Motorrad Touring Stiefel Test Vergleich: Welcher Stiefel ist der Richtige für Sie?

Heute klären wir die Stiefel-Frage für Straßenfahrer: Für wen ist der Racingstiefel und für wen der Tourenstiefel die bessere Wahl. Im Motorradstiefel Vergleich blenden wir jetzt absichtlich den Endurostiefel aus und beschränken uns auf Schuhwerk, das für reine Straßenmotorräder gedacht ist. Prinzipiell können natürlich beide Stiefeltypen auf den verschiedensten Maschinen gefahren werden.

Racingstiefel vs. Tourenstiefel: Ein Überblick

Wer sportlich ambitioniert auf der Straße und vielleicht auch mal auf der Rennstrecke unterwegs ist, kommt um Sportstiefel oder Racingstiefel nicht umher. Racingstiefel müssen - noch mehr als ihre Touring-Pendants - eingelaufen werden. In der Ausführung als reiner Racingstiefel lässt sich der Schaft sehr weit öffnen und über ein Ratschensystem arretieren.

Wie die Überschrift schon sagt, ist der Tourenstiefel der perfekte Begleiter für lange Strecken. Neben der primären Funktion des Stiefels als Motorrad Schutzkleidung ist der Tourenstiefel der unauffällige Begleiter für jede Runde auf dem Motorrad. Eine Gore-Tex-Membran macht den schlanken Italiener zum wasserdichten Motorradstiefel, der dennoch atmungsaktiv bleibt. Besonders bei langen Touren, bei denen der Stiefel mehrere Stunden bis mehrere Tage hintereinander getragen wird, spielt die Wasserdichtigkeit eine entscheidende Rolle.

SIDI Stiefel im Vergleich

Als Beispiel für Motorradstiefel mit Protektoren schicken wir heute den “Vertigo 2“ und den “Aria” ins Rennen. Beide Stiefel kommen aus der italienischen Stiefelmanufaktur von Sidi und liegen preislich im Bereich von um die 250 Euro.

  • Sidi Vertigo 2: Beim ersten Anziehen wirkt der Sidi Vertigo 2 sehr steif. Der Vertigo 2 hat einen hohen Schaft, der durch eine seitliche Platte mit Scharnier zusätzlich verstärkt ist. Außerdem zieren ihn PU-Verstärkungen an der Ferse sowie die beinahe obligatorischen Zehenschleifer. Wenn es ganz heiß hergeht, kann seitlich ein Belüftungsschieber geöffnet werden, der für Kühlung sorgt. Ein besonderes Highlight des Sidi Vertigo 2 ist das austauschbare Schutzsystem. Zehenschleifer, Fersenschutz und Schaftverstärkung lassen sich bei Verschleiß oder Beschädigung problemlos austauschen - ein großer Vorteil für Vielfahrer oder Rennstreckenpiloten.
  • Sidi Aria: Eine Gore-Tex-Membran macht den schlanken Italiener zum wasserdichten Motorradstiefel, der dennoch atmungsaktiv bleibt.

Vor- und Nachteile der Stiefeltypen

Auf dem Supersportler lässt sich durchaus ein Tourenstiefel tragen, umgekehrt steht dem Naked-Biker oder Tourer auch ein Sportstiefel gut. Das ganze geht so lang gut, bis natürlich die dezidierten Eigenschaften der beiden Stiefelarten gefragt werden. Beim ersten Schauer lässt der Racingstiefel seinen Träger nämlich im Regen stehen, umgekehrt finden die Zehen auf der Rennstrecke den entsprechenden Bodenkontakt mit dem Tourenstiefel weit weniger gut als mit dem Rennpendant.

Es gibt auch Zwitter-Varianten, ein Sportstiefel mit Klimamembran zum Beispiel. Dieser ist in der nötigen Flexibilität durch die Membran allerdings eingeschränkt und kann die Vorzüge beider Bauarten nur bedingt vereinen.

Weitere Motorradstiefel Modelle und Marken

Motorradstiefel Marken gibt es wie Sand am Meer.

