Sie sind flott, praktisch und wendig, bieten zumindest ein bisschen Schutz vor Wind und Wetter - und sie machen jede Menge Spaß. All das führt dazu, dass das Geschäft mit den Mittelklasse-Rollern brummt. Der Motor-Informations-Dienst hat mit einem Dreier-Vergleich ausprobiert, was hinter dem Scooter-Boom steckt.
Zum Test treten drei Vertreter des taiwanesischen Herstellers Kymco an. Und zwar der People GT 300i, der New Downtown 350i und der Xiting 400i, die alle drei mit ABS ausgestattet sind. Drei Hubraumklassen, zwei verschiedene Konzepte: Während der Kleinste im Trio mit großen 16-Zöllern antritt, ist der 30er mit 14 Zoll vorne und 13 Zoll hinten ausgestattet, der 400er mit 15 und 14 Zoll. Das Leistungsspektrum liegt relativ nahe beieinander, die beiden kleineren Einzylinder mit 299 und 321 Kubik bringen es auf je 28 PS, der tatsächlich 400 Kubik messende Größte im Vergleichstest liefert 36 Pferdchen.
Konzeptionell unterscheidet sich der People GT von seinen beiden größeren Kollegen. Denn neben den größeren Rädern, die für reichlich Fahrkomfort und hohe Stabilität in Kurven sorgen, ist er auch deutlich schmaler - was für Wendigkeit im Stadtverkehr spricht. Auch die Sitzposition ist einen Tick aufrechter, der Fußraum ist ein wenig knapp - wer auf großem Fuß lebt, dessen Schuhwerk ragt über die Verkleidung hinaus. Ordentlich ist der Wind- und Regenschutz durch die knappe Scheibe vorne ausgefallen. Der Sitzplatz mit Stufe ist gut gepolstert, auch die Sozia sitzt zufriedenstellend. Das Display des 300i ist ziemlich klein ausgefallen, die Tacho-Skalierung ein wenig zu filigran.
Dank nur 182 Kilo fahrfertigem Gewicht und einer zeitnah auf Gasbefehle reagierenden Variomatik schlägt die Stunde des People GT beim Ampelstart oder beim Antritt auf dem Beschleunigungsstreifen: Der Kleine geht richtig gut ab, lässt wegen der Automatik auch manches kräftige Auto zumindest kurzfristig stehen. Bis auf 130 km/h beschleunigt der Taiwanese ohne erkennbare Mühe. Das ist nicht nur recht ordentlich, es macht auch noch richtig Spaß - auch wegen der Stabilität durch die großen Räder und das gute, tendenziell wie bei allen drei Kandidaten eher straff abgestimmte Fahrwerk.
Neun Kilo mehr bringt der Downtown 350i auf die Waage, die sind aber wegen des Hubraumvorteils und des dadurch etwas knackigeren Durchzugs kaum zu spüren. Wie auch der 400er gehört er zur Gattung der Reiseroller, das heißt, die Karosse baut breiter, die Sitzposition ist etwas entspannter, es gibt mehr Platz für die Füße - und fürs Gepäck, weil der Tank in den Rahmen integriert ist und nicht wie beim Kleinsten im Trio unter der Sitzbank. Dafür hat der 300ter ein Topcase serienmäßig, das sich lobenswerterweise mit dem Zündschlüssel auf- und zusperren lässt.
Auch der Downtown-Motor steht gut im Futter und bringt die Fuhre mit gutem Windschutz locker auf Tacho 140. Die kleineren Räder sorgen für sehr leichte Richtungswechsel, vermitteln aber nicht den Eindruck von Instabilität. ABS-geregelt gebremst wird wie beim 300i mit je einer Bremsscheibe vorne und hinten.
Weil beim Xiting 400i mit seinen munteren 36 Pferdchen auf Wunsch alles noch dynamischer vorangeht, hat ihm Kymco vorne zwei Bremsscheiben mit Vierkolben-Radialbremszange spendiert. Die haben die 209 Kilo Lebendgewicht und die Masse des Fahrers fest im Griff. Das ist auch gut so, denn auf der Autobahn zeigt der gut ablesbare Digital-Tacho gerne auch mal an die 160 km/h an.
