Motorrad Strecken App Test: Calimoto oder Kurviger?

Wenn das Thema Motorradfahren nicht ganz neu für dich ist, sind dir die Namen Calimoto und Kurviger sicher nicht unbekannt. Falls doch: Calimoto und Kurviger sind zwei Motorrad-Apps, die sich sehr auf die Planung von kurvenreichen Motorradrouten spezialisiert haben. Beide Motorrad-Apps findest du auch in unserer Liste der 5 besten Apps für Motorradfahrer. Aber welche solltest du nutzen?

Calimoto: Eine der bekanntesten Motorrad-Apps

Was am Anfang als eine Masterarbeit startete, ist mittlerweile zu einem fixen Player unter den Motorrad-Apps geworden. Calimoto zählt ohne Zweifel nicht nur zu den bekanntesten Motorrad-Apps im deutschsprachigen Raum, die Bekanntheit reicht bereits über die europäische Grenzen hinaus mit Nutzern auf der ganzen Welt. Aber woher kommt diese Bekanntheit? Calimoto war eine der ersten Apps mit der es möglich war, Routen zu planen die sich durch ihre „Kurvigkeit“ auszeichnen.

Kurviger: Von der Universität zum Unternehmen

Man kann nicht Motorrad Routenplanung sagen ohne auf Kurviger zu denken. Die Idee hinter Kurviger ist auch unter der Kulisse einer Universität entstanden, es war aber ein kurvenreicher Weg (im wahrsten Sinne des Wortes) bis Kurviger da angekommen ist wo sie heute ist. Was am Anfang als eine Universitätsprojekt startete, ist jetzt ein eigenes Unternehmen geworden aber nicht ohne Hürden: die Entwicklung der App wurde eine Zeitlang stillgelegt und dann wieder aufgenommen. In der Zwischenzeit wurde eine alternative App (Cruiser) von einem der Gründer entwickelt.

Calimoto oder Kurviger? Der Vergleich

Aber nun zum wirklich Wesentlichen, dem Vergleich. Es gibt zahlreiche Aspekte die beim Vergleich von Motorrad-Apps berücksichtigt werden können. Eine einfache und gute Routenplanung ist oft DER Beweggrund für die reibungslose Nutzung einer Motorrad-App.

Routenplanung

Calimoto bietet bei der Planung vier Routing Modi zur Auswahl: „Superkurvig“, „Kurvig“, „Ohne Autobahn“ und „Schnell“. Die Routingmodi lassen sich für jedes Streckensegment, also zwischen zwei Wegpunkten beliebig einstellen, so dass eine sehr personalisierte Route geplant werden kann. Beispielsweise kann man so schnell bis zum ersten Wegpunkt über die Autobahn fahren um dann dort mit kurvigen Strecken weiterzumachen.

Kurviger hebt die Personalisierung auf ein ganz anderen Niveau. Kurviger bietet ebenfalls 4 Routing Modi, die sehr ähnlich zu jenen von Calimoto sind (oder ist es umgekehrt?) aber darüberhinaus kann man mit Kurviger, jeden einzelnen Abschnitt mit zusätzlichen Vermeidungen personalisieren (wie z.B. Vermeidung vom unbefestigten Straßen oder der Vermeidung von Hauptstraßen). Zusätzlich kann man noch die Stärke der Vermeidung auswählen. Diese Vielfalt an Einstellungen stellt sicher, dass sich keine Routen wiederholen und man findet dadurch immer die perfekte Straßen für die eigenen Bedürfnisse.

Es gibt aber noch ein Pluspunkt für Calimoto: Calimoto bietet die Möglichkeit, viele unterschiedliche POIs (Point-Of-Interest) direkt über die Karte zu finden und in die Route zu integrieren.

Navigation

Während Calimoto viele Ressourcen auf Tourenplanung und Navigation investiert hat, scheint bei Kurviger der Fokus viel mehr auf die Routenplanung gelegt worden zu sein. Beide Motorrad-Apps bieten eine Navigationsfunktion. Die relevantesten Informationen sind während der Navigation sowohl bei Calimoto als auch bei Kurviger sehr gut lesbar. Bei Calimoto kann man während der Navigation auch über Geschwindigkeitskontrollen (Blitzer) informiert werden, allerdings nur in der kostenpflichtigen Premium-Version. Seit Januar 2024 informiert Calimoto auch über Tempolimits. Dies geschieht in vielen Fällen, allerdings auch nicht immer, da manchmal die Daten fehlen. Man sollte sich daher nicht zu 100% darauf verlassen. Zusätzlich ist es während der Navigation relativ einfach möglich, eine alternative Route mit nur einem Klick vorgeschlagen zu bekommen, falls eine Strasse gesperrt ist.

Benutzerfreundlichkeit

Die Benutzerfreundlichkeit einer App ist gerade bei einer Motorrad-App sehr oft ein Streitthema. Hier können zwei Motorradfahrer schnell eine völlig unterschiedliche Meinungen haben. Schon die Definition von Benutzerfreundlichkeit ist schwierig und sehr individuell. Wir sehen es so: Wenn man eine gewünschte Aktion die man man machen möchte sehr einfach durchführen kann ohne dabei viel suchen, dann ist die App definitiv benutzerfreundlich.

