Für viele Menschen ist es ein großer Wunsch, mit einem motorisierten Zweirad unterwegs zu sein. Laut dem Statistischen Bundesamt steigt die Zahl der verletzten und getöteten Personen auf dem Motorrad wieder. Kraftradfahrer bilden ein hohes Unfallrisiko im Straßenverkehr. Um in diesen Situationen gut geschützt zu sein, ist eine sichere Kombination von Helm, Kleidung, Handschuhen und Stiefeln zu beachten.
Wer Motorrad fährt, benötigt sichere Stiefel, wobei es nicht nur auf das Aussehen ankommt. Während Motorradstiefel für Damen etwas femininer und verspielter daherkommen, sollte das Schuhwerk in erster Linie Sicherheit bieten. Neben den passenden Stiefeln ist natürlich auch ein einwandfreies Motorrad wichtig. Denn nur wenn Reifen, Bremsen etc. in Ordnung sind, kann eine sichere Fahrt gewährleistet werden.
Die Qual der Wahl: Verschiedene Arten von Motorradstiefeln
Um klassifizieren zu können, wann welcher Motorradschuh gebraucht wird, gibt es verschiedene Arten auf dem Markt. Sie unterscheiden sich je nach Einsatzgebiet mit dem Motorrad. Zusätzlich gibt es aber noch andere Stiefelarten, da im Laufe der Jahre noch weitere Fahrzeuge entwickelt bzw. angepasst wurden.
- Tourenstiefel: Eher für lange Touren gedacht. Die wichtigste Eigenschaft dieser Art ist der Komfort mit dem Schuh auf dem Motorrad, aber auch in den Pausen. Aus diesem Grund sollte er besonders bequem sein. Zudem verfügt er oftmals über Schutzkappen und Protektoren. Wer es wünscht, bekommt Tourenstiefel, die wasserdicht und zudem atmungsaktiv sind.
- Rennstiefel: Im Gegenteil zu Tourenstiefeln eher für die Rennstrecke konzipiert. Hierbei kommt es nicht auf lange Strecken an, sondern eher auf eine hohe Geschwindigkeit. Aus diesem Grund sollten Motorradschuhe in einem Test auch hinsichtlich ihrer Schutzfunktion geprüft werden. In der Regel sind Motorradstiefel aber verstärkt; schließlich ist die Schutzfunktion das primäre Ziel der Stiefel. Wer solche Stiefel außerhalb eines Rennens tragen will, könnte jedoch Probleme beim Laufen bekommen. Aufgrund der Verstärkung ist die Bewegungsfreiheit des Fußes etwas eingeschränkt.
- Bikerstiefel: Besondere Motorradschuhe für Liebhaber von einem alten Motorrad. Sie zeichnen sich durch einen besonders hohen Schaft aus. Zudem sind sie optisch aufgearbeitet und besitzen zumeist Nieten, Schnallen und Riemen. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, damit jeder Biker seinen individuellen Stil finden und diesen dann auch jeweils an seine bisherige Motorradkleidung bzw. sein Motorrad anpassen kann. Zusätzlich besitzt der typische Bikerstiefel einen höheren Absatz. Der Stiefel läuft häufig vorn spitz zusammen. Die Bikerstiefel sind auch als Westernstiefel bekannt und können mit den Schuhen verglichen werden, die Cowboys tragen. Hierbei zeigten jedoch Tests, dass sie meist weniger sicher sind.
- Offroadstiefel: Neben Straßenmaschinen gibt es auch Zweiräder, die lediglich für das Gelände „gemacht sind“. Der Unterschied von Enduro- und Crossstiefeln erschließt sich im Einsatzzweck. Während Enduro-Krafträder auch für die Straße zugelassen sind, besitzen Motocross-Maschinen keine Zulassung für öffentliche Straßen. Zudem ist das Fahrwerk beider Arten anders abgestimmt. Dies liegt auch daran, dass es beim Enduro durch enge Pfade geht oder über lange Felder. Bei den Stiefeln machen sich diese Unterschiede bemerkbar.
Als Minimalanforderungen an einen offroadtauglichen Motorradstiefeln gelten ein Schlagschutz fürs Schienbein, robuste Dämpfungselemente an beiden Knöcheln und ein straff umschlossenes, gut gegen Verdrehen geschützter Gelenkbereich. Offroadstiefel müssen also die Schienbeine, die Knöchel und die Fußgelenke schützen. Dabei sind die für das Motorrad konzipierten Schuhe so geschaffen, dass sie immer fest am Fuß bzw. Bein sitzen.
