Nach einer spaßigen Saison hat sich das Motorrad eine anständige Grundreinigung verdient. Obwohl das Waschen des Zweirads auf den ersten Blick banal und simpel wirkt, gibt es auch hier ein paar Dinge zu beachten. Eine regelmäßige Motorradwäsche hält das Bike gut in Schuss, schützt vor Wertverlust und bei der Reinigung lassen sich frühzeitig Mängel wie Korrosion feststellen.
Vorbereitung und rechtliche Aspekte
Bevor Sie eine bestimmte Reinigungs-Variante wählen, sollten Sie entscheiden, ob Sie Ihr Motorrad zu Hause waschen oder in einer Waschbox reinigen. Allgemein ist es nur erlaubt, zu Hause zu waschen, wenn Sie über Ölabscheider sowie Auffangvorrichtungen für Grobschmutz verfügen und eine besondere Abwasserentsorgung nutzen können. Sind diese Punkte nicht gegeben, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, wenn Sie Ihr Motorrad sauber machen.
Aus Umweltgründen sollten Sie Ihr Motorrad auf jeden Fall in einer offiziellen Waschbox reinigen. Diese besitzen neben Ölabscheidern auch Auffangvorrichtungen für Grobschmutz und eine besondere Abwasserentsorgung. Wir empfehlen daher, das Motorrad in einer offiziellen Waschbox zu waschen. Putzaktionen ohne diese Schutzmaßnahmen, etwa auf Privatgrund oder öffentlichen Straßen, sind verboten.
Bevor Sie mit der Motorradaufbereitung beginnen, sollten Sie sichergehen, dass das Bike abgekühlt ist und nicht in der gleißenden Sonne steht. Wichtig! Du kommst von einer Motorradtour zurück und möchtest dein Bike gründlich von Bremsstaub, Dreck und Insekten befreien? Dann lass das Motorrad abkühlen, bevor du mit der Wäsche startest. Sonst könnten sich die Reinigungsmittel in stark erhitzte Oberflächen einbrennen. Du solltest dein Motorrad auch nie in praller Sonne waschen.
Die richtige Ausrüstung
Eimer und Lappen, Gartenschlauch, oder Hochdruckreiniger? Wir raten zu Letzterem. Es gibt zwar auch viele spezielle Reinigungsprodukte und Mittel, um das Motorrad mit dem Tuch zu reinigen, aber diese sind eher für schnelle Säuberungen zwischen Touren geeignet. Wir gehen heute vom Szenario der großen Reinigung zum Saison-Abschluss aus und da braucht es für eine anständige Grundreinigung schon reichlich Wasser.
Grobwäsche mit dem Hochdruckreiniger
Vor dem Abwaschen trägt man normalerweise einen Kaltreiniger auf. Das Reinigungsmittel löst die ersten Schmutzrückstände und weicht den Dreck auf, damit dieser leichter abrinnt. Ist das Motorrad aber stärker verschmutzt, dann ist der erste Griff doch zum Hochdruckreiniger. Um Beschädigungen der Oberflächenmaterialien zu vermeiden, am besten aus ca. 30 - 50 Zentimetern, kommt auf den Druck im Schlauch an, von oben nach unten das Motorrad abduschen. Immer schön Abstand halten mit dem Hochdruckreiniger, sonst sind die Aufkleber weg.
Bei einigen Bauteilen und Bereichen des Motorrads ist mit dem Hochdruckreiniger besondere Vorsicht geboten. Überall wo Lager verbaut sind - Lenkkopflager, Schwingenlager, Radlager, etc. - lieber nicht zu knapp hingehen, damit hier kein Wasser unter Druck eindringen und zu Beschädigungen führen kann. Auch das Lenkschloss und der Ausgang des Auspuffs sollten eher ausgespart werden, denn weder die Elektronik noch der Brennraum freuen sich über eine Dusche. Moderne Hochdruckreiniger sind fürs Zweirad nicht unbedingt ein Segen.
Durch den extremen Druck kann Wasser selbst in kleinste Ritzen und in Lager eintreten und Fett ausspülen. Daher sollten Sie beim Säubern der Maschine mit einem Hochdruckreiniger genügend Abstand halten und Problemzonen meiden. Dazu zählen Radnaben, Schwinge, Lenkkopflager, Hebelgelenke, Öl- und Wasserkühler oder auch O-Ring-Ketten. Vorsicht auch bei Reifen: Werden Pneus aus kurzer Distanz und zu lange an einer Stelle mit dem Dampfstrahler bearbeitet, können unsichtbare Vorschädigungen entstehen. Bei hoher Geschwindigkeit oder bei längeren Autobahnetappen können solche Stellen fatale Folgen haben.
Dosierter Einsatz des Dampfstrahlers, vorheriges Einweichen von starkem Schmutz mit Schaum oder entsprechenden Kaltreinigern sowie die Nutzung einer Schaumbürste mit fließendem Wasser sind allemal besser.
Detailreinigung mit Kaltreiniger
Nach der Grobwäsche verbleibt noch immer sehr viel Schmutz, ölige Stellen und feiner Staub an schwerer erreichbaren Stellen und in den Ecken. Spätestens jetzt kommt der Kaltreiniger zum Einsatz. Hier werden am besten speziell für Motorräder entwickelte Waschmittel verwendet. Motorräder weisen sehr viele unterschiedliche Materialien - harter Kunststoff, transparentes Plastik, verschiedene Metalle, Gummi-Dichtungen und mehr - die zum Teil von Universalreinigungsmitteln angegriffen werden können. Bei Reinigern für das Motorrad ist man auf der sicheren Seite. Der Kaltreiniger wird großzügig auf dem Motorrad aufgetragen.
