In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über RDKS-Systeme für Motorräder, inklusive der Funktionsweise, Vorteile, Installation und wichtiger Hinweise.
Was ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS)?
RDKS ist die Abkürzung für Reifendruckkontrollsystem (engl.: TPMS / Tyre Pressure Monitoring System). Das RDKS ist ein eingebautes oder nachgerüstetes Überwachungssystem für den Reifendruck in Kraftfahrzeugen mit einer automatischen und direkten Anzeige eines Druckverlustes eines oder mehrerer Reifen. Beim Eintreten des Problems bekommen Sie eine akustische Warnung oder eine Warnmeldung auf einem Display angezeigt.
Je nach Variante und Ausführung kann ein Reifendrucksystem dabei nur prüfende Attribute wie OK / Nicht OK ausgeben oder aber den exakten Druck messen und anzeigen. Dies ist vor allem beim Motorrad interessant, da sich der Luftdruck je nach Temperatur und Fahrsituation verändern kann.
Warum ist ein RDKS für Motorräder sinnvoll?
Ein Reifendruckkontrollsystem fürs Motorrad lohnt sich vor allem für Tourenfahrer und Adventure-Bike-Piloten. Wer lange Strecken mit dem Motorrad zurücklegt (ggf. auch Hochgeschwindigkeitsreisen mit großen Sporttourern) kann die Fahrsicherheit mit einem entsprechenden RDKS deutlich erhöhen.
Auch ambitionierte Straßensport- und Rennstreckenfahrer können von den Daten eines RDKS am Motorrad ebenfalls profitieren und so einfacher den richtigen Luftdruck auf der Rennstrecke bzw. bei sportlicher Fahrweise finden. Auf der Rennstrecke kann das System ebenfalls für Enthusiasten Sinn machen. Wer bei Trackdays seine Rundenzeiten verbessern möchte, der kommt um die Justage des Reifendrucks nicht herum. Mit entsprechenden Reifendrucksensoren fürs Motorrad kannst du die Luftdrücke messen und dir zum Teil auch die ungefähre Reifentemperatur (nur Luft!) anzeigen lassen.
Abgesehen vom generellen Sicherheitsaspekt können dank der Live-Anzeige des Reifendrucks zudem interessante Rückschlüsse auf die Reifentemperatur und auf das vermeintliche Fahrverhalten des Motorrads in Schräglage bzw.
Funktionsweise von RDKS-Systemen
Grundsätzlich unterscheiden sich Reifendruck-Kontrollsysteme in direkte und indirekte RDKS. In der Regel haben beide Funktionsweisen gemein, dass sie direkt im Rad bzw. im Reifen positioniert sind, häufig am Ventil. Das (oft auch von Fahrzeugherstellern) bevorzugte System bilden die direkten RDKS aufgrund ihrer deutlich höheren Präzision. Doch auch die indirekten Systeme haben ihre eigenen Vorzüge, bei denen die direkten Sensoren nicht mithalten können.
Direkte RDKS
Direkte Drucksensoren sind in einem Großteil heutiger Neuwagen vorhanden. Gleich den indirekten Sensoren sind diese in jedem Rad bzw. Reifen separat eingebaut, womit ein PKW also über 4 einzelne Sensoren verfügt. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass direkte Sensoren eigenständig funktionieren, indem sie permanent sowohl den Luftdruck über das Reifenventil als auch die Temperatur im Reifen ermitteln.
Die gesammelten Daten werden per Funk an die Fahrzeugsoftware übermittelt und dem Fahrer im Bord-Display angezeigt. Beide Werte, Reifendruck und Temperatur in den einzelnen Reifen, können vom Fahrer auf Wunsch abgerufen werden oder erscheinen bei kritischen Abweichungen als deutliche Warnmeldung, um schnell zu handeln.
Meist liegen die Sensorgehäuse der direkt messenden RDKS auf der Felgen- bzw. Reifeninnenseite im Bereich des Ventils und werden zusammen mit diesem befestigt. Die Sensoreinheiten ziehen den nötigen Strom aus Batterien, die nach etwa sechs bis zehn Jahren auszutauschen sind.
