Reifen sind die einzige Verbindung zur Straße, und das gilt besonders für Motorräder. Damit Motorradreifen die nötige Fahrsicherheit bieten und der Fahrspaß nicht zu kurz kommt, sollten Motorradfahrer auf den richtigen Reifendruck achten. Sowohl ein zu niedriger als auch ein zu hoher Reifendruck beeinflussen den Verschleiß und die Leistung des Reifens negativ.
Außerdem kann ein falsch eingestellter Luftdruck das Unfallrisiko erhöhen. Welcher Reifendruck der richtige ist, hängt vom Motorradtyp und den aufgezogenen Motorradreifen ab. Jeder Reifenhersteller macht genaue Angaben zum Luftdruck des jeweiligen Reifenmodells.
Bei manchen Motorradmodellen gibt es eine Angabe zum Reifendruck auf einem Aufkleber an der Maschine selbst. Am Reifen ist der maximale Reifendruck oftmals auf der Reifenflanke eingeprägt. Bei den meisten Straßenmaschinen bewegen sich die Richtwerte für die vorderen Reifen zwischen 2,25 und 2,5 bar. Hinten sollten es zwischen 2,5 und 2,9 bar sein.
Die genauen Angaben sollten Sie unbedingt der Bedienungsanleitung oder den Reifen entnehmen und vor allem: einhalten. Denn nur so ist die Fahrsicherheit jederzeit garantiert.
Die Bedeutung des Richtigen Reifendrucks
Der richtige Reifendruck entscheidet über Sicherheit und Fahrspaß - besonders auf anspruchsvollen Alpenstrecken. Der richtige Reifendruck ist einer jener Faktoren, die viele Motorradfahrer zwar kennen, aber im hektischen Alltag oft vernachlässigen.
Gerade für Motorradfahrer in der Alpenregion ist der korrekte Reifendruck von besonderer Bedeutung. Auf kurvigen Passstraßen mit wechselnden Asphaltqualitäten kann ein falsch eingestellter Druck schnell zu einem Sicherheitsrisiko werden.
Die oben angeführten Werte berücksichtigen die speziellen Anforderungen an Motorräder im Alpenraum und bieten einen guten Kompromiss zwischen Handling, Stabilität und Komfort. Je nach persönlicher Fahrweise, Beladung und Streckenprofil können jedoch individuelle Anpassungen sinnvoll sein.
Und klarerweise gilt: Die Herstellerangabe in der Bedienungsanleitung ist die richtige Angabe! Diese Werte hier in der Tabelle dienen nur als Fallback Lösung, wenn das Handbuch nicht zur Hand ist.
Allgemeine Empfehlungen für den Reifendruck
- Es ist unbedingt notwendig, den Reifendruck beim Motorrad alle zwei Wochen und vor jeder längeren Fahrt zu kontrollieren.
- Prüfen Sie den Reifendruck immer im kalten Zustand (d. h. Reifen, die in den letzten 2 Stunden nicht benutzt wurden oder bei niedriger Geschwindigkeit weniger als 3 km zurückgelegt haben).
- Passen Sie den Reifendruck entsprechend an, wenn Sie den Druck nach dem Fahren prüfen, d. h. bei „heißen“ Reifen. Beachten Sie in diesem Fall die Empfehlungen des Herstellers.
- Entleeren Sie nie einen heißen Reifen.
- Vergessen Sie nicht, die Ventilkappen wieder einzusetzen, nachdem Sie die Reifen geprüft haben.
- Mit Stickstoff gefüllte Reifen müssen weiterhin regelmäßig geprüft und nur mit Stickstoff angepasst werden.
- Halten Sie den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck für Motorräder ein.
Diese Empfehlungen gelten für Reifen, die auf der Straße eingesetzt werden. Es gibt zusätzliche Empfehlungen für den Reifendruck im Gelände und auf der Rennstrecke.
