Motorrad Sportstiefel Test Vergleich

Motorradstiefel sind ein wesentlicher Bestandteil der Schutzkleidung für jeden Motorradfahrer. Sie bieten Schutz bei Unfällen und tragen zum Fahrkomfort bei. Insbesondere Sportstiefel müssen hohe Anforderungen erfüllen, um den Bedürfnissen von Fahrern auf der Straße und der Rennstrecke gerecht zu werden. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Motorradsportstiefel, einschließlich Testberichte, Kaufberatung und Informationen zu verschiedenen Modellen und Marken.

Einkaufshilfe für den Motorradstiefel-Test oder Vergleich

Worauf sollte man beim Kauf von Motorradstiefeln achten? Hier ist ein Wegweiser für Ihren persönlichen Testsieger:

  • Wie erkenne ich gute Motorradstiefel?
  • Was für unterschiedliche Motorradstiefel gibt es?
  • Welche Motorradstiefel passen zu mir?
  • Welche Motorradstiefel sind laut Tests am besten?
  • Was kosten Motorradstiefel?

Warum sind robuste Motorradstiefel beim Motorradfahren so wichtig?

Laut ADAC zeigen Statistiken, dass bei Unfällen mit Motorrädern die Füße, Schienbeine, Knöchel oder andere Körperteile der unteren Gliedmaßen am häufigsten von Verletzungen betroffen sind. Für mehr Sicherheit beim Fahren sollten Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer also unbedingt Motorradstiefel tragen, um sich vor Verletzungen bei Unfällen zu schützen. Wichtig ist vor allem, dass Ihre Knöchel und Schienbeine bedeckt und somit geschützt sind.

Die wichtigsten Eigenschaften von Motorradstiefeln

Motorradstiefel sind an bestimmten Stellen nicht nur bei Unfällen starker Beanspruchung ausgesetzt und müssen besonders strapazierfähig sein. Als stärkstes Material hat sich bei fast allen Typen von Motorradschuhen eigentlich immer noch Leder bewährt. Besonders im Zehenbereich, an der Ferse sowie am Knöchel sollten Motorradstiefel mit speziellen Verstärkungen ausgestattet sein, um gelegentliche Berührungen mit dem Asphalt auszuhalten. Teilweise gibt es auch austauschbare Elemente, wie der Zehenschleifer für sportliche Fahrerinnen und Fahrer.

Außerdem sollten Motorradstiefel eine Verstärkung im Vorfuß des linken Stiefels haben - eine sogenannte Schaltverstärkung. Ein ausgeprägter Absatz sorgt für Halt auf den Rasten ihres Motorrads. Achten Sie bei Ihren Motorradstiefeln daher darauf, dass ausreichend Verstellmöglichkeiten in Form von Klettverschlüssen, Reißverschlüssen oder Schnallen vorhanden sind. Auch elastisches Material kann für eine bessere, enganliegende Passform sorgen.

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Motorradstiefeln ist die Wasserdichtigkeit des Obermaterials. Wenn Ihre Boots wasserdicht sind, können Sie bei schlechtem Wetter mit Regen auf Gamaschen oder Überzieher verzichten. Die Sohle von Motorradstiefeln muss besonders rutschfest sein, damit Sie stets einen sicheren Grip auf dem Motorrad haben. Ihre Motorradstiefel sollten jedoch immer noch eine gewisse Flexibilität aufweisen, damit Sie ein besseres Gefühl beim Schalten haben.

Welche Typen von Motorradstiefeln gibt es?

Es gibt viele verschiedene Modelle von Motorrädern. Daher haben die Hersteller mit der Zeit auch ihre Motorradstiefel an die unterschiedlichen Anforderungen der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer angepasst. Wir unterscheiden zwischen vier grundsätzlichen Typen:

  • Touren-Motorradstiefel
  • Sport-Motorradstiefel
  • City-Motorradstiefel
  • Offroad-Motorradstiefel

Touren-Motorradstiefel

Bei Touring-Motorradstiefeln (Allround) handelt es sich um die Tausendsassa unter den Motorradstiefeln. Die Stiefel sind meist aus schlichtem, schwarzem Leder und mit Reflektoren versehen - das erhöht die Sichtbarkeit und somit ihre Sicherheit bei Nachtfahrten. Touren-Motorradstiefel lassen sich meist per Klettverschluss oder mit Hilfe eines Reißverschlusses öffnen und schließen oder an ihre Fußform anpassen. Sie eignen sich sowohl für längere Touren als auch für die alltägliche Fahrt zur Arbeit und bieten auch abseits des Motorrads einen hohen Tragekomfort.

