Das Folieren von Scheiben erfreut sich großer Beliebtheit, da es Sonnenschutz mit einer attraktiven Optik verbindet. Dank der dunklen Folien wird ein Großteil der Infrarotstrahlung abgehalten, wodurch die Klimaanlage geschont wird. Und dank der edlen Erscheinung der getönten Scheiben erhält das Fahrzeug eine Wertsteigerung. Wer die Autoscheiben selbst tönen möchte, sollte aber einige Vorschriften bedenken und sich bewusst sein, dass die Befestigung Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert.
Vorbereitung ist alles
Damit das Ergebnis perfekt wird, ist jedoch Geduld gefragt. Weder Sommerhitze noch Eiseskälte sind für die Befestigung der Tönungsfolien optimal. Nach der Befestigung müssen die Folien zwei Wochen trocknen lassen. In dieser Zeit sollten Sie die Scheiben weder berühren noch abwischen.
Was ist zu beachten?
- Dass die Temperatur um die 20 Grad beträgt damit die Flüssigkeit trocknet
- Dass die Folie ca 48h durchtrocknen muss bei konstant warmer Temperatur
- Der Untergrund muss die Flüssigkeit und Feuchtigkeit vertragen!
Die richtige Folie wählen
Sie sollten beim Kauf der Tönungsfolie darauf achten, dass sie eine Allgemeine Bauartgenehmigung - kurz ABG - besitzt. Sie ist entweder auf der Folie aufgedruckt oder wird mitgeliefert. Die ABG-Nummer bestätigt, dass die Tönungsfolie für den Straßenverkehr zulässig ist. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Sie für Scheibenfolien ohne ABG-Nummer immer eine TÜV-Abnahme benötigen.
Folienrollen vs. Bereits zugeschnittene passgenaue Folien können direkt befestigt werden, während Sie die Rollenware erst passend zu Größe und Form der Heck- und Seitenscheiben zuschneiden müssen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Anbringung von Tönungsfolie
Jeder kann grundsätzlich selbst seine Autoscheiben tönen, sofern die Vorschriften bzgl. des Verdunklungsgrads sowie der Scheibenposition eingehalten werden.
Schritt 1: Geeigneten Montageplatz finden und Scheiben reinigen
Um die Folie während der Montage nicht zu beschädigen, sollten Sie zunächst einige Vorbereitungen treffen. Ideal ist ein windgeschützter, staubfreier Ort, der ausreichend beleuchtet werden kann. Ist der richtige Platz für die Montage gefunden, gilt es den Fahrzeuginnenraum so vorzubereiten, dass das Anbringen der Tönungsfolie problemlos möglich ist. Unter Umständen müssen Sie hierzu etwa die Rücksitze umklappen oder Kopfstützen ausbauen. Im Anschluss können Sie die Scheiben von außen und innen gründlich reinigen.
Scheiben innen und außen reinigen, ggf. Folie mit dem Cuttermesser entlang der gepunkteten Linie der Scheibe zuschneiden - Vorsicht!
- Ziel: Schmutz, Staub und Fett gründlich entfernen
- Verwende ein pH-neutrales Autoshampoo
- Keine Versiegelungen oder Wachs-Shampoos verwenden
- Felgen, Radläufe und Türfalze nicht vergessen
- Gründlich abspülen und anschließend mit Mikrofaser trocknen
- Tipp: Vermeide Kratzer - nutze den 2-Eimer-Waschmethode (einer für sauberes Wasser, einer für Spülwasser)
Schritt 2: Autotönungsfolie an der Außenscheibe vorbereiten
Die nächsten Schritte hängen maßgeblich davon ab, ob Sie Heckscheibe, bewegliche oder feststehende Seitenscheiben folieren möchten. Bei vielen Produkten wird die Folie zunächst auf der Außenseite der zu tönenden Scheibe mit Hilfe von Montageflüssigkeit und Rakel befestigt. Handelt es sich um bewegliche Seitenscheiben, müssen diese vollständig geschlossen sein!
Jetzt sind in der Regel folgende Arbeitsschritte erforderlich:
- Positionieren Sie die Folie wie in der Anleitung des Herstellers beschrieben.