Man kommt echt flott voran, dank des 12,5-Liter-Tanks und eines Testverbrauchs von 4,9 Liter je 100 Kilometer sind 200 Kilometer lange Etappen kein Problem. Der Durst der beiden kleineren Roller, die ebenso nach der Abgasnorm Euro 4 zertifiziert sind, bewegt sich mit Abweichungen im Zehntelliter-Bereich in ähnlichen Regionen. Sie werden in der Praxis einfach ein bisschen mehr gefordert, während der 400er seine größere Masse durch mehr PS und mehr Drehmoment ausgleicht.
Bis auf die auch beim Downtown zu filigrane Tachoanzeige gibt es im Bedienungs-Kapitel keine negativen Einträge im Test-Tagebuch. Dank ausreichend Stauraum, wertigen Materialien und versierter Verarbeitung ist das Trio nicht nur praktisch, es dürfte auch für eine längerfristige Liaison gut sein. Und das zu erschwinglichen Mittelklasse-Preisen ab 4.899, 5.290 und 5.999 Euro. Welcher der Roller am besten passt, hängt stark vom gewünschten Einsatzzweck und auch von der Statur des Piloten oder der Pilotin ab - ausführliche Testfahrten vor dem Kauf sind dringendst zu empfehlen.
Drei klassische Vertreter dieses Segments haben wir unter die Lupe genommen. Angetreten zum Konzeptvergleich: der extrovertierte Roadster F.B Mondial HPS 300i ABS mit 23 PS, der umfallsichere dreirädrige Roller Quadro QV3 mit 29 PS und der sportlich-smarte Maxi-Scooter Kymco Xciting S 400i mit 36 PS. Alle drei sind mit einem flüssigkeitsgekühlten Einzylindermotor bestückt. Die 300er Mondial schummelt dabei etwas: Ihr Viertaktmotor mit 23 Nm hat nur 250 ccm. Der QV3 holt seine 32 Nm aus 350 ccm, der Xciting schöpft seine 38 Nm wie namentlich ausgewiesen aus 400 ccm.
Preislich decken die drei eine ziemlich weite Range ab: Die 149 Kilogramm leichte Mondial gibt es ab 4.195,-- Euro, der Kymco-Scooter verlässt für 6.680,-- Euro das Lager, Quadro möchte mit 7.595,-- Euro entlohnt werden. Das ist annähernd das Doppelte des Mondial-Kurses. Lohnt sich das? Für Menschen ohne Motorradführerschein schon: Der QV3 darf in Deutschland wie sein vierrädriger großer Bruder Qooder mit Autoführerschein (Klasse B, Fahrer mindestens 21 Jahre alt) gefahren werden. Die Kosten für eine Motorradlizenz können sich Interessierte also sparen.
Erfahrene Scooter-Fahrer sind mit dem Kymco Xciting S 400i sehr viel besser beraten. Er ist deutlich spritziger unterwegs als der Quadro QV3. Und er verfügt über die mit Abstand beste Ausstattung in diesem Konzeptvergleich. LED-Tagfahrlicht, App-gesteuerte Noodoe-Navigation übers Roller-Display, personalisierbare Anzeigen, fünffach verstellbarer Windschild - das ist top in diesem Segment.
Fahrdynamisch entscheidet der 400er-Xciting diesen Dreier-Vergleich klar für sich. An der Ampel lässt er QV3 und HPS 300i meilenweit hinter sich. Die stufenlose Variomatik macht ihn zu einem echten Spaßgaranten. Gas geben und ab durch die Mitte ist die Devise. Leichtfüßig und rasant wie bei einem E-Roller. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Tacho bei 152 km/h. Offiziell sind es 140 km/h. Derartige Geschwindigkeitsregionen erreichen QV3- und HPS-Fahrer nicht: Der dreirädrige Roller regelt bei 125 km/h ab, die große Mondial rackert offiziell bis 120 km/h, dann ist definitiv Schluss. Langstrecken erfordern hier ein gerüttelt Maß an Durchhaltewillen. Auch, weil der Kniewinkel der HPS recht ambitioniert gewählt ist.
