Seit einem Jahrzehnt wird per Norm geregelt, was Protektoren leisten müssen. Nun fordern Experten mit neuen Grenzwerten und Falltests eine knallharte Verschärfung. Das Thema wird heiß diskutiert.
Die Entwicklung der Protektoren-Norm
Vor über zehn Jahren war das Thema nicht beliebt. Motorradhersteller standen der Idee, die sogenannte »persönliche Schutzausrüstung« (PSA) des Motorradfahrers normieren zu lassen, genauso kritisch gegenüber wie die nationalen Biker-Organisationen in Europa. Man witterte einen gesetzlich verankerten Tragezwang von Protektoren-bewehrter Schutzkleidung.
So verständigte man sich auf ein Gentlemen’s Agreement: Erst wenn ein Hersteller in der Werbung oder seinem Katalog ausdrücklich auf die Schutzwirkung seiner Motorradbekleidung hinweist, muss das Produkt entsprechend zertifiziert werden. Kritikern und Zweiflern bestätigte ein offizielles Schreiben der Europäischen Kommission, dass es trotz Normierung zu keiner Tragepflicht kommen werde.
Als Ergebnis dieser Grabenkämpfe wurde schließlich am 17. November 1997 die Europäische Norm für Aufprallprotektoren, Kürzel EN 1621-1, angenommen. Das Ergebnis, so sind sich heutige Betrachter und damals Beteiligte sicher, fußte mehr auf politischen Wirren denn technischer Praktikabilität.
Generell, so urteilten Kritiker, fehlen in der Norm medizinische Aspekte genauso wie Vorgaben für den Einbau oder die Trageeigenschaften der Protektoren. Umso erstaunlicher ist, dass die Norm den ersten Routinecheck, der generell alle fünf Jahre erfolgt, schadlos überstanden hat. Zu groß war anscheinend die Furcht, alte Kämpfe erneut zu entfachen.
Dennoch wollte man den nächsten Check, der turnusgemäß erst in diesem Jahr wieder an der Reihe gewesen wäre, nicht abwarten. Als klar wurde, dass in den Mitgliedsstaaten keine Forderung nach Normenrevision laut werden würde, beschloss man innerhalb des zuständigen CEN-Komitees TC 162, zuständig für »Schutzkleidung einschließlich Hand- und Armschutz und Rettungswesten«, eine Ad-hoc-Kommission mit der Revision der EN 1621-1 zu beauftragen.
Die Zukunft der Protektoren-Norm
Klar ist: Eine neue Version der Gelenkprotektoren-Norm wird kommen. Sie wird schärfere Grenzwerte genauso beinhalten wie neue Prüfverfahren. Gegenüber MOTORRAD betonen viele Ausschussmitglieder auf deutscher und europäischer Ebene, dass die heutige Diskussion nicht vergleichbar ist mit den Schwarzweißargumenten, die man sich vor über zehn Jahren an den Kopf geworfen hat.
Generell sei die Zusammenkunft im Ausschuss »sehr konsensorientiert« und würde »mehr im Dialog als rein fordernd« geführt. So könnten sich beispielsweise Unfallforscher und Hersteller auf einen Kompromiss einigen, der medizinisch notwendig ist, aber tatsächlich auch den ergonomischen Anforderungen beim Motorradfahren entspricht. Das Motto: Was nützt der beste Protektor, wenn er faktisch nicht tragbar ist.
Indes: An den Grundfesten wird nicht gerüttelt. Der Falltest und die daraus ermittelte Restkraft werden weiterhin zentraler Bestandteil der Norm sein. Hier haken Kritiker ein: Für sie fehlen nach wie vor biologische Grundlagen in der Norm. Überhaupt müsste in deren Augen das Prozedere des Falltests deutlich mehr Praxisnähe aufweisen indem man beispielsweise das Ansprechverhalten von Protektoren auch bei geringeren Fallhöhen testet.
Noch ist unklar, was sich genau ändern soll und wann die Neufassung wirksam wird. Wie gegenüber MOTORRAD bekannt wurde, hat sich der Ausschuss bei seiner letzten Zusammenkunft im September 2007 jedoch auf Eckpunkte geeinigt, deren Annahme für eine Neufassung der Norm als ziemlich sicher gilt. Demnach wird es zusätzlich zum bisherigen Grenzwert von 35 kN Restkraft einen zweiten Level geben, der vermutlich 20 kN betragen wird.