  • Alpinestars: Eine der bekanntesten Marken überhaupt im Bereich Motorsport ist Alpinestar. Die Produkte von Alpinestars zählen zu den qualitativ hochwertigsten, die es für Geld zu kaufen gibt. Nicht umsonst sind nicht nur Motorradstiefel, sondern auch Rennanzüge, Handschuhe, Jacken und Hosen in der Formel 1 und MotoGP weit verbreitet.
  • SIDI: Ebenfalls aus Italien und ebenfalls durch die MotoGP bekannt ist die Marke SIDI. Heute zählt SIDI zu den führenden Herstellern in diesem Bereich und ist unter anderem Sponsor für bekannte MotoGP Fahrer wie Alex Barros, Chris Vermeulen und Loris Capirossi. Dass selbst professionelle Motorradfahrer auf SIDI schwören, unterstreicht die hohe Produktqualität und das Vertrauen in die Marke.
  • Daytona: „Made in Germany. By Hand„. Mit der Marke Daytona setzen Sie als Motorradfahrer zu 100% auf Qualität aus Deutschland. Dies hat seinen Preis - die Motorradstiefel von Daytona gehören nicht gerade zu den preiswertesten Modellen auf dem Markt. Der Preis relativiert sich jedoch schnell, da einige Biker davon berichten ihr Paar Daytona Motorradstiefel seit unglaublichen 20 Jahren im Einsatz zu haben. Zusätzlich wurde Daytona durch eine Leserwahl von MOTORRAD zur besten Marke 2016 gewählt.
  • O’Neal: O’Neal hat es sich auf die Fahne geschrieben durch innovative Fertigungsprozesse und Materialtechnologie den bestmöglichen Schütz für Biker, die ihre Grenzen ausreizen wollen, zu schaffen. Das Ergebnis: extrem robuste und strapazierfähige Motocross Stiefel.
  • IXS: Die Marke IXS gehört zum Schweizer Großhandelsunternehmen Hostettler Group. Die Firmengruppe wurde zwar bereits 1906 gegründet - die Motorradmarke IXS jedoch erst 1981 ins Leben gerufen. Der Erfolg von IXS kann sich sehen lassen: mittlerweile werden die Produkte in über 50 Ländern auf allen Kontinenten vertrieben.
  • Protectwear: Für die meisten Biker ist Protectwear* eine noch unbekannte Marke, die jedoch rasant am Wachsen ist und sich immer größerer Beliebtheit in der Bikerszene erfreut. Bekanntheit erlangt hat die Marke hauptsächlich durch die zahlreichen Bestseller Produkte auf Amazon. Das Feedback der Käufer ist durchweg positiv.

Weitere Stiefel Modelle

  • Protectwear Stiefel: Der Protectwear Stiefel ist zum Großteil aus Leder gefertigt, welches mit Polyurethan beschichtet ist. Durch diesen Materialmix ist der Stiefel bei leichtem Regen sogar wasserabweisend.
  • O’Neal Rider MX Stiefel: Extrem robuste Kunststoffplatten aus Spritzguss, ein Zehenschutz aus Metall und eine strapazierfähige Goodyear Sohle sorgen für maximale Sicherheit im Gelände. Das Innenleben der O’Neal Rider MX Stiefel besteht aus angenehmen Air-Mesh-Material und ist mit einer gepolsterten Einlegesohle versehen.
  • Black FC Tech Motorradschuhe: Zusätzlich sind die Motorradschuhe mit einer Öl- und hitzebeständigen Gummisohle, austauschbaren Zehenschleifern und einer Fersen- und Zehenschutzkappe ausgestattet.

Kaufberatung: Was Sie vor dem Kauf von Motorradstiefeln wissen sollten

Unabhängig davon, ob Sie auf dem Hockenheimring, in den schweizer Alpen, oder auf einer abgelegenen Schotterpiste unterwegs sind: Motorradstiefel sollten stets über gewisse Qualitätskriterien verfügen, um Ihnen im Ernstfall einen optimalen Schutz zu gewährleisten.