Dafür garantiert einem die F.B Mondial HPS 300i ABS die höchste Aufmerksamkeit. Der zarte Roadster ist eine Kreuzung aus Naked-Bike und Scrambler. Hochgelegter Auspuff mit stylischen Doppelrohr-Lochblenden, Enduro-Stollenreifen, schwarzer Tank in matt und glänzend, verstellbare Twin-Shock-Stoßdämpfer, rundes Instrument, verchromte Lenkerendenspiegel. Alles stimmig und stylisch.
Der originelle Lenker rundet den stilsicheren Mix ab: Er sieht aus, als hätte ein Eisenbieger eine schwarze Hantelstange behutsam in Form gebracht. Alternativ hat F.B Mondial die Lackfarbe Silber ins Programm genommen. Und für 2020 eine verkleidete Variante namens Sport Classic. Mit Café-Racer-Stummellenker, Halbschale und Motorverkleidung rundet sie das HPS-Modellprogramm in der 300er- und 125er-Klasse ab.
Das Sechsgang-Getriebe wirkt ob der Leistung fast etwas überkandidelt; fünf Gänge hätten es bei den übersichtlichen 23 PS sicher auch getan. Mit ein bisschen Übung ist der ideale Schaltpunkt schnell gefunden. Im Stadtverkehr schwimmt die HPS munter mit, ab 80 km/h wird es etwas zäh. Aber egal: Die 300er fühlt sich gut an. Und fällt auf. Daumen hoch ist häufigste Reaktion der Passanten, denen die Mondial ins Auge sticht.
Der Quadro QV3 fällt in puncto Lässigkeit und Dynamik etwas ab gegen die beiden Mitstreiter, dabei hat er durchaus einiges zu bieten. Auffälliges LED-Positionslicht, rüstungsartige, schnittige Verkleidung, dazu die sehr technisch und hochwertig anmutende Vorderachse mit hydro-pneumatischer Neigungsfederung. Das HTS (Hydraulic Tilting System) getaufte Dämpfersystem sorgt für eine präzise und stabile Lenkung. Selbst bei schlechtem Straßenbelag haben beide Räder konstant Bodenkontakt. Ein Wegrutschen übers (doppelte) Vorderrad wie bei klassischen Bikes ist quasi zu 100 Prozent ausgeschlossen.
Mit seinen beiden Vorderrädern und der damit verbundenen „Anti-Umfall-Garantie“ spricht er eine spezielle Klientel an: Er ist das Motorrad für Autofahrer. Oder genauer: der Maxi-Roller für Nichtmotorradführerscheininhaber. Der QV3 macht das Biken auch für diejenigen interessant, die sich nicht so recht rantrauen an die Materie. Die vielleicht den Führerscheinaufwand für Klasse A scheuen. Oder denen Einspurmobilität im tiefsten Inneren doch nicht - oder nicht mehr - ganz geheuer ist.
Auf dem QV3 sind all diese Zweirad-Aspiranten bestens aufgehoben. Gebremst wird wie beim Auto über ein zentrales Fußpedal, das auf Hinter- und Vorderradbremse wirkt. Dazu gibt es Hinter- und Vorderradbremshebel, wie es sich für „Motorräder“ gehört. Auch der wirkt aufs integrale Bremssystem an allen drei Rädern. Unter der Sitzbank bietet der QV3 üppig Platz für zwei Helme. Mindestens einer davon kann ein Integralhelm sein. Je nach Modell und Größe passen auch zwei davon unter das breite Gestühl. Hinzu kommen zwei Stauräume in der Verkleidung, einer davon mit USB-Anschluss.
Als Parkbremse und Arretierung fürs HTS dient ein uriger Sperrhebel, den man ganz analog nach unten umklappt. Der Kymco Xciting löst das Parken bzw. Sichern gegen Wegrollen dezenter: Links am Lenker befindet sich ein schmales Hebelchen, das man umlegen kann. Die Sitzbank entriegelt auf Tastendruck. Beim QV3 erledigt ein Dreh am Zündschlüssel diese Aufgabe. In puncto Stauraum zieht der Xciting S 400i den Kürzeren: Neben einem Integralhelm finden hier kleinere Teile oder ein paar Einkäufe Platz unter der lang gestreckten Sitzbank; Platz für zwei Helme ist allerdings nicht. Ladeschlusslicht ist naturgemäß die F.B Mondial HPS 300i: Hier muss ein Rucksack ran, soll etwas Größeres mitgenommen werden. Optional gibt es einen kleinen Gepäckträger.
