Magnet-Tankrucksäcke gehören zu den einfachsten Lösungen, um Gepäck auf dem Motorrad zu verstauen. Wer auf dem Motorrad Gepäck mitnehmen will, greift oft zu Koffern oder Hecktaschen. Doch wie alltagstauglich sind sie? Dabei geht’s auch einfacher - direkt vor der Nase: mit einem Tankrucksack. Besonders clever sind Modelle mit Magneten. Kein Gefummel mit Gurten oder Haltern, einfach aufsetzen, fertig. Zum Tanken kurz anheben, beim Parken mitnehmen - praktisch und schnell.
Worauf Sie beim Kauf eines Magnet-Tankrucksacks achten sollten
Beim Kauf eines Magnet-Tankrucksacks sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen:
- Geeigneter Tank: Magnet-Tankrucksäcke haften nur auf Stahltanks. Wichtig: Der Tank muss aus Stahlblech bestehen - auf Alu oder Kunststoff haften Magnete nicht.
- Sicherer Halt: Je größer und schwerer der Rucksack, desto stärker sollten die Magnete sein. Je schwerer die Tasche, desto eher hebt sie bei Tempo ab.
- Handhabung: Ein guter Tankrucksack lässt sich schnell aufsetzen, beim Tanken anheben und zum Parken abnehmen.
- Wetterschutz: Nicht jeder Rucksack ist wasserdicht. Wer sein Gepäck wasserdicht verstaut hat, fährt guten Gewissens durch jedes noch so fiese Sauwetter.
- Passende Größe: Für kurze Strecken reicht oft ein kleines Modell für Handy und Geldbörse.
AUTO BILD Test: Acht Magnet-Tankrucksäcke im Vergleich
AUTO BILD hat acht Magnet-Tankrucksäcke in verschiedenen Größen ausprobiert - vom kompakten Navi-Halter bis zum Reiserucksack. Dabei wurden Verarbeitung, Ausstattung, Wasserschutz und vor allem der Halt der Magnete getestet. Im Fokus standen Verarbeitung, Ausstattung, Wasserschutz - und vor allem: wie gut die Magnete halten, und ob Größe und Gewicht die Befestigung beeinflussen.
Testkriterien
Bewertet wurde, was im Alltag zählt: einfache Handhabung, sicherer Sitz, Witterungsschutz und praktische Details. Zum Start stand eine ausführliche Sichtprüfung auf dem Programm. Dabei nahmen wir alle acht Tankrucksäcke genau unter die Lupe: Welche Materialien wurden verwendet? Wie wirken Reißverschlüsse und Nähte? Und wie ist es um die allgemeine Verarbeitung bestellt? Auch die Ausstattung spielte eine zentrale Rolle.
Wir haben notiert, ob optionale Riemen beiliegen, eine Regenhaube enthalten ist, Kabeldurchführungen vorhanden sind oder wie die Innenaufteilung gestaltet ist. Zusätzlich wurde geprüft, ob sich Reißverschlüsse auch mit Motorradhandschuhen bedienen lassen - und ob ein Smartphone-Display im Kartenfach gut ablesbar bleibt. Um die Sitzfestigkeit zu prüfen, sind wir mit allen Modellen die gleiche Teststrecke gefahren - darunter auch eine Autobahn-Etappe.
Im nächsten Schritt folgte die Montage auf dem Tank einer BMW R nineT. Dabei wurde dokumentiert, wie der Befestigungsmechanismus funktioniert, wie der Erstkontakt mit dem Tank ausfällt und wie sich die Taschen im Stand und unter Belastung verhalten. Besonders interessiert hat uns, ob und wie sich Unterschiede beim Halt auf dem Motorrad zeigen - etwa bei verschiedenen Geschwindigkeiten oder bei unterschiedlich gefülltem Gepäck.
Ein weiterer Testpunkt war die Wasserbeständigkeit. Dafür wurden die Tankrucksäcke in zwei Durchgängen mit einem mittelstarken Wasserstrahl besprüht - zuerst frontal, dann seitlich im Winkel von etwa 30 Grad. In der ersten Testrunde verzichteten wir bewusst auf die Nutzung eventuell beiliegender Regenhauben, um die reine Dichtigkeit von Material und Nähten beurteilen zu können. Anschließend wurde der Wasserdruck erhöht, um eine starke Regenfahrt zu simulieren.
Im Vergleich der Magnet-Tankrucksäcke zeigen sich deutliche Unterschiede: bei Verarbeitung, Ausstattung, Halt auf dem Tank und Regenschutz. Vom kleinen Navi-Halter bis zum ausgewachsenen Reiserucksack war alles dabei.