Weiterhin wird es einen neuen Falltest geben, bei dem die Prüflinge 72 Stunden hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt werden. Damit will man die Alterungsbeständigkeit der Protektoren stärker in das Testprozedere einbinden. Optional können Hersteller ihre Produkte auch bei Hitze und Kälte prüfen lassen, um sie damit für den Gebrauch bei extremen Temperaturen auszeichnen zu lassen.
»Das Rad,« erklärt ein Ausschussmitglied, »wird mit dieser Norm nicht neu erfunden. Die Neufassung wird praxisbezogener sein auch wenn man weiterhin mit den Altlasten der ursprünglichen Fassung leben wird."
Die Bedeutung von Protektoren im Unfall
Wie viel bringt ein Protektor im Unfall tatsächlich? Beim stumpfen Aufprall auf ein stehendes Hindernis können sich Protektoren kaum in Szene setzen. Aber »sie können das Verletzungspotenzial absenken: Aus komplizierten Frakturen werden einfache Brüche, zudem lassen sich schmerzhafte Langzeitfolgen minimieren.«
Otte über den idealen Protektor: »Optimal ist ein Plattenverbundsystem, bei dem die punktuell einwirkende Kraft auf eine große Fläche verteilt wird und ein Schaumpolster als Stoßdämpfungszone fungiert.
Europa und der Schutz der Biker
Als Protektor gilt in der Motorradbekleidung nur das, was entsprechend der Europa-Norm EN 1621 zertifiziert ist. Europa-Normen werden vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) beschlossen, diese hier ist mit Teil 1 (Kürzel EN 1621-1) im November 1997 angenommen worden und befasst sich mit den »Anforderungen und Prüfverfahren für Aufprallprotektoren«.
Die EN 1621-2 ist jünger: Gültig seit Juli 2003, werden im zweiten Teil die Anforderungen und Prüfverfahren für Rückenprotektoren beschrieben. Zentrales Element beider Teile ist der Stoßdämpfungstest: Ein Fünf-Kilo-Fallkörper stürzt aus einem Meter im freien Fall auf den Protektor, ein darunter liegender Messkopf registriert die Restkraft. Gelenkprotektoren dürfen im Durchschnitt maximal 35 Kilo-Newton (kN) durchlassen. Für Rückenprotektoren gelten schärfere Grenzwerte. Zertifiziert nach Level 1 beträgt der maximal zulässige Durchschnittswert aus fünf Aufschlägen 18 kN, für Level-2-Protektoren ist bei neun kN Schluss.
Ein Problem der Norm: Die Definition der Schutzfläche. Um die Grenzwerte einzuhalten, können Hersteller die Protektoren für kleine Schutzflächen auszeichnen. Besonders bei Rückenprotektoren tauchen immer wieder Exemplare auf, die Einsneunzig-Typen passen, aber eine lächerlich kleine Schutzfläche haben.
Original oder Fälschung?
In der Motorradbekleidung tauchen immer wieder Sturzpolsterungen mit CE-Aufdruck auf, die aber niemals ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen haben. Spätestens auf einem Fallprüfstand (und erst recht beim Unfall) würden die Schaumpölsterchen jämmerlich versagen.
Vorschrift ist, dass Protektoren nicht nur selbst eindeutig beschriftet sind. Ebenso gehört eine Informationsbroschüre dazu, in welcher der Protektorenhersteller mit kompletter Anschrift aufgeführt wird.
Protektoren richtig kaufen
Das Paradox tritt in vielen Bekleidungstests von MOTORRAD immer wieder aufs Neue auf: Textilanzüge oder Lederkombinationen sind mit erstklassigen Protektoren ausgestattet, diese aber so ungeschickt positioniert oder eingesetzt, dass sie beim Sturz verrutschen oder sich gar wegdrehen können. Deshalb sollte schon bei einer ausführlichen Anprobe im Laden geklärt werden, ob auch die Protektoren in der Bekleidung gut sitzen.
Unsere Tipps für einen sicheren Einkauf:
- Protektoren dürfen nicht lose ins Innenfutter eingehängt werden, sondern müssen fest mit dem Außengewebe verbunden sein.
- Gut ist, wenn sich die Protektoren individuell einstellen lassen. Als besonders effektiv haben sich Klettflächen erwiesen.
- Der Anzugschnitt muss stimmen. Beim Anprobieren die typische Fahrhaltung einnehmen und am besten mit Hilfe einer zweiten Person prüfen, ob sich die Protektoren vom zu schützenden Gelenk wegdrehen lassen.
- Textilkombis sind üblicherweise sehr weit zugeschnitten. Besonders wenn man im Sommer auf das Innenfutter verzichtet, ist ein stabiler Sitz der Protektoren kaum noch realisierbar. Besser ist es, auf Protektorenwesten auszuweichen, die eng am Körper anliegend getragen werden können.