Sport-Motorradstiefel

Sportstiefel sind im Vergleich zu Touren-Motorradstiefeln oft deutlich bunter und mit mehr Verstärkungen ausgestattet. Fahrerinnen und Fahrer von Supersportlern schleifen schon mal über den Asphalt und benötigen daher mehr Protektoren als gemütliche Biker. Ein Sport-Motorradstiefel sollte vor allem über Fersenschleifer und Schalthebelverstärkungen verfügen. Lüftungsöffnungen sorgen für ein angenehmes Klima im Inneren des Schuhs. Das Öffnen und Schließen sowie die Justierung der Passform funktioniert bei Sport-Motorradstiefeln meist mittels Ratschen und Schnallen.

City-Motorradstiefel

Wenn Sie häufig in der Stadt mit ihrem Motorrad unterwegs sind und auf der Suche nach einem Stiefel sind, der sich sowohl für Ihr Bike als auch für den alltäglichen Einsatz eignet, sollten sie City-Motorradstiefel in Betracht ziehen. Solche Modelle sind häufig auf einem Chopper zu sehen und werden daher auch Chopper Boots genannt. Sie sind meist aus schwarzem oder braunem Leder und haben im Vergleich zu anderen Stiefeln einen nicht ganz so hohen Schaft. Die Knöchel sind zwar geschütz, die Schienbeine jedoch nicht komplett.

Offroad-Motorradstiefel

Wenn Sie Motocross betreiben oder eine Enduro fahren, sind Offroad-Motorradstiefel die beste Wahl für Sie. Solche Modelle sind besonders hohen Belastungen ausgesetzt und bieten durch einen sehr hohen Schaft eine hohe Stabilität mit vielen Protektoren im Bereich des Knöchels, der Ferse und des Schienbeins. Häufig sorgt eine Stahlkappe an den Zehen für zusätzliche Sicherheit. Beim Material von Enduro-Stiefeln handelt es sich oft um einen Mix aus Leder und Kunststoff.

Motorrad Sportstiefel im Test

Sportfahrer stechen gern möglichst schräg ums Eck. Dazu braucht’s nicht nur haftfähige Reifen, sondern auch zum Heizen geeignete Stiefel. MOTORRAD hat zehn Pärchen durch den Testparcours gescheucht.

Wie der ideale Sportstiefel aussieht? Ganz einfach: super-stabil und absolut sicher, Protektoren für jeden Bereich des Fußes, trotzdem weich, anschmiegsam und sehr beweglich, außerdem ultraleicht, aus besten Materialien und spottbillig. Und schon wird klar, dass diesen vielfältigen, zum Teil gegensätzlichen Anforderungen kein Stiefel der Welt gerecht werden kann. Hier sind Kompromisse gefragt. Beispielsweise: möglichst stabil und sicher, dabei dennoch ausreichend beweglich.

MOTORRAD hat von den zehn Marken Alpinestars, Dainese, Daytona, Diadora, Gaerne, Ixs, Oxtar, Sidi, Spidi und Styl Martin Top-Rennsportstiefel einem Praxistest unterzogen, um zu prüfen, wie den Herstellern der schwierige Kompromiss gelingt. Zur Beurteilung unterteilt MOTORRAD dabei in fünf unterschiedlich gewichtete Test-Kategorien.

