Heute klären wir die Stiefel-Frage für Straßenfahrer: Für wen ist der Racingstiefel und für wen der Tourenstiefel die bessere Wahl? Im Motorradstiefel Vergleich blenden wir jetzt absichtlich den Endurostiefel aus und beschränken uns auf Schuhwerk, das für reine Straßenmotorräder gedacht ist.
Racingstiefel vs. Tourenstiefel: Ein Vergleich
Prinzipiell können natürlich beide Stiefeltypen auf den verschiedensten Maschinen gefahren werden. Auf dem Supersportler lässt sich durchaus ein Tourenstiefel tragen, umgekehrt steht dem Naked-Biker oder Tourer auch ein Sportstiefel gut. Das ganze geht so lang gut, bis natürlich die dezidierten Eigenschaften der beiden Stiefelarten gefragt werden.
Racingstiefel
Wer sportlich ambitioniert auf der Straße und vielleicht auch mal auf der Rennstrecke unterwegs ist, kommt um Sportstiefel oder Racingstiefel nicht umher. Beim ersten Anziehen wirkt der Sidi Vertigo 2 sehr steif. Racingstiefel müssen - noch mehr als ihre Touring-Pendants - eingelaufen werden.
Der Vertigo 2 hat einen hohen Schaft, der durch eine seitliche Platte mit Scharnier zusätzlich verstärkt ist. Außerdem zieren ihn PU-Verstärkungen an der Ferse sowie die beinahe obligatorischen Zehenschleifer. Wenn es ganz heiß hergeht, kann seitlich ein Belüftungsschieber geöffnet werden, der für Kühlung sorgt. In der Ausführung als reiner Racingstiefel lässt sich der Schaft sehr weit öffnen und über ein Ratschensystem arretieren.
Ein besonderes Highlight des Sidi Vertigo 2 ist das austauschbare Schutzsystem. Zehenschleifer, Fersenschutz und Schaftverstärkung lassen sich bei Verschleiß oder Beschädigung problemlos austauschen - ein großer Vorteil für Vielfahrer oder Rennstreckenpiloten.
Tourenstiefel
Wie die Überschrift schon sagt, ist der Tourenstiefel der perfekte Begleiter für lange Strecken. Neben der primären Funktion des Stiefels als Motorrad Schutzkleidung ist der Tourenstiefel der unauffällige Begleiter für jede Runde auf dem Motorrad. Eine Gore-Tex-Membran macht den schlanken Italiener zum wasserdichten Motorradstiefel, der dennoch atmungsaktiv bleibt.
Besonders bei langen Touren, bei denen der Stiefel mehrere Stunden bis mehrere Tage hintereinander getragen wird, spielt die Wasserdichtigkeit eine entscheidende Rolle. Wer will schon bei der Fünftagestour nach dem ersten Regenguss am nächsten Tag in einen nassen Stiefel schlüpfen?
Kompromisse und Alternativen
Beim ersten Schauer lässt der Racingstiefel seinen Träger nämlich im Regen stehen, umgekehrt finden die Zehen auf der Rennstrecke den entsprechenden Bodenkontakt mit dem Tourenstiefel weit weniger gut als mit dem Rennpendant. Es gibt auch Zwitter-Varianten, ein Sportstiefel mit Klimamembran zum Beispiel. Dieser ist in der nötigen Flexibilität durch die Membran allerdings eingeschränkt und kann die Vorzüge beider Bauarten nur bedingt vereinen.
Motorrad-Sneaker im Test
Auch Motorrad-Sneaker erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Alle 11 Paar Sneaker sind als Schutzschuhe für Motorradfahrer zertifiziert, decken den Knöchel als besonders vulnerablen "Schleif"-Punkt ab und kommen den bekannten Kurzschaftstiefeln beachtlich nah. Die Sneaker sollen aber auch abseits vom Motorrad funktionieren, bequem und atmungsaktiv sein.
Klingt nach einer beinahe unmöglichen Absicht und nach Kompromissen: Wer Komfort will, muss zwingend auf Stabilität verzichten. Und wer Atmungsaktivität will, darf die Membran nicht mit unzähligen Schutzschichten versperren. Wer gewinnt also diesen Test? Wie so oft der beste Kompromiss!
Testsieger im Überblick
- Testsieger: Gaerne Rocket Gore-Tex - holt überall Punkte
- Platz 2: Held College Rider GTX - 100 % wasserdicht und komfortabel
- Platz 2: Daytona AC Dry GTX G2 - weniger Sneaker, mehr Stiefel
- Kauftipp: TCX Street 3 WP - gutes Gesamtpaket
Detaillierte Testberichte
Gaerne Rocket Gore-Tex
Sehr gute Ausstattung inklusive Reflektor an großer Anziehhilfe, robuste und durchdachte Bauart, guter Gehkomfort, sehr leicht, gute Schutzausstattung, sehr guter Abstreifschutz, viel Grip, Schnalle zum Fixieren der Schnürsenkel, 100 % wasserdicht, atmungsaktiv. Leichte Verarbeitungsschwächen, fällt recht klein aus, Schuhspitze recht platt, Schnürsenkel verfangen sich im Klett.
