Motorrad Schalten: Eine umfassende Anleitung

Viele Motorradfreunde empfinden das Motorrad schalten als lästigen Bestandteil ihres Hobbys. Um dir die Motorrad Schaltung bestmöglich näherzubringen, haben wir dir diesen Artikel mit genauer Anleitung erstellt. Egal ob manuell oder Halbautomatik, nach dem Lesen dieses Artikels wird es Ihnen gelingen. Ein Motorrad schalten ist einfacher als Sie denken. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel die simple Reihenfolge des Ablaufes und wo sich die Gänge befinden.

Grundlagen der Motorradbedienung

Bevor Sie sich dem Schalten zuwenden, sollten Sie wissen, wo sich Kupplung, Gas und Gangwahlhebel befinden. Zunächst musst du dich mit dem Schalthebel, Kupplung und dem Gas vertraut machen. Das Gas befindet sich an dem rechten Lenker. Einfach drehen und die Landschaft wird schneller. Die Motorrad Kupplung ist an dem linken Lenker angebracht und erinnert an die Bremse bei einem Fahrrad. Vor dem linken Handgriff befindet sich die Motorrad Kupplung, welche für die notwendige Übertragung des Drehmoments von dem Motor auf das Getriebe verantwortlich ist. Am rechten Griff befindet sich das Gas. Drehen Sie ihn zu sich (zum Motorrad), indem Sie Ihr Handgelenk senken. Das Gas ist offen.

Die Kupplung

Sie wird mittels Handhebel am linken Lenkerende bedient. Wie bei Autos mit Schaltgetriebe reguliert die Kupplung auch bei Motorrädern den Kraftschluss zwischen Motor und Antriebsrad, also dem Hinterrad. Beim dosierten Einkuppeln kontrollierst du also, wie viel Kraft vom laufenden Motor an das Hinterrad weitergegeben wird. Deshalb ist ein absolut unaufwendiges und präzises Bedienen der Kupplung sehr wichtig, nicht nur beim Losfahren. Für alle, die das noch nie gesehen haben: Ziehst du den Kupplungshebel mit der linken Hand zu dir, sollte komplett ausgekuppelt sein, also nichts vom Motor gelangt zum Hinterrad. Löst du dann den Kupplungshebel immer mehr, lässt ihn also mit den Fingern immer mehr nach vorne, wird eingekuppelt. Je mehr nach vorne, desto mehr Kraft vom Motor gelangt ans Hinterrad.

Der Gasgriff

Wenn die Kupplung regelt, wie viel Leistung ankommt, dann regelt der Gasgriff, wie viel Leistung zur Verfügung steht. Für alle, die das noch nie gesehen haben: Hält man den Gasgriff und dreht man sein rechtes Handgelenk nach unten, dann wird Gas gegeben. Es braucht bei Anfängern doch einige Übung, diese Feinmotorik zu beherrschen. Schon die Änderung der Gasgriffstellung um nur ein Grad kann wesentlich andere Drehzahlen vom Motor liefern lassen.

Der Schalthebel

Wenn auf einem Motorrad ein Fußschalthebel montiert ist, dann funktioniert er in der Regel so: Aus der Leerlaufstellung legst du den ersten Gang ein, indem du den Hebel entschlossen mit dem Fuß nach unten bewegst. Um den ersten Gang einzulegen, drücke die Gangschaltung nach unten. Dies funktioniert nur, wenn sich die Motorrad Schaltung im zweiten Gang oder im Leerlauf befindet. Ab nun gilt eine einfache Regel: Willst du einen Gang höher schalten, bewegst (reißt) du den Hebel (mit gezogener Kupplung selbstverständlich, wie beim Auto!) nach oben, wenn du einen Gang runter schalten willst, trittst du den Hebel nach unten. Du kannst in einer Bewegung immer nur die nächste Schaltstufe wechseln.

Der Schaltvorgang im Detail

Die Gänge (Reihenfolge) der manuellen Schaltung und der Halbautomatik sind identisch. Lediglich die Kupplung, die Sie bei der manuellen Schaltung betätigen müssen, fehlt bei der Halbautomatik. Das ist vergleichbar zum Auto mit Tiptronic.

Anfahren

Setze dich auf dein Motorrad und starte es, indem du den Anlasser Knopf und die Kupplung drückst. Stelle sicher, dass sich das Bike in der neutralen Position befinden. Durch ein grünes »N« (neutral) auf der Konsole deines Zweirades siehst du, ob die Position stimmt. Nun musst du den ersten Gang einlegen. Schließe den Gashebel und ziehe im Anschluss die Kupplung komplett durch. Indem du den Schalthebel nach unten drückst, ist es dir möglich gleichzeitig den ersten Gang einzulegen. Während du die Motorrad Kupplung vorsichtig loslässt, gibst du langsam Gas. Nun sollte dein Bike langsam mit dir darauf losrollen. Nachdem du geschafft hast, dass das Motorrad rollt, beginne damit die Gaszufuhr zu erhöhen und lasse die Kupplung komplett los.

