Wasserdichte Motorrad Packtaschen im Test: Ein umfassender Überblick

Die nächste Tour ist geplant, das Ziel gesteckt und das Motorrad bereits fit gemacht für die kommenden Kilometer. Spätestens jetzt fängt das große Grübeln an, wohin mit dem Gepäck mangels Koffern, die zwar oft klobig wirken, aber komfortabel sind, wenn es ums Reisen geht. Im Gelände und auf abenteuerlichen Touren sind softe oder semisofte Gepäckstücke die flexible Alternative zu sperrigen Koffern.

Wir haben 12 wasserdichte Motorrad-Gepäcktaschen getestet. Hierbei wurden verschiedene Aspekte wie Montage, Wasserdichtigkeit und die allgemeine Handhabung berücksichtigt.

Grundlagen von Motorrad-Hecktaschen

Der Schlüssel drückt in der einen Seitentasche, das Handy in der anderen - eng anliegende Motorradkleidung bietet oft nur wenig Platz für Kleinkram. Wer auf der Motorradtour auch noch Sonnenbrille, Erste-Hilfe-Set, Snacks und Getränke für zwischendurch oder einen dünnen Regenschutz einpacken will, kommt um eine weitere Tasche nicht herum.

Grundsätzlich ist eine Hecktasche fürs Motorrad ähnlich einem Tankrucksack. Sie lässt sich in der Regel auf dem Sozius-Sitz oder Gepäckträger des Motorrads anbringen und sorgt damit für Stauraum auf dem Bike. Je nach Modell sichern zwei bis drei Gurte die Tasche auf der Sitzbank des Motorrads oder an der Sissybar bei Choppern.

Eine Motorrad-Hecktasche ist vor allem für Sportmotorräder oder Enduros geeignet, bei denen ein Tankrucksack zu hoch baut und damit zu unpraktisch für eine entspannte Fahrt ist. Auch für Maschinen, bei denen keine Satteltaschen oder Koffer Platz finden, bietet sich eine Hecktasche an.

Vor- und Nachteile verschiedener Gepäcksysteme

Rucksack: Universell, aber begrenzter Stauraum und Verletzungsrisiko bei Unfällen.

Tankrucksack: Geringe Schwerpunktverlagerung, aber muss zum Tanken abgenommen werden. Modelle mit Magnetsystemen halten natürlich schlecht auf einem Kunststofftank.

Gepäckrolle: Einfache Befestigung, aber meist kein Platz für Sozius und wenig Sortiermöglichkeiten.

Gepäcknetz: Geeignet für größere Dinge wie Helme.

Topcase: Schnell montierbar, aber ungünstige Schwerpunktverschiebung.

Softbags/Hecktasche: Gute Optik, aber oft nicht wasserdicht. Dank Klettverschlüssen oder Gurten passen die Softbags auf jedes Motorrad.

Koffer: Viel Platz, robust, abschließbar und wasserdicht, aber teuer und ausladend.

Packtaschen/Satteltaschen: Geeignet für Motorräder ohne Gepäckträger, aber die Lederversion macht sich vor allem auf Choppern oder Cruisern hervorragend.

Testberichte und Empfehlungen

Im Folgenden werden einige der getesteten wasserdichten Motorrad-Gepäcktaschen detaillierter betrachtet:

Kategorie 1: XL Moto Satteltaschen wasserdicht H2O

Kauftipp: XL Moto H2O

Preis pro Paar: 94,99 Euro

Volumen pro Paar: 40 l

Gewicht pro Paar (ohne Träger): 2.500 g

Abmessungen B/T/H: 45/22/25 cm

Anbringung über: Gurte direkt am Motorrad oder am Träger

Nässeschutz: durch Außenmaterial

Herstellungsland: China

Ausstattung: Hauptfach, gepolsterter Formring mit Netzfach innen, reflektierendes Logo, Tragegriff

Zubehör verfügbar: ja (Tasche "Oben")

Diebstahlschutz: nein

Fazit: Das simple und kompakte Modell H2O aus der Gepäckserie des Shops XL Moto überzeugt still und leise durch einen festen Halt und einfaches Handling. Im Gegensatz zur Konkurrenz in der Einsteiger-Kategorie lässt sich die H2O viel besser komprimieren und kompakter am Motorrad verzurren, was insgesamt zur Stabilität beiträgt. Kauftipp!