Auswirkungen von Falschem Reifendruck
Ist zu wenig Luft im Reifen, kann dies das Fahrverhalten in Kurven deutlich beeinträchtigen. Zudem erhöht sich die Unfallgefahr enorm, denn das Reifengummi kriegt bei Unterdruck schnell Ermüdungsrisse und kann sogar platzen.
Bei zu geringem Luftdruck erhöht sich außerdem der Rollwiderstand. Die Kraftübertragung vom Reifen auf die Fahrbahn nimmt ab und der Bremsweg verlängert sich signifikant. Nicht zuletzt verschlechtert sich das Lenk- und Bremsverhalten, gerade auf nasser Fahrbahn, deutlich und das Risiko von Aquaplaning steigt.
Selbst wenn sich dadurch kein Unfall ereignet, nimmt die Lebensdauer der Motorradreifen durch den zu geringen Luftdruck ab. Anders als beim Auto ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) für das Motorrad nicht vorgeschrieben, aber dennoch empfehlenswert.
Ein zu hoher Luftdruck ist nicht gut für die Motorradreifen und die Maschine. Nicht nur der Fahrkomfort wird durch die harte Federung gemindert. Gleichzeitig kann ein zu hoher Reifendruck durch die fehlende Dämpfung das Fahrwerk schädigen.
Reifendruck im Gelände
Die Reifendruck-Empfehlungen für Offroad-Reifen gelten nur für begrenzte Zeiträume, Geschwindigkeiten und Traglasten auf versiegelten Hochgeschwindigkeitsoberflächen wie Straßen. Ein höherer Reifendruck wird empfohlen, falls Straßen unvermeidlich passiert werden müssen. Ein längerer Einsatz auf Straßen sollte jedoch ganz vermieden werden.
Empfohlener Reifendruck im Gelände
Je nach Wetterbedingungen, Leistungsfähigkeit des Motorrads und Art der Steuerung empfiehlt Michelin die folgenden Reifendruck-Werte für Ihr Motorrad:
| Empfohlener Reifendruck | Empfohlene Mindestdruckwerte | |||
|---|---|---|---|---|
| Vorderreifen | Hinterreifen | Vorderreifen | Hinterreifen | |
| MICHELIN StarCross 6 | 0.9 bar | 0.9 bar | 0.8 bar | 0.8 bar |
| MICHELIN StarCross 5 | 1.2 bar | 1.2 bar | 1.0 bar | 1.0 bar |
| MICHELIN Enduro Xtrem (rear) | 0.8 bar | 0.6 bar | ||
| MICHELIN Enduro Medium | 1.0 bar | 1.0 bar | 0.8 bar | 0.8 bar |
| MICHELIN Enduro Hard (front) | 1.0 bar | 0.8 bar | ||
| MICHELIN Tracker | 1.2 bar | 1.2 bar | ||
| MICHELIN Desert Race | 1.2 bar | 1.5 bar | 1.0 bar | 1.0 bar |
| MICHELIN Desert Race BAJA (rear) | 1.2 bar | 1.0 bar | ||
| MICHELIN Trial Competition | 0.39 bar | 0.35 bar | ||
| MICHELIN Trial Competition X11 | 0.35 | 0.3 | ||
| MICHELIN Trial Light | 0,39 bar | 0,39 bar | ||
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Reifendruck auf der Rennstrecke
Mit dem richtigen Druck kann das optimale Leistungsniveau erreicht werden. Der Luftdruck sollte bei Außentemperatur eingestellt werden und hängt von den Reifen ab, die Sie für Ihr Motorrad ausgewählt haben.