Drei Konzepte, jedes hat seinen Charme. Die F.B Mondial HPS 300i punktet mit ihrem günstigen Preis und dem gelungenen Design. Der Quadro QV3 ist ein Einkaufswagen auf Speed, der auch Nichtmotorradfahrer zum Biker macht. Der Kymco Xciting S 400i ist ein dynamisches Pendler-Vehikel mit großem Spaßfaktor. Und in diesem Vergleich die beste Wahl.
Ein österreichischer Zweizylinder-Charakter gegen japanische Dreizylinder-Perfektion gegen bewährte Vierzylinder-Souveränität. Honda CB1000 Hornet SP, Yamaha MT-09 SP und KTM 990 Duke drei Naked Bikes, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch in einer ähnlichen Preisklasse um die Gunst der Käufer buhlen.
Da steht sie, die Honda CB1000 Hornet SP, mit ihren 157 PS wie ein Kraftprotz, der seinen Ursprung nicht verleugnet ein echter Fireblade-Abkömmling, der auf der Straße seine Zähne zeigt. Daneben die Yamaha MT-09 SP mit ihren charakteristischen 119 PS aus dem legendären CP3-Triebwerk, ein Motor, der seit Jahren die Herzen der Landstraßenjäger höherschlagen lässt. Was diese drei Kandidaten verbindet, ist mehr als nur ihre Kategoriezugehörigkeit. Sie repräsentieren drei grundverschiedene Ansätze, wie ein modernes Naked Bike zu sein hat.
Die Honda mit ihrem Vierzylinder-Erbe steht für kultivierten Hochdrehzahl-Wahnsinn, gepaart mit japanischer Perfektion und einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das seinesgleichen sucht. Die Yamaha verkörpert mit ihrem Dreizylinder den goldenen Mittelweg zwischen Charakter und Vernunft, verfeinert durch ein Öhlins-Fahrwerk, das in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht.
Die Honda CB1000 Hornet SP ist der lebende Beweis dafür, dass man aus bewährten Zutaten etwas völlig Neues schaffen kann. Ihr Vierzylinder-Herz stammt aus der 2017er Fireblade-Generation, wurde aber für den Naked Bike-Einsatz völlig neu abgestimmt. Das Ergebnis ist ein Motor, der seine 157 PS bei 11.000 U/min mit einer Souveränität abliefert, die ihresgleichen sucht. Ein maximales Drehmoment von 107 Nm bei 9.000 U/min sorgt dafür, dass auch im oberen Mittelband genügend Druck vorhanden ist.
Tatsächlich vermittelt die Hornet SP vom ersten Moment an das Gefühl eines ausgereiften Produkts. Doch der wahre Charakter der Honda zeigt sich erst jenseits der 6.000 U/min-Marke. Hier erwacht der Vierzylinder zu seinem eigentlichen Leben und entfaltet eine Durchzugskraft, die seinesgleichen sucht. Das sportliche Fahrwerk mit der voll einstellbaren Showa SFF-BP-Upside-down-Gabel vorn und dem hochwertigen Öhlins TTX36-Federbein hinten unterstreicht diesen Anspruch. Die Brembo Stylema-Zangen vorn packen mit der nötigen Bissigkeit zu, wobei die ABS-Regelung allerdings eher konservativ ausfällt.
Was die Honda auszeichnet, ist ihre Vielseitigkeit. Sie ist sportlich genug für ambitionierte Rennstreckenausflüge, kultiviert genug für entspannte Landstraßentouren und dabei so zugänglich, dass auch weniger erfahrene Fahrer schnell Vertrauen fassen.
