Garmin Motorrad Routenplaner im Test: Zumo XT und XT2 im Vergleich

Motorradfahrer wünschen sich Navigationsgeräte mit ausgeklügelter Routenführung und einfacher Bedienung. Heute beeindrucken fürs Motorrad spezialisierte Navis mit genau diesen Eigenschaften. Das Garmin Zumo XT und das neuere Zumo XT2 sind speziell für Motorradfahrer konzipierte Navigationssysteme, die in vielerlei Hinsicht überzeugen sollen.

Garmin Zumo XT: Ein Überblick

Das Garmin Zumo XT ist ein Navigationssystem speziell für Motorradfahrer. Neben vorinstallierten Straßenkarten für ganz Europa hast du auch Zugriff auf topografische Offroad-Karten. Es verfügt über ein 5,5 Zoll großes HD-Display, einen Track-Recorder, inklusive Karten-Updates sowie Live Traffic & -Wetter.

Vorteile des Garmin Zumo XT:

  • Starke Hardware
  • Schnelle Berechnungen
  • Wasserdicht nach Schutzklasse IPX 7
  • Gute Ablesbarkeit des Displays auch bei Sonnenschein
  • Sensorische Bedienung mit Handschuhen möglich
  • Vorinstallierte topografische Karten
  • Adventurous Routing für kurvenreiche Strecken
  • Automatische Unfallerkennung

Kritikpunkte am Garmin Zumo XT:

  • Keine Kompatibilität mit dem Reifendruckkontrollsystem
  • Software zur Geräteverwaltung und BaseCamp sind veraltet
  • Support ist verbesserungswürdig

Display und Hardware

Deutlich verbessert gegenüber dem Vorgänger Zumo 595 LM wurde auch das Display. Sowohl die Auflösung, als auch der Kontrast und die Display-Helligkeit an sich erlauben jetzt eine gute Ablesbarkeit auch bei Sonnenschein und hellem Tageslicht. Das Display reagiert sensorisch und ist folglich auch mit Handschuhen gut bedienbar. Die Prozessoren sind besser und mit ihnen sind Routenberechnungen ein ganzes Stück schneller als beim Vorgänger. Dazu wurde dem Navi ein Akku mitgegeben, der, natürlich je nach Nutzung des Displays, tatsächlich mehrere Stunden ohne Anschluss an eine Stromversorgung mitspielt.

Navigationsfunktionen

Auch bei den Navigationsfunktionen hat das Zumo XT zugelegt. Dazu zählen nicht nur die, neben den klassischen Straßenkarten und BirdsEye-Satellitenbildern, vorinstallierten topografischen Karten, die eine Offroad-Navigation ermöglichen. Umfangreiche Tools wie Garmin Explore, Forsquare, Tripadvisor und iOverlander-POIs erlauben große Tourenplanungen. Adventurous Routing hilft beim Finden kurvenreicher und bergiger Strecken. Und umgekehrt lassen sich frei gefahrene Touren mit der integrierten Trackaufzeichnung speichern und später wieder nachvollziehen.

Assistenten für Sicherheit

Dazu kommen eine Reihe von Assistenten, die der Sicherheit beim Fahren dienen. Mit Real Directions etwa kommen die Ansagen zum Abbiegen oder Ausfahrten an Hand von Straßennamen und real sichtbaren Wegepunkten aufs Ohr. Es gibt Warnungen vor Gefahrenstellen, Verkehrsmeldungen und Wetteransagen in Echtzeit. Besonders erwähnt sei an dieser Stelle auch die automatische Unfallerkennung, die an einen vorher festgelegten und eingespeicherten Kontakt eine SMS mit den genauen Standortdaten sendet.

Garmin Zumo XT2: Das verbesserte Modell

Garmin bringt mit dem Zumo XT das Nachfolgermodell des Zumo 595 heraus. Das neue XT Modell soll dem Vorgänger in vieler Hinsicht überlegen sein. Lohnt sich der Kauf des neuen Garmin Navis? Ist der Preis gerechtfertigt und was unterscheidet das XT vom Vorgängermodell Zumo 595? Die Eckdaten des Garmin Zumo XT Display: 5,5 Zoll ultrahelle HD […]

Das neue zumo XT2 Motorrad-Navi von Garmin soll die Funktionalität von Garmin Tread und dem Vorgängermodell zumo XT vereinen und fortführen. Es ist größer, vielseitiger und mit noch mehr Funktionen vollgepackt. Das Display und Gehäuse des Garmin zumo XT2 wurde überarbeitet. Der Bildschirm mit der Auflösung 1280 x 720 Pixel misst nun 6 Zoll (15,24 cm) in der Diagonale, im Vergleich zum 5,5 Zoll Display des zumo XT. Für die Vergrößerung wurde das Navi breiterund mit 340 g Gesamtgewicht ca. 80 Gramm schwerer.

Neuerungen beim Zumo XT2:

  • Größeres 6-Zoll Display
  • Neue Navi-Halterung mit Gummi-Puffer
  • Mehr vorinstallierte Karten (152 Straßenkarten)
  • Individuelle Anpassung der Kartenebenen
  • Integrierter Michelin Green Guide
  • Neuer Routenplaner mit Garmin Tread App
  • Trackaufzeichnung mit Highlights

Software und Konnektivität

Die Software wurde erweitert. Waren es beim zumo XT noch 46 vorinstallierte Straßenkarten für die Region Europa, bietet das zumo XT2 ganze 152 Straßenkarten für fast die ganze Welt. In Zusammenarbeit mit Michelin wurden nicht nur schöne Straßen ausgewählt, sondern gleich ein ganzer Reiseführer für ausgewählte Orte vorinstalliert. Zu den besonderen Locations bekommt man Textbeschreibungen, Bilder und Bewertungen von Tripadvisor und Michelin geliefert.