Motocrossstiefel sind etwas robuster gebaut, weshalb schwierig ist, mit diesen Schuhen zu laufen. Aber dafür sind sie ja auch nicht konzipiert. Wer jedoch nicht so oft im Gelände unterwegs ist, auch lange Touren fährt und somit ein passendes Zwischenstück sucht, sollte sich Soft-Enduro-Stiefel oder Cross-over-Stiefel anschauen. Hierbei wird bewusst das großflächige Carbon reduziert oder gar weggelassen, damit die Beweglichkeit im Schuh gesichert ist.
Zusätzlich gibt es verschiedene Motorradsportarten, die sich aus dem Motocross oder Enduro heraus entwickelt haben. Besonders Trial und Supermoto sind hier zu nennen. Auch diese beiden „Spartensportarten“ verfügen über eigene Stiefel.
Worauf es bei Motorradstiefeln ankommt
Egal, für welche Art und welchen Gebrauchszweck Sie sich entscheiden, zusätzlich gibt es noch weitere Merkmale, die einen guten Biker-Stiefel ausmachen. Die Motorrad-Boots gibt es natürlich auch ohne einen hohen Schaft. Je nachdem, wie Sie Motorrad fahren, sind andere Stiefel empfehlenswert. Es ist also darauf zu achten, dass Optik, Funktionalität und Schutz miteinander vereinbar sind.
Besonders im Sprunggelenk und im Sohlenbereich müssen die für das Motorrad produzierten Stiefel stabil sein. Dabei sollten Sie darauf achten, dass der Schuh nicht nur dann besonders schützt, wenn Sie auf dem Zweirad sitzen. In manchen Unfallsituationen kann es auch vorkommen, dass der Fuß eingeklemmt wird.
- Hochwertiges Material: Achten Sie auf hochwertiges Material! Leder hat sich bei Motorradfahrern bewährt. Heutzutage gibt es jedoch auch schon andere Gewebestoffe, die dank modernster Technik schützen.
- Gute Protektoren: Gute Protektoren sind wichtig! Zwar erschwert jedes Schutzmaterial die Stiefel fürs Motorrad zusätzlich, dennoch sorgen besonders Protektoren und verstärkte Materialien für einen besseren Schutz.
- Schaltverstärkung: Eine Schaltverstärkung ist unumgänglich. Am linken Fuß besitzen gute Motorrad-Boots eine sogenannte Schaltverstärkung.
- Bequeme Sohle: Die Sohle bzw. das Fußbett im Schuh sollte bequem sein. Machen Sie längere Ausfahrten und deshalb ebenfalls viele Pausen, ist dies ein wichtiger Punkt.
- Gepolsterter Schienbeinschutz: Der Schienbeinschutz muss gut gepolstert sein. Der Schienbeinschutz ist ein wichtiges Merkmal in puncto Sicherheit. Ist er nicht gepolstert, leidet nicht nur die Sicherheit darunter, auch der Komfort sinkt.
- Wasserdichtigkeit: Motorradstiefel können wasserdicht sein. Tourenstiefel weisen diese Eigenschaft oftmals auf. Sollte es nämlich bei längeren Fahrten plötzlich anfangen zu regnen, ist dieses Merkmal Gold wert. Wasserdichte Motorradstiefel haben aber meist den Nachteil, dass sie nicht atmungsaktiv sind. Ist Ihnen dies wichtig, müssen Sie abwägen.
- Hoher Schaft: Der Schaft sollte immer dann besonders hoch sein, wenn der Fahrer auf einer Rennstrecke oder einem Gelände fährt.
- Zehenschleifer: Sollten Sie sich für Rennstiefel entscheiden, sind Zehenschleifer besonders sinnvoll. Die hierbei angebrachten Schrauben dürfen jedoch nicht im Schleifbereich liegen, weshalb Sie dies bei Ihrem persönlichen Motorradstiefel-Test vergleichen sollten.
- Herausnehmbare Sohle: In einem Test verschiedener Motorradstiefel sollte ebenfalls die Sohle genauer betrachtet werden. Hierbei ist es aus hygienischen Gründen wichtig, dass sich die Sohle herausnehmen lässt, damit Sie diese waschen können. Preiswerte Modelle neigen dazu, billiges Material zu verwenden, welches bei einem Sturz schnell reißen kann.