  • Verarbeitung und Ausstattung: Wie sauber sind die Kandidaten verarbeitet? Bestehen die Protektoren aus hochwertigem Karbon oder Kevlar oder sind’s nur billige Kunststoff-Spritzteile? Stimmt die Qualität von Reiß- und Klettverschlüssen? Sehen die Stiefel auch im Inneren sauber aus? Dieses Kriterium ist mit zehn Prozent an der Endnote beteiligt.
  • An- und Ausziehen: Mit fünf Prozent fließt die Handhabung beim An- und Ausziehen der Stiefel in die Gesamtnote ein. Wie (zeit)aufwendig ist das Procedere? Beispielsweise benötigt man für die Alpinestars-Stiefel rund viermal so lange zum An- und Ausziehen wie für die Kandidaten von Ixs oder Spidi.
  • Praxistest Gehen: Der eine oder andere kurze Spaziergang mit den Stiefeln wird sich nicht vermeiden lassen. Und sei es nur der Weg beim Tanken von der Zapfsäule zur Kasse und wieder zurück. Allerdings erwartet kein Mensch von den Rennsportstiefeln, dass sie für ausgedehnte Spaziergänge taugen. Deshalb hat der Gehtest nur mit fünf Prozent Einfluss auf die Endwertung.
  • Praxistest Fahren: Das wichtigste Kriterium stellt 50 Prozent der Gesamtnote. Wie gut ist die Passform des Stiefels? Erst beim Fahren zeigt sie ihr wahres Gesicht. Sitzt der Stiefel rutschsicher auf der Raste? Wie steht’s um die Beweglichkeit beim Schalten und Bremsen und um das Fahrgefühl auf der Raste? Ein eisenharter Stiefel mit einer steifen Sohle mag prima schützen, verhindert jedoch die nötige Rückmeldung an den Piloten. Sitzen Schaltverstärkung und Schleifer an der richtigen Position?
  • Sicherheit: 30 Prozent der Endnote ergeben sich aus dem Kriterium Sicherheit. Und Rennsportstiefel sollten besonders sicher sein, da Stürze immer einkalkuliert werden müssen. Macht der Stiefel einen stabilen Gesamteindruck? Welche Bereiche des Fußes sind mit Protektoren geschützt? Wie sind die Protektoren ausgeführt? Sind sie aus weichem Kunststoff oder aus hartem Karbon oder Kevlar? Sind die Stiefel im Außenbereich extrem kantig, und besteht deshalb die Gefahr, dass sich der Stürzende irgendwo verhakt? Ist der Knöchel durch eine entsprechende Stabilisierung vor ungewollten Drehbewegungen geschützt?

Testergebnisse im Überblick

Die Tabelle zeigt ein erfreuliches Ergebnis: Alle Teilnehmer erhalten wenigstens das MOTORRAD-Urteil gut, vier Kandidaten schneiden sogar mit sehr gut ab. Doch trotz des engen Ausgangs sind die Unterschiede zwischen den Stiefeln in den einzelnen Kriterien teilweise eklatant. Diese Auffälligkeit lässt sich fast immer mit den unterschiedlichen Anforderungen für die jeweiligen Prüfpunkte erklären: Ein beim Fahren und Gehen angenehm zu tragender, weil weicher Stiefel kann beispielsweise kaum maximale Sicherheit bieten.

Endwertung:

  1. Daytona Security Evo
  2. Spidi XP5
  3. Alpinestars Supertech
  4. Sidi Vertigo Corsa
  5. Dainese Axial Regular
  6. Diadora Eagle Pro
  7. Oxtar TCS Evo RX
  8. Gaerne G-RS
  9. Styl Martin GP-Sonic T
  10. Ixs Victory

Einzelbewertungen einiger Modelle:

Alpinestars Supertech

  • Plus: hoher Gehkomfort, keinerlei Druckstellen, sehr rutschfeste Sohle, gute Gelenkbeweglichkeit, guter Unfallschutz.
  • Minus: zeitaufwendiges Anziehen, fummeliger Ratschenverschluss, ungeschützter Vorfußbereich, viel Kunststoff, Zehenschleifer zu hoch.
  • Fazit: Aufwendig gemachter Sportstiefel mit separatem Innenschuh, der guten Unfallschutz bietet und vor allem durch seinen hohen Komfort und die gute Passform überzeugt

Dainese Axial Regular

  • Plus: sehr schnell und einfach an- und auszuziehen, noch guter Gehkomfort, sehr leichter, angenehm zu tragender Stiefel, rutschfeste Sohle, volle Gelenkbeweglichkeit, glatte Außenhaut.
  • Minus: im Fessel-/Wadenbereich zu weit, innen im Knöchelbereich etwas unsauber verarbeitet, ungeschützter, weicher Vorfußbereich, zu wenig beziehungsweise zu klein ausfallende Protektoren.
  • Fazit: Von außen sauber verarbeiteter, angenehm leichter und komfortabler Stiefel, der sich aufgrund des im Fesselbereich zu weiten Schnitts und des verbesserungsfähigen Unfallschutzes nur bedingt für echten Sporteinsatz eignet

Daytona Security Evo

  • Plus: hervorragende Verarbeitung, hochwertiges Material, angenehm weiches Leder, extrem guter Schutz dank Kevlar/Karbon-Protektoren-Innenschuh, außen völlig glatt, verschleißfeste Schleifkanten, sehr rutschfeste und relativ weiche Sohle, sehr guter Torsionsschutz.
  • Minus: unterste der drei Klettlaschen am Innenstiefel schwer zu erreichen, Skistiefel-Feeling beim Gehen.
  • Fazit: Wer maximalen Schutz haben möchte, kommt an den hochwertigen, wenn auch sehr teuren Security Evo nicht vorbei. Sie sind das Maß der Dinge im Sportstiefelbereich

