Motorrad Starthilfe: Eine Anleitung

Zum Saisonstart ist oft die Batterie des Motorrads leer: Es muss fremdgestartet werden und lässt sich auch mit einem Auto überbrücken. Ist die Batterie leer, muss Starthilfe her - das ist beim Motorrad nicht anders als beim Auto. Dabei gelten ein paar wichtige Regeln. Denn sonst kann es im schlimmsten Fall sogar zu einem Brand kommen. Wie Sie ein Motorrad mit einem Auto als Starthelfer überbrücken können.

Motorrad überbrücken mit einem Auto: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Fast jedes Auto kann Starthilfe geben: Nur einige Hybrid- und Elektroautos sind dazu nicht geeignet. Wichtig ist zunächst, dass sowohl im Motorrad als auch im Auto eine Batterie mit gleicher Spannung (zwölf Volt) verbaut ist. Viele neuere Autos haben eine höhere Bordspannung.

Vorbereitung

  1. Stellen Sie sicher, dass beide Fahrzeuge keinen Strom verbrauchen. Schalten Sie also alle Stromverbraucher (Licht, Radio, Navi, Klimaanlage) ab. Stellen Sie beim sogenannten Spenderfahrzeug (also am Auto) außerdem den Motor ab.
  2. Werfen Sie zuerst einen Blick in die Betriebsanleitungen beider Autos. Sie geben Hinweise zu den speziellen Anforderungen für das jeweilige Fahrzeug.

Anschließen der Starthilfekabel

  1. Die Symbole für Plus- und Minus-Pole sind in der Regel auf der Verkleidung der Batterie zu finden. Beachten Sie die Symbole unbedingt beim Anschließen. Sonst kann es zu teuren Schäden kommen.
  2. Da die Klemmen am Starthilfekabel für Autos meist recht groß sind, gibt es spezielle Starthilfekabel für Motorräder. Praktisch und eine Alternative zum Spenderfahrzeug ist auch ein sogenannter Starthilfe-Booster. Das kleine Gerät ähnelt äußerlich einer Powerbank fürs Mobiltelefon. Auch seine Funktionsweise ist ähnlich: Im Grunde ist es ein ziemlich starker Lithium-Ionen-Akku, der bei Bedarf ein Auto oder Motorrad starten kann.
  3. Nun schließen Sie das Starthilfekabel an: Zunächst verbinden Sie die Plus-Pole beider Batterien mit dem roten Kabel (erst am Motorrad anbringen, dann am Auto).
  4. Danach bringen Sie das schwarze Kabel am Minuspol des Spenderautos an. Achtung: Das andere Ende des Kabels bringen Sie nicht am Minuspol des Motorrads an. Sonst kann es zu gefährlicher Funkenbildung kommen. Stattdessen wählen Sie einen sogenannten Massepunkt. Dafür eignet sich eine metallische Stelle am Motorblock.

Startvorgang

  1. Nun starten Sie den Motor des Autos und lassen ihn einige Minuten lang laufen. Achtung: Es ist wichtig, das das Spenderfahrzeug läuft, während das Pannenfahrzeug gestartet wird.
  2. Falls er nicht anspringt, warten Sie einige Minuten und versuchen es erneut. Falls drei Versuche erfolglos bleiben, holen Sie einen Experten zur Hilfe. Sonst könnte die Batterie kaputt gehen.
  3. Wenn aber alles geklappt hat, lassen Sie beide Motoren einige Minuten lang laufen.

Abklemmen der Starthilfekabel

  1. Nun lösen Sie die Klemmen des Überbrückungskabels: zunächst das schwarze (erst beim Motorrad, dann beim Auto), dann das rote (erst beim Motorrad, dann beim Auto). Das schwarze Kabel wird daraufhin vom Spenderfahrzeug entfernt, dann auch vom Pannenfahrzeug.
  2. Nun lassen Sie den Motor des Motorrads noch eine Weile lang laufen. Noch besser: Fahren Sie eine mittlere Strecke. Es ist wichtig, dass die Batterie wieder aufgeladen wird. Die Batterie soll nach dem Fremdstarten aufgeladen werden, deshalb ist es empfehlenswert, 30 bis 45 Minuten auf einer freien Strecke zu fahren. Es ist empfehlenswert, nach dem erfolgreichen Start in eine Werkstatt zu fahren. Oftmals ist eine Batterie altersschwach, wenn das Fahrzeug Starthilfe braucht. So sollte die Batterie nach Möglichkeit mittelfristig nach dem Fremdstarten neu aufgeladen werden (mit einem Ladegerät).

Motorrad Anschieben als Alternative

Das Anschieben eines Motorrads kann eine vorübergehende Lösung sein, wenn die Batterie leer oder der Anlasser defekt ist und das Motorrad womöglich nicht mehr anspringt.