Neu beim zumo XT2 ist ein Routenplaner im Startbildschirm, der auch über die Garmin Tread App (mehr dazu bei den folgenden Punkten) gesteuert werden kann. Bei dieser neuen Routenplanung können recht unkompliziert Zwischenpunkte bzw. Zwischenabschnitte in der Route eingeplant werden. Für jeden dieser Zwischenabschnitte kann dann die Routenfindung unterschiedlich gestaltet werden. Die Route für "Kürzere Zeit", mit "Gerader Linie", oder mit "Abenteuer" im Fokus berechnet werden.

Garmin Tread App

Per Bluetooth können Smartphone, Headset und diverse Garmin Geräte an das zumo XT2 gekoppelt werden. So können Anrufe, Nachrichten und Musik per Navi gesteuert werden. Aber das gab es auch schon bei den Vorgängergeräten. Neu ist das Zusammenspiel mit der Garmin Tread App. Vorher spielte das XT noch mit der Garmin Drive App zusammen, ab dem zumo XT2 wird die Tread App zur zentralen Schaltzentrale.

Die Koppelung mit der Tread App ermöglicht unzählige Möglichkeiten. Darunter zum Beispiel auch eine automatische Unfallerkennung, die die Positionsdaten des Fahrers an zuvor definierte Kontaktdaten schickt. Oder z.B. weitere Live-Features, die bei bestehender Internet-Verbindung des Smartphones aktuelle Wetterdaten ans Navi senden können.

Alternativen zu Garmin

Neben Garmin gibt es auch andere Hersteller von Motorrad-Navigationsgeräten, wie z.B. TomTom. Es gibt auch die Möglichkeit, das Smartphone als Navi zu nutzen. Hier eine kurze Übersicht:

Hersteller/TypVorteileNachteile
Garmin Zumo XTRobust, viele Funktionen, gute AblesbarkeitHoher Preis, veraltete Software
Garmin Zumo XT2Größeres Display, mehr Funktionen, Tread AppNoch höherer Preis, inkompatibel mit Basecamp
TomTom RiderZuverlässig, einfache BedienungKleineres Display, weniger Funktionen
Smartphone mit AppGünstig, flexible NutzungAbhängigkeit vom Smartphone-Akku, evtl. nicht wasserdicht

TomTom Rider 500

Das TomTom Rider 500 ist ein zuverlässiges und bewährtes Hilfsmittel für die Routennavigation. Dank der robusten, variablen und nicht zu großen Halterung passt es an jeden Lenker.

Smartphone-basierte Navigation

Neben den Beeline kann auch dieses „Navigationsgerät“ trotz GPS-Empfänger nicht ohne Smartphone liefern, eigenes Kartenmaterial ist nicht integriert. Genauer gesagt spiegelt das Carabc D501 lediglich den Smartphone-Bildschirm mit Hilfe der App Android Auto (ab Android 8) bzw. Carplay/iOS. Wenn also das genutzte Smartphone nicht wasserdicht ist oder nicht den vielleicht materialmordenden Vibrationen am Lenker ausgesetzt werden soll, biete sich ein solches Gerät an.

Online-Routenplaner

In der Vergangenheit steckte man mit Nadeln und Faden eine Route auf der Karte ab oder errechnete sich aus den Entfernungsangaben die zu fahrenden Kilometer, schätzte die nötige Zeit für die Etappen ein - und verschätzte sich dabei gerne. Sehr zum Verdruss unterwegs, wenn die anvisierte Unterkunft erst nachts und dadurch versperrt erreicht werden konnte.

Im digitalen Zeitalter findet sich ein reichhaltiges Angebot an elektronischen Routenplanern, zum Beispiel maps.google.de, maps.adac.de, ViaMichelin und andere Planer. Die sollen passende Strecken und Zusatzinfos ausspucken können und sind zu allem Überfluss meistens auch noch umsonst im Internet verfügbar. Oder gehören zum Lieferumfang eines Navigeräts, wie etwa die Garmin-Software Basecamp, mit der Routen, Tracks und Wegpunkte ausgetauscht werden können. Diese Software ist allerdings für Garmin-Geräte optimiert. Wir haben deshalb sechs andere ausgewiesene Motorrad-Tourenplaner ausgewählt und verglichen.

Vorteile von Online-Routenplanern

Allerdings bieten digitale Planer unterm Strich dann doch viele Vorteile. Am großen Computerbildschirm lässt sich schon mal komfortabler planen als direkt auf dem Navigerät mit vergleichsweise kleinem Display. Und anders als bei der Planung mit Straßenkarten aus Papier bieten gute Programme optimierte Eingabe- und Umschaltmöglichkeiten auf verschiedene Karten (reine Straßenkarten, topografische Karten, Geländekarten bis hin zu Satellitendarstellungen). Die Software kann außerdem zwischen vom Nutzer festgelegten Wegpunkten per Mausklick automatisch den „Faden“ auf die digitale Straße legen und Entfernung sowie Zeit für diesen Streckenabschnitt ermitteln.

Bei manchen Planern lassen sich Routingoptionen festlegen, sodass etwa Autobahnen außer Acht gelassen, Tankstellen oder Sehenswürdigkeiten hingegen eingeblendet werden. Das ist praktisch. Je nach Tourenplaner können sogar bei stehender Internetverbindung Unterkünfte direkt gebucht werden. Möchte man einen unpassenden Streckenabschnitt oder die ganze Tour wieder verwerfen, reicht ein Klick. Anders als beim Setzen von Stecknadeln hinterlässt man kein durchlöchertes Papier-Kartenmaterial.

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