Motorradstiefel mit Absatz: Eine Lösung für kleinere Fahrerinnen
Wenn die Füße mal wieder nicht ganz bis auf den Boden reichen, ist das für uns Frauen+ oft keine Überraschung. Trotzdem kann es ärgerlich sein, wenn ein paar Zentimeter Beinlänge die Hürde zum neuen Traumbike darstellen. Eine Möglichkeit fehlender Körpergröße beim Motorradfahren entgegenzuwirken sind Motorradstiefel mit Absatz.
Daytona Lady Pilot GTX: Ein Testbericht
Dass es sich beim Daytona Lady Pilot GTX um einen Damenstiefel handelt erkennt man auf den ersten Blick überhaupt nicht. Der Motorradstiefel mit Absatz kommt sehr klassisch daher. Glattes Leder, ein hoher Schaft (ca. 30 cm Schafthöhe) und drei Reflektorstreifen oberhalb der Ferse lassen den Stiefel schnittig wirken. Am etwas höheren Gewicht des Stiefels, spürt man, dass in diesem Schuh mehr steckt, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Die Sohle ist kräftig, lässt jedoch von außen nicht auf die bis zu 6 cm Erhöhung schließen, die buchstäblich im Motorradstiefel stecken. Für kleine Motorradfahrer:innen können 6 cm Absatz die Welt bedeuten.
Anders als bei vielen anderen Motorradstiefeln, fühlt sich der Daytona Lady Pilot GTX von Anfang an gut an. Die Kanten des Schafts sind überraschend weich und scheuern nicht am Schienbein, obwohl der Stiefel noch nicht eingetragen ist. Zu Beginn habe ich mir etwas Gedanken bezüglich der Passform gemacht. Ich habe recht breite Füße und oft Druckstellen von neuen Schuhen. Beim Daytona Lady Pilot GTX sitzt der Schuh zwar zu Beginn eng anliegend, drückt jedoch nicht und das Leder passt sich langsam dem Fuß an, wenn es weicher wird. Auch meine kräftigen Waden bekomme ich problemlos in den Stiefel.
Die ersten Schritte in den neuen Motorradstiefeln sind etwas ungewohnt. Aufgrund des hohen, versteckten Absatzes, laufe ich ein wenig wie der Storch im Salat - würde meine Mutter sagen. Besonders amüsant muss es sein, wenn man mir beim Treppensteigen zusieht. Wie auf Stelzen nehme ich jede Stufe sehr bewusst. Nach einigen Tagen gibt sich das steife Lauf-Gefühl. Ich spüre deutlich, wie das Leder weicher wird, man gewöhnt sich an die Erhöhung in den Stiefeln und auch das Abrollen des Fußes fällt zunehmend leichter.
Ich habe die Motorradstiefel mit Absatz von Daytona auf unterschiedlichen Motorrädern getestet, unter anderem auf der Suzuki V-Strom 650 XT, die mir trotz niedrigem Sitzpolster noch zu hoch ist. Die Motorradstiefel verschaffen mir deutlich mehr „Beinlänge“. Die dicke Sohle mit den integrierten Absätzen waren auch beim Fahren zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Man spürt kaum den Untergrund auf dem man geht, auch auf den Fußrasten waren die massiven Stiefel mit etwas Eingewöhnung verbunden. Ich kann die Fußraste und den Schalthebel nicht durch den Schuh ertasten und muss mich darauf verlassen „getroffen“ zu haben. Nach etwa einer Stunde im Stop-and-Go durch den Berliner Stadtverkehr verlässt mich dieses merkwürdige Gefühl.
Mit angewinkelten Knien auf dem Motorrad legt sich der Schaft enger an das Schienbein. Ein Moment, in dem bei mir, mit neuen Stiefeln, schnell einmal Reizungen am Schienbein entstehen. Die rutschfeste Profilgummisohle bewährt sich im Praxistest.
Bei Wind & Wetter ist der Daytona Lady Pilot GTX Motorradstiefel mit Absatz ein zuverlässiger Begleiter. Der große Regenguss bleibt während meiner ersten Testfahrten aus. Lediglich etwas Spritzwasser bekommen die Motorradstiefel ab und zeigen sich wenig beeindruckt. Mit einem feuchten Lappen abgewischt, sehen die Stiefel wieder aus wie neu.
Duschkopf aufgedreht und los geht’s. Der Lady Pilot GTX Stiefel ist vollständig abgedichtet. Das gefettete, wasserabweisende Leder hält dem Test stand. Die zusätzliche wasserdichte und atmungsaktive Gore-Tex More-Season-Membran hinter dem Reißverschluss sorgt für absolute Trennung von Innen- und Außenseite und lässt nichts durch. Diesen Test mache ich gerne bevor es auf große Tour geht. Schließlich will ich wissen, was mich erwartet.