Diadora Eagle Pro

  • Plus: für einen Stiefel mit Innenschuh sehr schnell an- und auszuziehen, trotz Karbon-Schale guter Gehkomfort, sehr gute Passform, noch gute Beweglichkeit beim Fahren, guter Torsionsschutz.
  • Minus: innen teilweise unsauber verarbeitet, ungeschützter, weicher Vorfußbereich, Zehenschleifer etwas zu hoch angebracht.
  • Fazit: von außen sauber verarbeiteter Stiefel mit angenehmer Passform und stabilisierendem Innenschuh mit Karbonschale

Gaerne G-RS

  • Plus: sehr rutschfeste Sohle für guten Halt auf der Raste, gute Beweglichkeit beim Fahren, guter Knöchelschutz.
  • Minus: mit Handschuhen schwer zu bedienende Schnallenverschlüsse, leichte Druckstellen an Knöchel und Ferse, billig wirkende Zehenschleifer, ungeschützter, weicher Vorfußbereich, Schaft sehr kantig.
  • Fazit: aufwendig gemachter Sportstiefel mit leichten Schwächen in der Handhabung und bei der Sicherheit, aber guten Fahreigenschaften

IXS Victory

  • Plus: sehr schnell und einfach an- und auszuziehen, noch guter Gehkomfort, perfekt um die Sohlenkante reichende Zehenschleifer, sauber anliegende Passform.
  • Minus: ungeschützter, weicher Vorfußbereich, große Spaltmaße an den Schleifern, leichte Kunststoffkante im Knöchelbereich.
  • Fazit: Schnörkelloser Stiefel mit sehr gut positionierten Zehenschleifern, der sich aufgrund des verbesserungsfähigen Unfallschutzes nur bedingt für echten Sporteinsatz eignet

Oxtar TCS Evo RX

  • Plus: sehr schnell und einfach an- und auszuziehen, innen und außen sauber verarbeitet, sehr rutschfeste Sohle für guten Halt auf der Raste, gute Beweglichkeit beim Fahren.
  • Minus: Druckstelle an der Ferse, Kunststoffkanten im Knöchel- und Achillessehnenbereich, sehr viel Kunststoff, Zehenschleifer etwas zu hoch angebracht.
  • Fazit: sauber verarbeiteter Stiefel ohne echte Schwächen, jedoch auch ohne besonders herausragende Eigenschaften

Sidi Vertigo Corsa

  • Plus: verschließbare Fußbelüftung, sämtliche Bauteile einzeln nachzukaufen, fein justierbare Weiteneinstellung an Rist und Wade über eine Art Seilzugkonstruktion, sehr gut positionierter Zehenschleifer.
  • Minus: sehr aufwendig an- und auszuziehen, Seilzug am Rist mit Handschuhen nicht zu bedienen, ungeschützter, weicher Vorfußbereich, Knöchel- und Wadenprotektoren sehr kantig.
  • Fazit: sehr aufwendig und sauber gefertigter Sportstiefel mit pfiffiger, wenn auch komplizierter Weitenverstellung

Spidi XP5

  • Plus: sehr schnell und einfach an- und auszuziehen, sehr gute Eignung zum Gehen, trägt sich wie ein Turnschuh, sehr leicht, tolle Passform sowie volle Bewegungsfreiheit beim Fahren, keinerlei Druckstellen, gut positionierte Zehenschleifer.
  • Minus: geringe Weitenverstellung am Schaft, ungeschützter, weicher Vorfußbereich, zu wenig beziehungsweise zu klein ausfallende Protektoren, viel Kunststoff.
  • Fazit: höchst angenehm zu tragender, leichter Stiefel mit toller Passform und überragenden Fahreigenschaften, jedoch verbesserungsfähigem Unfallschutz

Styl Martin GP-Sonic T

  • Plus: sehr schnell und einfach an- und auszuziehen, verschließbare Fußbelüftung, sehr rutschfeste Sohle für guten Halt auf der Raste, gute Beweglichkeit beim Fahren, Zehenschleifer gut positioniert.
  • Minus: Druckstelle an Ferse und Knöchel, Belüftungsschieber schwer zu bedienen, ungeschützter, weicher Vorfußbereich, viel Kunststoff.
  • Fazit: Als einer von wenigen Sportstiefeln bietet der GP-Sonic T eine Belüftung an, die sich jedoch mit Handschuhen kaum bedienen lässt. Der Unfallschutz ist verbesserungsfähig

Weitere beliebte Modelle

Neben den im obigen Test genannten Modellen gibt es noch viele weitere beliebte Motorradsportstiefel auf dem Markt.