Man sieht rasch, dass sich Calimoto bemüht hat eine benutzerfreundliche App zu entwickeln, auch wenn bestimmten Entscheidungen (wie zum Beispiel das nach oben ziehen der Liste der Wegpunkte) oft Diskussionen hervorrufen. Im Großen und Ganzen kann man aber sagen, dass Calimoto App intuitiv gestaltet ist.

Kurviger schaut im Vergleich ein bisschen „unreif“ aus. Das kann teilweise der Tatsache geschuldet sein dass die aktuelle Kurviger App ziemlich von Grund auf neu programmiert wurde - und das vermutlich eher schnell. Dabei können Anfänger durch die vielen Optionen für die Einstellungen der Route schnell überfordert werden.

Gewinner: Calimoto. Auch dieser Punkt geht an Calimoto. Was die Benutzerfreundlichkeit betrifft muss Kurviger ein bisschen Gas geben.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Dieser Punkt ist ziemlich schnell entschieden: Um alle Funktionen zu nutzen muss man bei Calimoto 59,99 € pro Jahr bezahlen. Bei der Wahl der richtige Motorrad-App spielt den eigene Eindruck eine wichtige Rolle. Deswegen raten wir dir, einfach beide Apps herunterzuladen und ein wenig damit herumzuspielen. So kannst du am besten sehen ob du mit Calimoto oder Kurviger am besten zurecht kommst.

Ein Hinweis: Das beste Preis-/Leistungsverhältnis liegt bei Kurviger, allerdings muss man mit einem paar Begrenzungen und der Gestaltung der App zurecht kommen.

Weitere Motorrad-Navigations-Apps

Neben Calimoto und Kurviger gibt es noch weitere interessante Motorrad-Navigations-Apps:

  • Motobit: Bietet 4 Routing Modi, präzise Navigation mit Gefahrenwarnungen zum gleichen Preis wie Kurviger.
  • Riser: Konzentriert sich auf Community-Features und Routenplanung, mit Funktionen zum Teilen von Routen und Austauschen mit anderen Fahrern.
  • Detecht: Fokussiert auf Sicherheit und Unfallerkennung, mit automatischen Unfallmeldungen und Notfallkontakten.
  • Scenic: Umfassende Routenplanungs- und Navigationsfunktionen mit Offline-Karten und Aufzeichnungsmöglichkeiten.
  • OSMAND: Vielseitige App mit umfangreichen Offline-Karten und Open-Source-Charakteristik, ideal für abgelegene Gebiete.
  • REVER: Beliebte App mit starker Community-Orientierung und Tracking-Funktionen zum Teilen von Erlebnissen.
  • TomTom Rider Go: App-Version des bekannten Navigationsgeräts mit detaillierter Routenführung und Anpassungsoptionen.
  • EasyRoutes: Konzentriert sich auf einfache und flexible Routenplanung.
  • Motocampano: Vielseitige Community-Funktionen und personalisierte Routenplanung.
  • EatSleepRIDE (ESR): Bietet Routenplanung, Tracking und Community-Funktionen mit Sicherheitsfeatures wie CrashLight.

Was macht eine gute Motorrad-App aus?

Eine gute Motorrad-App sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Einfache und gute Routenplanung: Eine einfache und intuitive Benutzeroberfläche ermöglicht das Erstellen von Routen.
  • Aufzeichnung und Analyse von Motorradtouren: Detaillierte Informationen über die gefahrene Strecke, Dauer, Höhenunterschiede und Durchschnittsgeschwindigkeit.
  • Stabilität und Zuverlässigkeit: Die App sollte stabil und zuverlässig sein, besonders während der Fahrt.
  • Regelmäßige Aktualisierungen: Um sicherzustellen, dass das Kartenmaterial immer auf dem neuesten Stand ist.
  • Nützliche Funktionen in der kostenlosen Version: Um grundlegende Funktionen wie Routenplanung oder Aufzeichnung nutzen zu können.

Bewertungen im Google Play Store

Der Google Play Store bietet wichtige Hinweise darüber, ob die App gut ist oder nicht. Im Play Store werden die Apps mit Sternen bewertet, wobei das Minimum 1 Stern ist und das Maximum 5 Sterne sind. Als Faustregel kann man sagen, dass 4 Sterne eine gute Bewertung und alles über 4,5 Sterne sehr gut ist.

Alternativen zu Google Maps

Für Autofahrer ist Google Maps sehr praktisch, zeigt die App doch stets den schnellsten Weg an. Allerdings kommen Motorradfahrer dabei leider nicht auf ihre Kosten. Calimoto zeigt Ihnen dank Kurven-Algorithmus optimierte Routen und verspricht, besonders kurvige Strecken zu finden. Auch Google Maps arbeitet an einem Feature für Motorrad-Fahrer, wie das Video oben zeigt. Allerdings legt Google sein Augenmerk eher auf schnellere Strecken - der Fahrspaß kommt dabei meist zu kurz.

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