Voraussetzungen

  • Benzinpumpe (bei Einspritzanlagen): Bei modernen Motorrädern summt die Benzinpumpe kurz nach dem Einschalten der Zündung.
  • Not-Aus-Schalter: Der Schalter muss auf „Run“ stehen.
  • Sicherheitskleidung: Tragen Sie auch beim Anschieben stets geeignete Schutzkleidung (Helm, Handschuhe, Jacke).
  • Die richtige Umgebung wählen: Suchen Sie eine geeignete Strecke, beispielsweise eine gerade oder leicht abschüssige Straße mit festem Untergrund. Die Strecke sollte mindestens 40 Meter lang sein, wobei keine Personen, Fahrzeuge oder Hindernisse im Weg sein sollten.

Schrittweise Anleitung zum Anschieben

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, können Sie mit dem eigentlichen Anschieben beginnen. Wichtig dabei: Es sollte möglichst immer jemand auf dem Motorrad sitzen - das erhöht die Kontrolle und verringert das Unfallrisiko deutlich. Eine zweite Person kann beim Anschieben helfen, oder man nutzt eine leicht abschüssige Strecke, um Schwung zu bekommen.

  1. Zunächst schalten Sie die Zündung ein.
  2. Vergewissern Sie sich, dass der Not-Aus-Schalter auf „Run“ steht, und legen Sie den zweiten oder dritten Gang ein - der erste Gang ist meist zu kurz übersetzt und erschwert das Starten.
  3. Sobald Sie angeschoben werden oder beginnen, einen Hang hinunterzurollen, achten Sie auf ausreichend Geschwindigkeit.
  4. Sobald Sie diese Geschwindigkeit erreicht haben, lassen Sie die Kupplung ruckartig kommen.
  5. Wenn der Motor anspringt, ziehen Sie sofort wieder die Kupplung und geben Sie behutsam etwas Gas - so verhindern Sie, dass der Motor direkt wieder ausgeht.
  6. Lassen Sie den Motor nun eine Weile im Leerlauf laufen oder fahren Sie direkt eine kleine Runde, damit sich die Batterie wieder etwas auflädt.

Wann das Anschieben nicht funktioniert

Das Anschieben funktioniert nicht bei allen Motorrädern:

  • Automatik-Getriebe (z. B.
  • Bei Defekten an der Zündung oder Kraftstoffversorgung (z. B.

Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Plus- und Minuspol nicht verwechseln: Wer bei der Starthilfe Plus- und Minuspol verwechselt, riskiert teure Schäden an der Fahrzeugelektrik. Die entsprechenden Zeichen sind im Umfeld der Pole in den Kunststoff eingegossen, vereinzelt auch direkt in die Pole eingeschlagen. Ist die Kennzeichnung nur schwer zu finden oder sind Sie sich mit der Polarität im Spender- oder Empfängerfahrzeug nicht sicher, nicht einfach ausprobieren. Lieber einen Fachmann rufen! Auch ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft meist weiter.
  • Das schwarze Kabel beim Pannenauto nicht an dessen Batterie anschließen - sonst droht Funkenflug!
  • Vorsicht: Nach mehreren erfolglosen Startversuchen kann es zu Schäden kommen. Spätestens nach dem dritten erfolglosen Versuch lieber professionelle Hilfe holen.
  • Wenn der Motor läuft, im Empfängerauto größere Verbraucher wie Gebläse, Lüftung und Licht einschalten, um Spannungsspitzen zu vermeiden und so die Bordelektronik zu schützen.
  • Achten Sie auf Fehlermeldungen des Fahrzeugs. Bei Fehlfunktionen anhalten und fachkundige Hilfe rufen. Achtung: Bei Problemen kann die elektrische Unterstützung von Fahrfunktionen wie etwa die Servolenkung ausfallen.
  • Bei der Verwechslung der Pole kann fast alles an der Elektronik kaputtgehen, wie beispielsweise Steuergeräte und Sicherungskästen. Gefährlich ist es auch, die Klemmen der Überbrückungskabel direkt mit den Polen der Batterie zu verbinden. In diesem Fall wird die Batterie zerstört und die Säure ist für Menschen ebenfalls gefährlich.

Die richtige Ausrüstung

  • Ein Starthilfekabel sollte der DIN-Norm 72.553 oder der ISO-Norm 6722 entsprechen und biegsam sein. Bei Kälte verhärtet sich das Isoliermaterial zusätzlich.
  • Die Pol-Zangen müssen komplett in Kunststoff eingehüllt sein. Nur die Kontaktteile in der Zangenspitze dürfen aus Metall bestehen.
  • Warndreieck aufstellen und Warnweste anziehen: Steht das liegen gebliebene Fahrzeug an einer befahrenen Straße oder an einer unübersichtlichen Stelle? Dann sichern Sie den Platz mit Warndreieck ab und ziehen Sie eine Warnweste an, während Sie an den Fahrzeugen arbeiten.

Winterfest machen des Motorrads

Am besten ist es, gar nicht in die Verlegenheit zu kommen, die Maschine fremdstarten zu müssen. Wir haben Tipps zusammengetragen, wie man die Maschine winterfest macht und trotzdem allzeit startbereit bleibt.

Wichtiger Hinweis: Das Anschieben sollte nur eine Notlösung sein. Lassen Sie die Ursache des Problems (z. B.

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