Die Testergebnisse im Überblick
Testsieger: SW-Motech Legend Gear LT1
Ganz vorne liegt der Legend Gear LT1 von SW-Motech. Er überzeugt mit hochwertigen Materialien, stabiler Bauweise und einem stilvollen Retro-Design. Der Legend Gear LT1 von SW-Motech überzeugt durch edle Materialien, durchdachte Details und eine formstabile Verarbeitung. Mit seinem Retrolook und cleverem Magnetkonzept ist er die perfekte Wahl für Puristen mit Stilbewusstsein. Die Tasche ist formstabil, rutschfest und clever ausgestattet, etwa mit praktischen Kabeldurchlässen. Zwar könnte die Haftkraft der Magnete etwas stärker sein, doch Stabilität und Alltagstauglichkeit stimmen - vor allem bei mittlerem Tempo.
Die Magnetkraft dürfte etwas stärker sein, vor allem bei höherem Gewicht, doch im normalen Einsatz bleibt der LT1 zuverlässig an Ort und Stelle. Und mit der beiliegenden Regenhaube bleibt der Inhalt auch bei schlechtem Wetter trocken. Der Testsieg geht verdient an dieses Premium-Paket mit Charakter.
Preis-Leistungs-Sieger: Shad SL 12
Der Shad SL 12 holt sich verdient den Titel Preis-Leistungs-Sieger. Er ist kompakt, gut verarbeitet und überraschend robust. Der Shad SL 12 sichert sich verdient den Titel Preis-Leistungs-Sieger. Trotz kompakter Maße punktet er mit starker Magnetbefestigung, durchdachter Ausstattung und einem überraschend robusten Wetterschutz. Selbst bei flotter Autobahnfahrt bleibt die Tasche bombenfest auf dem Tank. Die Magnete halten selbst bei zügiger Fahrt, das Sichtfenster fürs Smartphone funktioniert einwandfrei und auch mit Handschuhen lässt sich alles problemlos bedienen.
Für unter 50 Euro bietet der SL 12 ein stimmiges Gesamtpaket für alle, die einen praktischen, unauffälligen Alltagsbegleiter suchen. Klare Empfehlung für preisbewusste Biker, die trotzdem keine Kompromisse bei Funktion und Haltbarkeit eingehen wollen.
Weitere Modelle im Mittelfeld
Im breiten Mittelfeld finden sich einige Modelle mit eigenen Stärken.
- Der Held Carry II bietet mit bis zu 18 Litern viel Stauraum und überzeugt mit solider Verarbeitung. Ideal für längere Touren, bei denen mehr mit muss. Allerdings hält er bei höherem Tempo nicht ganz so sicher auf dem Tank, trotz sieben Magneten. Wer das im Blick behält, bekommt für unter 35 Euro ein echtes Stauraumwunder.
- Der moto-detail kommt mit cleverem Innenleben, Kartenfach und Schlüsselkarabiner. Seine Schwäche liegt in der Befestigung: Vor allem im vorderen Bereich fehlt es an Stabilität.
- Der Rockbros As-089 fällt etwas aus dem Rahmen. Er ist der einzige mit komplett wasserdichten Reißverschlüssen - das schützt zuverlässig vor Regen. Doch die Magnetkraft reicht nicht aus, um ihn bei höherem Tempo stabil zu halten.
- Deutlich kleiner, aber überraschend alltagstauglich: der Louis Mini-Rucksack. Mit nur einem Liter Volumen passt zwar kaum mehr als Handy und Geldbörse hinein, dafür haftet er erstaunlich sicher und lässt sich sogar als Hüfttasche nutzen.
- Der Dracarys hinterlässt gemischte Eindrücke. Er bietet viel Volumen und ein klassisches Design zu einem fairen Preis. Allerdings sitzt er auf vielen Tankformen nicht sauber auf, was zu viel Spiel und Instabilität führt.
Zusammenfassung der getesteten Tankrucksäcke
Hier ist eine Zusammenfassung der im Test erwähnten Tankrucksäcke:
| Modell | Bewertung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| SW-Motech Legend Gear LT1 | Testsieger | Hochwertige Materialien, stabiles Design, Retrolook |
| Shad SL 12 | Preis-Leistungs-Sieger | Kompakt, robust, starker Magnet, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| Held Carry II | Mittelfeld | Viel Stauraum, solide Verarbeitung, schwächerer Halt bei hohem Tempo |
| moto-detail | Mittelfeld | Cleveres Innenleben, schwache Befestigung |
| Rockbros As-089 | Mittelfeld | Wasserdichte Reißverschlüsse, unzureichende Magnetkraft |
| Louis Mini-Rucksack | Mittelfeld | Kompakt, sicherer Halt, als Hüfttasche nutzbar |
| Dracarys | Mittelfeld | Viel Volumen, instabiler Sitz auf verschiedenen Tankformen |
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