Wichtige Eigenschaften von Motorradstiefeln

  • Optimale Passform: Grundsätzlich sollte ein Motorradstiefel fest sitzen und eng anliegen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bewegungsfreiheit der Füße und Unterschenkel nicht eingeschränkt wird. Selbstverständlich sollte sowohl die Bremse, als auch die Gangschaltung weiterhin problemlos benutzbar bleiben.
  • Robuste Konstruktion: Abgesehen von den Protektoren und dem Material, sollten die Motorradboots über eine robuste Grundform verfügen. Überstreckungen und Torsionen werden verhindert, falls der Biker einen Abflug von der Maschine macht.
  • Höhe des Schafts: Außer bei besonders flachen Motorradschuhen, empfiehlt es sich Wert auf einen hohen Schaft zu legen. Dieser sollte zumindest die kompletten Knöchel, als auch die Wade und natürlich das Schienbein umschließen.
  • Beschaffenheit der Sohle: Die Sohle sollte robust beschaffen, und rutschfest sein.
  • Material: Achten Sie vor allem auf Robustheit und Widerstandsfähigkeit - dabei muss es nicht immer Echtleder sein. Dank neuster Technik bieten Materialien wie Microfiber und Lorica usw.
  • Protektoren: Ein qualitativ hochwertiger Stiefel verfügt über Protektorenelemente seitlich am Schuh, im Knöchelbereich, an der Ferse und am Schien- und Wadenbeinbereich.
  • Schaltverstärkung: Ein Muss an jedem Modell ist die sogenannte Schaltverstärkung - ein kleiner Bereich auf dem linken Stiefel, der durch zusätzliches Material (Leder, Kunststoff) besonders verstärkt ist.
  • Sichtbarkeit: Wie allgemein bei Bikern bekannt, sind vor allem komplett schwarze Motorradstiefel sehr beliebt.
  • Herausnehmbare Einlegesohle: Viele Motorradfahrer kennen das Problem vor allem im Sommer. Die hohen Temperaturen begünstigen Schweißfüße enorm.
  • Wasserdicht: Falls Sie nicht nur Schönwetterfahrer sind, sollten Sie sich für ein wasserdichtes Modell entscheiden.
  • Tragekomfort: Nicht zu unterschätzen ist der Tragekomfort der Stiefel. Nur ein Modell, in dem Sie sich wirklich wohlfühlen, werden Sie bei jeder Ausfahrt tragen.

Online-Kauf vs. Fachgeschäft

Da Sie nun einiges an Wissen rund um dem Motorradstiefel Kauf angesammelt haben, sollten Sie sich nun die Frage stellen, ob Sie das passende Modell lieber online oder im Fachgeschäft kaufen werden. Wenn Sie ein Motorradstiefel im Fachgeschäft kaufen, haben Sie sämtliche Vorteile, die der direkte Kontakt mit dem Personal mit sich bringt.

Die heutzutage gängigste Variante stellt der Online Kauf dar. Sie können sich eine Übersicht der verschiedenen Modelle schaffen und sind nicht nur auf die Hausmarke eines Anbieters beschränkt.

Die Wichtigkeit robuster Motorradstiefel

Laut ADAC zeigen Statistiken, dass bei Unfällen mit Motorrädern die Füße, Schienbeine, Knöchel oder andere Körperteile der unteren Gliedmaßen am häufigsten von Verletzungen betroffen sind. Wichtig ist vor allem, dass Ihre Knöchel und Schienbeine bedeckt und somit geschützt sind.

Materialien und Verstärkungen

Als stärkstes Material hat sich bei fast allen Typen von Motorradschuhen eigentlich immer noch Leder bewährt. Besonders im Zehenbereich, an der Ferse sowie am Knöchel sollten Motorradstiefel mit speziellen Verstärkungen ausgestattet sein, um gelegentliche Berührungen mit dem Asphalt auszuhalten. Teilweise gibt es auch austauschbare Elemente, wie der Zehenschleifer für sportliche Fahrerinnen und Fahrer. Außerdem sollten Motorradstiefel eine Verstärkung im Vorfuß des linken Stiefels haben - eine sogenannte Schaltverstärkung. Ein ausgeprägter Absatz sorgt für Halt auf den Rasten ihres Motorrads.

Passform und Verstellmöglichkeiten

Jede Motorradfahrerin und jeder Motorradfahrer hat unterschiedlich geformte Füße und Beine. Achten Sie bei Ihren Motorradstiefeln daher darauf, dass ausreichend Verstellmöglichkeiten in Form von Klettverschlüssen, Reißverschlüssen oder Schnallen vorhanden sind. Auch elastisches Material kann für eine bessere, enganliegende Passform sorgen.

Wasserdichtigkeit und Rutschfestigkeit

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Motorradstiefeln ist die Wasserdichtigkeit des Obermaterials. Die Sohle von Motorradstiefeln muss besonders rutschfest sein, damit Sie stets einen sicheren Grip auf dem Motorrad haben. Einige Modelle sind neben der Außensohle aus Gummi und der Innensohle aus Leder zusätzlich mit einer dünnen Sohle aus Stahl ausgestattet. Das sorgt für ein Plus an Stabilität.

Typen von Motorradstiefeln

Es gibt viele verschiedene Modelle von Motorrädern. Daher haben die Hersteller mit der Zeit auch ihre Motorradstiefel an die unterschiedlichen Anforderungen der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer angepasst. Wir unterscheiden zwischen vier grundsätzlichen Typen: Touren-Motorradstiefel, Sport-Motorradstiefel, City-Motorradstiefel und Offroad-Motorradstiefel.

