Dellen im Motorradtank sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern können auch den Wert des Motorrads mindern. Glücklicherweise gibt es verschiedene Methoden, um diese unschönen Vertiefungen zu beseitigen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Techniken und gibt Ratschläge, wie man als Laie selbst Hand anlegen kann.
Ursachen und Ersteinschätzung
Es gibt viele Gründe für eine Delle im Tank eines Motorrads. Der häufigste Grund ist ein direkter äußerer Aufprall wie bei einem Unfall oder durch Hagel. Vor der Reparatur sollte man den Schaden genau untersuchen und eine erste Einschätzung vornehmen. "Eine Beule bedeutet eine Schwellung nach außen, eine Delle geht nach innen," erklärt Mike Saleske, ein Spezialist für Dellenentfernung.
Methoden zur Dellenentfernung
Es gibt verschiedene Techniken, um Dellen aus einem Motorradtank zu entfernen. Welche Methode die richtige ist, hängt von der Art und Größe der Delle sowie vom Material des Tanks ab.
1. Ausbeulen mit Hebeltechnik
Bei dieser Methode werden gebogene Hebeleisen verwendet, um die Delle von innen herauszudrücken. Der Spezialist erklärt seine Kunst: "Die Herausforderung besteht darin, Dellen zu beseitigen, ohne dass gespachtelt und neu lackiert werden muss. "Dies heißt "lackschadenfreie Ausbeultechnik"." Mike Saleske erklärt: "Das sind Klassiker: Mal hat es den Lenker bei einem Sturz in den Tank gedrückt, mal ist in der Garage etwas aus dem Regal gefallen." Oder - hat der Autor selbst schon erlebt - am Motorradparkplatz gleitet jemandem beim Aufbocken sein Motorrad aus der Hand, das unsanft ins Nachbar-Bike kracht. "Unsachgemäße Handhabung" nennt Mike das.
Das A & O für seine Arbeit sei einfach gutes Licht, hell und im passenden Winkel: "Erst die Lichtreflexionen machen die Dellen richtig sichtbar, zeigen mir exakt jeden Fehler im Lack an und legen den Fokus auf die zu treffenden Druckstellen. So muss ich dann nicht blind herumfuhrwerken."
2. Klebetechnik
Die Klebetechnik ist eine weitere Möglichkeit, Dellen zu entfernen, insbesondere wenn man von innen nicht an die Delle herankommt. Dafür muss die Stelle sauber und fettfrei sein, ohne Wachs oder Nanoversiegelung. Mike erhitzt Heißklebestangen auf 140 bis 200 Grad Celsius. Mit dem so verflüssigten Klebstoff bestreicht er einen von der Form und Fläche her passenden Zugadapter, den Klebepin. Hat der Klebstoff die richtige Konsistenz, hängt Mike den Zughammer ein, stemmt sich mit einer Hand rund um die Delle ab und zieht "mit Schmackes" kräftig mit der anderen. "Dafür darf die Delle aber nicht zu tief sein." Zudem ist die Klebetechnik aufwendiger: Sitzt der Kleber richtig? Ist er gut ausgehärtet? Passt seine Temperatur? Und sie hat Grenzen: "Der Kleber kennt ja die Form nicht."
Seit dem ersten erfolgreichen eigenen Einsatz der Klebetechnik sind gut zwei Jahre ins Land gegangen. Die primären Einflussgrößen sind die Masse des Hammers - ich verwende ein Kupferstück - und die Länge der Gleitstrecke. Klingt banal, muss aber klar hervor gehoben werden: Kernstück der Klebetechnik ist die Klebeverbindung. Reißt der Adapter ab, ohne die Beule zu ziehen, darf man sich erst einmal nicht entmutigen lassen. Mit einem anderen Adapter und mit einer anderen Kleberschichtdicke kann es passieren, dass man den Adapter selbst mit voller Schlagkraft nicht zum Abreißen bringt. Hier machen Nuancen den Unterschied. Man muss wirklich experimentieren und darf sich auch von mehreren Misserfolgen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Eine präzise Anleitung könnte ich nicht schreiben. Man muss selbst ein Gefühl dafür entwickeln.
Allerdings sollte man beachten: Beim Tank ausbeulen mit der Klebetechnik halten zu kleine Zugadapter nicht. Man braucht eine Fläche von einigen Quadratzentimetern, um genügend große Zugkräfte ausüben zu können.