- Im Anschluss können Sie die Folie vorsichtig gemäß der Montageanleitung des jeweiligen Produkts mit einem geeigneten Cutter zuschneiden.
- Auf einen groben Zuschnitt mit ausreichend großem Überstand folgt das Feintuning. Hierfür müssen Sie die Folie ggf. von der Scheibe entfernen und danach wieder befestigen.
Um die Folie zu glätten, sind jetzt meist Heißluftföhn und Rakel erforderlich.
Ist die Autotönungsfolie vorbereitet, kann sie vorsichtig von der Außenscheibe abgezogen werden.
- Ziel: Lackoberfläche von unsichtbaren Rückständen befreien
- Lackknete + Gleitmittel (Detailer) verwenden
- Flächen in kleinen Abschnitten bearbeiten
- Knete regelmäßig umkneten (Schmutz nicht verteilen)
- Danach erneut mit einem sauberen Mikrofasertuch abwischen
Schritt 3: Auto-Tönungsfolie an der Innenscheibe anbringen
Nachdem Sie die Folie auf der Außenseite der Scheibe vorbereitet und passgenau zugeschnitten, erfolgt jetzt die Verklebung auf der Innenseite. Positionieren Sie die gut angefeuchtete Folie zunächst und fixieren Sie diese mit einer Rakel. Ggf. wird dabei ein mehrmaliges Umschlagen der Folie notwendig, um für ausreichend Haftung zu sorgen. Via Heißluft wird schließlich der Kleber aktiviert. Die Tönungsfolie ist nun erfolgreich verklebt.
Wichtig: Der Kleber benötigt eine gewisse Zeit (zwischen einigen Tagen und wenigen Wochen), bis er vollständig getrocknet ist. Haben Sie die Auto-Tönungsfolie an beweglichen Seitenscheiben angebracht, sollten diese im betreffenden Zeitraum nicht bewegt werden.
Schritte 4: Nassverklebung
Mit Nass-Verklebung lassen sich größere Folien einfacher montieren. Das funktioniert aber nur, wenn die Folie keine Transferfolie (Übertragungsfolie) hat, denn unter dieser würde die Flüssigkeit nicht ordentlich wegtrocknen.
Wie wird’s gemacht?
Zunächst in einer Sprühflasche 2-3 Tropfen Spülmittel auf 1 Liter Wasser vermischen. Mit dieser dann die Flüssigkeiten auf den zu beklebenden Untergrund UND die Klebeseite der Folie einsprühen. Damit ist die Folie und der Untergrund vorbereitet und kann angebracht werden. Dank der Flüssigkeit lässt sich damit die Position Folie einfacher anpassen und noch leicht verschieben bzw. wieder ablösen.
Sind Oberfläche und Klebeseite des Aufklebers ausreichend besprüht, können Sie den Sticker auf den Untergrund legen und in die gewünschte Position schieben. Nun muss das Wasser mit einem Rakel oder auch einem sauberen Tuch ausgestrichen werden. Der letzte Schritt besteht mehr oder weniger daraus nichts zu tun. Durch das Wasser entfaltet sich die volle Klebkraft sehr verzögert. Lassen Sie den Aufkleber deshalb lange trocknen, meiden Sie Waschstraßen oder Hochdruckreinigungen für mindesten 48 Stunden.
So klappt’s (fast) wie beim Profi
- Ziel: Keine Feuchtigkeit unter der Folie
- Alle Spalten, Türgriffe, Sicken und Leisten trockenlegen
- Pressluft oder Blower verwenden, wenn verfügbar
- 30-60 Minuten in trockener Umgebung stehen lassen
Schritte 5: Folie zuschneiden (grob)
- Ziel: Materialverschwendung vermeiden & besser handhaben
- Schneide die Folienbahnen ca. 10-15 cm größer als das Bauteil
- Arbeite möglichst in einem staubarmen, windfreien Raum
- Halte Rakel, Heißluftpistole und Handschuhe griffbereit
Schritte 6: Positionieren & fixieren
- Ziel: Folie korrekt ausrichten vor dem Kleben
- Ziehe ca. 20 cm des Trägerpapiers ab
- Richte die Folie am Bauteil aus
- Fixiere sie leicht an einer Kante - noch nicht komplett kleben!