- Beim Nachrüsten von Protektoren darauf achten, dass sie ohne Spiel in die vorhandenen Taschen eingesetzt werden können. Um sich vor falschen Protektoren zu schützen, unbedingt die Angaben auf dem Protektor mit der mitgelieferten Infobroschüre des Herstellers vergleichen.
Materialschlacht im Protektorenbau
Im Helm hat sich seit Jahrzehnten Polystyrol, meist unter dem Handelsnamen Styropor bekannt, zur Stoßdämpfung durchgesetzt. Auf dem Prüfstand zeigen diese Protektoren akzeptable Werte, zudem sind sie federleicht. Allerdings bieten sie keinen echten Tragekomfort und müssen nach einem Sturz ausgetauscht werden, weil sie sich durch Krafteinwirkung dauerhaft verformen.
Hier haben elastische Materialien einen deutlichen Vorteil, da sie sich nach einem Aufprall wieder in ihre Ursprungsform zurückstellen. Besonders praktisch sind Protektoren aus viskoelastischem Weichschaum, die wie eine Knautschzone am Körper funktionieren. Hartschalen haben schlechte Stoßdämpfungseigenschaften, können aber eine punktuell wirkende Kraft auf eine große Fläche verteilen.
Die richtige Kurventechnik beim Protektorenbau
Klar ist: Der Wert, den ein Protektor auf dem Fall-Prüfstand erzeugt, kann nur bedingt etwas über seine Leistungsfähigkeit beim Unfall aussagen. Allerdings liegt das Prüfstandsszenario weit über dem, was der Mensch tatsächlich aushält: Die kinetische Energie beträgt beim Aufprall 50 Joule, der Gelenkprotektor darf im Schnitt maximal 35 kN Restenergie (Rückenprotektoren je nach Level neun oder 18 kN) durchlassen. Ein menschlicher Knochen, so die Medizin, bricht bei sechs bis neun KiloNewton, ist aber biegsam. Das sollte man beim Protektorenbau berücksichtigen.
5 Sicherheits- und Schutzstandards
Motorradbekleidung wird seit ein paar Jahren nach 5 Schutzstandards zertifiziert. Mithilfe der fünf Klassen, dargestellt durch die Buchstaben AAA, AA, A, B und C, können sich Käufer und Käuferinnen einen schnellen Überblick verschaffen, was die Klamotte leisten kann:
- C steht für reinen Aufprallschutz
- B für reinen Abriebschutz
- A für beides zusammen - geprüft und zertifiziert nach der Euro-Norm EN 17092-2 (bis 6): 2020.
Beim kombinierten Abrieb-/Aufprallschutz ist Klasse A quasi die Freizeitklamotte, die den höchsten Tragekomfort bietet, allerdings auch die niedrigste Schutzstufe. Bei den Klassen AA und AAA kehrt sich das Verhältnis entsprechend um, vom Protektoren-bewährten Touring-Textilanzug bis hin zur reinen Protektoren-Rennkombi.
Verpflichtend für Hersteller, nicht für FahrerInnen
Anders sieht es bei Händlern und Herstellern aus, die in ihrem Angebot nun nur noch nach EN 17092 zertifizierte Schutzkleidung als Motorradbekleidung anbieten dürfen. Bisher war eine CE-Kennzeichnung ausreichend, um Ware in Umlauf bringen zu dürfen.
Weitere wichtige Aspekte
Besonders wichtiger Bestandteil einer umfassenden Schutzausrüstung sind Motorradhandschuhe. Geprüfte Motorradhandschuhe bieten Schutz vor Umgebungsbedingungen, ohne dabei die Fingerfertigkeit des Benutzers beim Betätigen der Steuer- und Bedienelemente des Motorrads zu beeinträchtigen. Innerhalb der Norm existieren die Schutzklassen Level 1 und Level 2.
Die EN 13634:2017 trägt den Namen „Norm für Schutzschuhe für Motorradfahrer beim Fahren von Motorrädern auf Straßen und im Gelände“. Motorradstiefel dienen zum Schutz vor Umweltbedingungen und Verletzungen bei Stürzen und müssen bei der Prüfung folgenden Anforderungen gerecht werden: Schutzfunktion, ergonomische Eigenschaften, Unbedenklichkeit und mechanische Eigenschaften. Der Prüfbereich besteht aus zwei Zonen, wobei im Bereich A ein mäßiges Verletzungsrisiko besteht, im Bereich B ein hohes Risiko.