3. Smart-Repair
Dies ist eine revolutionäre Methode, um Dellen in Motorradtanks schnell zu entfernen. Mit Smart-Repair haben Sie geringere Kosten und wir verbringen weniger Zeit mit der Arbeit. Bei dieser Methode identifizieren unsere Dellentechniker die beschädigten Bereiche. Von dort aus finden sie die optimale Lösung und den besten Reparaturplan. In einigen Fällen reicht das Polieren aus, insbesondere bei leichten Kratzern oder Beschädigungen. Der Tank muss nicht vom Motorrad abmontiert werden. In schwereren Fällen werden die üblichen Reparaturmethoden angewendet.
4. Alternative Methoden (mit Vorsicht zu genießen)
- Druckluft: Einen Tank mit Druckluft auszubeulen ist lebensgefährlich. Wer seinen Tank mit Druckluft befüllt, wird zuerst feststellen, dass der Tank zwar seine Form verändert, die Beule aber keine Anstalten macht, herauszuspringen. Das ist möglicherweise auch das letzte, was der Restaurator registriert, denn bei 6 bis 8 bar neigen Tanks zum Bersten, und wenn sie bersten, fliegen die Fetzen.
- Hitze und Kälte: Bei flachen Dellen kann bisweilen auch Erhitzen mit dem Brenner und schlagartiges Abkühlen (Eisspray oder ein Schwamm mit kaltem Wasser) dafür sorgen das die Delle kleiner wird oder herausspringt.
Werkzeuge und Materialien
Für die Dellenentfernung benötigt man je nach Methode verschiedene Werkzeuge und Materialien:
- Hebelwerkzeuge: Gebogene Hebeleisen mit verschiedenen Aufsätzen
- Klebetechnik: Heißklebepistole, Klebestangen, Zugadapter, Zughammer
- Spotter: Für kleine, spitze Einschläge
- Reinigungsmittel: Zum Entfetten der Oberfläche
- Poliermittel: Zum Entfernen von Kratzern nach der Reparatur
Empfehlenswerte Werkzeuge für die Klebetechnik
Will man einen Tank ohne Frust ausbeulen, bitte kein Billig-Komplettset bei eBay „schießen“! Von den 25 mitgelieferten Zugadaptern kann man 20 getrost in die Tonne schmeißen. Besser bei einem seriösen Anbieter für rund drei Euro das Stück genau passende Klebeadapter ordern - mein Favorit: Atlas Titan oval ballig - dazu Hochfest-Heißkleber bernsteinfarben und Lösemittel, eine Heißklebepistole und den eingangs gezeigten Gleithammer. Für weniger als 150 Euro bekommt man eine wirkungsvolle Ausstattung, mit der sich auch hartnäckige Beulen ziehen lassen.
Worauf man achten sollte
Bei der Dellenentfernung sollte man einige wichtige Punkte beachten:
- Material des Tanks: Das Material des Tanks beeinflusst die Wahl der Methode. Bei Aluminiumtanks ist beispielsweise Vorsicht geboten, da das Material steifer ist.
- Lackzustand: Ziel ist es, den Lack nicht zu beschädigen. Daher sollte man schonend vorgehen und gegebenenfalls die Klebetechnik bevorzugen.
- Zugänglichkeit: Die Zugänglichkeit der Delle von innen spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl der Methode.
Kosten
Die Kosten für die Dellenentfernung hängen vom Aufwand und der gewählten Methode ab. Mike arbeitet penibel, lackiert sogar selbst. Nur bei hoffnungslosen Fällen empfiehlt er einen neuen (Gebraucht-)Tank. Und seine Preise? Beginnen bei rund 150 Euro. Je nach Aufwand kann es aber auch das Doppelte oder Dreifache kosten.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden
Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Hier eine Übersicht:
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Hebeltechnik | Lackschadenfreie Reparatur möglich, präzise | Erfordert Erfahrung und Feingefühl, nicht für alle Stellen geeignet |
| Klebetechnik | Auch an schwer zugänglichen Stellen anwendbar, weniger riskant für den Lack | Erfordert Übung, nicht für tiefe Dellen geeignet |
| Smart-Repair | Schnell, kostengünstig | Nicht für alle Schäden geeignet |
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