- Arbeite von innen nach außen - so bleiben Blasen draußen
Schritte 7: Rakeln & blasenfrei verkleben
- Ziel: Folie spannungsfrei, glatt & haltbar aufbringen
- Mit Rakel & Filz-Aufsatz in Wischbewegungen von der Mitte nach außen arbeiten
- Bei Rundungen mit Heißluft (max. 90 °C) leicht anwärmen
- Keine zu starke Spannung aufbauen - sonst gibt’s Rückzüge
Schritte 8: Schneiden & Kanten umlegen
- Ziel: Saubere Abschlüsse, unsichtbare Übergänge
- Nutze einen neuen, scharfen Cutter mit minimalem Druck
- Schneide entlang Spalten oder unter Bauteilkanten
- Kanten & Ecken mit Heißluft fixieren und mit dem Finger oder Rakel anlegen
- Optional: Kanten mit einem Primer sichern
Schritte 9: Kontrolle & Nacharbeit
- Ziel: Perfektes Ergebnis sichern
- Prüfe alle Übergänge, Kanten und Rundungen
- Eventuelle Luftblasen mit Nadel punktieren & ausdrücken
- Fahrzeug mind. 24 Stunden nicht waschen und keinem Regen aussetzen
Schritte 10: Bonus-Tipp: Versiegelung der Folie
Für extra Schutz, Glanz und einfache Reinigung:
Verwende eine geeignete Folienversiegelung
Tönungsfolie am Auto selber anbringen oder folieren lassen?
Prinzipiell können Sie Tönungsfolie am Auto in Eigenregie anbringen. Alles, was Sie hierfür benötigen, ist:
- handwerkliches Geschick
- Know-how
- passendes Werkzeug
In allen anderen Fällen empfiehlt es sich, die Hilfe von einem professionellen Folierer in Anspruch zu nehmen. Lassen Sie Tönungsfolie am Auto anbringen, entstehen Kosten. Diese sind aber überschaubar - gerade im Vergleich zum Einbau von getönten Scheiben. Schon ab 200,00€ ist es möglich, einen Kleinwagen professionell und in guter Qualität folieren zu lassen.
Motorradfolien als Schutz
Ähnlich wie bei Autofolien gliedern sich auch Motorradfolien in zwei große Gruppen. Zum einen gibt es Motorradfolien in Form von dekorativen Folien, Aufklebern und Etiketten. Dabei gibt es solche Motorradfolien sowohl für eine vollflächige Gestaltung der Verkleidungen als auch in Form von kleineren Motiven und Schriftzügen. Zum anderen gibt es Motorradfolien als transparente Schutzfolien.
Da die Folien transparent sind, wird die Optik nicht verändert, gleichzeitig wird der Lack jedoch vor Kratzern, Steinschlägen, Beschädigungen durch eingebrannte Insekten, matten Stellen und anderen Abnutzungserscheinungen geschützt. Üblicherweise sind solche Motorradfolien mit UV-Absorbern ausgestattet, die ein Vergilben der Folie verhindern, zudem haben die hochtransparenten Motorradfolien meist eine Oberfläche mit hohem Glanzgrad.
In den meisten Fällen werden Motorradfolien als Komplettpakete angeboten. Diese beinhalten dann neben den Folien, die üblicherweise bereits passgenau auf das jeweilige Motorradmodell zugeschnitten sind, auch Kunststoffrakel sowie Anleitungen für die Montage.
Das Aufziehen der Motorradfolien gliedert sich dann in drei Arbeitsschritte
- Zuerst muss die zu beklebende Fläche sehr gründlich gereinigt werden.
- Im zweiten Arbeitsschritt werden die Folien dann aufgelegt
- Im dritten Arbeitsschritt von innen nach außen mit dem Rakel glattgestrichen.
Das bedeutet, die Klebefläche wird mit einer Lösung aus Wasser und Spülmittel eingesprüht, da die Folien so länger korrigiert und bei Bedarf mehrfach angehoben werden können. Um die Folien wieder zu entfernen, werden sie mit einem Föhn erwärmt und können dann ohne Rückstände oder Beeinträchtigungen der darunterliegenden Lackschicht abgelöst werden.
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