Auf meiner Polen-Reise, die ich fast vollständig im Dauerregen absolviert habe, bestätigt sich übrigens der Badewannen-Test. Diesem Stiefel kann kein Sauwetter etwas anhaben.
Neben der PU-Schaltverstärkung wurden dem Daytona Lady Pilot GTX Motorradstiefel noch einige andere Sicherheits-Features verpasst. Durch ein Kunststoff-Einbauteil wird der Knöchel merklich stabilisiert. Auch am Schienbein ist der Schaft verstärkt und innen mit Latexschaum gepolstert. Die Sohle des Daytona Motorradstiefels mit Absatz ist kunstoffverstärkt und verfügt über eine feuerverzinkte Stahleinlage.
Damit wir alle lange Freude an den Motorradstiefeln haben, empfiehlt Daytona regelmäßiges putzen und pflegen. Speziell nach langen Regenfahrten ist das Material stark strapaziert worden und kann seine guten Eigenschaften verlieren. Damit insbesondere Schmutz und Wasser dem Daytona Lady Pilot GTX langfristig nichts anhaben können, empfiehlt Dayton den Schuh mit “Aqua Stop” zu imprägnieren. Auch der Reißverschluss sollte alle paar Wochen mit „Turbo Grease“* eingesprüht werden, ein spezielles Produkt des Herstellers, damit beim An- und Ausziehen nichts hakeln kann.
Der Daytona Motorradstiefel mit Absatz Lady Pilot GTX ist ein hochwertiger und funktionaler Motorradstiefel.
Vorteile:
- Erhöhter Stand durch ca. 6 cm Absatzhöhe
- Sehr gute Verarbeitung
- Hoher Tragekomfort
Nachteile:
- Hoher Preis
- Gewöhnungsbedürftiges Laufgefühl
Weitere Empfehlungen und Testberichte
Neben dem Daytona Lady Pilot GTX gibt es noch weitere Motorradstiefel, die in Tests gut abgeschnitten haben. Hier eine Übersicht einiger Modelle:
| Modell | Hersteller | Material | Besonderheiten | Fazit der Redaktion |
|---|---|---|---|---|
| FORC50 W-9938 Moto Adventure low WP | Forma | Leder | Wasserdicht, atmungsaktiv, Unisex | Sehr gut: Hohe Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit. |
| Road Star Gore-TEX | Daytona | Leder | Atmungsaktiv, wasserdicht, Knöchelschutz | Sehr gut: Außergewöhnliche Haltbarkeit und Wasserdichtigkeit. |
| Herren Fedro Igloo PT100344 | Panama Jack | Leder | Wärmeisolierung, Reißverschluss | Sehr gut: Bequeme Passform und wasserdichtes Material. |
| Thomson Brown 43 | SHIMA | Leder | Seitlicher Reißverschluss, Knöchelstütze, Anti-Rutsch-Sohle | Sehr gut: Verstärktes Leder, hoher Tragekomfort und gute Belüftung. |
| FORC29W2438 Adventure WP | Forma | - | Wasserdicht, CE-Zertifizierung | Sehr gut: Bemerkenswerte Qualität und Funktionalität. |
| S-MX Plus | Alpinestars | Mikrofaser | Polymerverstärkt, wasserdicht | Sehr gut: Angenehm zu tragen, robust verarbeitet. |
| FTS-1 WP | Fastway | - | Wasserdicht, atmungsaktiv, CE-zertifiziert | Sehr gut: Außergewöhnliche Atmungsaktivität und sehr guter Schutz. |
| Damen Felina Iglu | Panama Jack | Leder | Innenfutter aus Wolle, wasserdicht | - |
Tipps zur Auswahl des richtigen Motorradstiefels
- Passform: Der Stiefel sollte eng anliegen und fest sitzen, die Füße dürfen aber nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden.
- Material: Mindestens zwei Millimeter dickes, abriebfestes und schwer entflammbares Leder.
- Verstärkungen: Im kompletten Zehenbereich, am Knöchel und an der Ferse.
- Sohle: Stabil, rutschfest und mit einem Absatz für festen Halt auf den Rasten.
- Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität: Wer wasserdichte und atmungsaktive Modelle wählt, erhöht Komfort und Sicherheit.
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