Kategorie 2: Enduristan Blizzard XL

Kauftipp: Enduristan Blizzard XL

Preis pro Paar: 325 Euro

Volumen pro Paar: 34 l

Gewicht pro Paar (ohne Träger): 2.000 g

Abmessungen B/T/H: 44/21/37 cm

Anbringung über: Gurte, direkt am Motorrad

Nässeschutz: durch Außenmaterial

Herstellungsland: China

Ausstattung: Hauptfach, zusätzliche Befestigungsschlaufen, rote Innenbeschichtung, Tragegriffe

Zubehör verfügbar: ja (Innentaschen, Hitzeschutz, Zusatztaschen, Flaschenhalter)

Diebstahlschutz: nein

Fazit: Das Blizzard-Set von Enduristan in der größten Ausführung überzeugte in vielen Aspekten und scheint wie für die Ténéré gemacht: Kompakt schmiegen sich die Taschen an und halten fest am Heck. Dicht, leicht und eng anliegend sind die Taschen für echte, grobe Abenteuer ausgelegt. Das Gurtsystem bedarf etwas Eingewöhnung, überzeugt aber durch Wertigkeit.

Kategorie 3: Mosko Moto & Outback Motortek Rack Backcountry Offsetkit

Kauftipp: Mosko Moto & Outback Motortek Rack Backcountry Offsetkit

Preis pro Paar: ab 854,63 Euro

Volumen pro Paar: 60 l (35 + 25)

Gewicht pro Paar (ohne Träger): 9.150 g

Abmessungen B/T/H: 38/20 cm (15 bei 25 l)/51 cm

Anbringung über: Kofferträger von Outback Motortek, über Adapter an anderen Trägern

Gewicht Träger: 4.250 g

Preis Träger: 219 Euro

Nässeschutz: durch Innensack

Herstellungsland: China und Vietnam

Ausstattung: Hauptfach mit herausnehmbarem Innensack, Frontfach mit Innentasche, MOLLE-System, Tragegriff

Zubehör verfügbar: ja (zahlreiche Erweiterungen möglich)

Diebstahlschutz: Locking Bar für Kabelschloss

Fazit: Das hochwertige, asymmetrische Backcountry Offset Pannier Kit (V2.1) von Mosko Moto in Kombination mit dem Träger von Outback Motortek ist extrem stabil, vielseitig, wertig und abenteuerlustig. Ein klarer Kauftipp für Adventure-Reisen.

Weitere getestete Modelle

  • Bogotto SB-Speed
  • Moto Detail Satteltaschen
  • QBag ST07
  • Shad Terra TR40
  • SW-Motech SysBag WP L
  • Hepco & Becker Royster Neo
  • Lonerider MotoBags 31

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Bevor Satteltaschen für das Motorrad erworben werden, sollten noch einige wichtige Faktoren beachtet werden, damit es nicht zu einem Fehlkauf kommt:

  • Volumen: Das Volumen der Satteltaschen stellt einen der wichtigsten Faktoren dar, denn von diesem hängen die Einsatzmöglichkeiten ab.
  • Kompatibilität: Die Satteltaschen sollten kompatibel mit dem eigenen Motorrad sein, denn sonst können diese erst gar nicht installiert werden.
  • Optik: Auch die Optik der Satteltaschen darf natürlich nicht unterschätzt werden, denn schließlich sollte sich diese der Optik des Motorrades anpassen.
  • Funktionen: Natürlich sollte auch auf den Funktionsumfang geachtet werden, denn dieser unterscheidet sich je nach Modell stark.
  • Preis: Nicht zuletzt spielt auch der Preis eine wichtige Rolle, denn Satteltaschen stehen grundsätzlich im Bereich von 30 bis 300 Euro oder mehr zur Verfügung.

Weitere Aspekte

Montage

Hecktaschen lassen sich am einfachsten mit Spanngurten oder Spanngummis mit dem Sitz oder dem Heckträger verbinden. Bei den meisten Hecktaschen gehören die Verbindungsgurte zur Ausstattung dazu, manche kombinieren diese mit Schnellverschlüssen. Bei einigen Taschen wie der QBag Hecktasche benötigen Motorradfahrer:innen jedoch separate Spanngurte.

