Motorradreifen Ventile: Ein umfassender Überblick

Die Reifen sind die schnellen Beine Ihres Motorrads. Wenn Sie mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs sind, sind der richtige Reifendruck und die Verwendung der richtigen Ventile lebenswichtig. Die Welt der Ventile hat viele Formen. Doch wer hält am besten dicht? Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Arten von Motorradreifenventilen, ihre Eigenschaften und worauf Sie bei der Auswahl und Wartung achten sollten.

Warum gibt es unterschiedliche Ventilarten?

Prinzipiell ist jeder Fahrradschlauch gleich aufgebaut. Am eigentlichen Schlauch ist ein Metallröhrchen angebracht, durch welches die Luft in den Schlauch gelangt. In diesem Röhrchen sitzt dann wiederum der Ventilkern, welcher verhindert, dass die Luft aus dem Schlauch entweichen kann. Dieser wird - je nach Form - in das Röhrchen ein- oder aufgeschraubt.

Die verschiedenen Ventilarten im Überblick

Den Überblick bei Motorradreifen Ventilen zu behalten kann schwer sein. Vor allem bei Schlauchreifen gibt es eine große Anzahl an unterschiedlichen Variationen.

  • Schrader-Ventil (auch bekannt als Autoventil oder Standardventil): Das Schrader-Ventil ähnelt dem Ventil, das in Autoreifen verwendet wird.
  • Dunlop-Ventil (auch bekannt als Blitzventil): Das Dunlop-Ventil ist eine ältere Ventilart, die oft bei älteren Motorrädern und Fahrrädern zu finden ist. Es sieht ähnlich aus wie das Schrader-Ventil, hat aber keinen Ventilkern.
  • Presta-Ventil (auch bekannt als französisches Ventil oder Sclaverand-Ventil): Das Presta-Ventil wird in einigen speziellen Motorrädern verwendet.
  • Metrisches Ventil (auch bekannt als TR414 oder TR87): Das metrische Ventil ist eine häufige Wahl für einige Motorräder und Roller.
  • Winkelventil: Ein Winkelventil ist ein Schrader-Ventil, das seitlich gebogen ist.

Vor- und Nachteile verschiedener Ventilarten

Gummiventile

Gummiventile sind preiswert und einfach zu montieren. Allerdings sind sie optisch nicht so ansprechend wie Metallventile. Außerdem altern Gummiventile und können porös werden.

Metallventile

Metallventile sind als gerade Ausführung oder abgewinkelt verfügbar. Im Offroad-Bereich und bei Schlauchreifen kommen diese meist zum Einsatz. Doch auch für Straßenmotorräder sind Metallventile keine schlechte Idee. Diese werden in der Felge verschraubt und haben den Vorteil, dass diese nicht porös werden oder altern. Außerdem sehen die Ventile zudem sehr gut aus, was die Optik aufwertet. Metallventile sind oftmals in vielen verschiedenen Farben verfügbar. Metallventile halten meist ein Fahrzeugleben lang.

Wichtige Hinweise zur Verwendung von Ventilen

  • Kontrollieren Sie regelmäßig den Luftdruck der Reifen. Ist der Druck zu hoch, verschlechtert das den Fahrkomfort, die Reifen haften schlechter am Asphalt.
  • Verwenden Sie kurze Ventileinsätze, damit sich der Einsatz nicht durch die Fliehkraft öffnet. Bei geraden Ventilen mit langen Ventileinsätzen ist die Masse des beweglichen Stempels fast doppelt so groß, wie bei den kurzen. Bei hohen Geschwindigkeiten kann dessen Fliehkraft so groß werden, dass Luft entweicht.
  • Achten Sie auf gut schließende Ventilkappen ¬mit einwandfreier Gummidichtung. Stahlkappen sind besser als Kunststoffkappen, da diese oft der Länge nach einreißen, wenn Sie zu fest aufgeschraubt werden.
  • Wenn Sie ohne Kappe fahren, kann Schmutz ins Ventil gelangen. Das Ventil wird möglicherweise undicht und Sie haben einen schleichenden Plattfuß.
  • Verwenden Sie bei schlauchloser Bereifung auf keinen Fall PKW-Ventile.
  • Bei gebogenen Metallventilen haben Sie keine Fliehkraft-Probleme, trotzdem sollten Sie regelmäßig den Reifendruck kontrollieren.

Wartung und Austausch von Ventilen

Ventile sind im Prinzip sehr unproblematische Bauteile am Motorrad und bedürfen keiner besonderen Wartung. In seltenen Fällen kann das Innenleben eines Ventil undicht werden, was durch Ersatz-Ventileinsätze behoben werden kann. Poröse Gummiventile sind zwar selten, können aber bei älteren Fahrzeugen durchaus auftreten. Poröse Ventile sind auch beim TÜV relevant. Solltest du ein poröses, sprödes oder ausgehärtetes Gummiventil vorfinden, so hilft nur der Austausch des kompletten Ventils.