Spezifische Protektoren-Arten und ihre Normen
Motorrad Protektoren sind unverzichtbare Sicherheitsausrüstung für jeden Motorradfahrer, die bei Stürzen und Unfällen lebenswichtige Körperregionen schützen. Rückenprotektoren gehören zu den wichtigsten Schutzausrüstungen für Motorradfahrer. Sie schützen deine empfindliche Wirbelsäule vor Stößen und Verletzungen bei Stürzen.
Die Norm EN 1621-2 definiert die Anforderungen an Rückenprotektoren und unterscheidet zwischen Level 1 und Level 2 Schutzklassen. Level 2 Protektoren bieten dir dabei einen höheren Schutz, sind aber oft etwas dicker und weniger flexibel. Wenn du viel auf der Straße unterwegs bist, empfehlen wir dir einen komfortablen Rückenprotektor, der auch bei längeren Touren angenehm zu tragen ist.
Gelenkprotektoren schützen die besonders verletzungsanfälligen Gelenke deines Körpers. Sie werden nach der Norm DIN EN 1621-1 zertifiziert und sind in verschiedenen Größen erhältlich. Ellenbogenprotektoren sind besonders wichtig, da die Ellenbogen bei einem Sturz oft als erste den Boden berühren.
D3O Protektoren
D3O ist ein Material, das die Protektorentechnologie maßgeblich verändert hat. Die sogenannten „intelligenten Moleküle“ machen D3O-Protektoren im normalen Zustand weich und flexibel, sodass sie beim Fahren kaum spürbar sind. Was bedeutet das für dich? Du erhältst Protektoren, die sich anfühlen wie weiche Polster, aber im Ernstfall hart wie Panzerplatten werden.
Die Vorteile von D3O-Protektoren liegen in ihrer Vielseitigkeit: Sie funktionieren bei Temperaturen von -10°C bis +120°C zuverlässig und behalten dabei ihre Schutzeigenschaften. Zudem sind sie deutlich dünner als herkömmliche Protektoren, was den Tragekomfort erheblich verbessert.
CE-Kennzeichnung und Schutzklassen
Alle hochwertigen Motorrad Protektoren müssen eine CE-Kennzeichnung tragen, die bestätigt, dass sie den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen. Für Gelenkprotektoren gilt die Norm DIN EN 1621-1, die zwischen Level 1 und Level 2 unterscheidet. Level 1 Protektoren müssen eine Restaufprallkraft von maximal 35 kN aufweisen, während Level 2 Protektoren mit maximal 20 kN noch strengere Anforderungen erfüllen.
Die Größenklassifizierung von Protektoren erfolgt nach Typ A und Typ B. Die richtige Passform ist entscheidend für die Schutzwirkung. Protektoren müssen so sitzen, dass sie die zu schützenden Körperregionen vollständig abdecken, auch in der Fahrposition.
Die Wahl des richtigen Protektors
Bevor du Protektoren kaufst, solltest du deinen hauptsächlichen Einsatzbereich definieren. Für Straßenfahrten und Touren sind andere Protektoren optimal als für Offroad-Abenteuer oder Rennstreckeneinsätze. Moderne Protektoren verfügen über Belüftungskanäle oder perforierte Oberflächen, die für eine gute Luftzirkulation sorgen. Dies ist besonders wichtig bei längeren Fahrten oder in warmen Klimazonen.
Viele Motorradfahrer möchten ihre vorhandene Kleidung mit besseren Protektoren aufrüsten. Die meisten Motorradjacken und -hosen haben bereits Taschen für Protektoren, in die du neue Protektoren einsetzen kannst. Beim Nachrüsten solltest du darauf achten, dass die neuen Protektoren richtig positioniert sind.
Pflege und Lebensdauer von Protektoren
Protektoren solltest du regelmäßig reinigen, um Geruchsbildung und Bakterienwachstum zu vermeiden. Die meisten Protektoren kannst du mit einem feuchten Tuch abwischen. Protektoren haben eine begrenzte Lebensdauer und sollten regelmäßig auf Beschädigungen überprüft werden. Nach einem Sturz oder starken Aufprall solltest du sie grundsätzlich ersetzen, auch wenn äußerlich keine Schäden sichtbar sind.
Textil oder Leder?
Der Siegeszug der Textilkombis scheint unaufhaltsam: Sie sind leicht, bequem, relativ wetterfest und haben ein hohes Sicherheitsniveau erreicht. Doch selbst hochwertigstes Kunstfaser-Gewebe erreichte bei ADAC Prüfungen nicht die Abriebfestigkeit eines guten Leders.