Wasserdichtigkeit

Die meisten Hecktaschen sind wasserabweisend, einige auch wasserdicht. Besonders Kunststoff-Gewebe wie etwa Ballistic Nylon oder PU-Leder schützen den Inhalt vor Feuchtigkeit. Das sollten Interessierte vor dem Kauf unbedingt klären. Wasserabweisende Hecktaschen lassen sich bei starkem Regen aber auch mithilfe von Kunststofffolien schützen.

Materialien und Verarbeitung

Die Materialien reichen von PVC über Polyester bis hin zu Leder. Die Verarbeitung sollte sorgfältig sein, um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten. Achten Sie auf verschweißte Nähte und robuste Reißverschlüsse.

Tabelle: Vergleich einiger getesteter Modelle

Modell Preis pro Paar (ca.) Volumen pro Paar Wasserdichtigkeit Besonderheiten
XL Moto H2O 94,99 € 40 l Außenmaterial Einfache Montage, kompaktes Design
Enduristan Blizzard XL 325 € 34 l Außenmaterial Robust, adventuretauglich
Mosko Moto Backcountry ab 854,63 € 60 l Innentasche Extrem stabil, vielseitig

Mit einem ganzen Bündel an soften Packtaschen und Säcken sind wir 2016/2017 durch die Gegend gefahren. Die Idee dabei: Leichtes Gepäck und einen schweren Kofferträger vermeiden. An welche Enduros die Taschen ohne die Verwendung von Inferno Heat Shields passen, muss man hingegen ausprobieren.

Bitte auch neuere Tests beachten!

Mittlerweile wird auch der Schulterriemen mitgeliefert, ohne Aufpreis, wie es zu Beginn der Fall war. Der Vorteil dieser Ortlieb-ähnlichen Bauweise ist der quer angebrachte Rollverschluss, der zum einen Dichtigkeit und schnelles Auffinden des Inhaltes ermöglicht.

Ein ähnliches Konzept verfolgt das Drybag 700 von SW Motech. Josh war zufrieden, denn das Drybag ermöglicht auch an Motorrädern, die sonst keinen Gepäckunterbringungsmöglichkeiten bieten, eine fette Tasche zu montieren.

Etwas mehr Stauraum bietet die Tasche durch ihre Hufeisen-Form: die seitlich ausgeformten Taschen hängen nicht zu tief herunter, damit sie nicht mit dem Auspuff kollidieren, längst-Rollversschluss, für gute Zugänglichkeit und jede Menge Laschen um weitere Gegenstände daran zu verzurren. Das Material (500D Polyester mit PVC-Beschichtung) wirkt robust, der Preis ist relativ okay (129,95 €).

Die Legend Gear Kollektion bei SW spricht eine Menge Menschen an. Die Reine Funktionalität steht nicht im Vordergrund, sondern ein passendes (Reto) Design, dazu ausgewählte Materialien und Farben.

Der Hauler Duffle ist nicht für das Motorrad spezifiziert, Eagle Creek hat da aber eine tolle Rolle zusammengebaut: Eigentlich gar keine Rolle, eher eine praktische Seesack-Tasche mit quadratischem Grundriss, mit vielen Henkeln, Rucksack-Tagegurten und sehr vielen, hochwertigen Reißverschlüssen.

Der Duffle RS ist das beste Reisegepäckstück, was unserer Meinung nach derzeit auf dem Markt ist. Vor allem, wenn man kombinierte Reise vor hat, die einem neben dem Biken auch eine Anreise per Auto, Flugzeug oder Bahn versprechen.

Das Ortliebs Verschlusslösung mit einem Wasserdichten Längs-Reißverschluss die beste Lösung ist, hat der Sack sowieso schon bewiesen. Eine Ausnahme dürfte die Tour in Wüstengegenden sein, denn mit (zu viel) Sand haben Reißverschlüsse nicht gut Kirschen Essen.

Relativ neu sind diese beiden Spielarten von Ortlieb Backrollern. Sie ermöglichen, wie schon dem alten Ortlieb Satteltaschen, das Anbringen von Softbags einmal ohne jeglichen Gepäckträger (Velcro) oder nun auch das Adaptieren an Kofferträger jeglicher Art (Click).

Airbags sind aber nicht wasserdicht, sie lassen die Luft entweichen.

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