Motorradbegeisterte nehmen auf Touren gerne auch mal den Nachwuchs mit. Kinder als Beifahrer auf dem Motorrad sind prinzipiell nicht verboten. Will man einigermaßen sicher unterwegs sein, gibt es aber vieles bei der Ausstattung und Ausrüstung zu beachten. Und: Ein Kind muss grundsätzlich hinter dem Fahrer bzw. der Fahrerin sitzen.
Gesetzliche Bestimmungen zur Mitnahme von Kindern auf dem Motorrad
Der Gesetzgeber regelt die Mitnahme von Kindern auf dem Motorrad in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung: Krafträder, auf denen eine zweite Person befördert wird, müssen mit einem Sitz für Beifahrer ausgerüstet sein. Hierfür sind Fußstützen und eine Festhaltemöglichkeit vorgeschrieben.
Ein Kind als Beifahrer ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Das sind die Regeln:
- Motorrad-Kindersitz benötigt Fußstützen und Festhaltemöglichkeit
- Körperliche und geistige Reife des Kindes ist entscheidend
Das Kind muss aber in jedem Fall körperlich und geistig reif genug dazu sein. Die Körpergröße ist dabei von besonderer Bedeutung: Bei einer Sitzprobe auf dem Motorrad zeigt sich, ob der Sprössling mit den Füßen die Fußrasten erreicht.
Kraft und Ausdauer sind ebenfalls wichtig, denn der Beifahrer bzw. die Beifahrerin muss sich über längere Zeit gut festhalten können.
Helmpflicht und Bußgelder
Selbst wenn nur wenige Runden um einen Häuserblock geplant sind, ist das Tragen eines Motorradhelmes auch für das mitgenommene Kind unverzichtbar. Ein Fahrradhelm reicht übrigens nicht aus, weil er im Ernstfall keinen ausreichenden Schutz bietet. Im Fachhandel werden geeignete Kinderhelme angeboten.
Kinderhelme sind leichter als die für Erwachsene. Damit wird eine unnötige Belastung im Nacken- und Schulterbereich des Kindes vermieden. Die Schale von Kinderhelmen ist allerdings auch deutlich kleiner als bei normalen Helmen, was weniger Schutz bedeutet. Dafür passt er aber besser.
Wer auf dem Motorrad ein Kind ohne Helm mitfahren lässt, riskiert 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Trägt der oder die Erwachsene selbst keinen Schutzhelm, sind 15 Euro Verwarnungsgeld fällig.
Motorradbekleidung für kleine Beifahrer
Wie Erwachsene brauchen auch Kinder unbedingt eine spezielle Schutzausrüstung. Dazu gehören eine extra verstärkte Motorradhose und -jacke sowie robuste, mindestens halbhohe Stiefel und atmungsaktive Motorradhandschuhe. Kinderhandschuhe mit entsprechendem Schutz werden in vielen Variationen angeboten und sind unbedingt zu empfehlen. Winterhandschuhe als Ersatz sind nicht ratsam. Mit ihnen findet das Kind keinen sicheren Halt, und im Falle eines Ausrutschers schützen sie nicht optimal. Eltern sollten unbedingt darauf achten, dass die Motorradbekleidung optimal passt. Ist sie zu klein oder zu groß, ist das Kind nicht ausreichend geschützt.
Vorsicht bei Funktionskleidung aus Polyamid oder Polyester (Ski-Anorak o.ä.): Diese Kleidung ist nicht geeignet, da sie im Fall eines Sturzes rutscht, schnell erhitzt und sich auf der Haut einbrennen kann. Den besten Schutz und eine größere Flexibilität als Lederbekleidung bietet Textilbekleidung mit abriebfesten Fasern wie Cordura. Diese Kleidung ist allwettertauglich, bietet ein herausnehmbares Innenfutter und auch Weitenregulierung.
Richtiges Verhalten üben
Vor der ersten Ausfahrt sollten Eltern und Kind gemeinsam das richtige Verhalten besprechen und einüben. Dabei ist es wichtig, dem kleinen Mitfahrer bzw. der kleinen Mitfahrerin zu erklären, mit welchen Fahrmanövern sie rechnen müssen, und wie sie sich beispielsweise in Kurven richtig verhalten.