Fazit: Die Testsieger-Rakete bietet von allen elf Teilnehmern den besten Kompromiss aus Komfort, Schutz und Wetterbeständigkeit. Kleine Füße haben zwar das Nachsehen, große dafür das Rundumpaket.
Held College Rider GTX
Einfacher Einstieg durch Reißverschluss, hoher Geh- und Fahrkomfort, recht leicht, gute Schutzausstattung und Stabilität im Knöchelbereich, sehr guter Halt und Abstreifschutz, viel Grip, 100 % wasserdicht, atmungsaktiv und luftig durch leichtes Material, sehr moderner Stil. Leichte Verarbeitungsschwächen, schmal geschnitten, keine Feststellmöglichkeit für Schnürsenkel, Schutz an Zehen fehlt.
Fazit: Der College Rider steigt direkt mit einer Bestnote und dem zweiten Platz im Test in den Markt ein. Kleinen Mankos zum Trotz ein sehr guter Motorradschuh im modernen Stil - 2022 geht auch das!
Daytona AC Dry GTX G2
Sehr hohe Verarbeitungsqualität und Ausstattung, sehr robuste Bauart, Einstieg über geschwungenen Reißverschluss, durchdachte Passform, keine Druckstellen, sehr hohe Schutzwirkung, sehr hohe Stabilität, viel Grip, Schnürsenkel verstaubar, 100 % wasserdicht, atmungsaktiv, hoher Schaft. Zu Beginn recht steif, Einbußen beim Gehkomfort, hohes Gewicht.
Fazit: Der AC Dry GTX in der neuesten Version G2 punktet wie vom deutschen Hersteller gewohnt mit höchstem Schutz und 1-a-Verarbeitung.
TCX Street 3 WP
Hohe Verarbeitungsqualität, sehr guter Geh- und Fahrkomfort, angenehme D3O-Knöchelprotektoren, recht leicht, guter Abstreifschutz, viel Grip, Gummiband zum Fixieren der Schnürsenkel, dichte Membran. Störrische Schnürung, fällt recht eng aus, Zehenschutz und Stabilität mäßig, Nässeeintritt durch Saugeffekt.
Fazit: Ein sehr hochwertiges Modell mit vielen durchdachten Details, viel Komfort und verstärkter Z-Plate-Sohle im Skater-Stil. Platz drei für ein gutes Gesamtpaket.
Weitere getestete Modelle
Neben den Testsiegern wurden noch weitere Modelle getestet, darunter:
- Vanucci VC-1 Sympatex
- Alpinestars J-6 Waterproof
- Furygan Austin D3O WP
- iXS Classic Comfort-ST 2.0
- Stylmartin Double WP
- Falco Ace
- Kochmann Brooklyn
Kurzschaftstiefel im Test
13 Kurzschaftstiefel wurden ebenfalls getestet, darunter:
- Alpinestars "Portland Gore-Tex"
- Bering "Kanada Top"
- Büse "B120 Toursport"
- Dainese "Motorshoe D1 DWP"
- Daytona "AC Dry GTX"
- Difi "Freedom 2 Aerotex"
- Furygan "Jet D30 Sympatex"
- Held "Andamos"
- iXS "Tour Pacego-ST"
- Kochmann "Zyklon"
- O'Neal "RMX Shorty"
- TCX "Vibe WP"
Die richtige Wahl treffen
Ob Touren- oder Racingstiefel - die Wahl hängt letztlich von deinem Fahrstil und Einsatzzweck ab. Der Sidi Aria überzeugt mit Komfort und Wetterschutz, ideal für lange Strecken und wechselhaftes Wetter. Wer viel unterwegs ist und sowohl lange Touren als auch sportliche Etappen genießt, könnte von einem zweiten Paar profitieren. So bleibt man bei jeder Wetterlage und jedem Fahrstil bestens ausgerüstet.
Letztlich bleibt es natürlich eine sehr individuelle Entscheidung. Die richtige Sicherheitsausrüstung für die Füße zu finden ist leichter gesagt als getan. Zusätzlich sollten Sie entscheiden, ob es wasserdichte Motorradstiefel sein sollten, oder ob Sie sich zu den Schönwetterfahrer zählen. Nicht zuletzt ist der Motorradstiefel Kauf auch abhängig vom persönlichen Budget.