Vorteile direkter RDKS:
- Die relevanten physikalischen Größen Luftdruck und Temperatur werden an allen vier Rädern sehr genau und schnell gemessen - auch schleichende Luftverluste werden dadurch rechtzeitig erkannt und gemeldet.
- Die Messwerte werden meist für jedes einzelne Rad dargestellt.
- Nach dem erstmaligen "Anlernen" der Sensoren ist bei modernen Sensoren eine neuerliche Initialisierung nach jeder Reifendruckkorrektur und dem Räderwechsel nicht erforderlich.
Nachteile:
- Für jedes zusätzliche Rad wird ein eigener Sensor fällig. Damit entstehen bei der Anschaffung eines zweiten Rädersatzes Kosten.
- Je nach Lebenserwartung der Batterien müssen die meisten Sensoren nach ca.
Indirekte RDKS
Indirekte Sensoren sind technisch simpler gestaltet, oft universeller einsetzbar und in der Regel deutlich günstiger als direkte Systeme. Obwohl indirekte RDKS nicht den Luftdruck direkt ermitteln, sind diese ebenfalls meist direkt am Ventil angebracht. Technisch bedienen sich diese Systeme der vorhandenden Technologie im Fahrzeug - genauer noch an den ABS- und EPS-Sensoren, denen sie ihre gesammelten Daten zukommen lassen, um diese dann an das Steuergerät weiterzuleiten.
Die indirekten Reifendruck-Kontrollsysteme funktionieren über den Abrollumfang eines Reifens, genauer noch über die Geschwindigkeit, mit der sie rotieren. Verliert ein Reifen an Druck, so verringert sich der Abrollumfang und der indirekte Sensor nimmt abweichende Werte auf. Im Fahrzeug erscheint dann in der Regel ein Reifenquerschnitt-Symbol mit einem Ausrufezeichen darin, außerdem sollte ein akustisches Warnsignal (Piepen) ertönen. Leider kann das indirekte System nur diese allgemeine Warnung abgeben und nicht präzisieren, welches Rad betroffen ist, wie hoch der Druckabfall ist oder welche Temperatur der Reifen aufweist.
Ist der Reifendruck zu hoch oder niedrig, ändert sich auch das Abrollverhalten der Reifen: So erhöht sich z.B. die Drehzahl, weil sich der Abrollradius des Reifens mit abnehmendem Innendruck verringert. Auch das Schwingungsverhalten des Reifenmantels verändert sich mit dem Reifendruck. Über die Drehzahlsensoren an den vier Rädern erkennt die Fahrzeugelektronik diese Veränderungen des Reifenabrollverhaltens und meldet dem Fahrer, dass sich der Luftdruck verändert haben muss.
Vorteil der indirekten Messung:
Weil die im Fahrzeug bereits vorhandene Sensorik genutzt wird, entstehen bei der Umrüstung auf andere Räder keine zusätzlichen Kosten. Der Fahrer muss das System nach einer Korrektur des Reifendrucks oder einem Umstecken der Räder lediglich per Tastendruck neu initialisieren.
Nachteile:
- Das indirekt arbeitende RDKS reagiert auf einen Druckverlust üblicherweise langsamer als ein direkt messendes System. Dies gilt besonders für den normalen diffusionsbedingten Druckverlust, der an allen Rädern in gleicher Weise auftritt und somit die Differenz zwischen den Rädern gering hält.
- Die indirekten Systeme kommen an die Genauigkeit der direkt messenden RDKS nicht heran. Oft wird auch nicht angezeigt, in welchem Rad der Druckverlust besteht - bei einer Meldung müssen dann alle Räder kontrolliert werden.
Direkte vs. Indirekte RDKS: Ein Vergleich
Damit haben beide Systeme ihre ganz eigenen Funktionsweisen sowie individuellen Vor- und Nachteile. Geht es nach dem Prinzip „Safety first“, hat das direkte RDKS die Nase weit vorn. Doch das einfachere Handling bei Wartung und Austausch sowie deren mitunter erheblicher Kostenvorteil bringen auch die indirekten Sensoren als Alternative ins Spiel.