Mindestreifendruck im Kalten Zustand bei Reifen und Felge bei Umgebungstemperatur
| FRONT | REAR | SOLLDRUCK IN HEISSEM ZUSTAND FRONT | REAR | |
|---|---|---|---|---|
| MICHELIN Power Performance | 2.1 bar | 1.3 bar | 2.3 to 2.5 bar | 1.5 to 1.7 bar |
| MICHELIN Power Slick 2 | 2.1 bar | 1.5 bar | 2.4 bar | 1.7 bar |
| MICHELIN Power Cup 2 (3) | 2.1 bar | 1.5 bar | 2.4 bar | 1.7 bar |
| MICHELIN Power Cup Evo (3) | 2.1 bar | 1.5 bar | 2.4 bar | 1.7 bar |
| MICHELIN Power Rain - Drying | 2.3 bar | 1.8 bar | ||
| MICHELIN Power Rain - Wet | 2.4 bar | 2.2 bar | ||
| MICHELIN Power Rain - Soaking wet | 2.4 bar | 2.4 bar | ||
| MICHELIN Power SuperMoto | 1.8 bar | 1.6 bar | 2.0 bar | 1.9 bar |
| MICHELIN Power SuperMoto Rain - Drying | 2.3 bar | 1.8 bar | ||
| MICHELIN Power SuperMoto Rain - Wet | 2.4 bar | 2.2 bar | ||
| MICHELIN Power SuperMoto Rain - Soaking wet | 2.4 bar | 2.4 bar | ||
| MICHELIN Power GP2 (3) | 2.1 bar | 1.9 bar |
(1) Druckmessung bei Reifen und Felge bei Umgebungstemperatur, unmittelbar vor der ersten Fahrt oder unmittelbar vor der Montage der Reifenwärmer.
(2) Michelin empfiehlt, die Temperatur des Reifenwärmers auf 90 °C einzustellen.
(3) Nach dem Fahren auf der Rennstrecke und vor dem Fahren auf der Straße müssen Sie den Reifendruck im kalten Zustand auf den vom Hersteller empfohlenen Wert bringen.
Für Fahrer, die mit dem MICHELIN Power Performance Sortiment in den Wettbewerb treten, können die technischen Teams von Michelin Vor-Ort-Beratung bezüglich des richtigen Motorrad-Reifendrucks bereitstellen, und zwar abhängig von:
- Luft-/Bodentemperatur
- Abrasivität der Strecke
- Niveau des Fahrers
- Verwendung von Reifenwärmern:
Tipps und Tricks
- Qualitätsmanometer verwenden: Ein präzises Druckmessgerät ist eine kleine, aber sinnvolle Investition.
- Regelmäßig kontrollieren: Vor längeren Touren sollte der Reifendruck immer überprüft werden.
Der Motorradreifen Luftdruck: Ein Sehr Wichtiges Thema
Die Luft in den Reifen trägt die Last, die sich aus dem Eigengewicht des Fahrzeugs plus dem der Besatzung und des Gepäcks zusammensetzt. Stimmt der Luftdruck im Reifen nicht, so macht sich das während der Fahrt bemerkbar. Ein falsch eingestellter Luftdruck nimmt dabei Einfluss auf die Fahrbarkeit, das Handling, den Verschleiß und in Summe auch auf die Fahrsicherheit.
Generell raten wir den genauen Luftdruck der Reifen beim Motorrad rund alle zwei Wochen zu prüfen. Eine Sichtprüfung der Reifen auf Luftverlust und Schäden sollte vor jedem Fahrtantritt erfolgen. Um den tatsächlichen Luftdruck ermitteln zu können, sollte der Reifen kalt (nicht über 30°C) sein.
Wenn du eine längere Tour planst, so ist die Kontrolle des Luftdrucks vor, aber auch während der Reise in regelmäßigen Abständen zu empfehlen. Sollte tatsächlich einmal zu wenig Luft im Reifen sein, so bekommst du das in der Regel schnell über eine Veränderung des Fahrverhaltens mit.
Die vom Fahrzeug- oder Reifenhersteller vorgeschriebenen Reifenluftdrücke sind je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich, sie liegen bei Straßenmotorrädern meist zwischen 2,25 bis 2,5 bar vorne und 2,5 bis 2,9 bar hinten.
Da sich in den letzten Jahren aber der sogenannte Norm-Luftdruck etabliert hat, findet man bei so gut wie allen Motorradmodellen und Reifen (für die Straße) eine Druckangabe von 2,5 bar an der Vorderachse und 2,9 bar an der Hinterachse. Dieser wird in Absprache zwischen Reifenlieferant und Motorradhersteller festgelegt und zielt auf einen sicheren Betrieb im Straßenverkehr unter allen Bedingungen ab.