Hochschalten

Hast du eine ausreichende Geschwindigkeit erreicht, gilt es nun die Gangschaltung Motorrad weiter nach oben zu treiben. Während du die Kupplung drückst, rolle den Gashebel ab. Um die verbleibenden Gänge zu erreichen, bewege den Motorrad Schalthebel nach oben. Für manuelle Motorräder ist das vorherrschende Gangmuster eins unten und vier bis fünf oben, wie in dem Video erklärt. Nutze nun deine Zehen an deinem linken Fuß, um den Schaltstift so weit wie möglich nach oben zu heben. Wenn du bereits ein erfahrener Motorradfahrer bist und hochzuschalten möchtest, hebst du den Schalthebel einfach leicht mit deinem Fuß an, während du den Gashebel betätigst, um dann in den nächsthöheren Gang zu schalten.

Herunterschalten

Um die Motorrad Gangschaltung nach unten zu betätigen, drücke die Kupplung und drehe den Gashebel zurück. Auch den Schalthebel nach unten drücken und letztlich loslassen. Passe nun das Gas und die Kupplung an deine Fahrgeschwindigkeit an. Indem du die Gangschaltung nach unten drückst und das Gas wegnimmst, ist es dir möglich nach unten zu schalten.

Was tun, wenn nichts passiert?

Passiert nichts, wenn du die Kupplung loslässt und auf dem Gas rollst? Dann befindest du dich momentan im Leerlauf.

Fortgeschrittene Techniken

Schalten ohne Kupplung

Es ist eine Fahrtechnik, die nicht nur auf der Rennstrecke gerne genutzt wird: Schalten ohne Kupplung. Doch was steckt dahinter und schadet es dem Getriebe? Beginnen wir das Thema mit dem Bauteil, das wir nicht mehr verwenden wollen: Der Kupplung. Sie trennt Motor von Getriebe und sorgt für den Kraftschluss, der letztendlich das Hinterrad antreibt. Zieht man die Kupplung wird das Getriebe lastfrei, die Zahnräder stehen nicht unter Zug und man kann in den nächsten Gang schalten. Wir wissen also: Will man einen sauberen Schaltvorgang durchführen, muss das Getriebe lastfrei sein. Das kann nicht nur per Kupplung geschehen, sondern auch mit dem richtigen Einsatz des Gasgriffs. Zwischen Beschleunigung und Schubbetrieb gibt es einen kurzen Moment, in dem das Getriebe nicht auf Zug ist und genau den will man erwischen. Für einen sanften Gangwechsel spannt man während der Beschleunigung den Ganghebel sanft vor und sobald der Gashahn geschlossen wird und wir in den lastfreien Moment fallen, erhöhen wir den Druck am Ganghebel und der nächste Gang springt ins Getriebe. Auch wenn dabei keinerlei Gewalt angewendet werden sollte, darf der Zug am Ganghebel durchaus bestimmt sein. Denn das Letzte was man will, ist zwischen Gängen zu landen, oder einen Gang der nicht korrekt eingelegt wurde und nach kurzer Zeit wieder herausspringt.

Im Prinzip gehen wir hier demselben Ziel nach: Getriebe entlasten, nur dieses Mal wählen wir den nächstniedrigeren Gang. Gleichzeitig muss die Motordrehzahl angehoben werden, um an die kürzere Abstufung des niedrigen Gangs angepasst zu werden. Befindet man sich im Schubbetrieb wird also der Ganghebel wieder leicht vorgespannt und ein kurzer Gasstoß gegeben. Der Gang flutscht ins Getriebe und die Drehzahl wird gleichzeitig angehoben. Hierfür braucht es mehr Übung, da man genau die richtige Menge an Gas geben muss, damit der Schaltvorgang geschmeidig passiert.