Die Yamaha MT-09 SP ist das Paradebeispiel dafür, wie man einen bereits hervorragenden Motor durch intelligente Detailarbeit noch besser macht. Der legendäre CP3-Dreizylinder mit 890 cm³ Hubraum und 119 PS bei 10.000 U/min ist längst zu einer Ikone unter den Naked Bike-Motoren geworden. Tatsächlich spielt der Dreizylinder seine Stärken vor allem dort aus, wo die meisten Naked Bikes die meiste Zeit verbringen: auf kurvenreichen Landstraßen. Seine Leistungsentfaltung ist so linear und vorhersagbar, dass man sich vom ersten Moment an sicher fühlt.
Was die SP-Version von der Standard MT-09 unterscheidet, ist primär das hochwertige Öhlins-Fahrwerk. Sowohl die KYB-USD-Gabel vorn als auch das Öhlins-Federbein hinten sind voll einstellbar und bieten eine Abstimmung, die sowohl sportliche als auch komfortable Ansprüche erfüllt. Besonders hervorzuheben ist die Bremse. Die Brembo Stylema-Zangen vorn überzeugen durch eine Dosierbarkeit, die mit wenig Handkraft starke Verzögerungen ermöglicht. Die Sitzposition der MT-09 SP ist deutlich aufrechter als bei sportlichen Naked Bikes üblich. Der kurze Radstand von 1.430 mm verleiht der MT-09 SP ein fast supermotohaftes Handling.
Ihr 947 cm³ großer Reihenzweizylinder mit 123 PS ist das Herz eines Motorrads, das kompromisslos auf Charakter setzt. Tatsächlich ist die 990 Duke das unverwechselbarste Motorrad im Testfeld. Ihr Zweizylinder-Motor braucht mindestens 3.000 U/min, um rund zu laufen, entfaltet dann aber eine Kraft und einen Charakter, der seinesgleichen sucht. Das geringe Gewicht von nur 192 kg (gemessen) macht sich in jeder Fahrsituation bemerkbar. Der hohe Schwerpunkt und die supermotohafte Sitzposition sorgen für ein Fahrgefühl, das an einen großen Supermoto erinnert.
Die Ergonomie der KTM ist einzigartig im Testfeld. Man sitzt deutlich höher und damit aktiver im Motorrad, hat aber trotzdem einen angenehmen Kniewinkel. Das WP APEX-Fahrwerk vorn und hinten ist zwar nicht so hochwertig wie das Öhlins-Equipment der Konkurrenz, bietet aber eine Abstimmung, die perfekt zum Charakter des Motorrads passt.
Die Honda steht für die Philosophie "Leistung durch Drehzahl". Ihr Vierzylinder entfaltet sein volles Potenzial erst jenseits der 6.000er-Marke, belohnt dann aber mit einer Durchzugskraft, die im Testfeld unübertroffen ist. Die Yamaha hingegen verkörpert den Mittelweg zwischen Charakter und Vernunft. Ihr Dreizylinder bietet von unten heraus bereits ordentlichen Druck und bleibt dabei jederzeit sauber dosierbar. Die KTM schließlich steht für pure Charakteristik. Ihr Zweizylinder ist der unkonventionellste Motor im Feld, braucht Drehzahl, um rund zu laufen, entfaltet dann aber einen Punch, der unverwechselbar ist.
Die Honda CB1000 Hornet SP setzt mit ihrem Öhlins TTX36-Federbein hinten und der Showa SFF-BP-Gabel vorn auf höchste Qualität. Diese Investition zahlt sich aus. Die Honda bietet eine Stabilität, die vor allem bei sportlicher Fahrweise geschätzt wird. Yamaha MT-09 SP punktet mit ihrem voll einstellbaren Fahrwerk. Es bietet einen hohen Komfort bei gleichzeitig sportlichen Ambitionen. Die KTM 990 Duke setzt mit ihrem WP APEX-Fahrwerk auf eine andere Philosophie. Es ist weniger luxuriös als die Öhlins-Konkurrenz, aber perfekt auf den Charakter des Motorrads abgestimmt.