Sinnvoll ist es auch, vor der Fahrt Klopfzeichen zu vereinbaren, damit das Kind signalisieren kann, wenn es anhalten möchte. Absolut empfehlenswert: eine Gegensprechanlage, damit der Fahrer bzw. die Fahrerin mit dem Nachwuchs während des Trips stets in Kontakt bleiben kann.
Im Ausland
Wer im Auslandsurlaub sein Kind auf dem Bike mitfahren lassen will, sollte bedenken: Dort gelten zum Teil andere Regelungen und Bestimmungen im Straßenverkehr, die teilweise auch den Beifahrer bzw. die Beifahrerin betreffen. In manchen Ländern ist die Mitnahme von ganz jungen Kindern ausdrücklich verboten.
Kinder als Mitfahrer auf dem Roller
Die Regelungen für die Mitnahme von Kindern auf Motorrollern sind ähnlich wie beim Motorrad: Eine Altersgrenze für die Kinder gibt es nicht.
Beratung: Kinder als Mitfahrer
Statt Glotze oder Computer ab nach draußen auf gemeinsame Fahrt! Kinder lassen sich für solch ein Programm leicht begeistern. Allerdings sollten die Erwachsenen auf eine freiwillige Selbstbeschränkung und Altersfreigaben für den Soziusplatz achten.
Die Verantwortung der Eltern
Es existiert kein Katalog mit bestimmten Fähigkeiten, welche ein Kind für die Mitfahrt auf dem Motorrad erfüllen muss. So steht es in der Verantwortung der Eltern, ab welchem Alter der Nachwuchs mit darf. Die Fahrt mit einem Vorschulkind kann zum Streitfall werden, wenn die Einschätzungen von Erziehungsberechtigen und Gesetzeshütern abweichen.
Generell sollte Vorsicht das oberste Gebot sein. Selbst dann, wenn ältere Schulkinder an Bord sind, denen man gemeinhin zutrauen kann, eigene Befindlichkeiten oder Ängste klar zu äußern und die außerdem geistig und motorisch in der Lage sein sollten, auf Situationen wie etwa eine Bremsung richtig zu reagieren. Wobei Zutrauen nur die eine Sache ist, andersherum muss das Kind dem Fahrer uneingeschränkt vertrauen können.
Um dieses Vertrauen zu gewinnen, sollte man als Fahrer nicht meinen, hinter einem hockt ein kleiner Erwachsener. Die Kurzen finden die geparkte Maschine zwar häufig imposant, sobald diese aber in Bewegung ist, betrachten sie sie mit ganz anderen Augen. Der Fahrtest offenbarte: Je geringer und unspektakulärer die Leistung und ihre Entfaltung, je weniger sportlich die Maschine auftritt, umso eher gewinnt sie die Herzen von kleinen Mitfahrern.
Der Fahrer hat es also in Form von Gashahn und Bremshebel selbst in der Hand, seine kleinen Passagiere nicht nachhaltig zu vergraulen. Hier gilt die klare Empfehlung: Sanfter ist besser. Kinder sind nämlich allein schon körperlich deutlich stärker gefordert als erwachsene Mitfahrer. Sie benötigen deshalb unbedingt eine adäquate Motorradausstattung.
Nachteilig ist es allerdings, wenn auf eine spezielle, deutlich weniger voluminöse Kinder-Helmschale verzichtet und lediglich auf Kindergröße aufgepolstert wird. Dann besteht eine erhöhte Abstreifgefahr. Das größere Problem ist aber das Gewicht: Kinderhelme sollten nicht viel mehr als 1000 Gramm wiegen.
Kraftakt für den Mini-Sozius
Aber auch gut eingepackte Kinder haben als Mitfahrer zu kämpfen. Im Gegensatz zu motorsportlichen kleinen Selbstfahrern muss sich der Mini-Sozius stark verrenken, um vom Verkehrsgeschehen vor ihm etwas mitzubekommen. Das kostet Kraft. Besonders beansprucht - allein schon durch den Fahrtwind - wird die Hals- und Nackenmuskulatur, die noch wenig ausgeprägt ist.