  • Forma FORC50 W-9938 Moto Adventure low WP
  • Daytona Road Star Gore-TEX
  • Panama Jack Herren Fedro Igloo
  • SHIMA Thomson Brown
  • Forma FORC29W2438 Adventure WP
  • Alpinestars S-MX Plus
  • Fastway FTS-1 WP
  • Panama Jack Damen Felina Iglu
  • Bohmberg B-305
  • SHIMA SX-2 EVO
  • Alpinestars S-MX 6
  • Büse GP
  • Dainese TR Course
  • Daytona Carver
  • Difi Bilbao
  • FLM GP
  • Gaerne G-RW
  • IXS Estoril
  • Sidi Cobra

Materialien und Konstruktion

Leder vs. Synthetik

Im Motorradsport mag man nach wie vor echtes Leder. Weil das Material extrem reiß- und abriebfest ist und bei Stürzen dementsprechend gut schützt. Und weil nach gebührender Eintragezeit selbst vergleichsweise schwere Motorradstiefel bequem wie Turnschuhe sitzen und jede noch so verquere Bewegung auf den Rasten prima mitmachen. Aber wenn der Fahrer sich unfreiwillig von Rasten und dann womöglich auch noch vom Motorrad löst, verhindert ein guter und fester Stiefel allzu verquere Bewegungen, sprich Torsionen und Überstreckungen, und kann vor Verletzungen schützen.

Kunstleder muss keinesfalls schlecht sein. Bei den Materialien handelt es sich um extrem dünne Mikrofasern, meist aus Polyamid, etwa tausendmal dünner als ein Seidenfaden. Gewebe aus diesen Fasern bilden eine Mikroporen-Struktur, die Atmungsaktivität verspricht. Die Oberfläche ähnelt äußerlich der von natürlichem Leder, selbst Kenner müssen da zweimal hinschauen. Im Labor erreichen gute Kunstleder ähnlich hohe Zug- und Abriebfestigkeitswerte wie echtes Leder. Und mal andersherum: Billig gegerbtes Naturleder, dessen schlechte Qualität durch dicken Lack überkaschiert wurde, ist weder atmungsaktiv noch besonders strapazierfähig. Wer also mit dem Rotstift partout einen technisch anspruchsvollen Sport-Motorradstiefel herstellen möchte, ist mit Leder nicht immer gut bedient. Das spricht für Synthetikware.

Kaufberatung

  • Passform: Ein Motorradstiefel sollte eng anliegen und fest sitzen, die Füße dürfen aber nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden. Das Bedienen von Gangschaltung und Bremse muss problemlos möglich und die Durchblutung gesichert sein. Bei der Anprobe sollten Sie sowohl auf die richtige Schuhgröße als auch die passenden Socken oder Strümpfe achten.
  • Sicherheitsmerkmale: Achten Sie auf Verstärkungen im Zehenbereich, an der Ferse sowie am Knöchel. Eine Schalthebelverstärkung und ein stabiler Schienbeinschutz sind ebenfalls wichtig.
  • Material: Wählen Sie Stiefel aus abriebfestem Leder oder hochwertigen synthetischen Materialien.
  • Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität: Wenn Sie bei jedem Wetter fahren, sollten Sie wasserdichte und atmungsaktive Stiefel wählen.
  • Sohle: Eine stabile, rutschfeste Sohle mit einem Absatz für festen Halt auf den Rasten ist Standard.

Marken im Fokus

Es gibt zahlreiche Marken, die hochwertige Motorradstiefel anbieten. Einige der bekanntesten sind:

  • Alpinestars: Bekannt für innovative Technologie und hohe Qualität.
  • SIDI: Eine italienische Marke, die für ihre hochwertigen Rennstiefel bekannt ist.
  • Daytona: Deutsche Qualität und Langlebigkeit zeichnen diese Marke aus.
  • O’Neal: Spezialisiert auf robuste Motocross Stiefel.
  • IXS: Bietet eine breite Palette von Motorradbekleidung und Stiefeln.

Wo kann man Motorradstiefel kaufen?

Sie können Motorradstiefel entweder online oder im Fachgeschäft kaufen. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile. Im Fachgeschäft erhalten Sie eine persönliche Beratung und können die Stiefel vor dem Kauf anprobieren. Online haben Sie eine größere Auswahl und können Preise vergleichen.

Fazit

Die Wahl des richtigen Motorradsportstiefels hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Achten Sie auf eine gute Passform, hohe Sicherheitsstandards und hochwertige Materialien. Vergleichen Sie verschiedene Modelle und Marken, um den Stiefel zu finden, der am besten zu Ihnen passt.

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