Ein weiteres Argument spricht für Leder: Bei gut anliegenden Lederkombis sitzen die eingearbeiteten Protektoren zuverlässiger an ihrem Einsatzort als in den meist weiter geschnittenen Textilanzügen.
Schutzpolster und Protektoren
Den Namen "Protektor" dürfen streng genommen nur Schutzpolster tragen, die nach der europäischen Norm 1621-1, -2 und -3 geprüft sind. Beworben werden diese Protektoren als "CE-geprüfte Protektoren". Ihre Aufgabe: Beim Sturz die Aufprallenergie aufnehmen, auf eine größere Fläche verteilen und das Durchschlagen spitzer Gegenstände vermeiden.
Ganz einfach: Je dicker ein Protektor ist und je größer die Fläche, die er abdeckt, desto höher die Sicherheit bei einem Unfall. Gut ausgerüstete Kombis müssen dabei keineswegs unbequem sein. Immer häufiger kommen Hightech-(PU-)Schaumstoffe zum Einsatz, die beim Tragen flexibel sind und sich erst beim Aufprall verhärten.
Vorsicht vor dünnen Rückenprotektoren in zweiteiligen Low-Cost-Kombis: Sie sind nicht selten aus billigem Schaumstoff gefertigt und decken wichtige Bereiche der unteren Wirbelsäule gar nicht ab. Hier hilft nur eines: Diese Pseudo-Schützer entfernen und einen separaten, hochwertigen Rückenprotektor unter der Kombi-Jacke tragen!
Die Bedeutung von Schutzkleidung bei Unfällen
Obwohl gesetzlich - anders als bei der Helmpflicht - das Tragen von Motorradschutzkleidung nicht vorgeschrieben ist, ist in der Rechtsprechung eine Tendenz zu beobachten, schuldlos geschädigten Motorradfahrern wegen des Nichttragens von Schutzkleidung Ansprüche zu kürzen.
Schadensersatz bei Beschädigung von Motorradbekleidung
Nach einem Motorradunfall ergeben sich für den Geschädigten immer wieder Probleme bei der Frage, in welchem Umfang ein beschädigter Sturzhelm oder beschädigte Kleidung zu ersetzen ist.
Nachrüst-Protektoren
Während Textilbekleidung und Lederbekleidung von Traditionsherstellern mit hochwertigsten und bequemen Protektoren daherkommt, werden im Low-Budget Bereich häufig billige Schaumstoffe verwendet, die schlecht am Körper anliegen und beim Sturz nur geringen Schutz bieten. Wir empfehlen Ihnen, diese Schaumstoffmatten dringend gegen hochwertige Polster auszutauschen.
Den geltenden Sicherheitsstandards entsprechen die Nachrüst-Protektoren, wenn sie eine Kennzeichnung nach der Norm DIN EN 1621 sowie eine CE-Kennzeichnung besitzen.
Schutzklassen und Tests
Im Normalfall muss ein Protektor die Vorgaben die DIN EN 1621-1 (Gelenkprotektoren) oder EN 1621-2 (Rückenprotektoren) erfüllen. Dabei wird zum einen eine Trennung zwischen Gelenk- und Rückenprotektoren vorgenommen und zum anderen werden die Produkte in verschiedene Schutzklassen eingeteilt.
Bei der Prüfung zur Klassifizierung werden verschiedene Tests durchgeführt, um die Haltbarkeit und die Schutzwirkung zu ermitteln. Einer der Tests besteht darin, einen 5 kg schweren Stempel aus 1 Meter Höhe auf den Protektor fallen zu lassen. Dessen maximale Schlagkraft liegt bei ungefähr 150-180 kN.
Da auch Krafteinwirkungen von 35 kN für Knochen oft noch äußerst fatal sind, sollten sicherheitsbewusste Biker hier auf Gelenkprotektoren setzen, die dem Schutzlevel 2 genügen. Rückenprotektoren decken vor allem die Rückenpartie ab. Zusätzlich schützen sie wichtige Organe wie zum Beispiel die Nieren. Aus diesem Grund gilt für diese Art von Schonern die noch etwas strengere Norm EN 1621-2.
Passform und Größe
Ein Protektor kann seine Schutzwirkung nur dann entfalten, wenn er auch richtig sitzt. Aus diesem Grund sollten Motorradfans ihre Schutzkleidung sowie die Protektoren immer in der richtigen Größe erwerben. Dies ist vor allem bei Knieprotektoren von besonderer Bedeutung, da hier ein falscher Sitz die Schutzwirkung deutlich mindern kann.
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