Zusätzlich wiegt beim Kind im Vergleich mit Erwachsenen der Kopf überproportional mehr zum Restkörper. Kommt dann noch das Helmgewicht hinzu, sind je nach Konstitution des Nachwuchses nach gewisser Zeit Überlastungsreaktionen programmiert.
Haltegurte und rutschfeste Sitzbezüge
Hat jemand Erfahrungen mit einem Haltegurt für den Sozius? Der Haltering für den Tank ist mir zu teuer, auch wenn der sehr geil ist. Desweiteren braucht der Sozius unbedingt einen rutschfesten Sitz, könnt ihr mir da iwelche Bezüge oder soetwas empfehlen?
Der Haltegriff fürn Sozi von Polo ist stabil, fix umgeschnallt und funktioniert 1a.
Wenn Dich das nervt, dass sie Dir quasi dauernd auf die Pelle rückt, dann ist der Gurt nicht das richtige. Duogrip oder Vinxxgrip taugen da eigentlich am besten. hat seit Ewigkeiten den Duo-Drive und ich hab den Vinxxgrip.
Ich hab so eine Matte die spannst man über die Soziussitzbank nach der Anschaffung gabt es keine Probleme mehr. Ich such Nachher denn Link und poste ihn. Ach der Triboseat, den hatte ich schon mal gesehen und hielt es eher für ein Gerücht das der gut sein soll.
Wegen dem Sitzbezug einfach mal den örtlichen Sattler fragen. Die haben sehr gute rutschfeste Bezüge.
Ich denke so ein DuoDrive ist wirklich perfekt, in Kombination mit einem rutschfesten Sattel hinten wahrscheinlich ein echter Traum!
Wie ElGato schon gesagt sind auch meiner Meinung nach Vinxx-Grip oder Duo-Drive die derzeit einzigen effektiven Produkte auf dem Markt, um das Fahren mit Sozia für beide angenehmer, entspannter und auch sicherer zu machen.
Nen Umschnall-Haltegriff für die Sozia halte ich nicht nur für affig sondern für eine Verschlimmbesserung des Problems. Dann soll sie sich bei Bedarf doch einfach direkt an mir festhalten oder abstützen. Renntaxis sind im übrigen auch mit sehr ähnlichen Haltegriffen am Tank (meist Eigenbauten) ausgestattet.
MG, vielleicht definierst Du Körperspannung anders als ich, aber die Sozia benutzt ihre Oberschenkel zum Festhalten, die Arme um sich an der Hüfte abzustützen und Bauch/Rückenmuskulatur beim Beschleunigen und Bremsen. Als Fahrer hast Du auch Körperspannung, da Du sonst wie ein nasser Sack auf dem Moped liegen würdest.
Ich fahre schon seit einigen Jahren mit Sozia und das geht super ohne Griff und Abstützen am Tank, wenn man es genug übt. Aber es ist natürlich auch nichts gegen Hilfsmittel einzuwenden, wenn es ohne nicht geht.
Motorradtypen und Sozius-Komfort
Supersport „Die Maschine ist voll doof, ich rutsche immer nach vorne vom Sitzpolster runter, das tut dann weh. Und ich hatte die ganze Zeit Angst runterzufallen“ - reinrassige Sportmaschinen wie die radikale R1 stoßen bei den achtjährigen Nachwuchs-Mitfahrern auf harsche Kritik. Nein, das ist definitiv kein Gerät für den Kindertransport.
Allround Allrounder wie eine Yamaha XJ6 protzen nicht mit Top-Leistungen, sind unaufdringlich und deshalb aus Sicht einiger Motorradfahrer vielleicht weniger attraktiv. Zu den weiteren Merkmalen zählt, dass sie kaum etwas überragend, aber dafür von allem ein bisschen können. Und genau dieses Bisschen ist für Kinder mehr als genug.
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