Touren-Motorradstiefel

Bei Touring-Motorradstiefeln (Allround) handelt es sich um die Tausendsassa unter den Motorradstiefeln. Die Stiefel sind meist aus schlichtem, schwarzem Leder und mit Reflektoren versehen - das erhöht die Sichtbarkeit und somit ihre Sicherheit bei Nachtfahrten. Touren-Motorradstiefel lassen sich meist per Klettverschluss oder mit Hilfe eines Reißverschlusses öffnen und schließen oder an ihre Fußform anpassen. Sie eignen sich sowohl für längere Touren als auch für die alltägliche Fahrt zur Arbeit und bieten auch abseits des Motorrads einen hohen Tragekomfort.

Sport-Motorradstiefel

Sportstiefel sind im Vergleich zu Touren-Motorradstiefeln oft deutlich bunter und mit mehr Verstärkungen ausgestattet. Fahrerinnen und Fahrer von Supersportlern schleifen schon mal über den Asphalt und benötigen daher mehr Protektoren als gemütliche Biker. Ein Sport-Motorradstiefel sollte vor allem über Fersenschleifer und Schalthebelverstärkungen verfügen. Lüftungsöffnungen sorgen für ein angenehmes Klima im Inneren des Schuhs. Das Öffnen und Schließen sowie die Justierung der Passform funktioniert bei Sport-Motorradstiefeln meist mittels Ratschen und Schnallen.

City-Motorradstiefel

Wenn Sie häufig in der Stadt mit ihrem Motorrad unterwegs sind und auf der Suche nach einem Stiefel sind, der sich sowohl für Ihr Bike als auch für den alltäglichen Einsatz eignet, sollten sie City-Motorradstiefel in Betracht ziehen. Solche Modelle sind häufig auf einem Chopper zu sehen und werden daher auch Chopper Boots genannt. Sie sind meist aus schwarzem oder braunem Leder und haben im Vergleich zu anderen Stiefeln einen nicht ganz so hohen Schaft. Die Knöchel sind zwar geschütz, die Schienbeine jedoch nicht komplett.

Offroad-Motorradstiefel

Wenn Sie Motocross betreiben oder eine Enduro fahren, sind Offroad-Motorradstiefel die beste Wahl für Sie. Solche Modelle sind besonders hohen Belastungen ausgesetzt und bieten durch einen sehr hohen Schaft eine hohe Stabilität mit vielen Protektoren im Bereich des Knöchels, der Ferse und des Schienbeins. Häufig sorgt eine Stahlkappe an den Zehen für zusätzliche Sicherheit. Beim Material von Enduro-Stiefeln handelt es sich oft um einen Mix aus Leder und Kunststoff.

Motorradstiefel im Test: Ergebnisse und Meinungen

Motorradstiefel werden oft in Fachmagazinen, wie MOTORRAD, Motorrad News, Motorradfahrer oder Tourenfahrer getestet. Besonders beliebte Modelle von Herstellern wie Alpinestars oder Daytona werden häufig sogar mehrmals von den Testerinnen und Testern unter die Lupe genommen. In ihren Tests gehen die Experten unter anderem auf den Tragekomfort der Boots ein und beleuchten außerdem die Beschaffenheit des Materials. Sowohl die Wasserdichtigkeit als auch die Atmungsaktivität der Stiefel spielt bei den Tests meist eine große Rolle. Auch in den Meinungen der Kundinnen und Kunden erfahren Sie, ob ein Schuh bequem ist oder nicht.

Empfehlungen und Testurteile

Hier sind einige der im Test hervorgehobenen Motorradstiefel:

Modell Marke Testurteil Besondere Eigenschaften
Road Star GTX Daytona Sehr gut Perfekter Sitz, hervorragende Verarbeitung
TransTourMan GTX Daytona Sehr gut Komfortabel, stabil, wasserdicht
Destino Travel Touratech Sehr gut Topqualität zum fairen Preis
VTB 23 Vanucci Sehr gut Bequeme Passform, wasserdichte Membran
SX-2 EVO Shima Sehr gut Verstärktes Leder, atmungsaktiv
Adventure WP CE Forma Sehr gut Wasserdicht, robust

Ob Touren- oder Racingstiefel - die Wahl hängt letztlich von deinem Fahrstil und Einsatzzweck ab. Der Sidi Aria überzeugt mit Komfort und Wetterschutz, ideal für lange Strecken und wechselhaftes Wetter. Wer viel unterwegs ist und sowohl lange Touren als auch sportliche Etappen genießt, könnte von einem zweiten Paar profitieren. So bleibt man bei jeder Wetterlage und jedem Fahrstil bestens ausgerüstet.

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