Je nachdem wie schnell es gehen soll, kann man zur Sprühflasche, Aufsätzen für den Hochdruckreiniger oder größeren Spray-Geräten greifen. Der Kaltreiniger muss nach dem Aufsprühen noch ein paar Minuten einwirken. Hartnäckige Insekten-Friedhöfe auf Kunststoff-Verkleidungsteilen und -scheiben sollten Sie vor der großen Wäsche über Nacht mit nassen Tüchern und sanften Spülmitteln einweichen. So lassen sie sich hinterher besser entfernen. Zum leichteren Lösen von Insekten gibt es spezielle Reinigungssprays, sogenannte Insektenentferner. Wer sie mit einem Scheuerschwamm bekämpft, riskiert hässliche Kratzer im Kunststoff.
In den engsten Ecken und Kanten kann nach dem Abspülen des Motorrad-Reinigers noch immer etwas Schmutz kleben. Bekannte hartnäckige Stellen sind z.B. rund um den Tankdeckel, die Schwinge nahe der Kette, oder verwinkelte Bereiche im Cockpit. Hier kann man noch einmal zum Kaltreiniger greifen und gezielt mit einer Bürste oder Schwamm nacharbeiten. Wichtig ist, dass Bürste oder Schwamm möglichst weich sind, um keine feinen Kratzer im Lack zu hinterlassen.
Reinigung der Kette
Die Pause des einwirkenden Kaltreinigers eignet sich perfekt, um sich der Kette anzunehmen. An der Motorradkette setzt sich schnell Schmutz fest. Daher ist eine regelmäßige Reinigung der Motorradkette Pflicht - etwa alle 1.500 Kilometer sollte sie von Straßendreck, Teerrückständen und anderem Schmutz befreit werden. Wer die Kettenreinigung gleichzeitig mit der Motorrad-Wäsche durchführt, sollte sich die Kette vor der eigentlichen Wäsche vornehmen - die Schmutzrückstände von der Kette könnten sonst das frisch polierte Motorrad wieder verdrecken.
Zuerst wird sie ausgiebig mit dem Kettenfettentferner eingesprüht. Dieser löst das zähe Fett des Kettenöls, damit dieses später abgebürstet werden kann. Sollte die Reinigungsaktion nicht in einer vorbereiteten Waschbox, sondern zuhause in der Garage oder gar draußen irgendwo stattfinden, dann empfehlen wir, einen Karton unter die Maschine zu legen, der das herabtropfende Lösungsmittel und Kettenfett auffängt.
Nach einer kurzen Einwirk-Phase lässt sich die Kette mit einer speziell geformten Kettenbürste abbürsten. Man dreht das Hinterrad in beide Richtungen und nutzt die dreiseitige Bürste, um den Schmutz und das alte Kettenfett rundum wegzubürsten. Hält sich der Dreck hartnäckig, dann kann ruhig noch einmal der Entfetter verwendet werden. Der spezielle Kettenreiniger löst das alte Kettenöl und den Dreck auf.
Trocknen und Schutz
Ist alles sauber, braucht man das Bike nur noch mit einem weichen Tuch trockenwischen. Das Trocknen in der Sonne ist nicht empfehlenswert, da sich dann die Kalkrückstände im Wasser noch deutlicher abzeichnen. Ganz wichtig, vor allem vor dem Einmotten Ihres Bikes, ist, dass es nach dem Waschgang wieder absolut trocken ist. Wer alles gut abledert und schlecht zugängige Stellen per Luftstrahl aus dem Kompressor von Wasser befreit, beugt Rostbildung vor. Gleiches gilt für die Konservierung der Metallteile mit einem Sprühöl.
Das Motorrad ist jetzt sauber, aber auch angreifbar. Jede Oberfläche ist blank geputzt und entfettet, neuer Schmutz und Staub warten geradezu nur darauf sich aufs Bike zu stürzen. Als Schutz gegen zukünftigen Dreck kann man das Motorrad noch mit einem Wachs-basierten Mittel aufpolieren. Hier gibt es wieder verschiedenste Produkte, aber die Funktionsweise bleibt bei allen gleich. Das Wachsmittel wird per Tuch aufgetragen und bildet dort eine schützende Schicht, an der Wasser und Schmutz abperlen. Als Nebeneffekt werden ausgeblichene Plastikteile farblich wiederbelebt und erstrahlen im alten Glanz.
Spezielle Pflegehinweise
- Chrom- und Aluteile: Für Chrom- und Aluteile gibt es spezielle Hochglanz-Polierwatte, die mit Polierflüssigkeit getränkt ist.
- Lackierte Fahrzeugteile: Für alle lackierten Fahrzeugteile kann handelsübliches Hartwachs mit weichem Tuch oder Polierwatte aufgetragen werden, um die Oberfläche zu versiegeln.
- Plastikteile: Für Plastikteile gibt es entsprechende Produkte oder Polituren, unlackierte Teile können auch mit Cockpit-Spray aus dem Autobereich gepflegt werden.
Wichtige Hinweise zur Verwendung von Reinigungsmitteln
Wer den Motor seiner Maschine mit speziellem Motorreiniger und Bürste säubert, der sollte - wie beim Einsatz aller anderen Reinigungsmittel fürs Bike - drei Dinge beachten:
- Reiniger nie in der prallen Sonne oder auf erhitzter Oberfläche anwenden. Die Wirkung kann dadurch beeinträchtigt werden und es können sich unschöne Flecken einbrennen.
- Immer die Anwendungshinweise der Hersteller und ganz besonders die Einwirkzeiten der Produkte beachten.
- Alle Reinigungsprodukte gründlich abspülen, bis keine Schaumbildung mehr zu sehen ist, und bei partieller Reinigung auch benachbarte Teile abspülen.
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