Selbst etablierte Automarken verfolgen nicht immer den Einsatz einer konkreten Technologie, sondern verbauen in einigen ihrer Modelle direkte Systeme, während andere Modelle wiederum mit indirekten RDKS ausgestattet werden.
Kosten von RDKS-Systemen
Reifendruck-Kontrollsysteme bewegen sich in unterschiedlichen Preisklassen. Während indirekte und universelle Sensoren heute bereits günstig erhältlich sind, bewegt sich ein Komplettset aus 4 direkten Sensoren im Premium-Segment nicht selten um die 200 Euro Marke. Für einen guten, durchschnittlichen Sensor sollten preis-leistungsbewusste Autofahrer mit etwa 15 bis 20 Euro pro Stück rechnen.
RDKS-Systeme für Motorräder im Überblick
Hier sind einige beliebte RDKS-Systeme für Motorräder:
- RDKS inkl. Minidisplay: Auf dem kleinen Display wird der Luftdruck beider Reifen auf einen Blick ausgegeben. Ein nettes Feature ist auch, dass man die Reifentemperatur im Inneren ablesen kann. Die Sensoren haben ein Eigengewicht von rund 9 Gramm. Das Minidisplay kann dabei bequem am Lenker montiert oder auch nur in der Hostentasche getragen werden. Das Minidisplay hat eine Akkulaufzeit von mehreren Wochen, kann aber auch über das Bordnetz via USB aufgeladen werden.
- FOBO RDKS: Die Sensoren werden dabei auf die Ventile geschraubt und anschließend via Bluetooth mit dem Handy verbunden. Mittels externer App kann man sich nun den Reifenluftdruck anzeigen lassen. Auch die Luft-Temperatur wird dabei übertragen. Sollte der Reifendruck unterschritten werden, warnt die App / Smartwatch via Signalton oder Push-Benachrichtigung.
- Jansite Motorrad RDKS: Dieses wasser- und staubdichte Reifendruckkontrollsystem überwacht den Reifendruck am Motorrad mittels externer Sensoren, welche auf dem Ventil montiert werden. Es wird der Reifendruck und die Lufttemperatur ausgegeben. Für beide Werte können Warnschwellen eingestellt werden.
Installation eines RDKS am Motorrad
Das Motorrad RDKS ist einfach mit nur wenigen Handgriffen montiert. Das Reifendruckkontrollsystem ist mit jedem Fahrzeug kompatibel, welches über die üblichen AV-Ventile / Schrader-Ventile verfügt. Über die App können auch mehrere Fahrzeuge angelegt werden, was die Verknüpfung mehrerer Sensoren erlaubt.
Systeme für die Rennstrecke müssen in der Regel nicht fest verbaut werden, sondern können einfach und schnell auf die Ventile geschraubt werden. Eine kleine Anzeige kann dann am Motorrad befestigt werden. Somit lässt sich der ideale Luftdruck finden und anschließend das System / Anzeigegerät wieder demontieren.
Was Sie bei RDKS beachten sollten
Machen Sie sich mit dem spezifischen Reifendruckkontroll-System Ihres Fahrzeuges vertraut. Die wichtigsten individuellen Informationen enthält die Bedienungsanleitung. Der Hinweis auf Reifendrucksensoren lässt annehmen, dass das RDKS den Reifendruck direkt misst. Hinweise wie "Das System misst nicht den tatsächlichen Reifenfülldruck in den Reifen" deuten auf ein indirekt arbeitendes System hin.
Bei direkt messenden Systemen müssen die in dem Rad befindlichen Sensoren bei jeder Reifenmontage von dem Monteur kontrolliert werden. Teilen Sie deswegen dem Reifenmontagebetrieb bei der Terminvereinbarung mit, dass Ihr Fahrzeug über ein direkt messendes RDKS verfügt.
Trotz RDKS ist eine regelmäßige Luftdruckkontrolle unbedingt notwendig. Überprüfen Sie deshalb unabhängig von der Reifendrucküberwachung den Reifendruck mindestens alle 14 Tage.
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