Je nach Fahrzeug, Reifen und Einsatzgebiet muss der Norm-Luftdruck aber keinesfalls dem Luftdruck entsprechen, welcher am besten funktioniert / die besten Fahrleistungen bietet. Je nach Einsatzzweck kann es durchaus Sinn machen die Hersteller-Normwerte leicht anzupassen.
Sportliche Fahrer können unter bestimmten Voraussetzungen ein besseres Fahrverhalten durch das Absenken des Reifendrucks beim Motorrad erreichen. Bitte beachte aber unbedingt, dass die Rennstreckendrücke (oft zwischen 1,2-1,6 bar) nicht für Straßenreifen geeignet sind.
Für eine sportliche Fahrt auf kurvigen Strecken mit Straßenreifen und Hypersportreifen empfehlen wir ein wenig mit einem verringertem Luftdruck zu experimentieren. So kannst du in der Regel ohne Bedenken den Luftdruck an der Vorderachse auf bis zu 2,2 bar reduzieren und an der Hinterachse bis auf 2,3 bar hinuntergehen.
Je nach Motorrad- und Reifenmodell kann sich in diesem Fenster die Fahrbarkeit und der Grip verbessern. Der Reifen kommt außerdem schneller auf Temperatur, hält diese einfacher im Straßenbetrieb und funktioniert folglich in der Summe besser. Durch die erhöhte Reifentemperatur steigen die Reifendrücke dann im Straßenbetrieb um ca. 0,3 und 0,4 bar.
Die Erhöhung des Luftdrucks macht bei neueren Motorrädern und Reifenmodellen keinen Sinn. Nicht weniger als 0,4-0,6 bar nach unten abweichen / VA min. 2,2 bar HA min.
Wer sein Motorrad einwintert und dabei nicht auf Montageständer stellt, sollte den Reifendruck erhöhen. So lassen sich Standplatten vermeiden. Gerade bei Motorradreifen können sich Standplatten besonders stark bemerkbar machen, die Reifen sind dann in der Regel zu erneuern. Wir raten den Reifendruck beim Motorrad um 0,5-1,0 bar über den Winter zu erhöhen.
Auf der Autobahn solltest du immer den Herstellerangaben vertrauen. Bei neueren Motorrädern und Reifenmodellen handelt es sich um Normwerte, welche bei Höchstgeschwindigkeit die besten Traglastwerte bieten und somit einen sicheren Betrieb ermöglichen.
Wenn du beispielsweise viel alleine und auf kurvigen Strecken fährst, kannst du den Druck durchaus absenken.
Die Luftdruckwerte auf der Rennstrecke unterscheiden sich grundlegend von denen im Straßenbetrieb. Die Reifen kommen auf der Rennstrecke auf ganz andere Temperaturen, viel niedrigere Drücke sind die Folge.
Supermotos sind extrem leichte Motorräder, die somit auch einen geringeren Luftdruck benötigen. So wird zum Beispiel bei Modellen wie der KTM 690 SMC R, Gas Gas 700 SM oder Husqvarna 701 ein deutlich geringerer Luftdruck empfohlen, als die Standardwerte bei größeren Bikes.
Je nach Reifenmodell und Fahrzeug unterscheiden sich die Druckempfehlung leicht. Der unterste Wert in unserer Recherche Betrug 2,0 VA und 2,0 HA auf den 690er Supermoto Modellen (aller drei Hersteller). Generell raten wir bei Supermotos zu einem Luftdruck von 2,0 bar an der Vorderachse und 2,0-2,2 bar an der Hinterachse.
Tipp: Der spezialisierte Supermoto Reifen ContiAttack SM wird mit einem Luftdruck von 2,0-2,3 VA und 2,0-2,5 HA in der Reifenfreigabe für die Straßen-Sumos von KTM, Husqvarna und GasGas angegeben.
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