frau locker alles verstaut. Eine tolle Sommerkombi, die mit ihrer Optik noch mal extra punktet.
Die sportliche Racerin
Bislang hat Iris auch problemlos zu Lederkombis für Männer gegriffen. Stattdessen also Zweiteiler wie der ProSports, bei dem die Protektoren genau richtig sitzen, aber im Schritt und im Becken zwickt es. Ich müsste daher eine Nummer größer nehmen und dann hoffen, dass die Protektoren noch immer passen.
Die starke Cruiserin
Catherine betont ihre Figur richtig: ausgeprägte Schulterpartie, voller Busen und eine schmale Hüfte. Privat trage ich auf dem Motorrad oft Männersachen, weil diese bei meiner Figur einfach gut ausschauen. Auf Pink kann ich dagegen gerne verzichten. Die Café Racer-Lederjacke, die nur leicht tailliert ist und mit doppelreihigem Reißverschluss nicht nur ein optisches Highlight bietet. Leider sind die Ärmel etwas zu lang, was vor allem beim Fahren auffällt.
Die große Enduristin
Die große, schlanke Aileen kommt um Langgrößen nicht herum. Dann ist sie aber auch offroad sicher unterwegs. Auf der Piste trägt man ein Cross-Outfit, und im Bereich der StVO darf es gerne lässig aussehen. Neben meiner Größe spielte bei der Auswahl meines Outfits auch meine Haarfarbe eine Rolle: Pink geht deshalb gar nicht. Stattdessen hab ich mich für ein Set von Fly Racing in Petrol und Gelb entschieden.
Textilkombis unter 400 Euro im Test
Atmungsaktiv, wind- und wasserdicht sollen sie sein - und günstig obendrein. Sieben Damenkombis bis 400 Euro mussten in unserem Test zeigen, ob sie dem Motorrad-Alltag gewachsen sind - oder ob man mit ihnen bei Regen baden geht. Als Universaltalent für Alltag und Tour sowie als Alternative zu Leder haben sich Textilkombis fest etabliert. Sie vereinen Komfort und Sicherheit im Sommer wie im Winter, bei Sonne und Regen.
Testsieger: Modeka Amber Lady
Die Modeka Amber Lady überzeugt durch schlichte, aber durchaus moderne und sportliche Optik. Dazu sie ist durchdacht aufgebaut und allwettertauglich. Eine gute Leder-Alternative.
Weitere getestete Modelle
- Bering Katniss/Angelina
- Büse Cara/Torino Pro
- Germot Alice/Vanessa
- Held Zorro/Vader
- POLO DXR Tour 2.0
- Probiker/Fastway Lausanne III/Season
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