Der Austausch von Reifenventilen

Das Wechseln von Reifenventilen beim Motorrad ist im Prinzip ein Kinderspiel. Leider muss dazu aber zwingend der Reifen abgezogen oder zumindest auf einer Seite vom Felgenhorn gelöst werden. Ventilsitz in der Felge und Ventil optional ein wenig mit Montagepaste schmieren.

RDKS Sensoren und Ventile

RDKS Sensoren aus dem Zubehör sollten unserer Erfahrung nach nur mit geraden Stahlventilen genutzt werden. Snap-In Gummiventile verformen sich durch die Fliehkraft und können undicht werden. Abgewinkelte Metallventile bringen ein Problem mit einer dynamischen Unwucht mit. So ragt der montierte RDKS Sensor nach rechts aus der Felge hinaus, was auf der rechten Flanke eine deutliche Unwucht in Schräglage erzeugen kann.

Pumpen und Adapter

Die verschiedenen Ventile können nicht einfach untereinander getauscht werden. Du kannst auf einen Schlauch, indem zuvor ein französisches Ventil verbaut war, nicht einfach ein Fahrrad- oder Autoventil einbauen. Entsprechend benötigst du, wenn du einen anderen Ventiltyp verwenden möchtest, neue Schläuche. Dabei gilt es zu beachten, dass unterschiedliche Bohrungen in der Felge nötig sind - Schläuche mit französischem Ventil passen durch schmalere Bohrungen als solche mit Auto- oder Fahrradventil.

Die meisten Pumpen können für alle drei Ventilformen genutzt werden. Bei Ventilköpfen mit zwei Löchern: großes Loch: Autoventil; kleines Loch: Französisches Ventil und Fahrradventil Bei einigen Handpumpen muss das Dichtgummi entsprechend des Ventiltyps angepasst werden.

Lohnenswert: Adapter zum Befüllen von Schläuchen mit Französischem Ventil oder Fahrradventil an der Tankstelle!

Die meisten aktuellen Radpumpen verfügen jedoch über einen Kopf mit zwei Löchern - einem etwas größeren - dieses ist für Autoventile - und einem etwas schmaleren für Französische Ventile und Fahrradventile. Je nachdem, über welchen Ventiltyp dein Fahrrad verfügt, musst du den entsprechenden Eingang des Pumpenkopfes wählen. Dabei kannst du nicht viel falsch machen, denn das Autoventil ist zu dick für den schmalen Eingang, wenn du ein schmales Ventil hingegen in den breiten Eingang für Autoventile schiebst, wird der Pumpenkopf keinen Halt finden.

Ventilkappen und Muttern: Ja oder Nein?

Diese beiden Fragen spalten die Radwelt!

Ventilkappen haben zwei Funktionen. Die erste und scheinbar offensichtliche: Das Ventil im eingebauten Zustand vor Dreck zu schützen. Die zweite, gelegentlich unterschätzte: den Schlauch, wenn er im zusammengerollten Zustand als Ersatz mitgeführt wird, vor den Kanten des Ventils schützen. Es ist, selbst beim Einsatz im tiefen Schlamm, so gut wie nie vorgekommen, dass ein Ventil ohne die schützende Kappe Schaden genommen hat. Der Schutz des Ventils ist also nicht wirklich nötig. Hingegen können zahlreiche Radfahrer davon berichten, dass der über viele Kilometer mitgeführte und nie benötigte Ersatzschlauch seinen großen Auftritt verpasst hat, weil er durch ein ungeschütztes Ventil durchgerieben worden ist. Daher ist die Ventilkappe auf dem Ersatzschlauch wichtig, um dessen Dichtigkeit zu garantieren. Am eingebauten Schlauch kannst du sie hingegen getrost weglassen.

Nicht ganz so kontrovers diskutiert ist die Nutzung der Sicherungsmutter bei Französischen und Autoventilen. Diese wird bei den meisten Schläuchen mitgeliefert. Doch wofür eigentlich? Sie erfüllt ihre Funktion ebenfalls vor allem beim Einbau. Sie kann erstens dazu genutzt werden, den Schlauch beim Einbau gegen das Verrutschen zu sichern. Zweitens verhindert das Aufschrauben dieser Mutter, dass das Ventil beim Aufpumpen in die Felge gedrückt wird. Ist der Schlauch jedoch erst einmal aufgepumpt, erfüllt diese Mutter keine Funktion mehr und kann zusammen mit der Ventilkappe in den Ruhestand gehen.

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