Die Honda CB1000 Hornet SP setzt auf bewährte Brembo Stylema-Technologie mit zwei 310-mm-Scheiben vorn. Die Bremsleistung ist hervorragend, die Dosierbarkeit stimmt, nur das ABS ist eher konservativ abgestimmt. Die Yamaha MT-09 SP überzeugt mit ihrer Brembo Stylema-Anlage durch besonders gute Dosierbarkeit. Auch das ABS-System ist weniger konservativ abgestimmt und lässt sportlichere Bremsmanöver zu. Die KTM 990 Duke bietet mit ihrer 300-mm-Bremsanlage vorn eine ordentliche Verzögerung, punktet aber vor allem durch die Möglichkeit, das ABS am Hinterrad komplett zu deaktivieren. Für sportlich orientierte Fahrer, die gelegentlich auch mal die Rennstrecke besuchen, ist diese Funktion Gold wert.
Die Honda CB1000 Hornet SP bietet mit ihrer Sitzhöhe von 809 mm die niedrigste Sitzposition im Test. Die bist stark ins Fahrzeug integriert. Die Yamaha MT-09 SP setzt auf eine deutlich aufrechtere Sitzposition. Trotzdem hat man ein gutes Gefühl für die Front. Die KTM 990 Duke hingegen forciert eine aktive, sportliche Sitzposition. Man hat förmlich das Gefühl am Vorderrad zu sitzen. Das Feedback ist super direkt. Die Maschine ist eine echte Spaßmaschine. Sie wirkt verspielt, ein wenig böse und unvernünftig.
Die Honda CB1000 Hornet SP ist der perfekte Allrounder für Fahrer, die Leistung, Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis in Einklang bringen wollen. Sie bietet die höchste Leistung im Test, das hochwertigste Fahrwerk und trotzdem einen Preis, der in der gehobenen Mittelklasse angesiedelt ist. Die Yamaha MT-09 SP ist die erste Wahl für Fahrer, die Charakter und Alltagstauglichkeit perfekt vereint sehen wollen. Der CP3-Motor ist ein Landstraßen-Genie, das Öhlins-Fahrwerk bietet Luxus-Feeling, und die Ergonomie ermöglicht auch längere Touren. Die KTM 990 Duke schließlich ist das Motorrad für Individualisten, die Charakter über alles stellen. Sie ist das unverwechselbarste, emotionalste Motorrad im Test.
Die Yamaha MT-09 SP ist ein Motorrad für Kenner - für Fahrer, die verstehen, dass Perfektion nicht immer in der makellosen Glätte liegt, sondern manchmal in der bewussten Imperfektion. Sie bietet eine einzigartige Mischung aus japanischer Zuverlässigkeit, schwedischer Fahrwerks-Expertise und italienischer Bremsen-Leidenschaft, verpackt in ein Naked Bike, das sowohl auf der Landstraße als auch im Stadtverkehr eine gute Figur macht. Die KTM 990 Duke ist ein Motorrad mit Ecken und Kanten - im wahrsten Sinne des Wortes. Sie ist nicht der perfekte Allrounder, nicht der harmonischste Vertreter ihrer Klasse, aber sie hat etwas, was viele andere Motorräder vermissen lassen: echten Charakter. Wer ein Naked Bike sucht, das ihn fordert und fördert, das Emotionen weckt und keine Kompromisse macht, findet in der Duke einen treuen Begleiter. Die Honda CB1000 Hornet SP ist mehr als nur ein neues Motorrad - sie ist ein Statement. Honda beweist, dass sie es immer noch können. Sie haben ein Motorrad geschaffen, das in jeder Hinsicht überzeugt: Motor, Fahrwerk.
Der Naked Bike-Test zeigt eindrucksvoll: Die Vielfalt im Segment war nie größer. Ob kultivierter Kraftmeier, charaktervoller Allrounder oder rebellischer Individualist für jeden Geschmack gibt es die passende Maschine.
Testergebnisse im Überblick
Es wurden insgesamt 5 Motorräder getestet. Wir bewerteten das Motorrad in verschiedenen Kategorien und diese Tabelle zeigt die durchschnittliche Bewertung aller Testpiloten an.
| Modell | Bewertung |
|---|---|
| Honda CB1000 Hornet SP | Sehr gut |
| Yamaha MT-09 SP | Gut |
| KTM 990 Duke | Gut |
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