Zwischengas geben

Wenn ich mit anderen Motorradfahrern spreche und erzähle, dass ich bei jedem Herunterschalten in der Bremsphase manuell Zwischengas gebe, finden das die meisten erstaunlich. Ich selbst denke darüber gar nicht mehr nach, denn es ist zum absoluten Automatismus geworden. Doch welche Vorteile und Nachteile hat diese Fahrtechnik und wie kann man sie erlernen? Den Begriff „Motorbremse“ haben die Meisten wohl schon gehört. Und die Meisten kennen wohl auch das Gefühl, welches entsteht, wenn ihr in einen niedriegeren Gang einkuppelt: durch eine höhere Motordrehzahl ergibt sich auch eine erhöhte Motorbremse. Die Trägheit des Motors, der auf die höhere Drehzahl beschleunigt werden muss, kommt hier hinzu und bremst das Hinterrad kurzzeitig weiter ab. Was passiert nun, wenn wir Zwischengas geben, während die Kupplung gezogen ist? Durch den Gasstoß fällt die Drehzahl des Motors gar nicht erst, sondern nähert sich der passenden Drehzahl für den niedriegeren Gang an. Im Optimalfall trifft man sogar die richtige Drehzahl perfekt, wenn man wieder einkuppelt. So wird das oben erwähnte extra Bremsmoment eliminiert und das Motorrad bleibt in der Bremsphase stabiler.

Hier direkt vorweg: man muss die Technik gut beherrschen, damit dieser Punkt zutrifft. Bei einem normalen Schaltvorgang ohne Zwischengas übernimmt die Kupplung die Arbeit des Drehzahlausgleichs. Hier entsteht beim einkuppeln Reibung. Je größer die Drehzahldifferenz, desto mehr muss die Kupplung arbeiten. Weniger Drehzahldifferenz durch Zwischengas - weniger Kupplungsverschleiß. Trifft man die richtige Drehzahl und verwendet die richtige Technik erleichtert Zwischengas das herein rutschen des Gangs. Dies geht sogar so weit, dass man ganz ohne Kupplung herunterschalten kann.

Wichtige Hinweise

  • Um die Kupplungsscheiben lange durchhalten zu lassen und andere mögliche Schäden an deinem Bike zu vermeiden, ist ein reibungsloses Motorrad Schalten unabdingbar.
  • Lese zunächst im Handbuch deiner Maschine nach, wie die Steuerelemente für die Gangschaltung bei deinem Motorrad funktionieren.
  • Nachdem du dein Bike angemacht hast, lasse die Maschine im Leerlauf. Dies ist ein sehr grundlegender Vorgang, da du lediglich den Motor drosselst und mit einem Klick die Gangschaltung drücken musst.

Tipps und Tricks

  • Üben, üben, üben: Am besten kann man auf der Landstraße anfangen zu üben, denn hier hat man nicht den Stress, den man auf der Rennstrecke hat.
  • Gefühl für den Gasstoß entwickeln: Dafür nimmt man sich bestenfalls eine ruhige gerade Strecke, schaltet herunter und probiert, in der Phase, in der die Kupplung gezogen ist, einen Gasstoß zu geben.
  • Bremsen und Zwischengas kombinieren: Diese Technik wird nichts für Vier-Finger-Bremser sein, sondern am besten mit zwei oder einem Finger an der Bremse funktionieren. Tastet euch hier bitte sehr vorsichtig heran, denn ein Fehler beim Bremsen kann ziemlich schnell in einem Crash enden!

Zusätzliche Bedienelemente am Motorrad

Natürlich finden sich darüber hinaus vor allem am Lenker noch allerhand andere Bedienelemente und Anzeigen. Ganz sicher gibt es irgendwo in Daumennähe einen Startknopf. Bei Motorrädern einen sogenannten Notaus-Schalter (dieser ermöglicht in Notfällen unabhängig von der Zündschlüsselstellung die sofortige Unterbrechung der Zündung). Dort befindet sich meist der Bedienhebel für den Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker), für die Beleuchtungsanlage (etwa: Begrenzungslicht/Tagfahrlicht, Abblendlicht, Fernlicht) und für die Hupe. Und natürlich der Kupplungshebel und bei Rollern der Hinterradbremshebel. Je nach Ausstattung und Modell bringen Hersteller auch andere Bedienelemente irgendwo am Lenker unter. Vom Tempomatregler über Fahrmodiwahlknöpfe, über Heizgriffregler bis zu sehr komplizierten Knöpfen, kleinen joy-sticks oder Wahlrädern, die die Navigation in umfangreichen Untermenüs ermöglichen.

Häufige Fragen

"Darf man ohne Kupplung Schalten?" oder "Beschädige ich mein Getriebe?" sind häufige Fragen, die man in Motorrad-Foren bei diesem Thema liest. Im Gespräch mit Experten Martin Bauer hat er aber klar betont: "Nein, es schadet dem Getriebe nicht." Wichtig ist jedoch, dass man es richtig macht und das bedeutet, saubere Schaltvorgänge vornehmen und die Bewegungsabläufe zwischen Gashand und Schaltfuß einprägen. Dann muss man auch keinen Schaden am Getriebe befürchten, denn wie wir bereits geklärt haben, fällt nur die Verwendung der Kupplung aus, die lediglich die Last von den Zahnrädern nimmt.

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