Bekannte Marken
Motorradstiefel Marken gibt es wie Sand am Meer. Eine der bekanntesten Marken überhaupt im Bereich Motorsport ist Alpinestar. Die Produkte von Alpinestars zählen zu den qualitativ hochwertigsten, die es für Geld zu kaufen gibt. Ebenfalls aus Italien und ebenfalls durch die MotoGP bekannt ist die Marke SIDI. Dass selbst professionelle Motorradfahrer auf SIDI schwören, unterstreicht die hohe Produktqualität und das Vertrauen in die Marke.
Mit der Marke Daytona setzen Sie als Motorradfahrer zu 100% auf Qualität aus Deutschland. Dies hat seinen Preis - die Motorradstiefel von Daytona gehören nicht gerade zu den preiswertesten Modellen auf dem Markt. O’Neal hat es sich auf die Fahne geschrieben durch innovative Fertigungsprozesse und Materialtechnologie den bestmöglichen Schütz für Biker, die ihre Grenzen ausreizen wollen, zu schaffen. Das Ergebnis: extrem robuste und strapazierfähige Motocross Stiefel.
Wichtige Eigenschaften von Motorradstiefeln
Unabhängig davon, ob Sie auf dem Hockenheimring, in den schweizer Alpen, oder auf einer abgelegenen Schotterpiste unterwegs sind: Motorradstiefel sollten stets über gewisse Qualitätskriterien verfügen, um Ihnen im Ernstfall einen optimalen Schutz zu gewährleisten.
- Optimale Passform: Grundsätzlich sollte ein Motorradstiefel fest sitzen und eng anliegen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bewegungsfreiheit der Füße und Unterschenkel nicht eingeschränkt wird. Selbstverständlich sollte sowohl die Bremse, als auch die Gangschaltung weiterhin problemlos benutzbar bleiben.
- Robuste Konstruktion: Abgesehen von den Protektoren und dem Material, sollten die Motorradboots über eine robuste Grundform verfügen. Überstreckungen und Torsionen werden verhindert, falls der Biker einen Abflug von der Maschine macht.
- Höhe des Schafts: Außer bei besonders flachen Motorradschuhen, empfiehlt es sich Wert auf einen hohen Schaft zu legen. Dieser sollte zumindest die kompletten Knöchel, als auch die Wade und natürlich das Schienbein umschließen.
- Beschaffenheit der Sohle: Die Sohle sollte robust beschaffen, und rutschfest sein.
- Material: Achten Sie vor allem auf Robustheit und Widerstandsfähigkeit - dabei muss es nicht immer Echtleder sein. Dank neuster Technik bieten Materialien wie Microfiber und Lorica usw.
- Protektoren: Ein qualitativ hochwertiger Stiefel verfügt über Protektorenelemente seitlich am Schuh, im Knöchelbereich, an der Ferse und am Schien- und Wadenbeinbereich.
- Schaltverstärkung: Ein Muss an jedem Modell ist die sogenannte Schaltverstärkung - ein kleiner Bereich auf dem linken Stiefel, der durch zusätzliches Material (Leder, Kunststoff) besonders verstärkt ist.
- Sichtbarkeit: Wie allgemein bei Bikern bekannt, sind vor allem komplett schwarze Motorradstiefel sehr beliebt.
- Herausnehmbare Einlegesohle: Viele Motorradfahrer kennen das Problem vor allem im Sommer. Die hohen Temperaturen begünstigen Schweißfüße enorm.
- Wasserdicht: Falls Sie nicht nur Schönwetterfahrer sind, sollten Sie sich für ein wasserdichtes Modell entscheiden.
- Tragekomfort: Nicht zu unterschätzen ist der Tragekomfort der Stiefel. Nur ein Modell, in dem Sie sich wirklich wohlfühlen, werden Sie bei jeder Ausfahrt tragen.
Testergebnisse im Überblick
Hier eine Zusammenfassung einiger Testergebnisse für verschiedene Motorradstiefel:
| Modell | Bewertung | Fazit |
|---|---|---|
| Daytona Road Star GTX | 98 Punkte | Ein erstklassiger Motorrad-Tourenstiefel ohne nennenswerte Schwächen. Er besticht durch einen perfekten Sitz und ist hervorragend verarbeitet. |
| Daytona TransTourMan GTX | 94 Punkte | Äußerst komfortabel auf der Straße und dennoch ausreichend stabil für leichte Offroad-Einsätze. Der hohe Schaft stützt gut. Dank Membran hielt er während des Testzeitraums auch unter widrigen Bedingungen dicht. |
| Touratech Destino Travel | 93 Punkte | Topqualität zum fairen Preis - der Destino Travel ist ein Volltreffer für anspruchsvolle Tourenfahrer. |
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